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AOR Ltd.,Tokyo
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überarbeitet am 18.3.2002 |
Erweiterungen für den AOR AR7030
Für den AOR AR7030 ist inzwischen eine Reihe von Optionen lieferbar, durch die sich dieser Empfänger weiter verbessern bzw. an verschiedene Anforderungen anpassen läßt. Der AR-7030 wurde vom Entwickler als modulares Konzept entworfen; im Grundgerät ist Platz für drei Erweiterungsplatinen vorgesehen. Da es mehr als drei Optionen gibt, gilt es die sinnvollsten auszuwählen, denn alle lassen sich in dem recht kleinen Gehäuse nicht unterbringen. Aber schon aus rein finanzieller Sicht wird man sich auf möglichst wenige beschränken, läßt sich doch der Preis des Empfängers durch Aufrüstung leicht mehr als verdoppeln. Im folgenden werden alle Optionen aufgeführt und beschrieben. Die wichtigsten konnten an Testgeräten von Bogerfunk und Charly H. Hardt ausprobiert werden. Da es verschiedene "Hörertypen" mit unterschiedlichen Anforderungen an den Empfänger gibt, ist es zwar schwierig, allgemeingültige Empfehlungen auszusprechen, doch wird dem einen oder anderen die Entscheidung leichter fallen. Die aktuellen Preise können beim Technischen Clubdienst erfragt werden. Über diesen können alle Erweiterungen bezogen werden. «Plus DX»-Version
"Was bringt das alles in der Praxis?" Der AR7030 wurde offensichtlich gnadenlos auf einen möglichst günstigen Verkaufspreis hin konstruiert. Das ist an sich nichts Verwerfliches. Schließlich bekommt der DXer dadurch einen Empfänger mit sehr guten Empfangsleistungen für relativ wenig Geld, An einigen entscheidenden Punkten wurde die Sparwut aber übertrieben. Immerhin zeigt sich AOR offen gegenüber der Kritik und bessert an einigen Stellen nach (Beim Bedienkonzept leider nicht möglich!). Warum der AR7030 jetzt in zwei Versionen verkauft wird, ist nicht nachzuvollziehen. Würden die Verbesserungen, insbesondere der Optokoppler und das 4 kHz Filter, in der ganzen Serie eingebaut, wäre der Preis aufgrund der höheren Stückzahl sicherlich niedriger. Offensichtlich drückt sich AOR hier vor einer Preiserhöhung des AR7030. Erst lockt man den Kunden mit einem niedrigen Kaufpreis und wenn er dann gemerkt hat, daß einige Dinge nicht so sind, wie sie sein sollten, dann wird er sein Gerät schon zum "Plus DX" aufrüsten lassen (ist laut AOR möglich). So läßt sich halt mehr verdienen. Wer den Empfänger bereits besitzt und mit seiner Leistung zufrieden ist, kann sich die Aufrüstung sparen. ZF-Filter bzw. FPU7030 gibt es schließlich auch einzeln. Bei einem Neukauf ist allerdings ernsthaft zu überlegen, ob man nicht gleich die verbesserte Version kauft. Speichererweiterung FPU7030 Ob diese Erweiterung Sinn macht oder nicht, muß jeder für sich selbst entscheiden. Immerhin lassen sich, fleißiges Programmieren vorausgesetzt, komplette Hörfahrpläne inklusive der Sendernamen in den Speichern ablegen. Möchte man seinen Empfänger um Störaustaster und Notchfilter (NB7030) ergänzen, hat man keine Wahl: die FPU enthält die Erweiterung des Menüsystems für diese Option und ist somit Pflicht. Noiseblanker & Notchfilter NB7030 Bei anderen Empfängern der Spitzenklasse sind diese Funktionen in der Grundausstattung enthalten. Wer diese Platine nachrüsten will, wird es bedauern, daß er dafür noch einmal tief in die Tasche greifen muß; wer jedoch darauf verzichten kann, wird sich freuen, daß das Grundgerät dadurch billiger ist. Wie dem auch sei, bei dieser Option handelt es sich keineswegs um eine Mogelpackung. Der hier getriebene Aufwand ist recht hoch. Sowohl Noiseblanker als auch Notchfilter haben eine gute Wirkung, aber natürlich auch ihre Grenzen. Der Noiseblanker zeigte in der "normalen` Stellung am Hörort des Autors keinerlei Wirkung. Vielleicht waren einfach nicht die zu dieser Einstellung passenden Störungen vorhanden. Ganz anders in der Einstellung "Wide": Störimpulse, wie sie z. B. beim Betätigen von Lichtschaltern oder Raumthermostaten entstehen, werden vollständig unterdrückt, selbst wenn die Ansprechschwelle recht "weich" eingestellt ist. In der Regel ist der Knackser nicht einmal mehr zu ahnen. Für Hörer, die überwiegend von dieser Art Störung geplagt werden, ist dieser Zusatz zu empfehlen. Bei hartnäckigeren Störungen erreicht der Noiseblanker dann doch schnell seine Grenzen. So ist beim Autor das "Tacken" eines Weidezauns (Pferdekoppel direkt hinter dem Haus) allgegenwärtig, rund um die Uhr, das ganze Jahr hindurch. Der Versuch, diese Störungen in den Griff zu bekommen, endete schnell mit Frustration. Bei Sendern mit mittlerer bis höherer Signalstärke muß der Noiseblanker "scharf'' eingestellt werden, daß das so Nutzsignal beeinträchtigt wird, bevor eine Abschwächung der Störimpulse feststellbar ist. Die Ansprechschwelle ist bei jedem Sender, abhängig von dessen Feldstärke, neu einzustellen. Bei schwachen Signalen geht's etwas besser, was nicht weiter verwunderlich ist, ragen die Störspitzen hier doch weiter über das Nutzsignal hinaus. Das Abschalten der AGC, bei schwachen Sendern ohne manuelles Nachregeln der HF-Verstärkung möglich, brachte in vielen Fällen ein besseres Ergebnis. Ein weiterer grundsätzlicher Nachteil darf nicht verschwiegen werden: Bei vielen Empfängern verschlechtert der Noiseblanker das Großsignalverhalten dramatisch. Beim AR7030 konnte in Verbindung mit der Antenne RF Systems MTA (breitbandige Passivantenne) derartiges nicht festgestellt werden. In den technischen Daten wird eine "Input Range" von größer 80 dB angegeben. Da der Empfänger aber einen Dynamikbereich von her 100 dB aufweist, sind in kritischen Situationen auch hier Beeinträchtigungen denkbar. Das Notchfilter fällt gleich in mehrerer Hinsicht positiv auf. Zum einen ist der Abstimritbereich mit 150 Hz bis 6 kHz so groß zügig gewählt, daß es selbst bei AM-Empfang mit breitem Filter noch sinnvoll einzusetzten ist. Zum anderen wurde bei der Filterbreite ein sehr guter Kompromiß gefunden. Moderne DSP-Notchfilter weisen häufig eine solch geringe Breite auf, daß sich nur reine Sinustöne ausblenden lassen. Leider gibt es recht selten derart "saubere" Störer. Analoge Notchfilter dagegen sind in einigen Fällen so breit, daß man sie fast als Tonregler bezeichnen könnte. Nicht so beim AOR: schmalbandige Störer werden ganz unterdrückt oder zumindest sehr stark abgeschwächt, während sich etwas breitere, undefinierbare Störgeräusche ebenfalls noch etwas in den Hintergrund drängen lassen. Dabei wird der NF-Frequenzgang nicht übermäßig verbogen. Kaum zu glauben, daß sich mit einem kleinen rastenden Drehknopf ein Notchfilter feinfühlig abstimmen läßt; aber dank der eingebauten Intelligenz geht es erstaunlich gut. Das "auto tracking" funktioniert nur in engen Grenzen - und das ist gut so, denn sonst würde einem das Filter sicher hin und wieder "weglaufen", weil es woanders ein stärkeres Störsignal ausgemacht haben will. Der vollautomatische Betrieb des Notchfilters ist nur von mäßigem Wert. Häufig findet es im unteren Bereich des NF-Spektrums einen Störträger, der das Nutzsignal gehörmäßig nicht im geringsten beeinträchtigt. Das ist aber nicht so tragisch. Die Automatik schaltet sich nach getaner Arbeit wieder ab und man kann wie gehabt manuell nach Gehör abstimmen. Während der Störaustaster gemischte Gefühle hinterläßt, ist das Fazit beim Notchfilter eindeutig positiv. Der Kaufinteressent sollte eines bedenken: der AR7030 besitzt kaum Bedienungselemente. Je mehr Ausstattung in diesen Empfänger hineingepackt wird, desto komplexer und umständlicher wird seine Bedienung. Notch und Noiseblanker lassen sich nicht mit der Fernbedienung steuern. PBS, HF-Verstärkung, Baß und Höhen, Setup, Speicherauswahl, Squelch, Delay, Noiseblanker und Notch; all das muß mit einem einzigen Drehknopf nacheinander, nach Suchen und Finden des jeweils richtigen Menüs - eingestellt werden. Ein gutes externes NF-Notchfilter hat da sicher seine Vorteile. Aber liebsten hat man natürlich alles in einer Kiste... ZF-Filter Schöpft man bei der Filteraufrüstung aus dem Vollen, ist der Preis des Empfängers schnell mehr als verdoppelt. Also muß überlegt ausgewählt werden. Daß die werksseitige Filterbestückung das Potential des Empfängers nicht ausreizt, ist unstrittig, Gleichwohl ist der AR7030 einer der wenigen Empfänger, mit dem sich die Qualität hochwertiger Filter auch wirklich nutzen läßt. Das Hauptmanko ist die große Lücke zwischen 2.2 und 5.2 kHz. Diese gilt es als erstes zu schließen. Da die hochwertigen Keramikfilter CFS455H/I/J seit Jahren nicht mehr produziert werden (Wer eins auf einem Amateurfunk-Trödel entdeckt - kaufen! Wenn man die Beinchen mit kurzen Drähten verlängert, lassen sie sich auch in den AR7030 einlöten), wird man sich auf die CFK-Serie konzentrieren. Sie sind wesentlich kleiner, nicht ganz so steilflankig, klingen vielleicht eine Idee besser und - das wichtigste - es gibt sie noch zu kaufen. Wenn es auf den Preis ankommt, d.h. möglichst nur ein Filter nachgerüstet werden soll, ist das CFK455J die erste Wahl (beim AR7030 "Plus DX" serienmäßig). Es ist zwar nicht sonderlich steilflankig (vom Testgerät mit 3.9 kHz angezeigt), bietet aber eine überragende Verständlichkeit bei in den Rundfunkbändern nahezu immer ausreichender Trennschärfe. Auch der DXer wird dieses Filter zu schätzen wissen. Es gibt reichlich Fälle, in denen es nicht in erster Linie auf Trennschärfe ankommt, sondern darauf, aus einem schwachen und / oder schlecht modulierten Signal noch etwas brauchbares herauszuholen. Genau das ist die Stärke dieses Filters, das sich seit Jahren im Lowe HF-225 Europa bewährt hat. Der weitere Filterausbau hängt in erster Linie von den Interessen des Hörers ab. Liegt der Schwerpunkt auf Auslandsdiensten in den Runkfunkbändern, bietet sich der Austausch CFW4551T gegen CFK4551 und CFW455HT gegen CFK455H an. Möchte man in erster Linie Tropenbandstationen hören, kann nur selten ein breiteres Filter als das CFK455J genutzt werden. Das serienmäßige 2.2 kHz Filter trennt zwar hervorragend, nur was nutzt das, wenn die NF kaum noch zu verstehen ist? Dieses Filter ist in erster Linie für SSB gedacht. Im Bereich von 2.5 bis 2.8 kHz Bandbreite gibt es leider keine große Auswahl. Bester Kompromiß ist vermutlich das CFJ455K5 (die schmale Bandbreite des Lowe HF-150). Ähnlich steilflankig wie das K14 bei etwas größerer Bandbreite, ist die NF-Verständlichkeit in AM schon bedeutend besser. Größere Bandbreiten aus dieser Serie (K4, K3, K2) sind leider schon seit vielen Jahren nicht mehr lieferbar. Soweit das mit einigermaßen im Rahmen bleibenden finanziellem Aufwand Machbare. DXer, die sich häufig an der Leistungsgrenze des Empfängers bewegen, werden gern etwas tiefer in die Tasche greifen und den AR7030 mit hochwertigen Quarzfiltem ausrüsten. Als Bandbreiten kommen ca. 2.4 kHz für's "normale" DX und ca. 1.8 kHz für die schwierigen Fälle in Betracht. CW- und Femschreibfreaks werden ein 0.5 kHz Filter wählen. Diese Bandbreiten sind bei Amateurfunktransceivern üblich und werden praktisch von allen namhaften Herstellern angeboten. Empfehlungen für bestimmte Firmen bzw. Filter können mangels Erfahrung nicht gegeben werden. Und was ist mit den Collins-Filtem? Nach Meinung des Autors lohnt sich die Anschaffung dieser Filter nicht. Die Preise liegen nicht allzu weit unter denen von Quartzfiltern, während die Leistung sich eher auf dem Niveau der besseren Murata-Keramikfilter bewegt. Zudem haben die Filter einen ganz eigenen Klang, heller bis "metallischer", den man entweder mag oder eben nicht. Selbstverständlich ist es jedem selbst überlassen, sich ein 4 kHz Collinsfilter zuzulegen und dann stolz einen "Collins inside"-Autkleber aufs Gehäuse zu pappen... Einbau-Akku BP123 Teleskopantenne TW7030 PC-Steuerungsprogramm Data-Master Tragetasche SC7030 UKW-Empfangsteil FM7030 Ob ein Kommunikationsempfänger UKW empfangen muß, darüber kann man geteiIter Meinung sein. Der eine oder andere würde seinen Empfänger vielleicht doch gerne um diesen Bereich erweitern. Der AR7030 wäre der einzige Spitzenempfänger, der diese Möglichkeit böte. AOR sollte noch mal darüber nachdenken, ob damit nicht weitere Kunden zu gewinnen wären. Bei entsprechenden Empfangsleistungen könnten UKW-DXer ernsthaft interessiert sein. © Joachim Salisch, kurier 6/98
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