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Autophon AG, CH - Solothurn
E - 39

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Empfängerliste

überarbeitet am 20.7.2007

Allwellenempfänger Autophon E - 39

Einfachsuper, ZF 1600 kHz

Analoganzeige, Feineinstellskala mit Eichkurve

AM, SSB (BFO)

100 kHz - 60 MHz (8 Bereiche)

Empfindlichkeit
unter 1,2 MHz 3-7 uV,
1,2-33 MHz 1-2 uV

Selektivität -3 dB
+/- 2 / +/- 3,5 kHz

Abschwächer, AGC, Crystal Filter Bedienungsanleitung

Als Weiterentwicklung des Kontroll- und Messempfängers RD2679 entwickelte Autophon aufgrund eines Auftrags Ende 1938 den Empfänger E39, das Konzept mit steckbaren Spulensätzen und dazu gehörigen Eichkurven baute auf dem Empfänger HRO der amrikanischen Firma National Radio Comp. auf. Das Herzstück, der Dreifach - Drehkondensator PW-3 mit der National - typischen Feintriebskala ("Micrometer dial") wurde zugekauft.
Vom Gerät wurden 1939/41 insgesamt 99 Stück beschafft, die bis zur Ausmusterung 1963 ihren Dienst verrichteten.

Im Gerätekasten finden sich oben links der Netzspannungseingang und der Anschluss für das Kabel vom Zerhackergerät, daneben der Hauptschalter und darüber der Spannungwahlschalter. Das Röhrenvoltmeter kann von der Anzeige des Signalpegels auf die Anzeige von Heiz- und Anodenspannung umgeschaltet werden.
Links finden sich die Bedienelemente für den BFO (als Spezialität ist auch der Pegel des Hilfsträgers regelbar), das Kristallfilter, die Lautstärke und die regelbare Bandbreite.
Rechts unten findet sich der typische National - Abstimmknopf, die in den kleinen Fenstern im Drehknopf erscheinenden Ziffern von 000 bis 500 erlauben es, eine einmal gefundene Frequenz problemlos später wieder einzustellen. Allerdings kann die Empfangsfrequenz nicht direkt abgelesen werden, sondern muss von den dem Gerät mitgelieferten Eichkurven ermittelt werden - ein zur Frequenzbestimmung einer unbekannten Station etwas mühsames Unterfangen, das allerdings sämtlichen auf dem HRO - Prinzip basierenden Empfängern gemeinsam ist.
Unterhalb des Abstimmknopfs können die verschiedenen Steckspulensätze für die einzelnen Wellenbereiche eingeschoben werden, Drehknöpfe dienen zur Verriegelung und pressen den Spulensatz zur Vermittlung eines einwandfreien Kontakts ins Gerät.

Von der Antenne herkommend, durchläuft das Antennensignal in den Bereichen II - VIII zunächst eine Hochfrequenzverstärkerstufe (EF13), in der Mischstufe (ECH11) wird auf eine Zwischenfrequenz von 1600 kHz umgesetzt, die in zwei ZF-Stufen verstärkt wird (EF11, EF11). Nach Durchlaufen des Kristallfilters und der 3. & 4. ZF-Stufe, wo die stufenlose Bandbreitenregelung wirkt (EF11, EF11). Das Steuersignal für die automatische Schwundregelung AGC wird nach der dritten ZF-Stufe entnommen und dient auch dazu, das Anzeigeinstrument anzusteuern (EBC11). Nach der Demodulation (EBC11) gelangt das Resultat auf den Kopfhörer, bei CW und SSB-Empfang wird hiervor das BFO-Signal zugemischt (ECH11).

In einem Zusatzkasten sind in Schubladen sämtliche Spuleneinschübe und die zugehörigen Eichkurven untergebracht, der Kopfhörer und Ersatzröhren, daneben hat im Zusatzkasten auch die Zerhackereinheit zur Bereitstellung der entsprechenden Anodenspannungen beim Betrieb mittels 12V Akkumulatoren Platz gefunden.

Technisch ist das Gerät ein Wunderwerk, auch heute noch empfangstauglich, wenn auch zur "Wellenjagd" ein Gerät mit direkter Frequenzanzeige einige Erleichterungen bietet. Als technischer Negativpunkt sei nur zu vermerken, dass der Einfachsuper im Bereich 1,2 - 2,86 die Zwischenfrequenz überfährt, was dem Empfang um 1,6 MHz beeinträchtigt.

weitere Lektüre:
d: das Fernmeldematerial der Schweizer Armee, 7. Folge, R. J. Ritter
d: www.radiomuseum.org

© Martin Bösch 20.7.2007