In den USA entworfen, In Japan gebaut: Mit dem DX 1000
will die mit ihren Scannern (Suchlaufempfängern) bekannt
gewordene Electra Company, Markenname Bearcat, nun auch
auf dem Weltempfängermarkt mitmischen. vom Preis her ist
diese vielversprechende Konstruktion in die obere
Mittelklasse einzuordnen. Was das Gerät wirklich leistet
zeigt unser Testbericht.
Der modern aussehende Empfänger
präsentiert sich mit einer reichhaltig bestückten, aber
klar gegliederten Frontplatte, auf der sich nicht weniger
als 62 Bedienungs- und Anzeigeelemente befinden. Die vom
Konzept her verfügbaren Möglichkeiten lesen sich wie
die Wunschliste eines erfahrenen DXers für seinen
Traumempfänger. Der DX 1000 bietet einen Empfangsbereich
von 10 kHz bis 30 MHz mit den frei wählbaren
Betriebsarten AM, USB, LSB, CW und FM. Drei Filter stehen
zur Auswahl: 2.7 kHz, 6 kHz und 12 kHz, jeweils bei -6 dB.
In den Speicher lassen sich bis zu zehn Stationen
einschreiben, inklusive der Betriebsart. Eine Störimpulsunterdrückung
mit schaltbarer Austastzeit steht ebenso zur Verfügung
wie zwei AGC-Regelzeiten. Die mit Frequenzsynthese
arbeitende Doppelsuper PLL-Schaltung bietet als kleinsten
Abstimmschritt 100 Hz, wahlweise 1 kHz. Die rote LED-Digitalanzeige
liest jedoch stets nur auf 1 kHz aus. Normale Drehknöpfe
sind für die oft benutzten Funktionen Abstimmung,
Feinabstimmung, Lautstärke, Klang und Squelch (schwellenwertabhängige
Rauschunterdrückung) vorgesehen. Eine echte HF-Verstärkungseinstellung
gibt es nicht, diese Aufgabe übernimmt ein
Stufenschalter mit nominellen Werten von 0, 20 und 40 dB
Abschwächung. Die Helligkeit der Digitalanzeigen kann
gleichzeitig mit der Beleuchtungsstärke des analogen S-Meters
reduziert werden (Dim).
Betriebsart, Abstimmung, Schaltuhrfunktion, Frequenzauflösung
und Zeitzone werden mit rechteckigen LED-Feldern in der
oberen Leiste der Frontplatte gemeldet. Am unteren Rand
gibt es großflächige mechanische Tasten für Ein/Aus,
Dimmer, Filter, Störimpulsunterdrückung, AGC und
Frequenzauflösung (Einstellgenauigkeit). Das einem
Taschenrechner ähnliche Feld rechts neben den vielen
kleinen Tipptasten dient der Frequenzeingabe, der
Speicher- und Schaltuhrprogrammierung sowie der Eingabe
der Werte für die tastengesteuerte Schrittabstimmung (Up/Down)
in wählbaren Inkrementen von 1 kHz bis 100 kHz.
Die Handabstimmung mit dem rechts außen liegenden
Drehknopf hat einstellbare Schrittweiten von 100 Hz bzw.
1 kHz, pro Umdrehung werden 2.5 kHz bzw. 25 kHz abgedeckt.
Dazu muß die Abstimmart (tuning mode) Dial gewählt
werden. Um die Frequenz mit dem Tastenfeld eingeben zu können
wird durch erneuten Druck auf diese Taste "Key"
selektiert; die variable Schrittabstimmung wird mit
"step" angewählt und Speicherbetrieb geht nur,
wenn der uP auf Memo geschaltet wurde. Diese Funktionen
sind miteinander logisch verknüpft. So schaltet z. B.
der Prozessor automatisch von Handabstimmung auf
Tastenfeld um wenn mit einem Druck auf die Taste Memo der
Speicherzugriff gewünscht wird. Nach der Anwahl eines
Speicherplatzes (Memo-Ziffer-Recall) müssen allerdings
wieder Memo und Manual gedrückt werden wenn man mit der
Handabstimmung weiterarbeiten will.
Bei der Programmierung des Timers leuchtet "Set aut" , ist
das Gerät in Wartestellung so wird dies mit PGM (Programm)
angezeigt. Die LED-Anzeige kann jederzeit auf
Zeitdarstellung umgeschaltet werden, wahlweise sind zwei
frei setzbare Zeitzonen (Zeiten) darstellbar.
Die Bedienung
Mit der gut dimensionierten Taste Power wird das Gerät
eingeschaltet. Beim ersten Einschalten kommt die Frequenz
10 kHz zur Anzeige, danach wird stets die zuletzt
benutzte Frequenz wieder erscheinen, inklusive der
Betriebsart die vom Mikroprozessor auch gespeichert wird.
Dies gilt auch für den Speicherbetrieb, nach Rückruf
eines Speicherkanals stellt sich neben der Frequenz auch
die Betriebsart AM bis FM automatisch wieder ein. Die
Filter sind mit analogen Tastenschaltern wählbar, können
also nicht vom uP gesteuert werden.
Sehr einfach ist die Wahl
von AM, LSB, USB, CW und FM, ein einfacher Druck auf die
jeweilige Taste genügt. Die Drucktasten der
Logiksteuerung sind ungewöhnlich schwergängig. Bei
jeder Betätigung gibt es einen unangenehm lauten und
penetranten Piepton. Die mit diesen Tasten gesteuerten
Funktionen sind wechselseitig auslösend oder umschaltend.
So wird z. B. mit Manual zwischen Tastenfeld- und
Drehknopfabstimmung hin- und hergeschaltet. Andere
Funktionen wie Step, Memory, Timer, Clock und Programm müssen
durch erneuten Druck auf diese Tasten (Piep) wieder gelöscht
werden.
Beispiel: Der Empfänger war mit Handabstimmung (Dial)
auf 6000 kHz eingestellt. Nach "Step" wechselt
die LED von Dial auf Key(board), zusätzlich leuchtet
Step auf. Nun muß die Schrittweise eingegeben werden: 10
für z. B. 10 kHz. Dies wird im Anzeigefeld dargestellt.
Nun kann mit Up bzw. Down in Schritten von jeweils 10 kHz
von 6075 kHz nach oben oder nach unten gesprungen werden,
die Digitalanzeige stellt die jeweilige Frequenz dar. Das
wird man nicht oft machen, denn jeder Einzelschritt
verursacht das penetrante Piepen wenn die Haltezeit kürzer
als ca. eine Sekunde ist. Bei stetem Druck auf die Taste
schaltet die Steuerlogik allerdings geräuschlos weiter.
Diese Abstimmart wird durch erneuten Druck auf die Taste
Step gelöscht, der uP bringt das Gerät dann wieder in
die Abstimmart "Key". Um nun mit der
Handabstimmung weiterarbeiten zu können ist Manual
einmal zu drücken. Damit wechselt die Abstimmart von
"Key" auf Dial, mit entsprechender Rückmeldung.
ähnlich kompliziert gestaltet sich die Programmierung
der Mehrfach-Schaltuhr. Insgesamt können fünf
Zeitabschnitte pro Tag (24-Stunden-Anzeigeformat) zum Ein-
und Ausschalten vorgegeben werden. Voraussetzung ist
jedoch, daß die gewünschten Frequenzen in einem der
zehn verfügbaren Speicher stehen.
Bei Fehlbedienungen erscheint Error auf der LED-Anzelge,
sollte sich der Mikroprozessor einmal in einer
ausweglosen Situation befinden so kann der Bediener eine
komplette Rücksetzung der Logik in den Grundzustand (Reset)
veranlassen.
Insgesamt ist die Bedienung durch die logische Verknüpfung
bzw. Blockierung bestimmter Funktionen
fehlbedienungssicher, aber wenig benutzerfreundlich. Die
schwergängigen Tasten, das unablässige Piepsen und die
billige Qualität der Drehknöpfe geben Anlaß zur Kritik.
Vielseitiges Konzept
Die bereits genannte Schaltuhrfunktion kann nicht nur
fünf verschiedene Frequenzen (oder fünfmal dieselbe
Frequenz) beliebig aufrufen. Verbunden mit dieser
Schaltuhr ist ein mit 1 Ampere bei maximal 12 Volt
belastbarer Relaisausgang der mit der programmgesteuerten
Einschaltzeit schließt (oder öffnet) und nach Ablauf
der eingestellten Zeitspanne wieder öffnet (oder schließt).
Mit diesem Relais kann z. B. ein Tonaufnahmegerät
gesteuert werden. Sehr gut gelöst wurde beim DX 1000
auch das Problem der Stromversorgung. Ein Batteriefach
nimmt acht Monozellen auf, damit ist völlig autonomer
Betrieb möglich denn eine Stabantenne und ein
Lautsprecher sind vorhanden. Eine Schaltbuchse trennt den
Batteriesatz vom Empfänger wenn eine externe
Gleichspannung von 12 bis 14 Volt zugeführt wird. Das
passende Kabel (mit Sicherung) liegt bei. Letztlich
befindet sich noch ein Steckernetzteil im Lieferumfang
damit kann der Empfänger stationär betrieben werden. In
der vorliegenden Ausführung ist dieses Netzteil in der
Bundesrepublik Deutschland jedoch nicht brauchbar, es paßt
nicht in die genormten Steckdosen und erfüllt auch nicht
ein Minimum an Sicherheitsanforderungen. Wir haben den
Importeur auf diesen Fehler aufmerksam gemacht. Ein
Portable ist der DX 1000 jedoch nicht. Komplett mit
Batterien bringt der Empfänger mehr als 8.5 kg auf die
Waage, und die Abmessungen sind kaum transportfreundlich
zu nennen. Auch ist die Empfindlichkeit in Verbindung mit
der etwas primitiven Stabantenne allenfalls noch für SWL
ausreichend. Besser ist da schon eine auf PL-Stecker gelötete
180 cm lange Teleskopantenne mit Winkelstecker.
Antennenanschlüsse gibt es als Schraubklemmen für
nieder- und hochohmige Antennen, weiterhin ist eine PL-Buchse
vorhanden. Die bei Fernost-Geräten fast immer zu
findende Stummschaltung ist auch hier eingebaut. Die
Verbindung mit der Klemme Mute mit Masse schaltet den
Empfänger stumm. Dies ist z. B. in Afu-Stationen
notwendig damit das eigene Sendesignal nicht über den
Empfänger in unüblicher Lautstärke hörbar wird. Auf
der Rückseite gibt es noch eine Anschlußbuchse für
Tonaufnahme und die bereits erwähnten Steuerausgänge für
ein Aufnahmegerät. Ein externer Lautsprecher (dringend
empfohlen) läßt sich an eine 3.5 mm Minibuchse anschließen
und letztlich gibt es noch den versenkten Schaltkontakt für
die bereits erwähnte Reset-Funktion. Das S-Meter ist bis
S9+40 dB skaliert, zusätzlich gibt es Ziffern von 1 bis
5 für den S-Wert des SlNPO-Codes. Der große,
ausreichend stabile Tragegriff läßt sich als Standfuß
verwenden. Damit liegt die Frontplatte in einem sehr
angenehmen Winkel und die allgemeine Handhabung wird
erleichtert. Die acht Monozellen (Alkali-Mangan-Typ
vorgeschrieben) haben eine Betriebszeit von gut 16 Stunden
bei reduzierter Helligkeit der LED-Anzeigen. Für den
Speicher sind weitere drei Mignonzellen erforderlich, die
Lebensdauer dieser Stützbatterien dürfte etwa ein Jahr
betragen.
Mittelmaß in der Praxis
Das zunächst so professionell aussehende Geräte läßt
auf den zweiten Blick erkennen wo und wie gespart wurde.
So sind z. B. der Frontplattenrahmen, die Frontplatte,
die Knöpfe und Tasten aus billigstem silberfarbenem
Kunststoff. Der Abstimmknopf hat kaum Masse (knapp 10 gr.),
läuft unrund und läßt sich nur mit viel Geschick
schnell bewegen weil er im Verhältnis zum erforderlichen
Drehmoment einen zu geringen Durchmesser hat. Das schwergängige
Tastenfeld hindert den flüssigen Bedienungsablauf. das
unablässige Piepsen wurde als sehr störend empfunden.
Lieblose Detaillösungen liegen auch beim Batteriefach,
bei der Stabantenne und den Antennenklemmen vor, das
Netzteil ist eine Sache für sich.
Unbrauchbares Netzteil
Kostensparender Akkubetrieb ist nicht möglich, mit
der sich ergebenden Betriebsspannung von 8 x 1.2 Volt
arbeitet der Empfänger nicht mehr zufriedenstellend.
Die Schaltung ist ein
normaler Doppelsuper mit einer 1. ZF bei 40.455 MHz und
einer zweiten ZF bei 455 kHz. Bis auf das schmale Filter
(NTKK LF-C2A) kommen billige Standardfilter zum Einsatz.
Dies ist aber auch in fast allen vergleichbaren Geräten
der Fall. Die berührungslos gesteuerte Abstimmung (Optokoppler)
arbeitet geräuschlos, die Frequenzaufbereitung hat nur
geringe Eigenstörstellen. Die aufwendigen
Logikschaltungen (mehr als 25 ICs) arbeiten ohne Tadel,
es gibt keine Fehlfunktionen. Der Empfänger läßt sich
ohne jegliche Bereichswahl durchgehend von 10 kHz bis 30
MHz abstimmen. Zwischen 10 kHz und 150 kHz ist jedoch
kein brauchbarer Empfang möglich. Das S-Meter hat eine
sehr gute Anzeigegenauigkeit.
Der professionelle
Anspruch und die optische Anlehnung an die Geräte eines
bekannten kommerziellen Herstellers konnten jedoch in der
Praxis nicht bestätigt werden. Zwar sind die getrennt
schaltbaren Filter und die frei wählbaren Betriebsarten
lobenswert, die hier verfügbaren Möglichkeiten werden
jedoch von der Schaltung des Empfangsteils nicht in
entsprechende Leistungen umgesetzt. Wenn beim Abfahren
des Bandes nur noch wildes Zischen und Brodeln zu hören
ist so wird der Griff zum Dämpfungsschalter nötig. Im
abendlichen 49-m-Band muß fast ausnahmslos mit 20 dB Dämpfung
gearbeitet werden. Wie schlecht die Dynamik ist zeigt
sich im direkten Vergleich mit einem Kleingerät welches
nun wirklich nicht in diese Klasse gehört: Der ICF-7600D
bringt in den Abendstunden 5995 kHz laut und klar während
der DX 1000 Radio Canada nicht mehr sauber empfangen kann.
Diese schlechte Dynamik produziert einen brodelnden Störhintergrund
der nur 20 bis 25 dB unter dem Nutzsignal liegt. Gänzlich
unbrauchbar wird der DX 1000 wenn die Stationen dicht bei
dicht und mit satten Feldstärken hereinkommen. Bei S9+20
dB ist hier die Grenze des Erträglichen erreicht.
Kleiner Scherz des Herstellers. Er empfiehlt L-Antennen
bis zu 35 m Länge, - im Test war das Gerät schon mit 10-m-L-Draht
überfordert. Die schaltbare Signaldämpfung kann das Großsignalproblem
nicht kompensieren, allenfalls die Auswirkungen werden
geringfügig abgeschwächt. Dies wird auch beim Einsatz
des eigentlich nur für SSB vorgesehenen Filters (2.7 kHz)
hörbar: Die verringerte Bandbreite drängt den Störnebel
etwas weiter in den Hintergrund. Das 6-kHz-Filter ist
einfach zu breit für die derzeit herrschenden
Belegungsdichten der Bänder, der bereits erwähnte Störnebel
paart sich dann munter mit den Nachbarstationen. Bei gemäßigter
Bandbelegung bringt das mittlere Filter die SWL-Stationen
recht klar, liefert jedoch eine sehr hart und hell
klingende NF. Das schmale Filter hat den berüchtigten
Kellerklang, dieser Effekt läßt sich korrigieren wenn
um einige Hundert Hertz neben die Frequenz abgestimmt
wird. Die AGC ist ungünstig dimensioniert und hat
erhebliche Schwierigkeiten bei Fading und Flutter. Diese
Effekte verursachen Signalschwankungen die nicht mehr
zufriedenstellend kompensiert werden. Die Empfindlichkeit
erreichte nicht die Herstellerangaben, die Dynamik des
Eingangsteil ist nur bescheiden, sie errechnet sich beim
Testgerät zu -23 dBm.
Im LW/MW-Bereich läßt
die Empfindlichkeit stark nach, verbunden damit ist eine
erhöhte Anfälligkeit für Störungen (Fern- und Nahstörer)
und ein unangenehmes Grundrauschen. Insgesamt sind die AM-Empfangseigenschaften
unbefriedigend und nicht dieser Preisklasse entsprechend.
Bei nur kurzzeitigem Hineinhören in die Bänder klingt
der Bearcat DX 1000 zunächst sehr präsent, sehr hell
und - oberflächlich bewertet- besser als die zum
Vergleich herangezogenen Empfänger. Die Ernüchterung
kommt später wenn man genauer hinhört oder eine
qualitative Signalanalyse mit Meßgeräten vornimmt. Das
mittlere Filter bringt ein helles Hintergrundsrauschen
und viele Störmodulationen an's Ohr, knapp über
der Wahrnehmungsschwelle und daher zunächst kaum
bemerkbar. Das schmale Filter verzerrt die NF übermäßig;
wenn dieses eigentlich für SSB vorgesehene Filter auch für
AM-Demodulation benutzt wird, so sollte mit 100 Hz Auflösung
der optimale Abstimmpunkt gesucht werden. Die Probleme
der manqelhaften Großsignalverträglicheit kann aber
auch dieses Filter nicht kompensieren.
Sehr viel besser ist der Gesamteindruck wenn der DX 1000
für SSB-Empfang eingesetzt wird. Mit dem 2.7 kHz Filter
kann sich der DX 1000 schon fast mit dem Icom IC-R70
messen, allerdings fehlt die Möglichkeit zum PBT und
auch das einstellbare Kerbfilter sucht man vergebens. Das
beim Icom oft bemängelte Bedienungskonzept erscheint
jedoch im Vergleich zum Bearcat und dessen eigenartiger
Logik recht akzeptabel. Abstriche müssen nach wie vor
bei der Großsignalfestigkeit gemacht werden, aber
immerhin, der DX 1000 konnte in dieser Betriebsart die
einzigen Pluspunkte verbuchen. ECSS ermöglicht dieser
Empfänger jedoch nur sehr bedingt. Die Ablagen für LSB
und USB sind zu unterschiedlich, der SSB-Oszillator hat
weiterhin einen Grundfehler von +200 Hz (zwei Schritte)
was eine sehr unangenehme Schwebung verursacht. Zum Glück
kann mit der Feinabstimmung jederzeit korrigiert werden.
Der wahlweise direkte Zugriff auf LSB oder USB wie beim
Icom ist hier jedoch nicht möglich, die ECSS-Betriebsart
erfordert stets gefühlvolles Nachstimmen. Das bei SSB
fast zwangsläufig zu schaltende schmale Filter hat eine
recht hohe Durchgangsdämpfung die nicht
schaltungstechnisch kompensiert wird. In Verbindung mit
dem recht hohen Grundrauschen und der reduzierten NF (-4
dB) sinkt die Nutzempfindlichkeit. Die auch bei diesem
schmalen Filter fast stets im Hintergrund hörbaren
Signale sind nicht auf mangelhafte Selektion zurückzuführen.
Es sind Störmodulationen aus anderen Frequenzbereichen.
Zu keiner Zeit konnte das Endprodukt (die NF aus dem
Lautsprecher) befriedigen, weder bei AM noch bei SSB. Es
ist stets eine Klangkorrektur notwendig.
Der DX 1000 wurde im direkten Vergleich mit den Geräten
Satellit 600, Icom IC-R70 und FRG 7700 an gleicher
Antenne betrieben. Im AM-Bereich ist der DX 1000 diesen
Geräten unterlegen, er ist nur bei SSB besser als der
Satellit 600 und kann bei schwachen Afu-Signalen fast mit
dem Icom gleichziehen, solange das Signalangebot im
Dynamikbereich des Bearcat bleibt.
Allgemein ist der Icom (auch
mit dem bemängelten Standard AM-Filter) dem Bearcat
deutlich überlegen. Unserer Einschätzung nach erreicht
der DX 1000 knapp die Qualitäten eines FRG 7700 mit
Speicher, bietet aber zusätzlich die Möglichkeit des
Batteriebetriebes, modernere Bedienungstechnik und 100-Hz-Abstimmung.
Von der Verarbeitungsqualität her ist der DX 1000 jedoch
allen Geräten deutlich unterlegen. Insgesamt ist beim
Bearcat DX 1000 die Preis-Qualitätsrelation ungünstig.
Zwar liegt hier ein interessantes Design und ein äußerst
vielseitiges Bedienungskonzept vor, andererseits geben
Aufmachung und Verarbeitung sowie die dem äußeren nicht
entsprechende Empfangsleistung Anlaß zur Kritik. Dem
Tastenfeld fehlt eine durchdachte Logik und die für
einen Empfänger dieser Art erforderliche Leichtgängigkeit.
Das Empfangsteil kann in Teilbereichen glänzen (SSB, CW),
entspricht aber nicht dem Niveau dieser Preisklasse.
Ein schlechter Empfänger ist dies nicht, wohl aber ein
relativ teurer Empfänger. Lobenswert bleibt das Konzept,
Tastenfeld, Logiksteuerung und Eingangsteil bedürfen
jedoch der überarbeitung.
Bearcat DX 1000: Technische Daten und Meßwerte
Gerät Bearcat DX 1000
Hersteller / Vertrieb: Electra Company, Cumberland,
Indiana, USA, 300 East Country Line Road / alpina funk,
Postfach 1126, 5102 Würselen
Gerätetyp / Schaltungstyp: Stationsempfänger /
Doppelsuper, PLL-Synthese
Frequenzbereich: 10 kHz - 30 MHz
Ablesegenauigkeit: +/- 1 kHz
Absolute Genauigkeit: - 17Hz
Frequenzstabilität: +/- 76 Hz
Bemerkungen: Grosser,
modern konzipierter KW/LW/ MW-Empfänger mit vielseitiger
Ausstattung, 10 Speicher, drei schaltbare Filter,
Mehrfach- Schaltuhr. Kleinster Abstimmschritt 100 Hz.
HF-Teil
| |
MHz |
schmal |
mittel |
breit |
SSB |
| |
0.15 |
82 |
84 |
85 |
- |
| Empfindlichkeit
|
0.5 |
60 |
55 |
55 |
- |
| 0.15
- 1.5 MHz |
1.0 |
41 |
35 |
38 |
- |
| für 26 dB S+N/N |
1.5 |
36 |
30 |
30 |
- |
| |
2.0 |
1.8 |
1.4 |
2.1 |
0.9 |
| 2 MHz
- 30 MHz |
5.0 |
1.9 |
1.5 |
2.3 |
0.9 |
| für
10 dB S+N/N |
7.0 |
1.6 |
1.5 |
2.1 |
0.8 |
| |
10.0 |
1.8 |
1.4 |
2.0 |
0.9 |
| |
15.0 |
1.8 |
1.4 |
2.0 |
0.9 |
| |
30.0 |
2.4 |
1.3 |
2.1 |
1.1 |
| Selektion 6/60 dB |
2.6/5.8 |
6.2/15.4 |
13/31 |
2.6/5.4 |
Spiegelfrequenzsicherheit
64 dB
AGC-Regelbereich 52 dB
Anzeigeinstrument
S1 1 uV
Mitte 58 uV
Ende 5250 uV
Eingebaute Antennen
Teleskopantenne 120 cm, anschraubbar
Externe Antennen PL-Buchse 50 Ohm, Schraubklemmen 50 /
500 Ohm
Sonstiges Antennen umschaltbar; schaltbarer HF- Abschwächer
0, 23, 47 dB, Mute-Schaltung
NF-Teil
Leistung, 10 % THD 1.4 Watt
Frequenzgang + 3 dB 230 - 6200 Hz
Klang +/- 8 dB / 1 kHz
Störimpulsunterdrückung zweifach schaltbar
Lautsprecher 2 Watt, 8 Ohm, 10 cm durchmessend
Anschlüsse Kopfhörer, Tonaufnahme, ext. Lautsprecher
Sonstiges
Stromversorgung 8 x Mono, externes Netzteil 12 Volt
Leistungsaufnahme 8.2 VA
Abmessungen 37 x 13.5 x 24.5 cm BHT
Gewicht 8.5 kg mit Batterien
Zubehör Teleskopantenne, Drahtantenne, Bed.Anleitung,
Steckernetzteil, 12 V - Anschlußkabel
FTZ-Nummer nein
Preis ca. DM ca 1898.- DM