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Collins Radio Company, Cedar Rapids, USA
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überarbeitet am 5.1.2003 |
Nach dem 2. Weltkrieg stellte Collins zunächst 1947 den 75A-1 Amateurfunkempfänger vor, der auf der linearen Analogskala in den Amateurfunkbereichen eine grosse Ablesegenauigkeit bot, das 75A-2 Modell verfügte dann schon über ein dem 51 J-4 ähnliches Aussehen, schränkte aber den Empfangsbereich auf die Amateurfunkbänder ein. 1949 kam als Allwellenempfänger mit durchgehendem Empfang vom Mittelwellenband bis 30,5 MHz der 51 J oder 51 - J1 heraus, der nur in kleinen Stückzahlen gebaut wurde. Nach technischer Überarbeitung wurde dann der 51 J-3 in grösseren Stückzahlen auch in der militärischen tropenfesten Variante R - 388 gebaut. Die berühmten mechanischen Collins- Filter fanden sich erst im um den Filtersatz erweiterten 51 J-4, die militärische Typenbezeichnung für das Gerät mit mechanischen Filtern war R- 388A.
Der Collins 51 J-4 ist als typischer "boatanchor" mit insgesamt 19 Röhren bestückt, er misst im Gehäuse 53,6 x 31,7 x 33,3 cm, wurde aber oft auch als Rackversion mit 48,2 cm Breite zum Einbau in ein 19"-Rack verkauft, die Einschubversion ohne das schwere Metallgehäuse bringt allein 21,3 kg auf die Waage. Das Gerät kann mit 115 oder 230 V Netzspannung betrieben werden und nimmt 85 Watt Leistung auf. Ein Lautsprecher ist im 51 J-4 selbst nicht eingebaut, es kann ein 4 Ohm oder ein hochohmiger Lautsprecher an Schraubklemmen auf der Geräterückseite angeschlossen werden. Die Frontplatte wird dominiert von der Frequenzanzeige, im oberen länglichen Fenster ist der Ausschnitt einer Walzenskala für den eingestellten Megahertz- Bereich mit Marken alle 100 kHz sichtbar. Im sektorförmigen Ausschnitt direkt über dem Abstimmknopf ist die Rundskala mit den 10 kHz-Marken sichtbar, ausreichend weit auseinanderliegende 1 kHz Teilstriche erlauben die Frequenzablesung auf 0,5 kHz genau. Aufgrund der Schaltungstechnik muss die Frequenzskala in einigen 1 MHz- Bereichen umgekehrt abgelesen werden, die Skalen sind in diesem Fall in Rot gedruckt, die 10 kHz- Stelle muss von den roten Ziffern abgelesen werden. In der untersten Reihe der Bedienelemente findet sich
ganz links der Netzschalter, der auch über eine
Standby-Funktion verfügt, in der die Röhren beheizt
bleiben, so dass eine Aufwärmzeit bis das Gerät die
Frequenzstabilität erreicht, entfällt. Rechts neben dem
Netzschalter liegt der grosse RF-Gain Regler für die
HF-Verstärkung, rechts unterhalb des Abstimmknopfes der
mit AF-Gain bezeichnete Lautstärkeregler. Ganz rechts
findet sich nochmals eine grosser griffiger Drehknopf,
mit dem die MHz-Bänder umgeschaltet werden, dabei bewegt
sich die Walze mit den MHz-Bändern, auf mechanischem Weg
wird die Vorselektion geändert. In der Mitte finden sich
unterhalb des Abstimmknopfes noch kleine Drehknöpfe zum
Verstellen der Haarlinie auf der kHz-Skala und der
Antenntrimmer, mit dem Langdrahtantennen abgestimmt
werden können. In der rechten oberen Ecke der
Frontplatte prangt das als grosses Drehspulinstrument
ausgeführte S-Meter des unkonventionell in dB geeicht
ist, es kann auf Anzeige des Ausgangspegels umgeschaltet
werden. Drei Schalter unterhalb des S-Meters aktivieren
den 100 kHz- Eichmarkengeber, die AGC und den
Störbegrenzer.
Hochfrequenzmässig ist die Schaltung genauso aufwendig, wie die mechanische Lösung, die Synchronisation der Vorselektion und der Vorkreise wird durch ein Getriebe mit so vielen Zahnrädern, die sogar einem Uhrwerk zu Ehre gereichen würden realisiert. Im Bereich 0,5 - 1,5 MHz arbeitet der 51 J-4 als Dreifachsuper, das Signal wird im ersten Mixer auf 11,5- 10,5 MHz umgesetzt, dann auf die üblichen 3,5-2,5 MHz. Im den Bereichen 1,5-3,5 MHz ist der Empfänger als Einfachsuper geschaltet, das Signal wird direkt auf den zweiten Mixer gegeben. In den restlichen Kurzwellenbereichen von 3,5 - 30,5 MHz ist die normale Doppelsuperschaltung in Betrieb, bei den geraden Frequenzbändern wird das Signal nach der ersten HF- Verstärkerstufe im ersten Mischer auf 2,5-1,5 MHz umgesetzt, bei den ungeraden Bändern auf 2,5-3,5 MHz. Im zweiten Mischer erfolgt die Umsetzung auf die zweite ZF von 500 kHz, danach muss das Signal zunächst das schaltbare Quarzfilter unddann die Bank mit den mechanischen Filtern durchlaufen, nach erneuter Verstärkung gelangt es dann zum Detektor und in die Niederfrequenzstufe. Im praktischen Betrieb liegt die
Frequenzablesegenauigkeit bei diesem Oldie mit seiner 50
jährigen Geschichte dank dem linearen Verlauf in den 1
MHz-Segmenten deutlich unter 1 kHz, wenn die Skala dank
dem eingebauten Eichmarkengeber kalibriert ist, kann man
sich völlig auf die Frequenzanzeige verlassen. Viele
gleichaltrige Geräte mit den nicht linearen Analogskalen
haben lediglich eine geeichte Grobskala, auf der
Ablesegenauigkeit nicht genügend ist, und eine
Bandspreizskala, die zwar die Ablesegenauigkeit aber
keine Eichmöglichkeiten bietet. Mit anderen
Weltempfängern aus den fünfziger Jahren ist der Collins
51 J-4 also bezüglich seiner Frequenzanzeige in keiner
Weise zu vergleichen. Die Empfindlichkeit ist für
heutige Begriffe nicht überragend, an langen Antennen
ist aber auch der Empfang schwächster Signale kein
Problem, und Langdrahtantennen werden von dem Profigerät
dank der mechanisch gekoppelten Preselektion und
Röhrentechnik problemlos verkraftet. Wie bereits oben
erwähnt ist die Filterauswahl gut dimensioniert, die
mechanischen Filter geben im gedrängten Rundfunkband wie
im Tropenband ihr bestes. Mit dem Quarzfilter kann die
Selektivität zum CW- und Funkdienstempfang sehr stark
weiter eingeengt werden. weitere Lektüre: © Martin Boesch |
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