|
Collins Radio Company, Cedar Rapids, USA
|
|
|
überarbeitet am 5.1.2003 |
Ende der fünfziger Jahre begann man bei Collins, für
den Amateurfunkmarkt Geräte zu entwickeln, die von den
Ausmassen her auf den Schreibtisch eines Kurzwellenhörers
passen und ein gediegen ziviles Äusseres haben. Einen
Collins R-390A auf dem Schreibtisch oder in der guten
Stube zu Platzieren, ist nicht jedermanns/ -frau Sache.
Mit seinem grau lackierten Metallgehäuse und den für
ein Top- Röhrengerät sehr bescheidenen Ausmassen von 37,5
x 16,7 x 33,2 cm und dem Gewicht von 11,8 kg ist der
Collins 51 S-1 nur wenig grösser als die Spitzengeräte
der Japan Radio Comp. Von Haus aus ist der Betrieb mit
115 oder 230 V Wechselstrom bei einer Leistungsaufnahme
von 125 Watt zum Betrieb der 17 Röhren vorgesehen, die
Modelle 51 S-1A(F) konnten mit 28 VDC betrieben werden. Die Frontplatte ist sehr schlicht gehalten, im
Gegensatz zu den "grossen" Collinsempfängern
kommt der 51 S-1 mit nur neun Bedienelementen aus. Es
dominiert die Frequenzskala, der grosse Hauptabstimmknopf
kann mit einem Hebel mechanisch blockiert werden, um
versehentliches Verstellen zu vermeiden. Im sektorförmigen
Fenster oberhalb des Abstimmknopfes kann die Frequenz auf
besser als 1 kHz genau abgelesen werden, die
Zehnerteilung ist beschriftet. Die Hundert-kHz- Stelle
der mechanisch digitalen Anzeige "springt"
jeweils, wenn über einen 99-101 Übergang gekurbelt wird,
das Abstimmgefühl ist dank der verspannten Metallzahnräder
seidenweich. Die MHz-Stellen werden ebenfalls mechanisch
digital im kleinen Fenster überder Abstimmskala
angezeigt, der MHz-Drehknopf links neben dem Abstimmknopf.
Mit dem Drehknopf Zero Set kann die Eichlinie der Anzeige
aufgrund des Empfangs einer Normalfrequenzstation oder
dem Eichmarkengeber verschoben werden. Ganz oben links
findet sich der Netzschalter, der auch eine Standby-Funktion,
in der zur Erhöhung der Frequenzstabilität die Röhrenheizung
schon eingeschaltet ist, und eine Position zur
Aktivierung des Eichmarkengebers aufweist. Ein HF-Signal gelangt zunächst auf ein Bandpassfilter je Megahertz- Bereich und die mechanisch gekoppelte, über Zahnräder angetriebene automatische Vorselektion. Zum Empfang in den Bereichen 0,2 - 2 MHz wird die Frequenz nach einem 2 MHz Tiefpassfilter intern über eine Konverterschaltung in den Bereich 28 - 30 MHz umgesetzt. Nach einer HF-Verstärkerstufe erfolgt die Umsetzung im ersten Mischer, in den Bereich 14,5 - 15,5 MHz für den Bereich von 2 - 7 MHz, in dem der Empfänger als Dreifachsuper arbeitet, im zweiten Mischer geschieht danach die Umsetzung in den Bereich 2 - 3 MHz. Der dritte Mischer erhält seine Signale im Bereich 2 - 7 MHz vom zweiten, darüber direkt vom ersten Mischer und setzt sie von 2 - 3 MHz auf die letzte ZF von 500 kHz um. Dieses Signal wird nun im AM-Betrieb durch das 5 kHz-Spulenfilter, im SSB-Betrieb durch das mechanische 2,4 kHz USB oder LSB-Filter und im CW-Empfang über das 800 Hz-Quarzfilter geschickt. Nun folgt die Q-Multiplier- Schaltung mit der Notchfilter funktion und 2 weitere HF-Verstärkungsstufen. In AM kommt eine Dioden- Hüllkurvendemodulation zur Erzeugung der NF zum Zug, im SSB-Betrieb ein aufwendiger Produktdetektor, die NF-Verstärkung geschieht wiederum mit zwei Röhrenstufen. Im praktischen Einsatz ist der 51 S-1 hervorragend zum
Einsatz im AM und SSB-Empfang einzusetzen, die
Empfindlichkeit, Übersteuerungsfestigkeit und dank der
mechanisch mitlaufenden Vorselektion auch die
Grossignalfestigkeit an langen Antennen sind hervorragend.
Ein Abstrich ist das wenig steilflankige Spulenfilter,
das in AM eingesetzt wird, und dass das Filter nicht
unabhängig von der Betriebsart geschaltet werden kann,
um also das hervorragende 2,4 kHz-Filter einsetzen zu können,
muss auf den ECSS-Empfang in der Betriebsart SSB zurückgegriffen
werden. weitere Lektüre: © Martin Boesch, 27.9.99 |
||||