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überarbeitet am 4.6.2004
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Zum Einsatz im Marinefunkbereich war bei Drake ab 1973 eine auf dem SPR-4 basierende
Profi-Version des beliebten Empfängers erhältlich.
Der Drake RR-1 war als 19 Zoll-Einschubgerät oder im Tischgehäuse verfügbar und
deckte die Seefunkbereiche ab, hatte somit keinen durchgehenden Frequenzgang.
Ein durchgehender Empfang ist wie bei den R-4B / R-4C mit dem Frequenzsynthesizer
FS-4 möglich, diese Technik war im Seefunkempfänger RR-2 integriert.
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Doppelsuper, ZF 5,645 MHz, 50 kHz
lineare Analoganzeige, 1 kHz
LW 150-535 kHz, 1.5-4, 4-4.5, 6-6.5, 8-9, 12-13.5, 16-17.5, 22-23, 25-26 MHz,
4 weitere 500 kHz- Bereiche optional, durchgehend mit FS-4
AM, USB, LSB, CW
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Empfindlichkeit 5 MHz AM < 5 uV, SSB < 1 uV
Selektivität -6/-60 dB
AM 4,8/10 kHz, SSB(A1-broad) 2,4/7,2 kHz, CW(A1-narrow) 0,4/2,7 kHz
RF-Gain, Notch, Noise Blanker optional, Attenuator
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Mit dem SPR-4 brachte Drake anfangs der 70er Jahre einen Kommunikationsempfänger
auf den Markt, der die Herzen vieler Kurzwellenhörer höher schlagen liess, er
deckte mit bequarzten 500 kHz-Bereichen die gebräuchlichsten Rundfunkbänder ab.
Als professionelle Version RR-1 war der Empfänger auf Schiffen resp. Küstenfunkstellen
in Betrieb, zu diesem Einsatz war er mit den Seefunkfrequenzbereichen bequarzt.
In vier leere Quarzslots könnnen Zusatzbereiche bequarzt werden, alternativ
kann mit dem Oszillator FS-4 durchgehender Empfang möglich werden.
Der Drake RR-1, den ich von DL1SDQ übernehmen konnte, wurde von DEBEG als
DEBEG 7220 mit deutsch beschrifteter Frontplatte ausgeliefert und misst mit
dem grauen Stahlblech-Tischgehäuse 51 x 21 x 30 cm (bxhxt). In der linken Hälfte
der Frontplatte finden sich die Bedienelemente in der Anordnung, wie sie
vom SPR-4 her vertraut sind, rechts finden sich der interne Lautsprecher und
einige Seefunk-spezifische Bedienelemente.
Unter dem linken Anzeigefenster des korrekt in S-Stufen geeichten S-Meters
liegt links unten der Bereichswählschalter, rechts etwas oberhalb davon der Regler
des Preselektors mit dem Drake-typischen über ein Getriebe untersetzten kleinen Zeiger
und weiter rechts unten der kombinierte Haupt-Schalter / Lautstärkeregler.
Er ist als Doppelpoti ausgeführt, der äussere Ring mit einem kleinen Hebel
betätigt die HF-Verstärkung, den RF-Gain.
Unter dem mittleren Anzeigefenster befindet sich der Bandsegmentschalter, im
Skalenfenster wird das Bandsegment angezeigt und die Einstellung des Bandbereichsschalters
und die optimale Preselektorstellung vorgeschlagen. Diese Einstellungen müssen
beim Drake im Gegensatz beispielweise zu Collins - Geräten manuell erfolgen.
Im grossen Skalenfenster in der Mitte werden auf zwei gekoppelt laufenden Plexiglasscheiben
die kHz-Stellen der Empfangsfrequenz angezeigt. Auch wenn die Bedienelemente
bei den Drake-Empfängern teils etwas unstrukturiert auf der Frontplatte
verteilt erscheinen, bildet der griffige Hauptabstimmknopf das Zentrum der
Frontplatte.
Links unterhalb des Abstimmknopfes findet sich der Betriebsartenschalter, der
beim DEBEG-Gerät mit A2/A3 (AM), A1 (CW-N), A1 (CW-B)/LSB und USB bezeichnet ist.
Rechts unterhalb des Abstimmknopfes liegt der Schalter für die zahlreichen
"Goodies" des Empfängers, der grosse innere Knopf schaltet und bedient das
Notchfilter, mit dem eine Störfrequenz gezielt auf Hochfrequenzebene ausgeblendet
werden kann. Der kleine Schalter auf der äusseren Achse bedient den Eichmarkengeber
CAL und den Störaustaster / Noise Blanker.
Rechts davon in einer horizontalen Reihe die Seefunk-spezifischen Bedienelemente.
Zuoberst der Schalter für den Gerätelautsprecher, darunter ein 20 dB-Abschwächer.
Mit dem Betriebsspannungsschalter kann von Netz- auf 24V-Gleichstrombetrieb um-
geschaltet werden, mit dem darunter liegenden AGC-Schalter wird von automatischer
auf manuelle Regelung der HF-Verstärkung umgeschaltet.
Ganz rechts oben liegt der nach vorne abstrahlende Lautsprecher, der Gerätelautsprecher
der SPR-4 strahlt in der Gerätewand nach der Seite ab. Unter dem Lautsprecher sind
die von der Front her zugänglichen Netz- und Gleichspannungssicherungen angeordnet.
An der Geräterückseite liegen nur der Antenneneingang, dazu ein Muting-Anschluss, der
den Empfänger bei Sendebetrieb vor übermässigen HF-Eingangsspannungen von
einem im unmittelbarer Nähe betriebenen Sender schützt.
Im praktischen Betrieb ist der RR-1 Drake typisch zu bedienen. Nach dem Einschalten
mit dem AF-Gain wir ein Rauschen hörbar. Zum Rundfunkempfang sollte der
Betriebsartenschalter auf A3 (AM) stehen. Nun wird mit dem Bandsegmentschalter
das entsprechende 500 kHz-Segment gewählt, beispielsweise 12 (MHz). Mit der
Hauptabstimmung wird auf 95 kHz resp. 5 Teilstriche unter die 100 kHz-Marke
abgestimmt. Entsprechend der Angaben im Bandsegmentschalter wird der Bandbereich F
eingestellt und der Preselektor entsprechend dem Vorschlag auf die Position
zwischen 6 und 7 gebracht, mit etwas Suchen findet sich nun die Stelle, an
der das Rauschen stärker wird und die BBC London mit vollem S-Meterausschlag
hörbar wird. Nach Umschalten auf A1 LSB resp. USB kann auf Zero Beat resp. bis zum
Verschwinden des Pfeiftons nachgestimmt und im ECSS-Betrieb isoliert das obere
oder untere Seitenband des Rundfunksenders gehört werden.
Das Empfangsverhalten entspricht dem des SPR-4, der Empfänger zeichnet sich
durch eine hohe Empfindlichkeit und dank der Vorselektion - die allerdings durch
die Bedienung von Bandbereichsschalter und Preselektor erkauft werden muss -
ein gute Grossignalverhalten.
© Martin Bösch
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