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R. L. Drake Company, Miamisburg, OH
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überarbeitet am 16.12.2004 |
Als Nachfolger des bereits volltransistorisierten SPR - 4 stellte Drake in der Mitte der siebziger Jahre den SSR-1 vor, einen nach dem Wadley - Prinzip arbeitenden Doppelsuper, der nun endlich den ganzen Bereich von 0,5 - 30 MHz abdeckte. Das Gerät erreicht in seinen Empfangsleistungen nicht ganz die Qualität der R-4, was seine Beliebtheit in der Kurzwellenhörergemeinschaft schmälerte. Später kamen mit dem Century-21 resp. dem Standard C-6500 aus japanischer Quelle stammende dem technischen Design des SSR-1 nachempfundene Kurzwellenempfänger auf den Markt, die als letzte noch nach dem legendären Wadley-Prinzip geschaltet waren.
Der Drake SSR ist ein 33 x 14 x 28 cm (bxhxt) messender Tischempfänger, der mit seinem Metallgehäuse 6,4 kg auf die Waage bringt. Er ist voll transistorisiert, ein Lautsprecher und eine Teleskopantenne sind eingebaut, so dass nach Anschluss des Netzes (der Drake verträgt 117 resp. 240 V) oder Einlegen von 8 UM-1 Batterien ins Batteriefach, welches sich hinter der Klappe unter dem Gehäusedeckel verbirgt, das DX-Vergnügen beginnen kann. Den Überblick über den Empfänger hat man sich schnell verschafft: hinter dem
Gitter der eloxierten Frontplatte verbirgt sich ganz links der Lautsprecher, links
daneben die 6,3 mm - Klinkenkopfhörerbuchse. Mit falscher Einstellung von Bereichsschalter BAND oder Preselector kann es vorkommen, das starke Stationen nur leise oder auf falschen Frequenzen hörbar werden, schwächere Stationen sind bei nicht ganz optimaler Preselectorabstimmung unhörbar. Beim Versuch, beispielsweise den argentinischen Auslandsdienst der RAE mit einem schwachen Signal zu hören, empfiehlt es sich, zunächst eine starke 19m-Bandstation in der Nähe der gesuchten Frequenz aufzusuchen, mit Preselector-Bereichsschalter und Preselector-Abstimmung auf Signalmaximum zu trimmen, manchmal muss auch mit dem MHz-Knopf noch fein auf Signalmaximum nachreguliert werden. Kommt die Nachbarstation einmal kräftig herein, kann der Empfänger auf 15345 verstimmt werden, vorsichtiges Nachziehen der Vorkreisabstimmunb PRE-SELECTOR und der Empfang sollte klappen (oder auch nicht, wenn man einen Tag mit schlechten Ausbreitungsbedingungen erwischt hat). Ähnlich ist auch beim Empfang von Funkamateuren in SSB vorzugehen: anhand einer starken Station Bandschalter und Preselector optimal einstellen, Nachstimmen, das entsprechende Seitenband (USB/LSB) wählen, zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit resp. der Tonhöhe mit dem Clarifier nachstimmen, wenn's zu arg nach Mickey Mouse klingt. Feinfühlig bedient ist der SSR-1 ein brauchbarer Kurzwellenempfänger, mit dem sich neben den internationalen Diensten auch Funkamateure und Lokalstationen hörbar machen lassen. Für Anfänger ist das Gerät wegen der möglichen Fehlbedienungen weniger geignet, auch nicht für "Komforthörer", die die Frequenz eintippen, Speicher abrufen und mittels Timer Aufnahmen erstellen möchten - also eher ein Gerät für Drake-Liebhaber. Für's ernsthafte DXen schaut man sich allerdings lieber wieder nach einem Gerät mit digitaler Frequenzanzeige und Möglichkeiten der Signalverarbeitung wie Passbandtuning, Synchrondetektor oder Notchfilter um, auch da bleibt der SSR-1 aussen vor. Aber als Drake-Liebhaber und Wadley-Loop-Fan konnte ich beim SSR-1 nicht "nein" sagen. © Martin Boesch 16.12.2004 |
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