Radio Pages

Grundig, Fürth

Testbericht Satellit 3000 Digital
© ADDX

Logo
Kurzwellenempfang
Reiseempfänger
Empfänger
Oldie - Empfänger
UKW - Lokalradios
Links
 
Grundig
 
Satellit 205
Satellit 2100
Satellit 1400
Satellit 2400
Satellit 3000
Satellit 3400
Satellit 300
Satellit 400
Satellit 500
Satellit 600
Satellit 650
Satellit 700
 
Empfängerliste

überarbeitet am 16.12.2004

Grundig Satellit 3000

Doppelsuper, ZF 2 MHz, 460 kHz

Digitalanzeige, UKW, LW, MW, KW1 (1,6-3,55), KW2 (3,25-5,25), K3-10 mit schaltbarer Spreizung vom 49,41,31,25,19,16,13 & 11m- Rundfunkband

AM, SBB mit BFO, FM-UKW

Empfindlichkeit AM ca. 1,5 uV

Selektivität (-6/-60 dB) 2,5 / 4,8 und 7,2 / 13,6 kHz

S-Meter, Antennentrimmer, AGC, Noise Limiter, FM-AFC, 6 FM- Festsendertasten, Quartzuhr

Die Firma Grundig stellte ihren neuesten Weltempfänger "Satellit 3000 digital" freundlicherweise der ADDX e.V. für Testzwecke drei Monate lang zur Verfügung. Der folgende Bericht versucht das Neue des Empfängers herauszustellen; aber auch auf Altbewährtes der Satellit-Reihe hinzuweisen.

Mit dem Satellit 3000 hat nun auch Grundig erstmals einen Empfänger auf den Markt gebracht, welcher mit digitaler Frequenzanzeige ausgestattet ist. Er besitzt die gleichen Frequenzunterteilungen wie seine Vorgänger Satellit 2000 und 2100, also 21 Wellenbereiche einschliesslich UKW (genaue Bereichseinteilungen siehe technische Daten). Der erste Blick auf das Empfängergehäuse enttäuscht vielleicht etwas: obwohl sämtliche Bedienungselemente sehr geschmackvoll am Gerät angeordnet sind, hat der Hersteller trotz Digitalanzeige nicht auf die drei platzraubenden und wohl auch teuren Skalen verzichtet. Liegt hier lediglich eine Frequenzzählerversion des Satellit 2100 vor? Diese Frage muß man verneinen! Während der Übergang vom Satellit 2000 zum Modell 2100 keine erwähnenswerten technischen Veränderungen mit sich brachte (Design, NF-Teil), haben sich die Entwickler und Ingenieure beim Satellit 3000 einige wesentliche Verbesserungen einfallen lassen.

Die wohl markanteste Neuerung stellt natürlich die schon erwähnte fünfstellige Digitalanzeige dar. Sie gestattet eine Frequenzablese von 1 kHz bei den AM-Bereichen (LW - KW 10) und 10 kHz bei FM (UKW). Der Zähler ist mittels eines, an der Frontseite, angebrachten Schalters abschaltbar, wodurch bei Batteriebetrieb Stromersparnis gewährleistet ist. Schon an dieser Stelle soll darauf hingewiesen werden, daß die Anzeige bei dem hier getesteten Gerät völlig brummfrei sowie, exakte Stationseinstellung vorausgesetzt, auch flackerfrei arbeitet.
Weiterhin ist das Gerät mit einer grösseren, gut ablesbaren Feldstärkeanzeige ausgestattet (Einteilung: 0-50 Skalenteile). Bei Betätigung des Schalters "Batt." zeigt das Instrument, ebenso wie bei den Modellen 2000/2100, auch den Ladezustand der Batterien bzw. des Akkus an.
Eine LCD-Quarzuhr (LCD: flüssig-Kristall-Anzeige) gewährleistet genaue Stunden- und Minutenangabe; sie wird mit zwei eigenen mitgelieferten Knopfzellen betrieben und kann zum Batteriewechsel herausgenommen werden.

Endlich hat man auch ein SSB-Teil integriert, welches über den Seitenbandwahlschalter "LSB-USB" und den "BFO"-Regler bedient wird. Da bei stark einfallenden SSB-Stationen zwecks guter Sprachverständlichkeit die einfallende HF heruntergeregelt werden muß, wurde konsequenterweise auch eine HF-Handregelung "MVC" (manual volume control) eingebaut. Bei normalem AM-Empfang bzw. leistungsstarken Stationen lässt man letztere ausgeschaltet. Die Verstärkungsregelung des Empfängers arbeitet dann automatisch (AVC), wodurch sehr starke Signale ausgezeichnet begrenzt werden. Bei schwächer einfallenden Sendern bringt dagegen die Betätigung der "MVC" eine spürbare Erhöhung der Empfindlichkeit. In diesem Fall erlaubt das Anzeigeinstrument auch Ungefähraussagen über die Höhe der Antennenspannung. In der beiliegenden Bedienungsanleitung sind Eichkurven abgedruckt. Abschätzungen dieser Art sind bei den früheren Modellen nicht möglich.
Der Bandbreitenumschalter ist jetzt dreistufig ausgeführt. Außer den bisherigen Bandbreiten 2,4 kHz (- 3dB) "schmal" und 5,3 kHz (- 3dB) "breit", erlaubt die dritte Stellung eine zusätzliche Erhöhung der NF-Bandbreite. Damit lassen sich störungsfrei einfallende AM-Stationen auch klangmässig optimal wiedergeben.
Ein abschaltbarer Störbegrenzer "ANL" (automatic-noise-limiter) unterdrückt wirkungsvoll jene Knackgeräusche, die bei Blitzentladungen oder durch An- und Ausschalten von Elektrogeräten verursacht werden.

Der UKW-Teil ist nun zusätzlich mit 6 Feststationstasten ausgestattet, welche mittels sechs Reglern an der Rückseite des Empfängers eine Vorprogrammierung der "Lieblings-UKW- Stationen" ermöglichen Wie beim Satellit 2000/2100 sorgt eine abschaltbare Frequenzfangschaltung "AFC" (automatic-frequency-control) für genaueste Einstellung von FM-Stationen. Ein zusätzlicher, abschaltbarer Hochtonlautsprecher stellt ein weiteres Novum des Modells 3000 dar. Speziell bei FM-Musiksendungen erhöht letzterer die NF-Bandbreite durch Betonung der höheren Frequenzen.

Der Satellit 3000 besitzt, wie seine Vorgänger, zwei eingebaute Antennen. Bei KW und UKW ist die einschiebbare, 144 cm lange Teleskopantenne wirksam, während eine interne Ferritstab- Antenne bei LW und MW ausreichenden Empfang garantiert. Beide Antennen sind mittels einer Taste abschaltbar. In diesem Fall bezieht der Empfänger sein Signal über eine, an der Rückseite angeschlossene, externe Antenne (Langdraht oder Dipol). Die Betätigung des Antennentrimmers erlaubt bei den KW-Tunerbereichen gute Anpassung.
Das Gerät kann wahlweise mit Batterien (6 x 1,5 V) oder einem speziellen Akku betrieben werden. Ein integrierte Netzteil lädt den Akku automatisch auf, sofern der Empfänger ausgeschaltet, aber mit dem Netz verbunden ist.

Außer der Bedienungsanleitung liegt wie bisher jedem Empfänger auch eine Kurzwellenfibel bei, welche einige Grundlagen über das Rundfunk-DX-en enthält.

Weitere Bedienungselemente und Anschlußbuchsen:
- Drehschalter zur Wahl eines der 8 KW-Tunerbereiche;
- "Band-Range"-schalter zur Wahl des gespreizten bzw. ungespreizten KW-Tunerbereiches;
- 3 Regler für Lautstärke, Höhen und Bässe;
- Ein - Aus - Schalter;
- Tastschalter zum kurzzeitigen Einschalten der Skalenbeleuchtung bei Batteriebetrieb;
- Tastschalter zum kurzzeitigen Einschalten des Frequenzzählers bei Batteriebetrieb(nur bei Sat. 3000)
- 6 Tasten zur Vorwahl des Wellenbereiches;
- TA/TB-Taste (zur Schallplatten- oder Tonbandwiedergabe über den Satellit)
- Min.-Klinkensteckerbuchse zum Anschluß eines Kopfhörers (dabei wird der eingebaute Lautsprecher automatisch abgeschaltet);
- Anschlußbuchse für Zusatzlautsprecher 4 Ohm;
- TA/TB-Normbuchse (zum Überspielen von Sendungen auf ein Bandgerät oder eine externe Verstärkeranlage);
- DlN-Antenne-Erde-Buchse;
- Antenne-Erde-Klemmbuchse, (nur bei Satellit 3000)
- Koaxialbuchse für Autoantenne;
- DlN-Buchse für UKW-Antenne (Dipol);
- Buchse für externe Stromversorgung 10-16V Gleichstrom (Autobordnetz);
- Netzanschlußbuchse (dabei automatische Batterieabschaltung).

Das Innenleben des Satellit 3000, die Schaltung
Der Satellit 3000 arbeitet wie die Modelle 2000/2100 auf den Trommeltunerbereichen (5 MHz - 30 MHz) als Doppelsuper mit den Zwischenfrequenzen 2 MHz und 460 kHz. Auf LW, MW, KW 1, KW 2 (bis 5,2 MHz) wurde das Einfachsuperprinzip (ZF 460 kHz) gewählt, ebenso bei UKW, mit der üblichen hohen ZF von 10,7 MHz.
Bekanntlich gewährleistet die doppelte Überlagerung hohe Spiegelfrequenzsicherheit und gleichmässige Verstärkung auf allen Bereichen. Trotz der erwähnten Vorteile kann es aber bei unzweckmässiger Wahl der beiden Zwischenfrequenzen zu Pfeifstörungen durch ununerwünschte Eigenmischprodukte kommen. Dieses Problem wurde beim Satellit 3000, wie auch bereits bei den Typen 2000/2100 durch die Wahl obiger ZF-Werte gelöst. Es lässt sich nämlich rechnerisch zeigen, daß bei den benutzten Frequenzen, also 2 MHz und 460 kHz, sämtliche Rundfunk- und Amateurbänder zwischen 5 MHz und 29 MHz frei von derartigen Störungen sind. Lediglich im 10-m- Amateurband auf 29520 kHz liegt eine Eigenmischung vor.

Die Funktion des Empfängers soll anhand des Blockschaltbildes (Abb. 2) erläutert werden. Das Eingangssignal gelangt von der Teleskop- bzw. Außenantenne zu einem frequenzselektiven Vorkreis wird durch eine geregelte HF-Stufe (T 201) verstärkt und über einen ebenfalls abstimmbaren Zwischenkreis dem 1. Mischer (T 202) zugeführt. Bereits diese schaltungstechnische Massnahme gewährleistet gute Weitabselektion und Kreuzmodulationsfestigkeit gegenüber starken Lokalstationen. Der variable Oszillator (T 204) ist so dimensioniert, daß er stets um 2 MHz höher schwingt als die Eingangsfrequenz. Sein Signal wird ebenfalls der 1. Mischstufe zugeführt, an deren Ausgang die 1. Zwischenfrequenz von 2 MHz vorliegt. Vor-, Zwischen- und Oszillatorkreis werden mittels eines Tandem-Dreifachdrehkondensators synchron abgestimmt (Skalenbedienung), wodurch guter Gleichlauf und damit gleichmäßige Verstärkung von Bandanfang bis Bandende sichergestellt ist. Da der Vorkreis optimal auf die Teleskopantenne abgeglichen ist, müßte eine Langdrahtantenne zwangsläufig zu Verstimmungen dieser Stufe fahren. Abhilfe schafft diesbezüglich der von außen bedienbare Antennentrimmer, welcher auch Außenantennen sehr gut anpasst.
Zurück zur ersten Zwischenfrequenz. Sie durchläuft ein Quarzfilter (neu beim Satellit 3000), welches gegenüber dem Vierkreisbandfilter der Modelle 2000/2100 besseres Kreuzmodulationsverhalten sowie erhöhte Nahselektion zeigt. Dank diesem Filter konnte die +/- 8 kHz-Selektion auf 88 dB erhöht werden. Mit anderen Worten: Der Empfang einer richtig eingestellten schwachen Station wird durch einen +/- 8 kHz "entfernten" lokalen Breaker praktisch in keinerlei Weise beeinträchtigt. Obiger dB-Wert besagt nämlich, daß bei diesem Frequenzabstand der Nachbarsender nur noch mit dem milliardsten Teil seiner ursprünglichen Leistung wirksam ist. (Der genaue Dämpfungsfaktor beträgt 1,6 x 10-9).
Die ausgefilterte 1. ZF gelangt danach zum zweiten Mischer (T 206) an dessen anderen Eingang auch das konstante 2,46 MHz-Signal des 2. Oszillators (T 207) liegt. Die resultierende zweite Zwischenfrequenz von 0,46 MHz durchläuft ein keramisches Filter oder einen Kondensator, je nach Stellung des Bandbreitenschalters. Bei schmalbandigem Betrieb ergibt sich eine Bandbreite von 2,5 kHz (- 3 dB), in Stellung 'breit' beträgt sie dagegen 6 kHz (- 3 dB). Eine auf S-Meter Maximum eingestellte Station wird also bereits bei einer Verstimmung um +/- 1,25 kHz (Stellung 'schmal') auf die halbe Leistung abgesenkt. Abb. 3 zeigt die ZF-Durchlaßkurven; daraus lassen sich auch die 6- und 60 dB-Bandbreiten mit 3,3 kHz bzw. 12 kHz ablesen (Abfall auf 1/4-Leistung bei Vorabstimmung um 1,65 kHz bzw. auf 1/1.000.000-Leistung bei einer von 6 kHz) Das Verhältnis obiger Dämpfungsmaße ergibt bekanntlic den Formfaktor (Shapefaktor). Er beträgt beim Satellit 3000 etwa 3,6.
Die 2. ZF wird vom nachfolgenden zweiten Zwischenfrequenzverstärker (T 501, T 502) verstärkt und mittels einer Diode (D 501) demoduliert. Die verbleibende niederfrequente Information (Sprache Musik) passiert den abschaltbaren Störbegrenzer (ANL) und gelangt zum NF-Verstärker, welcher eine Leistung von 2,5 W (Batteriebetrieb) bzw. 5 W (Netzbetrieb) an den Lautsprecher abgibt. Bei eingeschaltetem ANL werden die Spitzen eines störbehafteten Signals abgeschnitten (clipped). Zwischen ANL und NF-Verstärker liegt auch das 4-stufige Interferenzfilter (im Blockschaltbild nicht eingezeichnet). Es ist mechanisch mit dem Bandbreitenschalter gekoppelt und gestattet auch niederfrequenzmässig eine Veränderung der Bandbreite. Bei störungsfrei einfallenden KW-Stationen ermöglicht die Stellung 'superbreit' eine ausgezeichnete Tonqualität.
Die Schaltung des S-Meters wurde zugunsten einer genaueren Ablese verändert. Es liegt am Ausgang eines Differenzverstärkers (T 503, T 504), welcher von der feldstärkeabhängigen Spannung zwischen Diode (D 501) und T 502 gespeist wird. In Abb. 4 ist der Skalenausschlag in Abhängigkeit von der Empfangsspannung dargestellt. Man erkennt den wesentlich lineareren Kurvenverlauf beim Satellit 3000, während bei den Modellen 2000/2100 bereits eine Antennenspannung von 1 mV das Instrument zum Endausschlag brachte und somit das Ablesen grösserer Feldstärken unmöglich machte, gestattet das neue Schaltungskonzept eine stetig wachsende Anzeige zwischen 1 uV und 100 mV. Zum Empfang von Einseitenband- und CW-Sendungen wird dem 2 ZF-Verstärker auch das SSB-Signal entnommen und einem Produktdetektor (T 701, T 702) zugeführt. Hier erfolgt Mischung mit dem Hilfsträger des 460 kHz-Oszillators (T 703), welcher eine Frequenzvariation von +/- 1 kHz erlaubt (induktive Abstimmung). Im Detektor bilden sich Summen- und Differenzfrequenz; erstere wird nicht benötigt und daher mittels Kondensatoren abgeblockt. Die Differenzfrequenz, das eigentliche niederfrequente Signal, wird wie oben geschildert, dem NF-Verstärker zugeführt. Die automatische Schwundregelung erfolgt über die AVC-Leistung; sie ist notwendig, um starke Feldstärkeschwankungen auszugleichen. Bei HF-Handregelung (MVC) wird diese Leistung aufgetrennt und die Regelspannung an den Schleifkontakt eines von außen bedienbaren Potis gelegt. Nun lässt sich die HF genau dosieren (wichtig bei SSB) bzw. eine AM-Station auf maximale Verstärkung "aufdrehen".

Wer diese Zeilen aufmerksam gelesen hat, wird auch ohne weiteres die Signalaufbereitung der übrigen AM-Bereiche (LW - KW 2) verstehen. Dort wurde, wie oben schon erwähnt, vom einfachen Ueberlagerungsprinzip Gebrauch gemacht.
Hervorzuheben beim FM-Teil ist der kreuzmodulationsfeste DualGate-Mosfet in der HF-Vorstufe, sowie die vollelektronische Abstimmung durch Kapazitätsdioden. Dieses neue Frequenzwahlprinzip ermöglichte auch die Verwirklichung von UKW Feststationstasten. Die zum Betrieb von Kapazitätsdioden erforderliche höhere Spannung wird in einem 30V-Wandler erzeugt. Auch in diesem Wellenbereich liefert ein gesonderter Anzeigeverstärker (T 309) dem S-Meter die der Feldstärke proportionale Spannung (alle erwähnten Punkte neu beim Satellit 3000).

Bild 5 gibt Aufschluss über Spiegelfrequenzselektion und Empfindlichkeiten bei verschiedenen Signal-Rauschabständen. Abb. 6 zeigt zum Vergleich die Verhältnisse bei den Modellen 2000/2100. Man erkennt die etwas besseren Werte beim neuen Typ, hauptsächlich im Tropenband (KW 2), sowie zwischen 20 MHz und 30 MHz. Diese Qualitätssteigerung ist auf die Verwendung anderer Transistoren, neuer Bauelemente und verbesserter Dimensonierung zurückzufuhren.
Abb. 7. zeigt das Blockschaltbild des Frequenzzählers. Üblicherweise misst man das jeweilige Ozsillatorsignal. Da letzteres stets um den Betrag der Zwischenfrequenz höher liegt, musste ein voreinstellbarer Zähler Anwendung finden, welcher sich auf die verschiedenen ZF's programmieren lässt. Der Zähler subtrahiert also konstant, je nach Wellenbereich, die Werte 10,7 MHz, 2 MHz bzw. 460 kHz und bringt so die echte Empfangsfrequenz zur Anzeige. Als Baustein fand hierfür der hochintegrierte P-Mos-Schaltkreis TMS 3878 von Texas Instr. Verwendung (IC 806).
Die Ankoppelung des Zählers erfolgt über kleine Kapazitäten zwischen 5,6 pf und 15 pf (je nach Bereich) an die Oszillatorkreise. Bevor die Signale an die Eingänge der Verstärkerstufen (T 801 - T 804) gelangen, sorgen noch zusätzliche Trennstufen für eine niederohmige und rückwirkungsfreie Ankoppelung (vgl. Hauptblockschaltbild).
Die verstärkten Frequenzen gelangen nicht direkt zum Zähler, sondern durchlaufen eine bis drei Teilerketten (von Wellenbereich zu Wellenbereich verschieden, IC 801 bis 803). Die Teilfaktoren betragen 512 (FM), 128 (KW 3 - 10) bzw. 16 bei den übrigen Bereichen. Durch diese Massnahme gelangen, wie man sich leicht durch Rechnung selbst überzeugen kann, keine hohen Frequenzen an den Eingang des eigentlichen Zählers, des schon erwähnten IC 806 (die höchste Frequenz beträgt 353,7 kHz). Werte dieser Größenordnung lassen sich komplikationsfrei weiterverarbeiten.
Die Zeitbasis wird durch einen 5,12 MHz-Quarzoszillator gesteuert, deren Signal ebenfalls einen Teiler 16: 1 durchläuft (IC 805) und an deren Referenzeingang des IC 806 gelangt. Aus den resultierenden 320 kHz erzeugt der Baustein intern die Zählzeiten, welche zur Steuerung der Gatter benötigt werden, nämlich 51.2 ms bei FM, 128 ms bei KW 3 - KW 10 und 16 ms bei den übrigen Bereichen. Während dieser Zeitabschnitte werden also die eingehenden Impulse gezählt, gespeichert, dekodiert und multiplex der fünfstelligen 7-Segment-Anzeige zugeführt.
Der gesamte Zählerblock ist von der restlichen Schaltung durch ein Metallgehäuse mit abnehmbarem Deckel und Boden abgeschirmt; die abgehenden Leitungen sind steckbar angeordnet (servicefreundlich). Ein ausgeklügeltes Stromversorgungssystem (Wandlerbausteine, Konstantstromquellen etc.) speist Zähler- und Empfangseinheit auch bei Batteriebetrieb mit hochstabilisierten Spannungen.

Erfahrungsbericht
Was leistet nun der Satellit 3000 in der Praxis? Als erstes fiel mir der störungsfreie Betrieb des Zählers auf, der wirklich alle AM-Bereiche auf 1 kHz genau einzustellen erlaubt (FM: 10 kHz) und somit eine Stationssuche vergessen lässt. Ich hatte in den vergangenen zwei Jahren Gelegenheit, Frequenzzähler verschiedenster Fabrikate (insgesamt vier) extern an einen Satellit 2100 anzuschliessen. Ergebnis: Keines der sonst recht zufriedenstellenden Geräte arbeitete auf allen Frequenzen, namentlich den hohen KW-Bereichen so brummfrei wie die interne Anzeige des Modells 3000. Hier macht sich eben bemerkbar, daß der Zähler optimal auf dem Empfänger zugeschnitten ist und der Hersteller erheblichen Aufwand an Entkopplungs- und inneren Abschirmungsmassnahmen getroffen hat. Die Bedienungsanleitung vermerkt, auf welchen Frequenzen zählerbedingte Pfeifstörungen auftreten können. Keine davon rief einen S-Meterausschlag hervor; manche waren überhaupt erst bei SSB-Betrieb wahrnehmbar. Ohne Hinweis wären sie mir möglicherweise gar nicht aufgefallen.

Auch die Einfachheit der Stationseinstellung ist hervorzuheben: Bandtaste drücken, je nach Bereich eventuell noch den Trommeltuner betätigen, mittels Skalenknopf die gewünschte Station auf vollen S-Meterausschlag bringen, an der Digital-Anzeige Frequenz ablesen - fertig! Nicht der Rede wert?! So mancher Empfänger aus anderen Erdteilen, hochgelobt in Prospekten etc., kann sich diesbezüglich eine Scheibe abschneiden. Beispielsweise sind aussereuropäische MW-Stationen bekanntlich oft nur für Minuten hörbar. Ein nächtlicher, per Telefon gegebener Empfangstip kann bei besagten Geräten häufig nicht nachvollzogen werden. Der schwache "Amerikaner" wartet nicht, bis alle Bedienungselemente auf seine Frequenz getuned sind, "röchelt" 'good bye' und fadet aus (hi).
Empfindlichkeit und Trennschärfe bringen sehr zufriedenstellende Resultate. Am 14. 6. wurden ab 0150 GMT auf Mittelwelle die kanadischen Stationen CKVO und CBN auf 710 bzw. 640 kHz gebört (beide St. John's, Neufundland), letztere fast mit Ortssenderqualität. Als Antenne diente eine Rahmenantenne eigener Konstruktion. Auch im Tropenband waren nachts zahlreiche Südamerikaner hörbar, obwohl meist nur die eingebaute Teleskopantenne benutzt wurde. Bei einem Trennschärfevergleich mit dem Trio 9R 59 DS zeigte der Satellit 3000 bessere Ergebnisse. Mitte Mai konnte beispielsweise Radio Nueva America (Bolivien) auf 4797 kHz empfangen und deutlich von Radio Lara (Venezuela) getrennt werden. Der Trio ermöglichte dagegen nur den Empfang der venezolanischen Station. Ein besonderer Leckerbissen war am 10. 4. der fast störungsfreie Empfang von Radio Neuseeland auf 15130 kHz zwischen 0658 und 0730 GMT (Teleskopantenne!). Dies führte ich allerdings weniger auf die Qualität des Empfängers, als auf die damals herrschenden besonderen atmosphärischen Bedingungen zurück. Wenige Tage später fand nämlich eine große Sonneneruption statt. In der Tat konnte die Station auch mit einem anderen, allerdings mit Langdrahtantenne ausgerüstetem Empfänger aufgenommen werden.

Zurück zur Trennschärfe.
Da ich es genau wissen wollte, schleppte ich den RX in den Nahbereich des AFN Bremerhaven (1142 kHz). Beim Verstimmen der Frequenz um +/- 9 kHz waren nur noch schwache Sprachspitzen hörbar. Und dies, obwohl im MW-Bereich als Teil des Einfachsuperblocks "nur" das keramische Filter wirksam ist. Was mir aber viel wichtiger erschien: AFN-Studio Bremerhaven war wirklich nur auf der zugeordneten QRG, und nicht auf -zig weiteren, durch Kreuzmodulation verursachten Frequenzen hörbar.
Einige kritische Bemerkungen zur Antennenanpassung: Obwohl Empfang in den Trommeltunerbereichen bereits mit Teleskopantenne sehr brauchbar ist, kann er durch Außenantenne unter Benutzung des Antennentrimmers noch optimalisiert werden. Bei einer bestimmten Stellung springt der Zeiger des Feldstärkeinstruments deutlich auf einen höheren Wert. Gerade aber weil er so wirkungsvoll funktioniert, ist es ärgerlich, daß beim neuen Modell seine Bedienung nur über ein mickriges Knöpfchen erfolgt, und somit schon etwas Fingerspitzengefühl erfordert Bei den übrigen AM-Bereichen ist der Trimmer leider unwirksam, was sich durch entsprechende schlechtere Antennenanpassung bemerkbar macht. Eine 15 m lange Doppel-L-Antenne brachte im KW 1- Bereich (1,6 - 3,5 MHz), aber auch bei KW 2 im 60 m-Band, häufig schlechtere Ergebnisse. Die Signale wurden zwar in jedem Fall angehoben, der Empfang mancher Station wurde jedoch durch Spiegelfrequenzen vermatscht. Günstigerweise koppelt man die Langdrahtantenne lose an den Teleskopstab an oder man benutzt ein Anpassgerät. lm Mittelwellenbereich war dagegen mit Langdraht guter - mit abgestimmte Rahmenantenne - sehr guter Empfang möglich.

Das vergrösserte, gut ablesbare Feldstärkeinstrument erlaubt eine bequeme Ablese (flinker Zeigerausschlag). Eine Station, welche bei voll aufgedrehter Verstärkung (MVC) den Zeiger zum Endausschlag bringt (50 Skalenteile), verursacht bei AVC, also eingeschalteter Schwundregelung, nur 10 Skalenteile. Ein entsprechender späterer Begrenzungseinsatz wäre vielleicht etwas günstiger:

Der Empfang von SSB-Sendungen lässt qualitativ nichts zu wünschen übrig. Da das 40 m- und 15 m-Amateurband in die gespreizten Tunerbereiche 41 mb bzw. 13 mb einbezogen sind, erübrigt sich bei diesen Bändern sogar ein Nachstimmen des SSB/CW-Feinreglers. Letztere muß allerdings bei den übrigen Amateurbereichen zur optimale: Sprachverständlichkeit bedient werden.

Was die Bandeinteilung betrifft, so kann man im Hinblick auf die eigentlichen KW-Rundfunkbereiche sehr zufrieden sein. Die nicht gespreizten Bänder ermöglichen eine sehr feinfühlige Stationseinstellung. Leider konnte das 60 m-Band immer noch nicht im Ttommeltunerbereich Eingang halten. Dies brachte speziell den Tropenbandfreunden unter den Besitzern der Modelle 2000/2100 einigen Ärger. Beim Satellit 3000 Lässt sich dagegen auch hier, durch Digitalanzeige, jede Station genau einstellen. Am schlechtesten sind die CB-Bänder dran, obwohl der RX in diesen Bereichen spürbar empfindlicher und auch stabiler arbeitet als die älteren Typen. Die besagten 12 Kanäle nehmen im insgesamt 6,6 MHz breiten K 10- Band nur wenige Millimeter ein. Besser wären sie im gespreizten "11 m - Band" untergebracht, wodurch letzteres seinen Namen wirklich verdient hätte.

Der UKW-Teil ermöglicht brilliante Wiedergabequalität. Auch hier wurde auf große Empfindlichkeit, hohe Trennschärfe und Kreuzmodulationssicherheit geachtet. Unter dem Aspekt des UKW-DXings habe ich das Gerät allerdings nicht getestet.

Auf die zwar recht attraktiv wirkende LCD-Quarzuhr könnte man, so glaube ich, verzichten. Armbandausführungen dieser Art sind heute bekanntlich schon zwischen 30 und 40 D-Mark erhältlich Sie wird im Gesamtbugdet des Empfängers wohl auch keinen großen Anteil haben.

Schlussbemerkungen
Vielen zeitgemässen Empfängern liegen neuere Schaltungskonzepte zugrunde, welche sich bei unerschwinglichen Profiausführungen bewährt haben. Im Mittelklasse-Typ wurde dann aus wirtschaftlichen Gründen vieles stark vereinfacht, was sich häufig in unerwünschten Störungen oder auch umständlicher Bedienung niederschlägt. Grundig hielt am konventionellen Doppelsuper- Prinzip fest, welches unter Verwendung modernster Bauelemente, durchdachter Dimensionierung und stabilem Aufbau hervorragende Resultate liefert.

Technische Bereiche
Bereiche
FM 87,5 - 108
LW 145 - 420
MW 510 - 1620
K 1 1,6 - 3,5 MHz (187 - 85 m)
K 2 3,3 - 5,2 MHz ( 90-58m)

KW-Tuner (Bereiche): (gespreizte Bänder)
K 3 5,0 - 6,65 MHz ( 60 - 45 m); 5,91 - 6,28 MHz (49 m)
K 4 6,6 - 8,4 MHz (45,5- 36 m) 6,99 - 7,32 MHz (41/40m)
K 5 8,2 - 10,55 MHz (36 - 28,5 m) 9,4 - 9,9 MHz (31 m)
K 6 10,5 - 13,2 MHz (28,5 - 23 m) 11,6 - 12,1 MHz(25 m)
K 7 12,9 - 16,3 MHz (23,5 - 18,5 m) 15,0 - 15,7 MHz (19 m)
K 8 15,8 - 19,8 MHz (19 - 15,5 m) 17,4 - 18,1 MHz (16 m)
K 9 18,35 - 23,5 MHz (16,5 - 13 m) 20,9 - 21,9 MHz (13/15m)
K 10 23,4 - 30,0 MHz (13 - 10 m) 25,4 - 26,5 MHz (11 m)

Bandbreiten: schmal 2,4 kHz (- 3 dB) breit 6,0 kHz (- 3 dB)
Frequenzzähler (Genauigkeit): AM: +/- 1 kHz FM; +/- 10 kHz
Kreise: FM: 13, davon 3 abstimmbar
AM: (L, M, K 1, K 2): 8 + Keramikschwinger, davon 3 abstimmbar
(K 3 bis K 10): 11 + Keramikschwinger + Quarzfilter, davon 3 abstimmbar

Eingebaute Antennen "MM"-Teleskopantenne für UKW (810 mm), für KW (1440 mm), abschaltbar; Ferritstab-Antenne für MW und LW, abschaltbar
Antennentrimmer für Außen- und Autoantenne bei K 3 bis K 10

Bestückung 9 IC's, 51 Transistoren, 23 Dioden, 12 Stabilisatoren, 5 Thyristoren, 1 Gleichrichter

Strom- bzw. Leistungsaufnahme (mit Signal) bei 9 V Batteriebetrieb nach DIN 45 314: AM: ca 65 mA; FM: ca 75 mA
bei 220 V Netzbetrieb nach DIN 45 324: 14 W
Maximale Leistungsaufnahme bei 240 V und Vollaussteuerung: 20 W
Ausgangsleistung (nach DIN 45 324)bei Batteriebetrieb: 2,5 W, Sinusleistung
bei Netzbetrieb: 5 W Sinusleistung
bei Netzbetrieb: 7,5 W Musikleistung

Gewicht: 8,9 kg (ohne Batterien)
Abmessungen: ca 50 x 23 x 12 cm

Preis: ca DM 1500.-

© ADDX kurier