Die Firma Grundig stellte ihren neuesten Weltempfänger
"Satellit 3000 digital" freundlicherweise der
ADDX e.V. für Testzwecke drei Monate lang zur Verfügung.
Der folgende Bericht versucht das Neue des Empfängers
herauszustellen; aber auch auf Altbewährtes der Satellit-Reihe
hinzuweisen.
Mit dem Satellit 3000 hat nun auch Grundig erstmals einen Empfänger auf den Markt
gebracht, welcher mit digitaler Frequenzanzeige
ausgestattet ist. Er besitzt die gleichen
Frequenzunterteilungen wie seine Vorgänger Satellit 2000
und 2100, also 21 Wellenbereiche einschliesslich UKW (genaue
Bereichseinteilungen siehe technische Daten). Der erste
Blick auf das Empfängergehäuse enttäuscht vielleicht
etwas: obwohl sämtliche Bedienungselemente sehr
geschmackvoll am Gerät angeordnet sind, hat der
Hersteller trotz Digitalanzeige nicht auf die drei
platzraubenden und wohl auch teuren Skalen verzichtet.
Liegt hier lediglich eine Frequenzzählerversion des
Satellit 2100 vor? Diese Frage muß man verneinen! Während
der Übergang vom Satellit 2000 zum Modell 2100 keine erwähnenswerten
technischen Veränderungen mit sich brachte (Design, NF-Teil),
haben sich die Entwickler und Ingenieure beim Satellit
3000 einige wesentliche Verbesserungen einfallen lassen.
Die wohl markanteste Neuerung stellt natürlich die schon erwähnte fünfstellige
Digitalanzeige dar. Sie gestattet eine Frequenzablese von
1 kHz bei den AM-Bereichen (LW - KW 10) und 10 kHz bei FM
(UKW). Der Zähler ist mittels eines, an der Frontseite,
angebrachten Schalters abschaltbar, wodurch bei
Batteriebetrieb Stromersparnis gewährleistet ist. Schon
an dieser Stelle soll darauf hingewiesen werden, daß die
Anzeige bei dem hier getesteten Gerät völlig brummfrei
sowie, exakte Stationseinstellung vorausgesetzt, auch
flackerfrei arbeitet.
Weiterhin ist das Gerät mit einer grösseren, gut
ablesbaren Feldstärkeanzeige ausgestattet (Einteilung: 0-50
Skalenteile). Bei Betätigung des Schalters "Batt."
zeigt das Instrument, ebenso wie bei den Modellen 2000/2100,
auch den Ladezustand der Batterien bzw. des Akkus an.
Eine LCD-Quarzuhr (LCD: flüssig-Kristall-Anzeige) gewährleistet
genaue Stunden- und Minutenangabe; sie wird mit zwei
eigenen mitgelieferten Knopfzellen betrieben und kann zum
Batteriewechsel herausgenommen werden.
Endlich hat man auch ein SSB-Teil integriert, welches über den
Seitenbandwahlschalter "LSB-USB" und den "BFO"-Regler
bedient wird. Da bei stark einfallenden SSB-Stationen
zwecks guter Sprachverständlichkeit die einfallende HF
heruntergeregelt werden muß, wurde konsequenterweise
auch eine HF-Handregelung "MVC" (manual volume
control) eingebaut. Bei normalem AM-Empfang bzw.
leistungsstarken Stationen lässt man letztere
ausgeschaltet. Die Verstärkungsregelung des Empfängers
arbeitet dann automatisch (AVC), wodurch sehr starke
Signale ausgezeichnet begrenzt werden. Bei schwächer
einfallenden Sendern bringt dagegen die Betätigung der
"MVC" eine spürbare Erhöhung der
Empfindlichkeit. In diesem Fall erlaubt das Anzeigeinstrument auch Ungefähraussagen über die Höhe
der Antennenspannung. In der beiliegenden Bedienungsanleitung sind Eichkurven abgedruckt. Abschätzungen
dieser Art sind bei den früheren Modellen nicht möglich.
Der Bandbreitenumschalter ist jetzt dreistufig ausgeführt.
Außer den bisherigen Bandbreiten 2,4 kHz (- 3dB) "schmal"
und 5,3 kHz (- 3dB) "breit", erlaubt die dritte
Stellung eine zusätzliche Erhöhung der NF-Bandbreite.
Damit lassen sich störungsfrei einfallende AM-Stationen
auch klangmässig optimal wiedergeben.
Ein abschaltbarer Störbegrenzer "ANL" (automatic-noise-limiter)
unterdrückt wirkungsvoll jene Knackgeräusche, die bei
Blitzentladungen oder durch An- und Ausschalten von
Elektrogeräten verursacht werden.
Der UKW-Teil ist nun zusätzlich
mit 6 Feststationstasten ausgestattet, welche mittels
sechs Reglern an der Rückseite des Empfängers eine
Vorprogrammierung der "Lieblings-UKW- Stationen"
ermöglichen Wie beim Satellit 2000/2100 sorgt eine
abschaltbare Frequenzfangschaltung "AFC" (automatic-frequency-control)
für genaueste Einstellung von FM-Stationen. Ein zusätzlicher,
abschaltbarer Hochtonlautsprecher stellt ein weiteres
Novum des Modells 3000 dar. Speziell bei FM-Musiksendungen
erhöht letzterer die NF-Bandbreite durch Betonung der höheren
Frequenzen.
Der Satellit 3000 besitzt, wie seine Vorgänger, zwei eingebaute Antennen. Bei KW
und UKW ist die einschiebbare, 144 cm lange
Teleskopantenne wirksam, während eine interne Ferritstab-
Antenne bei LW und MW ausreichenden Empfang garantiert.
Beide Antennen sind mittels einer Taste abschaltbar. In
diesem Fall bezieht der Empfänger sein Signal über eine,
an der Rückseite angeschlossene, externe Antenne (Langdraht
oder Dipol). Die Betätigung des Antennentrimmers erlaubt
bei den KW-Tunerbereichen gute Anpassung.
Das Gerät kann wahlweise mit Batterien (6 x 1,5 V) oder
einem speziellen Akku betrieben werden. Ein integrierte
Netzteil lädt den Akku automatisch auf, sofern der Empfänger
ausgeschaltet, aber mit dem Netz verbunden ist.
Außer der Bedienungsanleitung liegt wie bisher jedem Empfänger
auch eine Kurzwellenfibel bei, welche einige Grundlagen
über das Rundfunk-DX-en enthält.
Weitere Bedienungselemente und Anschlußbuchsen:
- Drehschalter zur Wahl eines der 8 KW-Tunerbereiche;
- "Band-Range"-schalter zur Wahl des
gespreizten bzw. ungespreizten KW-Tunerbereiches;
- 3 Regler für Lautstärke, Höhen und Bässe;
- Ein - Aus - Schalter;
- Tastschalter zum kurzzeitigen Einschalten der
Skalenbeleuchtung bei Batteriebetrieb;
- Tastschalter zum kurzzeitigen Einschalten des Frequenzzählers
bei Batteriebetrieb(nur bei Sat. 3000)
- 6 Tasten zur Vorwahl des Wellenbereiches;
- TA/TB-Taste (zur Schallplatten- oder Tonbandwiedergabe
über den Satellit)
- Min.-Klinkensteckerbuchse zum Anschluß eines Kopfhörers
(dabei wird der eingebaute Lautsprecher automatisch
abgeschaltet);
- Anschlußbuchse für Zusatzlautsprecher 4 Ohm;
- TA/TB-Normbuchse (zum Überspielen von Sendungen auf
ein Bandgerät oder eine externe Verstärkeranlage);
- DlN-Antenne-Erde-Buchse;
- Antenne-Erde-Klemmbuchse, (nur bei Satellit 3000)
- Koaxialbuchse für Autoantenne;
- DlN-Buchse für UKW-Antenne (Dipol);
- Buchse für externe Stromversorgung 10-16V Gleichstrom
(Autobordnetz);
- Netzanschlußbuchse (dabei automatische
Batterieabschaltung).
Das Innenleben des Satellit 3000, die Schaltung
Der Satellit 3000 arbeitet wie die Modelle 2000/2100
auf den Trommeltunerbereichen (5 MHz - 30 MHz) als
Doppelsuper mit den Zwischenfrequenzen 2 MHz und 460 kHz.
Auf LW, MW, KW 1, KW 2 (bis 5,2 MHz) wurde das
Einfachsuperprinzip (ZF 460 kHz) gewählt, ebenso bei UKW,
mit der üblichen hohen ZF von 10,7 MHz.
Bekanntlich gewährleistet die doppelte Überlagerung
hohe Spiegelfrequenzsicherheit und gleichmässige Verstärkung
auf allen Bereichen. Trotz der erwähnten Vorteile kann
es aber bei unzweckmässiger Wahl der beiden
Zwischenfrequenzen zu Pfeifstörungen durch ununerwünschte
Eigenmischprodukte kommen. Dieses Problem wurde beim
Satellit 3000, wie auch bereits bei den Typen 2000/2100
durch die Wahl obiger ZF-Werte gelöst. Es lässt sich nämlich
rechnerisch zeigen, daß bei den benutzten Frequenzen,
also 2 MHz und 460 kHz, sämtliche Rundfunk- und Amateurbänder
zwischen 5 MHz und 29 MHz frei von derartigen Störungen
sind. Lediglich im 10-m- Amateurband auf 29520 kHz liegt
eine Eigenmischung vor.
Die Funktion des Empfängers
soll anhand des Blockschaltbildes (Abb. 2) erläutert
werden. Das Eingangssignal gelangt von der Teleskop- bzw.
Außenantenne zu einem frequenzselektiven Vorkreis wird
durch eine geregelte HF-Stufe (T 201) verstärkt und über
einen ebenfalls abstimmbaren Zwischenkreis dem 1. Mischer
(T 202) zugeführt. Bereits diese schaltungstechnische
Massnahme gewährleistet gute Weitabselektion und
Kreuzmodulationsfestigkeit gegenüber starken
Lokalstationen. Der variable Oszillator (T 204) ist so
dimensioniert, daß er stets um 2 MHz höher schwingt als
die Eingangsfrequenz. Sein Signal wird ebenfalls der 1.
Mischstufe zugeführt, an deren Ausgang die 1.
Zwischenfrequenz von 2 MHz vorliegt. Vor-, Zwischen- und
Oszillatorkreis werden mittels eines Tandem-Dreifachdrehkondensators
synchron abgestimmt (Skalenbedienung), wodurch guter
Gleichlauf und damit gleichmäßige Verstärkung von
Bandanfang bis Bandende sichergestellt ist. Da der
Vorkreis optimal auf die Teleskopantenne abgeglichen ist,
müßte eine Langdrahtantenne zwangsläufig zu
Verstimmungen dieser Stufe fahren. Abhilfe schafft
diesbezüglich der von außen bedienbare Antennentrimmer,
welcher auch Außenantennen sehr gut anpasst.
Zurück zur ersten Zwischenfrequenz. Sie durchläuft ein
Quarzfilter (neu beim Satellit 3000), welches gegenüber
dem Vierkreisbandfilter der Modelle 2000/2100 besseres
Kreuzmodulationsverhalten sowie erhöhte Nahselektion
zeigt. Dank diesem Filter konnte die +/- 8 kHz-Selektion
auf 88 dB erhöht werden. Mit anderen Worten: Der Empfang
einer richtig eingestellten schwachen Station wird durch
einen +/- 8 kHz "entfernten" lokalen Breaker
praktisch in keinerlei Weise beeinträchtigt. Obiger dB-Wert
besagt nämlich, daß bei diesem Frequenzabstand der
Nachbarsender nur noch mit dem milliardsten Teil seiner
ursprünglichen Leistung wirksam ist. (Der genaue Dämpfungsfaktor
beträgt 1,6 x 10-9).
Die ausgefilterte 1. ZF gelangt danach zum zweiten
Mischer (T 206) an dessen anderen Eingang auch das
konstante 2,46 MHz-Signal des 2. Oszillators (T 207)
liegt. Die resultierende zweite Zwischenfrequenz von 0,46
MHz durchläuft ein keramisches Filter oder einen
Kondensator, je nach Stellung des Bandbreitenschalters.
Bei schmalbandigem Betrieb ergibt sich eine Bandbreite
von 2,5 kHz (- 3 dB), in Stellung 'breit' beträgt sie
dagegen 6 kHz (- 3 dB). Eine auf S-Meter Maximum
eingestellte Station wird also bereits bei einer
Verstimmung um +/- 1,25 kHz (Stellung 'schmal') auf die
halbe Leistung abgesenkt. Abb. 3 zeigt die ZF-Durchlaßkurven;
daraus lassen sich auch die 6- und 60 dB-Bandbreiten mit
3,3 kHz bzw. 12 kHz ablesen (Abfall auf 1/4-Leistung bei
Vorabstimmung um 1,65 kHz bzw. auf 1/1.000.000-Leistung
bei einer von 6 kHz) Das Verhältnis obiger Dämpfungsmaße
ergibt bekanntlic den Formfaktor (Shapefaktor). Er beträgt
beim Satellit 3000 etwa 3,6.
Die 2. ZF wird vom nachfolgenden zweiten
Zwischenfrequenzverstärker (T 501, T 502) verstärkt und
mittels einer Diode (D 501) demoduliert. Die verbleibende
niederfrequente Information (Sprache Musik) passiert den
abschaltbaren Störbegrenzer (ANL) und gelangt zum NF-Verstärker,
welcher eine Leistung von 2,5 W (Batteriebetrieb) bzw. 5
W (Netzbetrieb) an den Lautsprecher abgibt. Bei
eingeschaltetem ANL werden die Spitzen eines störbehafteten
Signals abgeschnitten (clipped). Zwischen ANL und NF-Verstärker
liegt auch das 4-stufige Interferenzfilter (im
Blockschaltbild nicht eingezeichnet). Es ist mechanisch
mit dem Bandbreitenschalter gekoppelt und gestattet auch
niederfrequenzmässig eine Veränderung der Bandbreite.
Bei störungsfrei einfallenden KW-Stationen ermöglicht
die Stellung 'superbreit' eine ausgezeichnete Tonqualität.
Die Schaltung des S-Meters wurde zugunsten einer
genaueren Ablese verändert. Es liegt am Ausgang eines
Differenzverstärkers (T 503, T 504), welcher von der
feldstärkeabhängigen Spannung zwischen Diode (D 501)
und T 502 gespeist wird. In Abb. 4 ist der
Skalenausschlag in Abhängigkeit von der Empfangsspannung
dargestellt. Man erkennt den wesentlich lineareren
Kurvenverlauf beim Satellit 3000, während bei den
Modellen 2000/2100 bereits eine Antennenspannung von 1 mV
das Instrument zum Endausschlag brachte und somit das
Ablesen grösserer Feldstärken unmöglich machte,
gestattet das neue Schaltungskonzept eine stetig
wachsende Anzeige zwischen 1 uV und 100 mV. Zum Empfang
von Einseitenband- und CW-Sendungen wird dem 2 ZF-Verstärker
auch das SSB-Signal entnommen und einem Produktdetektor (T
701, T 702) zugeführt. Hier erfolgt Mischung mit dem
Hilfsträger des 460 kHz-Oszillators (T 703), welcher
eine Frequenzvariation von +/- 1 kHz erlaubt (induktive
Abstimmung). Im Detektor bilden sich Summen- und
Differenzfrequenz; erstere wird nicht benötigt und daher
mittels Kondensatoren abgeblockt. Die Differenzfrequenz,
das eigentliche niederfrequente Signal, wird wie oben
geschildert, dem NF-Verstärker zugeführt. Die
automatische Schwundregelung erfolgt über die AVC-Leistung;
sie ist notwendig, um starke Feldstärkeschwankungen
auszugleichen. Bei HF-Handregelung (MVC) wird diese
Leistung aufgetrennt und die Regelspannung an den
Schleifkontakt eines von außen bedienbaren Potis gelegt.
Nun lässt sich die HF genau dosieren (wichtig bei SSB)
bzw. eine AM-Station auf maximale Verstärkung "aufdrehen".
Wer diese Zeilen aufmerksam gelesen hat, wird auch ohne weiteres die
Signalaufbereitung der übrigen AM-Bereiche (LW - KW 2)
verstehen. Dort wurde, wie oben schon erwähnt, vom
einfachen Ueberlagerungsprinzip Gebrauch gemacht.
Hervorzuheben beim FM-Teil ist der kreuzmodulationsfeste
DualGate-Mosfet in der HF-Vorstufe, sowie die
vollelektronische Abstimmung durch Kapazitätsdioden.
Dieses neue Frequenzwahlprinzip ermöglichte auch die
Verwirklichung von UKW Feststationstasten. Die zum
Betrieb von Kapazitätsdioden erforderliche höhere
Spannung wird in einem 30V-Wandler erzeugt. Auch in
diesem Wellenbereich liefert ein gesonderter Anzeigeverstärker
(T 309) dem S-Meter die der Feldstärke proportionale
Spannung (alle erwähnten Punkte neu beim Satellit 3000).
Bild 5 gibt Aufschluss über
Spiegelfrequenzselektion und Empfindlichkeiten bei
verschiedenen Signal-Rauschabständen. Abb. 6 zeigt zum
Vergleich die Verhältnisse bei den Modellen 2000/2100.
Man erkennt die etwas besseren Werte beim neuen Typ,
hauptsächlich im Tropenband (KW 2), sowie zwischen 20
MHz und 30 MHz. Diese Qualitätssteigerung ist auf die
Verwendung anderer Transistoren, neuer Bauelemente und
verbesserter Dimensonierung zurückzufuhren.
Abb. 7. zeigt das Blockschaltbild des Frequenzzählers.
Üblicherweise misst man das jeweilige Ozsillatorsignal.
Da letzteres stets um den Betrag der Zwischenfrequenz höher
liegt, musste ein voreinstellbarer Zähler Anwendung
finden, welcher sich auf die verschiedenen ZF's
programmieren lässt. Der Zähler subtrahiert also
konstant, je nach Wellenbereich, die Werte 10,7 MHz, 2
MHz bzw. 460 kHz und bringt so die echte Empfangsfrequenz
zur Anzeige. Als Baustein fand hierfür der
hochintegrierte P-Mos-Schaltkreis TMS 3878 von Texas
Instr. Verwendung (IC 806).
Die Ankoppelung des Zählers erfolgt über kleine Kapazitäten
zwischen 5,6 pf und 15 pf (je nach Bereich) an die
Oszillatorkreise. Bevor die Signale an die Eingänge der
Verstärkerstufen (T 801 - T 804) gelangen, sorgen noch
zusätzliche Trennstufen für eine niederohmige und rückwirkungsfreie
Ankoppelung (vgl. Hauptblockschaltbild).
Die verstärkten Frequenzen gelangen nicht direkt zum Zähler,
sondern durchlaufen eine bis drei Teilerketten (von
Wellenbereich zu Wellenbereich verschieden, IC 801 bis
803). Die Teilfaktoren betragen 512 (FM), 128 (KW 3 - 10)
bzw. 16 bei den übrigen Bereichen. Durch diese Massnahme
gelangen, wie man sich leicht durch Rechnung selbst überzeugen
kann, keine hohen Frequenzen an den Eingang des
eigentlichen Zählers, des schon erwähnten IC 806 (die höchste
Frequenz beträgt 353,7 kHz). Werte dieser Größenordnung
lassen sich komplikationsfrei weiterverarbeiten.
Die Zeitbasis wird durch einen 5,12 MHz-Quarzoszillator
gesteuert, deren Signal ebenfalls einen Teiler 16: 1
durchläuft (IC 805) und an deren Referenzeingang des IC
806 gelangt. Aus den resultierenden 320 kHz erzeugt der
Baustein intern die Zählzeiten, welche zur Steuerung der
Gatter benötigt werden, nämlich 51.2 ms bei FM, 128 ms
bei KW 3 - KW 10 und 16 ms bei den übrigen Bereichen. Während
dieser Zeitabschnitte werden also die eingehenden Impulse
gezählt, gespeichert, dekodiert und multiplex der fünfstelligen
7-Segment-Anzeige zugeführt.
Der gesamte Zählerblock ist von der restlichen Schaltung
durch ein Metallgehäuse mit abnehmbarem Deckel und Boden
abgeschirmt; die abgehenden Leitungen sind steckbar
angeordnet (servicefreundlich). Ein ausgeklügeltes
Stromversorgungssystem (Wandlerbausteine,
Konstantstromquellen etc.) speist Zähler- und
Empfangseinheit auch bei Batteriebetrieb mit
hochstabilisierten Spannungen.
Erfahrungsbericht
Was leistet nun der Satellit 3000 in der Praxis? Als
erstes fiel mir der störungsfreie Betrieb des Zählers
auf, der wirklich alle AM-Bereiche auf 1 kHz genau
einzustellen erlaubt (FM: 10 kHz) und somit eine
Stationssuche vergessen lässt. Ich hatte in den
vergangenen zwei Jahren Gelegenheit, Frequenzzähler
verschiedenster Fabrikate (insgesamt vier) extern an
einen Satellit 2100 anzuschliessen. Ergebnis: Keines der
sonst recht zufriedenstellenden Geräte arbeitete auf
allen Frequenzen, namentlich den hohen KW-Bereichen so
brummfrei wie die interne Anzeige des Modells 3000. Hier
macht sich eben bemerkbar, daß der Zähler optimal auf
dem Empfänger zugeschnitten ist und der Hersteller
erheblichen Aufwand an Entkopplungs- und inneren
Abschirmungsmassnahmen getroffen hat. Die
Bedienungsanleitung vermerkt, auf welchen Frequenzen zählerbedingte
Pfeifstörungen auftreten können. Keine davon rief einen
S-Meterausschlag hervor; manche waren überhaupt erst bei
SSB-Betrieb wahrnehmbar. Ohne Hinweis wären sie mir möglicherweise
gar nicht aufgefallen.
Auch die Einfachheit der Stationseinstellung ist hervorzuheben: Bandtaste drücken,
je nach Bereich eventuell noch den Trommeltuner betätigen,
mittels Skalenknopf die gewünschte Station auf vollen S-Meterausschlag
bringen, an der Digital-Anzeige Frequenz ablesen - fertig!
Nicht der Rede wert?! So mancher Empfänger aus anderen
Erdteilen, hochgelobt in Prospekten etc., kann sich
diesbezüglich eine Scheibe abschneiden. Beispielsweise
sind aussereuropäische MW-Stationen bekanntlich oft nur
für Minuten hörbar. Ein nächtlicher, per Telefon
gegebener Empfangstip kann bei besagten Geräten häufig
nicht nachvollzogen werden. Der schwache "Amerikaner"
wartet nicht, bis alle Bedienungselemente auf seine
Frequenz getuned sind, "röchelt" 'good bye'
und fadet aus (hi).
Empfindlichkeit und Trennschärfe bringen sehr
zufriedenstellende Resultate. Am 14. 6. wurden ab 0150
GMT auf Mittelwelle die kanadischen Stationen CKVO und
CBN auf 710 bzw. 640 kHz gebört (beide St. John's,
Neufundland), letztere fast mit Ortssenderqualität. Als
Antenne diente eine Rahmenantenne eigener Konstruktion.
Auch im Tropenband waren nachts zahlreiche Südamerikaner
hörbar, obwohl meist nur die eingebaute Teleskopantenne
benutzt wurde. Bei einem Trennschärfevergleich mit dem
Trio 9R 59 DS zeigte der Satellit 3000 bessere Ergebnisse.
Mitte Mai konnte beispielsweise Radio Nueva America (Bolivien)
auf 4797 kHz empfangen und deutlich von Radio Lara (Venezuela)
getrennt werden. Der Trio ermöglichte dagegen nur den
Empfang der venezolanischen Station. Ein besonderer
Leckerbissen war am 10. 4. der fast störungsfreie
Empfang von Radio Neuseeland auf 15130 kHz zwischen 0658
und 0730 GMT (Teleskopantenne!). Dies führte ich
allerdings weniger auf die Qualität des Empfängers, als
auf die damals herrschenden besonderen atmosphärischen
Bedingungen zurück. Wenige Tage später fand nämlich
eine große Sonneneruption statt. In der Tat konnte die
Station auch mit einem anderen, allerdings mit
Langdrahtantenne ausgerüstetem Empfänger aufgenommen
werden.
Zurück zur Trennschärfe.
Da ich es genau wissen wollte, schleppte ich den RX in
den Nahbereich des AFN Bremerhaven (1142 kHz). Beim
Verstimmen der Frequenz um +/- 9 kHz waren nur noch
schwache Sprachspitzen hörbar. Und dies, obwohl im MW-Bereich
als Teil des Einfachsuperblocks "nur" das
keramische Filter wirksam ist. Was mir aber viel
wichtiger erschien: AFN-Studio Bremerhaven war wirklich
nur auf der zugeordneten QRG, und nicht auf -zig weiteren,
durch Kreuzmodulation verursachten Frequenzen hörbar.
Einige kritische Bemerkungen zur Antennenanpassung:
Obwohl Empfang in den Trommeltunerbereichen bereits mit
Teleskopantenne sehr brauchbar ist, kann er durch Außenantenne
unter Benutzung des Antennentrimmers noch optimalisiert
werden. Bei einer bestimmten Stellung springt der Zeiger
des Feldstärkeinstruments deutlich auf einen höheren
Wert. Gerade aber weil er so wirkungsvoll funktioniert,
ist es ärgerlich, daß beim neuen Modell seine Bedienung
nur über ein mickriges Knöpfchen erfolgt, und somit
schon etwas Fingerspitzengefühl erfordert Bei den übrigen
AM-Bereichen ist der Trimmer leider unwirksam, was sich
durch entsprechende schlechtere Antennenanpassung
bemerkbar macht. Eine 15 m lange Doppel-L-Antenne brachte
im KW 1- Bereich (1,6 - 3,5 MHz), aber auch bei KW 2 im
60 m-Band, häufig schlechtere Ergebnisse. Die Signale
wurden zwar in jedem Fall angehoben, der Empfang mancher
Station wurde jedoch durch Spiegelfrequenzen vermatscht.
Günstigerweise koppelt man die Langdrahtantenne lose an
den Teleskopstab an oder man benutzt ein Anpassgerät. lm
Mittelwellenbereich war dagegen mit Langdraht guter - mit
abgestimmte Rahmenantenne - sehr guter Empfang möglich.
Das vergrösserte, gut ablesbare Feldstärkeinstrument erlaubt eine bequeme
Ablese (flinker Zeigerausschlag). Eine Station, welche
bei voll aufgedrehter Verstärkung (MVC) den Zeiger zum
Endausschlag bringt (50 Skalenteile), verursacht bei AVC,
also eingeschalteter Schwundregelung, nur 10 Skalenteile.
Ein entsprechender späterer Begrenzungseinsatz wäre
vielleicht etwas günstiger:
Der Empfang von SSB-Sendungen lässt qualitativ nichts zu wünschen übrig. Da das 40 m-
und 15 m-Amateurband in die gespreizten Tunerbereiche 41
mb bzw. 13 mb einbezogen sind, erübrigt sich bei diesen
Bändern sogar ein Nachstimmen des SSB/CW-Feinreglers.
Letztere muß allerdings bei den übrigen
Amateurbereichen zur optimale: Sprachverständlichkeit
bedient werden.
Was die Bandeinteilung betrifft, so kann man im Hinblick auf die eigentlichen KW-Rundfunkbereiche
sehr zufrieden sein. Die nicht gespreizten Bänder ermöglichen
eine sehr feinfühlige Stationseinstellung. Leider konnte
das 60 m-Band immer noch nicht im Ttommeltunerbereich
Eingang halten. Dies brachte speziell den
Tropenbandfreunden unter den Besitzern der Modelle 2000/2100
einigen Ärger. Beim Satellit 3000 Lässt sich dagegen
auch hier, durch Digitalanzeige, jede Station genau
einstellen. Am schlechtesten sind die CB-Bänder dran,
obwohl der RX in diesen Bereichen spürbar empfindlicher
und auch stabiler arbeitet als die älteren Typen. Die
besagten 12 Kanäle nehmen im insgesamt 6,6 MHz breiten K
10- Band nur wenige Millimeter ein. Besser wären sie im
gespreizten "11 m - Band" untergebracht,
wodurch letzteres seinen Namen wirklich verdient hätte.
Der UKW-Teil ermöglicht
brilliante Wiedergabequalität. Auch hier wurde auf große
Empfindlichkeit, hohe Trennschärfe und
Kreuzmodulationssicherheit geachtet. Unter dem Aspekt des
UKW-DXings habe ich das Gerät allerdings nicht getestet.
Auf die zwar recht attraktiv wirkende LCD-Quarzuhr könnte man, so glaube
ich, verzichten. Armbandausführungen dieser Art sind
heute bekanntlich schon zwischen 30 und 40 D-Mark erhältlich
Sie wird im Gesamtbugdet des Empfängers wohl auch keinen
großen Anteil haben.
Schlussbemerkungen
Vielen zeitgemässen Empfängern liegen neuere
Schaltungskonzepte zugrunde, welche sich bei
unerschwinglichen Profiausführungen bewährt haben. Im
Mittelklasse-Typ wurde dann aus wirtschaftlichen Gründen
vieles stark vereinfacht, was sich häufig in unerwünschten
Störungen oder auch umständlicher Bedienung niederschlägt.
Grundig hielt am konventionellen Doppelsuper- Prinzip
fest, welches unter Verwendung modernster Bauelemente,
durchdachter Dimensionierung und stabilem Aufbau
hervorragende Resultate liefert.
Technische Bereiche
Bereiche
FM 87,5 - 108
LW 145 - 420
MW 510 - 1620
K 1 1,6 - 3,5 MHz (187 - 85 m)
K 2 3,3 - 5,2 MHz ( 90-58m)
KW-Tuner (Bereiche): (gespreizte Bänder)
K 3 5,0 - 6,65 MHz ( 60 - 45 m); 5,91 - 6,28 MHz (49 m)
K 4 6,6 - 8,4 MHz (45,5- 36 m) 6,99 - 7,32 MHz (41/40m)
K 5 8,2 - 10,55 MHz (36 - 28,5 m) 9,4 - 9,9 MHz (31 m)
K 6 10,5 - 13,2 MHz (28,5 - 23 m) 11,6 - 12,1 MHz(25 m)
K 7 12,9 - 16,3 MHz (23,5 - 18,5 m) 15,0 - 15,7 MHz (19 m)
K 8 15,8 - 19,8 MHz (19 - 15,5 m) 17,4 - 18,1 MHz (16 m)
K 9 18,35 - 23,5 MHz (16,5 - 13 m) 20,9 - 21,9 MHz (13/15m)
K 10 23,4 - 30,0 MHz (13 - 10 m) 25,4 - 26,5 MHz (11 m)
Bandbreiten: schmal 2,4 kHz (- 3 dB) breit 6,0 kHz (- 3 dB)
Frequenzzähler (Genauigkeit): AM: +/- 1 kHz FM; +/- 10 kHz
Kreise: FM: 13, davon 3 abstimmbar
AM: (L, M, K 1, K 2): 8 + Keramikschwinger, davon 3
abstimmbar
(K 3 bis K 10): 11 + Keramikschwinger + Quarzfilter,
davon 3 abstimmbar
Eingebaute Antennen "MM"-Teleskopantenne
für UKW (810 mm), für KW (1440 mm), abschaltbar;
Ferritstab-Antenne für MW und LW, abschaltbar
Antennentrimmer für Außen- und Autoantenne bei K 3 bis
K 10
Bestückung 9 IC's, 51
Transistoren, 23 Dioden, 12 Stabilisatoren, 5 Thyristoren,
1 Gleichrichter
Strom- bzw. Leistungsaufnahme (mit Signal) bei 9 V Batteriebetrieb
nach DIN 45 314: AM: ca 65 mA; FM: ca 75 mA
bei 220 V Netzbetrieb nach DIN 45 324: 14 W
Maximale Leistungsaufnahme bei 240 V und Vollaussteuerung: 20 W
Ausgangsleistung (nach DIN 45 324)bei Batteriebetrieb: 2,5 W, Sinusleistung
bei Netzbetrieb: 5 W Sinusleistung
bei Netzbetrieb: 7,5 W Musikleistung
Gewicht: 8,9 kg (ohne Batterien)
Abmessungen: ca 50 x 23 x 12 cm
Preis: ca DM 1500.-