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Grundig,Fürth |
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überarbeitet am 17.6.2010 |
Grundig Satellit 3400Mit dem Grundig Satellit 3000 Digital brachte Grundig im Jahre 1977 den ersten Weltempfänger mit digitaler Frequenzanzeige heraus, das Vorgängermodell wurde um einen Frequenzzähler erweitert und in der Baureihe erstmals auch der SSB-Empfang im Gerät integriert.Im folgenden Jahr wurde der Empfänger kosmetisch überarbeitet und blieb als Satellit 3400 bis 1982 das Flaggschiff in Grundigs Kurzwellenempfänger - Angebot.
Mit seinen Abmessungen von 52 x 32 x 14 cm und dem Leergewicht von 8,9 kg schon ohne die sechs zum Batteriebetrieb notwendigen UM-1 Batterien ist der Satellit 3400 der schwerste und grösste Kurzwellenempfänger von Grundig, die Tragbarkeit machten vor allem der stabile Traggriff an der Oberseite und die beidseits im Stil von kommerziellen Seefunkempfängern abgebrachten Schutzbügel aus. Neben Netzbetrieb mit 110 oder 220 V war auch der Akkubetrieb mit einem im Gerät aufladbaren Akkupack vorgesehen. Rechts vom etwas redimensionierten Lautsprechergrill,
hinter dem sich neben dem im Bassbereich starken
Lautsprecher noch ein schaltbarer Hochtöner Gehör
verschafft, liegen übereinander die drei Anzeigefenster
für das S-Meter, eine Digitaluhr und die
LED-Frequenzanzeige. Das S-Meter ist erstmals
grosszügiger dimensioniert, die Skala von 0-10 aber
nicht Standard, für einen Mitten- oder gar
Rechtsausschlag sind enorme Signalstärken notwendig. Die
gesamte Quartzuhr, welche mit zwei separaten Knopfzellen
gespiesen wird, kann mit einem spitzen Gegenstand aus dem
Gehäuse herausgehebelt werden, alternativ zur Zeit kann
auch das Datum angezeigt werden, eine Schaltuhrfunktion
ist leider nicht vorgesehen. Die roten, im hellen
Tageslicht etwas dunklen, Ziffern der Frequenzanzeige,
geben die eingestellte Frequenz in den AM-Bereichen auf 1
kHz, in FM auf 10 kHz genau an, um kostbaren
Batteriestrom zu sparen und um allfällige durch die
Digitalelektronik verursachte Störungen schwacher
Sender zum Umgehen, kann der Frequenzzähier auch
abgeschaltet werden. In den Kurzwellenbereichen 3-10 durchläuft das Signal zunächst eine mit einem Dual-Gate- MOS-FET bestückte Vorstufe und wird im ersten Mischer auf die niedrige Zwischenfrequenz von 2 kHz umgesetzt, als erstes ZF-Filter wird im Satellit 3400 ein Quartzfilter eingesetzt. Im zweiten Mischer erfolgt die Umsetzung auf die zweite ZF von 460 kHz, wonach das Signal ZF-Filter zur Bandbreitenbeschneidung durchläuft. Der Satellit 3400 verfügt über drei schaltbare Bandbreiten, in den Stellungen schmal und breit werden zwei Filter mit einer Bandbreite von 2,5 resp. 7,2 kHz (-6dB) eingesetzt. In der Stellung superbreit wird nicht ein drittes ZF-Filter eingesetzt, sondern die Beschneidung des NF-Frequenzganges aufgehoben und mit dem breiteren Frequenzspektrum bei starken ungestörten Sendern beinahe ein HiFi-Klang ermöglicht. Danach wird auch das BFO- Oszillatorsignal von 461 für USB resp. 459 kHz zum Einseitenbandempfang zugemischt. Nach dem Diodendemodulator und dem Störbegrenzer wird das NF-Signal in der Endstufe Grundig- typisch aufbereitet, im Netzbetrieb überzeugt der Satellit 3400 mit 3,8 Watt Ausgangsleistung und auch dank des im UKW-Betrieb zuschaltbaren Hochtöners mit seinem Klang. Die Frequenz- anzeige erfolgt konventionell, die Oszillatorfrequenz wird im ersten Mischer ausgekoppelt und über Trennstufen einem Frequenzzähler zugeführt, der aufgrund der Referenzfrequenz alle 320 kHz und auch im UKW-Bereich bei 87,5 und 103 MHz zu Störstellen führt, und zum Empfang schwacher Signale auf betroffenen Frequenzen abschaltbar ist. Empfangsmässig muss sich der Grundig Satellit 3400
nicht mit Reiseradios sondern mit Stationsempfängern
messen und belegt dort einen Platz im vorderen
Mittelfeld, technisch entsprach das Gerät mit
Trommeltuner & Frequenzzähler bei seinem Erscheinen
und vor allem gegen Ende der Produktionszeit nicht mehr
dem neuesten Stand. Mit der Einfachsupertechnik in den
unteren Frequenzbereichen ist dort die Empfindlichkeit
gut und im Tropenband macht auch das schmale ZF-Filter
einen guten Eindruck, problematischer sind die
zahlreichen Spiegelfrequenzen, die anstelle eines
unidentifizierten Bolivianers das deutsche Abendprogramm
aus Moskau im 90m- Band auftauchen lassen. Besser ist die
Spiegelfrequenzsicherheit in den Kurzwellenbereichen
3-10, in denen der Sat 3400 als Doppelsuper geschaltet
ist, in diesen Bereichen muss dank der Band- spreizung
auch die Frequenzeinstellung nicht so feinfühlig bedient
werden. Die Empfindlichkeit an der eingebauten
Teleskopantenne ist durchschnittlich, erlaubt aber den
Empfang der internationalen Auslandssender und
"basic DX". Der Einseitenbandempfang mittels
BFO erlaubt den Empfang von Seefunk- und
Amateurfunkstationen, zum ECSS-Empfang indem der im
Empfänger zugemischte Träger den Träger eines
AM-Signals ersetzt und zum Empfang von Funkfernschreib-
und Faxstationen ist die Frequenz nicht stabil genug. Am
besten am Grundig Satellit 3400 hat mir der UKW-Empfang
gefallen, neben einer hervorragenden auf die
europäischen Verhältnisse mit dem Gedränge im
UKW-Bereich zugeschnittenen Trennschärfe verfügt der
Empfänger auch über eine sehr hohe Empfindlichkeit.
Mickrige Signale entfernter Lokalstationen bringt der
Sat. in guter NF-Qualität aus dem Lautsprecher, mit
anderen Weltempfängern mit als gut beurteiltem UKW-Teil
hörte ich wiederholt nur Grundrauschen oder gar die
starke Lokalstation, die 1 MHz weiter unten sendet. Fürs
UKW-DX ist der Satellit 3400 für mich immer noch
Empfänger der Wahl. weitere Lektüre: © Martin Bösch 25.7.1999
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