Ruhig war es in den letzten Jahren um die Empfänger dieses Herstellers
geworden. Einige befürchteten sogar, daß nach dem Rückzug
aus dem Amateurfunk- und CB-Gerätemarkt bald auch die
Weltempfänger nicht mehr für das Unternehmen
interessant sein könnten. Nach knapp zwei Jahren
Entwicklung ist man aber nun mit einem Gerät auf den
Markt gekommen, das echte Neuigkeiten in sich birgt. Es
trifft sich dabei gut, daß just 1989 das 25. Jahr der
Satellitenfertigung bei Grundig ist, zudem im Herbst die
Internationale Funkausstellung in Berlin stattfindet.
Eine neue Generation
Der Satellit 500 hat in etwa die Maße seines Vorgängers
mit der Typenbezeichnung 400. Aber schon in der
Projektionsstufe, zu der auch Fachredakteure hinzugezogen
wurden, zeichnete sich ab, daß hier eine echte
Innovation angesagt war. Das Gerät muß nun auch in eine
andere Geräteklasse eingeordnet werden: Wurde der Typ
400 noch mit dem Sony ICF 7600 D verglichen, so bleibt
heute nur der Vergleich mit dem Sony ICF 2001 D. Die
Vergleichsmöglichkeit beschränkt sich dabei nicht nur
auf die Technik, auch der Preis von unter 800 DM beim
Grundig Satellit 500 läßt aufhorchen.
Fangen wir einmal ganz vorne an und packen das Gerät aus. Etwas großvolumig
ist der Karton, aber trotz der styroporarmen Verpackung
kann dieses Gerät auch unsanften Transport, z.B. vom
Produktionsort in Portugal zum Händler, gut überstehen.
Ein Netzgerät ist beigepackt, je nach Ländergruppe sind
die Stecker vorbereitet. Unser Vorseriengerät in der
Ausführung "Professional" war für den
deutschen Markt ausgelegt, also auf 148 bis 26100 kHz
"kastriert", die internationale Ausführung
geht selbstverständlich bis 30 MHz. Ebenfalls beigepackt
sind drei Broschüren. Die eigentliche Betriebsanleitung
ist ausführlich und übersichtlich gegliedert, für
Reisen usw. Iiegt eine Kurzanleitung bei, des weiteren
eine "ROM-Tabelle", auf die wir noch zu
sprechen kommen.
Die Gestaltung der Bedienungselemente wie auch des Äußeren des Gerätes
verrät schon, wieviel Mühe man sich auch mit den
kleinsten Details gemacht hat. Unsere Gespräche mit dem
Produkt-Team wie dem Produktmanager bei Grundig verstärkten
unseren Eindruck, daß hier nicht nur ein Radio mit guten
Klangeigenschaften auf den Markt kommt, sondern ein
echter Grundig Satellit, ein Gerät, das die Leistungsfähigkeit
des Hauses beweist und, anders als der Satellit 300, die
Bezeichnung "Satellit" zurecht trägt.
Erfahrungen aus anderen Produktlinien wie Videorecorder
und Autoradios sind hier eingeflossen . Das Gehäuse
besteht aus einem anthrazitfarbenen Kunststoff mit
starker Silberpigmentierung. Optisch gut darauf
abgestimmt sind die zumeist in Grautönen gehaltenen Flächen
und Bedienelemente. Wo immer möglich, sind die Kanten
des Gehäuses abgerundet. Die Abdeckung des großen
Lautsprechers ist aus Metall, was sich positiv auf den
Klang auswirkt. Über die Bedienflächen ist eine
durchsichtige rauchfarbene und stabile
Kunststoffabdeckung gesteckt, die leicht abzunehmen ist,
ohne daß etwas abbricht oder verkratzt.
Die seitlichen Drehknöpfe (Bässe und Höhen, Lautstärke, HF-Kontrolle,
Frequenzabstimmung und Transportverriegelung) sind bündig
untergebracht. Sie bestehen aus einem besonders
griffsympathischen Kunststoff. Nebenbei: Grundig ist
einer der größten Kunststoffverarbeiter Europas und
kann hier auf einen beträchtlichen Erfahrungsschatz (neu
deutsch: Know-How) zurückgreifen.
Die Zeitzonenkarte auf der Oberfläche des Gerätes mag für
manchen überflüssig erscheinen, die Tabelle mit den
Rundfunk- und Amateurfunkbereichen ist es sicherlich
nicht. Die rund 102 cm lange Teleskopantenne rechts außen
kann voll versenkt werden. Die Krankheiten der Vorgängermodelle
sind hier offensichtlich beseitigt, so fällt das Gerät
nicht um, wenn die Antenne voll ausgefahren schräg
gestellt wird.
Verschiedene Schalter und Anschlüsse findet man auf den
Schmalseiten, wie die Drehknöpfe leicht versenkt. Die
Kopfhörerbuchse ist für den Stereobetrieb ausgelegt.
Der Satellit 500 verarbeitet auf UKW auch Stereosendungen)
der Decoder und die zweite Endstufe (linker Kanal) sind
vorhanden. Der Anschluß für Tonbandgeräte usw. ist als
Cinchbuchse ausgeführt und kann nur ein Monosignal
liefern. Will man Stereoaufnahmen machen, so ist die
Kopfhörerbuchse zu benutzen, die auf AUX- bzw. LlNE-Eingangsbuchsen
von Stereoanlagen abgestimmt ist. Praktisch und
stromsparend ist hierbei, daß der Stereoteil des Empfängers
erst dann aktiviert wird, wenn ein Stecker in der
Lautsprecher- bzw. Kopfhörerbuchse steckt.
Auf der rechten Schmalseite sind die Anschlüsse für
eine externe Antenne (Koax nach DIN 45325), der
Antennenschalter intern/extern und ein Antennenabschwächer
(- 20 dB) für den Kurzwellenempfang untergebracht. Die
Antennenbuchse ist, wie auch die anderen Buchsen und Ausgänge,
solide konstruiert und montiert. Der externe
Antennenanschluß gilt für alle Wellenbereiche, bei
Mittelwelle und Langwelle wird das Signal mittels einer
kleinen Hilfsspule auf die eingebaute Ferritantenne
gekoppelt. Die Eingangsimpedanz beträgt auf UKW 75 Ohm,
was der (deutschen) Norm entspricht. Im LMK-Bereich ist
sie auf 50 Ohm eingerichtet. Das Gerät kann übrigens
auch an Kabelanlagen und Gemeinschaftsantennen
angeschlossen werden. Soweit diese den Normen entsprechen,
sind keine Probleme mit dem Großsignalverhalten zu
erwarten.
Der 10 cm große Lautsprecher und die getrennte Einstellmöglichkeit
für Höhen und Bässe bringen bei optimaler Lautstärkeeinstellung
einen guten Klang. Dies war schon immer eine Stärke der
Weltempfänger von Grundig. Der Sony ICF 2001 D klingt
daneben etwas "künstlich". Die
Ausgangsleistung wird beim Satellit 500 mit 0,5 W bei
Batteriebetrieb und 1,5 W bei Netzbetrieb angegeben, ist
also mit der des Kontrahenten nahezu identisch.
Das Gerät steht auf rutschfesten Füssen, wenn man die
kurzen Erhebungen auf der Unterseite so nennen möchte.
Die Bohrungen ermöglichen Verankerungen mit M4-Schrauben,
z.B. auf Booten und in Wohnmobilen, aber auch die Abwehr
aufräumwütiger Mitbewohner(innen) ...
Auf der Rückseite befindet sich eine praktische
ausklappbare Stütze für den stationären Betrieb.
Ebenfalls von der Rückseite zugängig ist das
Batteriefach. Hier kann man wahlweise vier Monozellen
oder vier Akkus (NiCd) im Monozellenformat einsetzen. Die
Akkus können im Gerät selbst aufgeladen werden, dazu
ist lediglich ein kleiner Schalter im Batteriefach zu betätigen.
Neben der Stromversorgung über das mitgelieferte
Netzteil kann man aber auch externe Gleichspannungen von
6 bis 9 Volt verwenden. Beim Betrieb an einem 12-V-Netz
ist ein entsprechender Adapter notwendig. Bei Netzausfall
schaltet das Gerät sofort auf die interne Stromquelle um.
Im Batteriefach ist übrigens auch der Umschalter des MW-Rasters
von 9 kHz (Europa) auf 10 kHz (Nordamerika) zu suchen.
Optimiert wurde auch der Stromverbrauch des Gerätes. Die
nicht mitgelieferten Batterien (Alkali-Mangan) ermöglichen
eine Spieldauer von über 90 Stunden, der Sony ICF 2001 D
hat einen stärkeren Verbrauch.
Das Innere eröffnet sich nach dem Lösen von vier versenkten Kreuzschlitzschrauben.
Die einzelnen Teile sind ohne Lötarbeiten gut zugänglich,
lediglich Steck- und Schraubverbindungen müssen gelöst
werden. Der Aufbau der Platinen ist übersichtlich. Die
Bauteile sind in SMD-Technik aufgebracht. Das bedeutet für
notorische Bastler und Halb-Profis nur: Finger weg! Hinzu
kommt noch, daß viele Bauteile, wohl auch wegen ihrer
Winzigkeit, nicht beschriftet sind.
Der technischen Beschreibung ist zu entnehmen, daß der Satellit 500 von
148 kHz bis 26100 kHz (Exportversion bis 30000 kHz) als
Doppelsuper ausgelegt ist. Die erste ZF beträgt 54,5 MHz,
die zweite 450 kHz, Spiegelfrequenzen sind schon aus
dieser Sicht unwahrscheinlich. Die mitlaufende
Vorselektion ist für ein Gerät dieser Preisklasse neu.
Sie wirkt in allen Bereichen und ist z.B. auf Kurzwelle
in vier Durchlaßbereiche geschaltet. Ein Mikroprozessor
übernimmt die automatische Abstimmung. Die
Feinabstimmung von Hand ist möglich, in der Praxis aber
wohl selten nötig.
Nach dem externen Antenneneingang ist ein HF-Transformator
geschaltet. Hierdurch sollen die jeweiligen Impedanzen
auf die in diesem Empfänger verwendete 50-Ohm-Technik
umgesetzt werden. Hinter dem ersten Mischer, einem
Ringmischer mit zwei FETs, sitzen ein mehrpoliges
Quarzfilter mit 18 kHz Durchlaßbreite bei - 6 dB und
dahinter ein zweistufiger ZF-Verstärker. Nach dem
zweiten Mischer folgen Keramikfilter für die
Nahselektion. Eingesetzt werden MURATA-Filter von ca. 6,8
kHz und ca. 3,8 kHz Bandbreite. Die Filter sind
hintereinander geschaltet. Das Signal muß somit zuerst
durch dass breitere Filter, wenn die Bandbreite "schmal"
eingestellt ist. Dies wirkt sich positiv auf die
Flankensteilheit des Signals und damit auf den Schutz vor
dem Durch schlagen starker Nachbarstationen aus.
Der weitere Signalverlauf hängt von der gewählten
Modulationsart ab. Interessant ist hier der
Synchrondemodulator (s. hierzu auch wwh 3 und 7/86), der
stets mit dem vollen Signal arbeitet. Der Verstimmbereich
liegt bei rund 2,5 kHz (+/). Verzerrungseffekte können
hiermit spürbar herabgesetzt werden, was das Hören von
manchen Kurzwellensendungen angenehmer macht.
Auf die Baß und Höhenregelung wird bei Grundig stets
hohen Wert gelegt, schließlich kommt der Klang des
Lautsprechers nicht von ungefähr. Beim Baßregler werden
-37dB/10 kHz und beim Höhenregler -17 dB / 60 Hz genannt.
Das eigentliche Herz des Empfängers ist einer der leistungsfähigsten
Mikroprozessoren (NEC D-75108G), die für solch komplexe
Ermpfängerschaltungen verfügbar sind. Er enthält die
gesamte Steuerlogik für die Bedienung, die PLL-Steuerung,
die Oszillatoren sowie einige Treiberschaltungen und
Speicherbereiche, über die noch zu sprechen ist. Nicht
dokumentiert ist, daß der Speicher über eine interne
Schnittstelle zugänglich ist. Auch gewieften Bastlern
und Programmierern wird dieses Wissen wohl keine Vorteile
bringen, zu komplex ist dieser Bereich.
Die Flüssigkristallanzeige verdient besondere Beachtung.
Es ist die größte die jemals für ein Produkt bei
Grundig verwendet wurde. Mehr als 100 Segmente bzw.
Zeichen werden angesteuert. Zur flimmerfreien Anzeige
werden zwei Treiberschaltungen notwendig. Das ganze Feld
wie auch das rechte Tastenfeld sind bei Netzbetrieb
dauernd beleuchtet ("Nachtdesign"). Wird das
Gerät mit Batterien bzw. Akkus betrieben, so schaltet
sich die Beleuchtung für 10 Sekunden ein, sobald eine
der Tasten gedrückt wurde.
Komplexe Funktionen
Die große gegliederte Anzeige läßt schon ahnen,
welche Möglichkeiten der Bedienung und Steuerung sich
bei diesem Gerät auftun. Was bei jedem elektrischen und
noch eher für jedes elektronische Gerät dringend
anzuraten ist, gilt auch hier: Die beigepackte
Gebrauchsanleitung in aller Ruhe studieren. Dann kann es
auch nicht wie einem unserer Tester passieren, daß dem
Gerät nur Rauschen entlockt werden konnte, weil der
Antennenschalter falsch eingestellt war. Aber ansonsten
protestiert das Gerät gegen Fehlbedienung prompt mit
"error". Kein Wunder, daß die Programmierung
der Steuerlogik bei Grundig viel Zeit in Anspruch nahm.
Die ROM-Tabelle, welche die meisten erstaunen wird, ist
an sich nur ein Abfallprodukt, da hier lediglich auf dem
Speicherbaustein zur Verfügung stehender Speicherplatz
sinnvoll genutzt wurde. Die fest programmierte
Sendertabelle ("ROM-Tabelle") enthält 40
Stationen mit 156 Frequenzen. Die Stationen und
Frequenzen wurden auf den Einsatz des Gerätes in
Mitteleuropa abgestimmt und umfassen hauptsächlich
Sender mit deutschsprachigen und englischen Programmen.
Man sollte sich übrigens nicht wundern, daß hier so
viele Missionsstationen versammelt sind, dafür aber die
Voice of America fehlt. Wichtig war bei der Belegung u.a.,
daß keine Frequenz doppelt vorhanden sein durfte. Die
Deutsche Welle erscheint hier mit 13 Frequenzen, die BBC
mit sechs, dagegen ist Radio Sofia mit mit einer
vertreten. Die Vorarbeiten zu dieser Tabelle waren
umfangreich, denn jede in Frage kommende Station mußte
nach ihren "Hausfrequenzen" befragt werden. So
nebenbei ergab sich da auch, daß der ORF die derzeit
nicht benützte 6000 kHz noch immer als Hausfrequenz
ansieht. Nicht jeder wird sich mit dieser Philosophie der
unveränderlichen Programmierung anfreunden können. Für
die meisten Programmhörer ist es eine große Hilfe,
mittels einer Eingabe von wenigen Ziffern die Station
relativ sicher einstellen zu können. Die ROM-Tabelle ist
übrigens in der internationalen Geräteversion nicht
verfügbar. Selbst programmieren kann man aber die
Speicherung von 42 Sendern. Hierbei kann überprüft
werden, ob eine Doppelbelegung vorliegt. Jedem Speicher können
bis zu vier Zeichen zugeordnet werden, die mittels
Drehung am Abstimmknopf ("Tuning") einzugeben
sind! z.B. "ABY1" für die erste Frequenz von
Antenne Bayern oder "VOA6" für eine Frequenz
der VoA, die ab 6 Uhr zu hören ist. Die Speicher lassen
sich beliebig belegen, ob einer Mittelwellenfrequenz eine
auf Kurzwelle oder UKW folgt, ist belanglos. Die Speicher
kann man auch auf Verfügbarkeit überprüfen,
fortlaufend abfragen (MEMORY SCAN), einzeln abfragen (MEMORY
STEP) oder löschen. Die vergebenen Namen lassen sich
auch ändern, ohne daß die anderen Parameter verloren
gehen. Die Pufferung der Speicher erfolgt durch einen
Lithiumakku, der intern nachgeladen wird. Kommen wir aber
auf die Frequenzeinstellung zurück. Am einfachsten ist
die Eingabe per Tastenfeld. Es wurde eine Erhebung auf
der Fünfer-Taste vorgenommen, sodaß auch blinde Hörer
dieses Gerät bedienen können. Angenehm ist auch der
gute Druckpunkt der Tastatur. Die Handabstimmung der
Frequenz erfolgt in Schritten von 1 kHz bei AM, in
Schritten von 100 Hz bei SYNCH und SSB, sowie in
Schritten von 25 kHz bei UKW. Wichtig hierbei ist, daß
beim Drehen des Knopfes die Schritte fühlbar, aber kaum
hörbar sind. Auf Kurzwelle kann in 5-kHz-Schritten das
Frequenzband abgesucht werden, auf Mittelwelle in
Schritten von 9 bzw. 10 kHz, auf UKW mit 50 kHz. Schaltet
man zwischen verschiedenen Bereichen um, z.B. von UKW auf
Kurzwelle, so wird stets die in diesem Band zuletzt gehörte
Station eingestellt.
Uhrenfunktionen
Nicht nur auf (Geschäfts-)Reisen ist es vorteilhaft,
wenn der mitgenommene Empfänger über Schaltfunktionen
verfügt, damit das Gerät als "Wecker" mißbraucht
werden kann. Der Satellit verfügt über zwei
programmierbare Schaltuhren. Es können damit beliebige
Ein- und Ausschaltzeiten eingegeben werden, die sich auch
überlappen können. Intern wird die Einschaltzeit auf
maximal 24 Stunden begrenzt. Die Einschlafautomatik kann
mit Vorlaufzeiten mit bis zu einer Stunde eingegeben
werden.
Im ausgeschaltetem Zustand wird die gewählte Zeit (UTC
oder Ortszeit) vergrößert auf der Anzeige sichtbar. Im
Betrieb springt die Zeitanzeige von rechts nach links
oben und ist nun etwas kleiner.
Weitere Uhrenfunktionen sind in der Betriebsanleitung
ausführlich geschildert.
Der Empfang
Die linke obere Taste des Bedienfeldes muß schon
deutlich gedrückt werden, damit das Gerät munter und
aktiv wird. Ein Batterietest wird sofort und automatisch
vorgenommen, die noch vorhandene Ladekapazität der
eingelegten Akkus bzw. Batterien über eine Skala
gemeldet. Die Skalenbeleuchtung ist dabei eingeschaltet.
Bei unzureichenden Energievorräten wird das Gerät
umgehend inaktiv. Ist aber der Batterietest positiv
verlaufen, wird aus der Anzeige für den Batteriezustand
ein S-Meter, die Markierungen liegen bei S0 bis S5. Das
aktive der 16 vertikalen Elemente zeigt zuverlässig und
schnell die Signalstärke an, nur teure Zeigerinstrumente
könnten dies besser tun.
Auf Langwelle und Mittelwelle zeigt der Satellit 500 eine gute bis sehr
gute Empfindlichkeit, wohingegen der Sony 2001 D nicht so
gut abschneidet. In Sichtweite des Mittelwellensenders Würzburg
des BR konnte dieser auf den Frequenzen anderer
Mittelwellenstationen nicht vernommen werden, wohl aber
beim Sony. Auf Mittelwelle können sowohl die
Bandbreitenumschaltung, die Synchrondemodulation und ggf.
die Einseitenbandabstimmung benützt werden. Die HF-Verstärkung
ist auf Handbetrieb umstellbar, in Grenzsituationen
sicherlich sehr wirkungsvoll. Die eingebaute
Ferritantenne ist richtungswirksam und man kann mit ihr
eventuelle Gleichkanalstörer gut aus blenden.
Auf Kurzwelle ist auch der
Empfang schwieriger Stationen möglich, wobei wir sowohl
die eingebaute Teleskopantenne als auch externe Antennen
wie die adx 30 von fellecs und die ara 30 von dressler
einsetzten. Etwas schwächer war der Satellit 500 im 60 m
Tropenband gegenüber dem Sony ICF-2001 D: der obligate
Test BR auf 6085 gegen RTL auf 6090 bei Tageslicht wurde
sogar in der Filterstellung "breit" gut bewältigt.
Die Empfindlichkeit ist insgesamt als gut zu bezeichnen,
die Großsignalfestigkelt als gut bis sehr gut. Beim SSB-Empfang
kann es Probleme geben, wenn die Stationen zu eng
aufeinander sitzen bzw. daneben abgestimmt haben. Meist
kann die manuelle HF-Abstimmung dann ein klareres Signal
liefern. 4 Hierzu sei gesagt, daß der Satellit 500 nicht
auf höchste Empfindlichkeit getrimmt ist, sondern die
Sprach- und Klangqualitat im Vordergrund stehen Eine
deutliche Verbesserung könnte wahrscheinlich nur mit
einer stärkeren Stromaufnahme erkauft werden, von
anderen Nebeneffekten ganz zu schweigen.
Auf UKW ist der Satellit 500 ohne Konkurrenz. Die im süddeutschen Raum dicht an
dicht sitzenden Stationen mit unterschiedlichen
Sendeleistungen von 160 W bis 100 kW werden sauber
getrennt, die Teleskopantenne konnte erfolgreich
eingesetzt werden. Diesen Empfänger am Kabel zu
betreiben ist zwar schlicht eine Sünde, aber auch hier
gibt es keine Probleme: Das trennscharfe Filter leistet
mehr, als so manches HiFi-Stereogerät, von Koffergeräten
wollen wir hier nicht sprechen, da denen zumeist die
entsprechende Buchse fehlt.
Fazit
Mit dem Satellit 500 hat Grundig gezeigt, daß auch
aus dem Frankenland noch immer Innovationen und neue
Ideen zu erwarten sind. Vergessen sollte damit der Patzer
mit der Bezeichnung Satellit 300 sein. Eine konsequente
Produktvorbereitung, ein motiviertes Entwicklerteam in
Zusammenarbeit mit einem engagierten Produktmanager sind
gute Ausgangspositionen. Wie die Marktdurchdringung sein
wird, bleibt noch abzuwarten. Sind auch wesentliche
Bauteile mit japanischen und amerikanischen Firmennamen
gekennzeichnet und der Produktionsort in Portugal: Erst
die qualifizierte Verbindung einzelner Komponenten
brachte dieses überaus positive Ergebnis.
In der Bedienungsfreundlichkeit liegt das Gerät in seiner
Klasse vorne, gut verständliche Unterlagen unterstützen
dies. Was fehlt sind nur aktuelle Hinweise auf Hörer-
und Hobbyvereinigungen wie die AGDX und deren aktuelle
Informationen über Sender und Frequenzen. Die ROM-Tabelle,
zusammen mit den genügend vorhandenen frei
programmierbaren Speichern, erleichtert das Hören für
die heute überwiegenden Programmhörer. Ihnen kommt auch
die Klangqualität entgegen. Die Empfangsleistungen auf
Langwelle, Mittelwelle und Kurzwelle sind gut bis sehr
gut, auf UKW von anderen Marktteilnehmern unerreicht.
Kleine Schwächen zeigen sich beim SSB-Empfang und beim
Synchrondemodulator. Das Gerät ist ergonomisch gut
durchdacht. Die vielen Details, die in diesem Test nicht
alle aufgezeigt werden konnten, lassen dieses Gerät zum
Maßstab für die Konkurrenz aus Fernost werden. Zudem
ist der von Fachhändlern genannte Preis von 748 bis 788
DM für die von uns getestete Ausführung auch eine
Herausforderung an den direkten Konkurrenten Sony ICF
2001 D, der rund 100 DM teurer angeboten wird.
Technische Einzelheiten:
Wellenbereiche: FM 87,5 - 108 MHz
SW 1612 - 26 100 kHz (Satellit professional 500)
SW 1612 - 30 000 kHz (Satellit international 500)
MW 513 - 1611 kHz
LW 148 - 353 kHz
Abstimmschritte: AM: 100 Hz - Schritte
FM: 25 Khz - Schritte
Speicher: 42 frei programmierbar, ROM - Tabelle mit 40 Stationen und 156
Frequenzen
Antennen: Ferritstab, Teleskopantenne 102 cm
Anschlüsse für: Stereokopfhörer, Tonbandaufnahme,
Aussenantenne (schaltbar)
Stromversorgung: 4 x 1,5 V Monozellen
externe Spannungsquelle 12 V =, 220 ... 240 oder 110 ... 127 V, 50 - 60 Hz
Leistungsaufnahme: 0,8 VA
Besonderheiten: Synchrondemodulator für AM, mitlaufende Vorselektion,
einbauter Impedanzwandler für Teleskopantenne, aktive
Klangregelung, automatische Batterieprüfung, Akkulademöglichkeit
Gewicht: 1,8 kg ohne Batterien
Abmessungen (B x H x T) 304 x 178 x 66 mm
Preis: 748 - 788.- DM