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Grundig, FürthTestbericht Satellit 500
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überarbeitet am 28.3.2002 |
Grundig Satellit 500Ein kleiner Satellit überholt die japanische Konkurrenz
Seit Mitte Januar ist er im Handel, der neue Grundig Weltempfänger in der
Portabel-Klasse. Der Hersteller überschreibt seine
Werbung mit den vielversprechenden Worten: Paradies frei
Haus! Grund genug unsere Leserinnen und Leser umgehend über
dieses optisch bereits beeindruckende Gerät zu
informieren. Ausstattungsmerkmale Zurück zum Weltempfang: Auf Knopfdruck stehen 82 Speicherplätze zur Verfügung. 42 davon können frei nach Wunsch belegt werden und bieten überdies Platz für bis zur vier Zeichen (Buchstaben oder Ziffern, zum Beispiel SWF 3 oder Guam) unter der Frequenzangabe. Dabei können im Gegensatz zu vielen anderen Geräten beliebige Frequenzbereiche hintereinander angespeichert werden. Damit kommen wir zur Übersichtlichkeit des Anzeige-Displays, die ihresgleichen sucht. Neben den Angaben für Uhrzeit (ständig präsent!), Wellenbereich und Frequenz (bei KW auf 100 Hz genau) findet sich eine neuartige Tuninganzeige, die auf digitaler Basis den jeweiligen S-Wert angibt. Für gespeicherte Sender findet der Benutzer zudem noch die im bereits erwähnten Vier-Letter-Code eingegebene Stationsidentifikation und die Angabe des Kurzwellen-Meterbandes. Trotz des vielfältigen Informationsangebots bleibt aber die Übersichtlichkeit. Weitere 40 Speicher sind vom Werk aus vorprogrammiert. In ihnen finden sich die
wichtigsten internationalen Rundfunkstationen mit Namen
und 156 fest programmierten Frequenzen. Hier findet der
Satellit-Besitzer hauptsächlich die Stationen, die tatsächlich
in Mitteleuropa hörbar sind und dabei nahezu alle, die
ein deutschsprachiges Programm senden. Neben dieser bislang einmaligen Zugriffsmöglichkeit auf Hörfunksender ist der Satellit 500 aber noch mit vielen weiteren Raffinessen ausgestattet. hervorzuheben ist eine in dieser Geräteklasse bislang nur beim Sony ICF 2001 D zu findende Synchrondemodulation, die neben der üblichen Dioden-Demodulation bei durch Fading getrübten Empfang eine ausgezeichnete Schwundregelung bietet. Im praktischen Betrieb bewies diese Art der Signalaufbereitung - neben der hierfür immer anfälligen Mittelwelle - im Kurzwellenbereich hervorragende Ergebnisse bei schwachen Sendern, deren Empfang auf anderen Geräten durch Verzerrungen beeinträchtigt ist. Zur weiteren Störungsreduzierung steht ein umschaltbares Bandbreitenfilter mit zwei Murata-Keramik-Filtern zur Verfügung. In der breiten Stellung wird 6,5 kHz Bandbreite geboten, in der schmalen 4,5. Die Filter sind so angeordnet, daß bei Verwendung des schmalen Filters das ankommende Signal zunächst das breite durchläuft. Der unüberhörbare Nutzen ist eine scharfe Abgrenzung gegen Nachbarsender durch hohe Flankensteilheit. Bei schwachen Sendern erweist sich die günstig unter dem Senderdrehknopf angebrachte manuelle Verstärkungsregelung als sehr vorteilhaft. Doch nicht nur sie sondern auch eine neuartige eingebaute Aktivantenne kitzelt selbst schwächste Signale dort noch heraus, wo andere Geräte nur rauschen. Nicht minder positiv ist die in dieser Geräteklasse einmalige, automatisch mitlaufende Vorselektion. Ein solcher permanent betriebener Preselektor, der die Bereichsfilterwirkung des Satelliten richtig auskosten läßt, ohne bei jeder Station erst einmal umfangreiche "Einpegelungen" vornehmen zu müssen. Eine solche mitlaufende Vorselektion ist zwar bereits von den großen Satelliten 600/650 sowie dem NRD 525 her bekannt, doch ist ein derartiges Qualilätsmerkmal in dieser Geräteklasse einzigartig. Weitere, wohl überlegte Ausstattungsmerkmale sind zum Beispiel die angenehme
Anzeigen- und Tastaturbeleuchtung (Nacht-Design), welche
beim ersten Tastendruck aufleuchtet und für einige
Sekunden das Bedienfeld in dunklen DX-Stunden erhellt. Auf der rechten Schmalseite findet man abschließend eine heute gar nicht mehr selbstverständliche Antenneneingangsbuchse. Die interne Antenne kann mit einem darunter liegenden Schalter getrennt werden. Zuletzt bietet auf dieser Seite ein zuschaltbares Dämpfungsglied eine nützliche Ergänzung bei zu starken Signalen. Praktische Versuche Bei Zuschaltung einer externen 10 m Langdrahtantenne wurden die Signale noch stärker, doch auch bei Power-Stationen gab es keine Übersteuerungen und somit auch keinen Grund das Dämpfungsglied einzuschalten. Angenehm überraschte auch die Langwelle, da viele Stationen schon tagsüber besser ankamen als bei RF-B 60. Verzerrungen bei französischen Stationen - aufgrund deren Abschattung in Richtung Deutschland - glich der Synchrondemodulator hervorragend aus. Die Mittelwelle, in den 80er Jahren bei Grundig eher ein Stiefkind, wird bei diesem Satellit wieder interessanter. Nicht nur wegen des Synchrondemodulators, der sich hier in den Nachtstunden voll beweisen kann, sondern auch wegen einer guten Empfindlichkeit während der hellen Tagesstunden. Das Klangbild ist in diesem Wellenbereich fast auf dem Stand von Röhrengeräten aus den 50er Jahren. Auf UKW treffen wir die Grundig-typische Empfindlichkeit und Trennschärfe anderer Satelliten wieder, die der Panasonic nicht bieten kann. Bei der engen Belegung der Frequenzen durch Regional- und Lokalsender ist der 500er ein guter Unterhalter in DX-freier Zeit, gefällt dem UKW-DXer aber gleichzeitig, da er starke Stationen, die direkt nebeneinander liegen, fast ohne Zirpen einzeln präsentiert. Zudem macht der Stereoempfang über einen zweiten Lautsprecher oder Kopfhörer den Hörgenuß perfekt. Bei sovielen Worten des Lobes wird mancher den Kauf des Gerätes erwägen, doch sind hierfür noch Größe und Gewicht ein Entscheidungsgrund. Der Preis für soviel Leistung: Unter DM 800,-. Mit diesem Jubiläums-Satellit ist Grundig ein wirklich großer Wurf gelungen. In der Kompaktklasse muß die Konkurrenz sich nun einiges einfallen lassen. © Uwe Bräutigam, kurier 4 / 89 weitere Lektüre: © Martin Bösch 15.5.2001
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