1 GERÄTEBESCHREIBUNG
Manch Grundig-Freund wird vor Freude an die Decke
springen, und, wie Hans Rosenthal in seinem
Fernsehspielchen Dalli-Dalli, in den Jubelruf "Spitze"
ausbrechen. Andere werden traurig sein, denn der
Trommeltuner ist weg' und sie müssen sich nach einer
anderen Körperertüchtigung umsehen. Freunde japanischer
Geräte werden nur mit den Schultern zucken, wenn sie den
Preselektor sehen und dabei an vergangene Zeiten denken.
Aber gerade dieser hat es im wahrsten Sinne des Wortes in
sich.
Während alle Welt heute die Geräte verkleinert, beschreitet Grundig den
umgekehrten Weg. Der neue ist zwar etwas leichter, aber
noch voluminöser als der Satellit 3400. Wie bei diesem
ist das Kunststoffgehäuse schwarz, es besitzt vorne
Sturzbügel das würde man jedenfalls beim
Motorrad sagen und einen ausklappbaren Tragegriff.
Alles ist, ebenso wie die Bedienungselemente, mit ein
wenig Chrom geschmückt, also richtig «professional».
Erfreulicherweise befinden sich alle Bedienungselemente,
bis auf den Antennenumschalter, an der Frontseite. Um den
Satellit zum Leben zu erwecken, stehen insgesamt 4
Spannungsversorgungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Batterie- (6 Monozellen) und Netzbetrieb (umschaltbar 110/220
Volt) sind üblich, es können jedoch auch spezielle Akkus
eingesetzt werden, ausserdem ist der Betrieb mit einer
externen Gleichspannung von 10 - 16 Volt möglich. Zusätzlich
werden für die Uhr und den Speicherbetrieb 2
Mignonzellen benötigt. Und man benötigt, wenn man etwas
empfangen will, natürlich eine Antenne. Der Satellit
besitzt für LW und MW eine eingebaute Ferritantenne und
für FM einen recht labberigen Teleskopstab von 80 cm Länge,
der sich für den KW-Empfang auf fast 145 cm ausziehen läßt.
Es können natürlich auch externe Antennen angeschlossen
werden, und zwar über eine Koax-Buchse (DIN 45325) oder
über parallel dazu liegende Klemmen. Nach Datenblatt
soll die Impedanz für alle Bereiche 75 Ohm betragen. Bei
LW/ MW-Betrieb bleibt jedoch die Richtwirkung des
eingebauten Ferritstabes erhalten, so dass die Verwendung
von externen Richtantennen problematisch ist. Das ist
bedauerlich, da das Anpeilen eines Senders mit der
eingebauten Antenne wegen der ungewöhnlich üppigen
Abmessung des Gerätes nicht jedermanns Sache ist.
Für die Wahl der Empfangsfrequenz hat Grundig 3 Möglichkeiten vorgesehen:
a) Direkte Frequenzeingabe über die Tastatur: Gewünschte
Frequenz eintasten, bei AM auf 1 kHz genau (FM 10 kHz)
und dann die 'SETFREQ'-Taste drücken. Bei FM wird man
jetzt wahrscheinlich den Sender hören, in den AM-Bereichen
kann man Pech haben, aber dazu später.
b) Manuelle Abstimrnung: Mit dem Abstimmknopf kann die
Frequenz mit in gleichen Schritten wie bei der direkten
Frequenzeingabe verändert werden. Bei langsamen Drehen
werden 24 magnetisch gerastete Schritte pro Umdrehung
ausgeführt. Bei schnelleren Drehen erhöht sich die
Schrittweite (LW 3 kHz, MW 5 kHz, KW 10 und 100 kHz, FM
100 kHz), und der Lautsprecher wird stummgeschaltet. Die
Erhöhung der Schrittweite ist auf alle Fälle sehr gewöhnungsbedürftig,
da man leicht über das Ziel hinausschießt.
c) Speicherbetrieb: Der Satellit besitzt insgesamt 60
SpeicherplätzeLW 4, MW 8, KW 32 und FM 16. Zunächst
muss man die zu speichernde Frequenz einstellen, dann die
Speicherplatznummer eintasten und zum Speichern die Taste
'SET STORE STATION' drücken. Zum Aufruf eines Speichers
muß wieder die Speicherplatznummer eingegeben und die 'RECALL
STATlON' Taste betätigt werden.
Und dann ist da noch der Preselector für die AM-Bereiche, der vor dem
Abstimmknopf angeordnet ist. Die Einstellung wird dabei
auf einer sehr langen (25 cm) beleuchteten Skala
angezeigt. Der Clou ist jedoch die motorische,
automatische Betätigung. Über einen zentrisch im
Preselektorknopf eingebauten Tastschalter wird das ganze
in Funktion gesetzt. Ausserdem erscheint dann im
beleuchteten LCD-Feld die Anzeige 'AUT PRESEL'. Immer wenn
die Frequenz verändert wird - unabhängig von der Art
der Veränderung - versucht ein Servomotor den
Preselektor dieser neuen Frequenz anzupassen. Leider
funktioniert dieses nicht so 100prozentig, man muß
besonders bei der KW fast immer von Hand nachregeln.
Trotz dieses Mankos ist der Satellit 600 gut für
sehbehinderte DXer geeignet. Warum allerdings die
Steuerung aktiviert wird, wenn der Betriebsartenschalter
(LSB-AM-USB) umgeschaltet wird, wenn der Preselektor
vorher auf Maximum abgeglichen wurde, bleibt rätselhaft.
Doch nun zur weiteren Ausstattung des Satellit 600. Daß ein Mikroprozessor
verwendet wird, ist in dieser Preisklasse wohl ebenso
selbstverständlich wie ein gut lesbares LCD-Feld. Neben
einer sehr großen Frequenzanzeige erscheinen hier
Angaben über den ausgewählten Bereich (über 6
Drucktasten, einschliesslich 'AUX' für Wiedergabe einer
externen Quelle z.B. Plattenspieler), den ausgewählten
Speicherplatz und der Preselektorhinweis. Leider ist für
die Uhrfunktionen kein separates Display vorgesehen.
Warum diese Pfennigfuchserei? Neben der Uhrzeit
einschliesslich Sekunde und Datum können insgesamt
je 3 Ein- und Ausschaltzeiten pro Tag programmiert werden.
Die Möglichkeit ein externes Gerät (z.B. Rekorder) zu
schalten ist vorgesehen, so daß automatische Aufnahmen möglich
sind. Signalein- und ausgangsbuchsen (DIN und Cinch)
befinden sich jedoch an der Rückseite, ebenso eine
Buchse für einen externen Lautsprecher
Jeder DXer benötigt natürlich
ein S-Meter, hier hat Grundig, zumindest was die Größe
anbelangt, nicht gespart, es kann wahlweise auch zur
Batterie- bzw. Akkukontrolle benutzt werden. Die übrigen
Schalter und Drehknöpfe sind in einer Zeile unten an der
Frontplatte zusammengefasst, eine Ausnahme ist allerdings
noch der Antennentrimmer neben dem Abstimmknopf, der bei
Außenantennen bei Frequenzen ab etwa 15 MHz zur
Anpassung dient. Bei der Bedienung stört jedoch die unglückliche
Lage neben dem rechten Sturzbügel.
Von links nach rechts ergibt sich folgendes Bild:
- Einschalter mit Stellung für automatisches Schalten (Bei
abgeschaltetem Gerät wird automatisch die Uhrzeit im
Display angezeigt, das bei Netzbetrieb dann noch gedimmt
beleuchtet wird)
- 6,3 mm Klinkenstecker für Kopfhörer
- Lautsprecherumschalter: Aus, Hauptlautsprecher, plus
zusätzlicher Hochtöner
- Batteriekontrolle, Beleuchtung bei Batteriebetrieb
- Störbegrenzer für AM
- Lautstärke
- Bässe
- Höhen
- Bandbreite: schmal, mittel, breit. Die letzten beiden
sind ZF-mäßig jedoch identisch! Es wird nur etwas an
der NF manipuliert
- Einschaltung und Einstellung der manuellen Verstärkungsregelung
- Betriebsartenschalter
- BFO-Feineinsteller für SSB-Betrieb (+/ 1 kHz)
Mit Gebrauchsanweisungen in mehreren Sprachen, einer Kurzfassung für die
Bedienung der Tastatur und einer UKW-Sendertabelle ist
der Katalog der Beilagen schon erschöpft. Leider enthält
die Bedienungeanleitung, wie nicht nur bei Grundig üblich,
praktisch keine technischen Daten, geschweige denn eine
Schaltung. Allerdings fehlt der Hinweis nicht, daß das
Gerät nicht höheren Temperaturen als 60 Grad Celsius
ausgesetzt werden sollte, und daß diese Temperatur unter
dem Rückfenster eines Kraftwagens überschritten werden
kann. Aber daß 9 kg im Genick, ob heiss oder kalt schon
beim scharfen Bremsen schreckIiche Folgen für die
Insassen haben können, wird nicht erwähnt. Oder sind
die Sturzbügel zum Angurten gedacht?
Doch wie sieht es drinnen aus? Auf eine Beschreibung der komplexen
Mikroprozessorsteuerung soll hier verzichtet werden,
sondern nur der Signalverlauf von der Antenne bis zum
Lautsprecher erläutert werden. In den AM-Bereichen wird
das Antennensignal, bevor es auf die erste FET-Verstärkerstufe
gelangt, im ersten Preselektorkreis vorselektiert. Dieser
besteht ebenso wie der zweite Preselektorkreis für den
KW-Bereich aus veränderlichen Kapazitäten und
Induktivitäten. Der erste Oszillator schwingt
mikroprozessorgesteuert im Bereich von 54,648 bis 80,6
MHz, so daß sich eine erste ZF von 54,5 MHz ergibt. Über
ein Doppelquarzfilter werden dieser 1. ZF 54,04 MHz
zugemischt. Daraus ergibt sich eine zweite ZF von 460 kHz.
Für die breite Bandbreite werden LC-Filter verwendet und
für die schmale ausserdem ein einfaches keramisches
Filter. Mit der Umschaltung der Bandbreiten werden zusätzlich
die NF-Durchlaßkurven durch die Einschaltung
entsprechender Filter verändert. Ausserdem kann der Störbegrenzer
wahlweise eingeschleift werden. Er mildert die beim
Schalten starker Verbraucher auftretenden Knackgeräusche.
Es werden jedoch die Höhen beschnitten und es können
Verzerrungen auftreten. Der FM-Teil ist wie üblich als
Einfachsuper ausgebildet und es werden in der ZF von 10,7
MHz unter anderem zwei keramische Filter benutzt.
Die mit 15 Watt Musikleistung bei Netzbetrieb sehr kräftig ausgelegte
Endstufe sorgt in Verbindung mit den getrennten Höhen-
und Tiefeneinstellern stets für den richtigen Sound -
natürlich besonders im FM-Bereich.
2. MESSERGEBNISSE
Grundig nennt den Satellit 600 zwar stolz «professional»,
aber er besitzt nur ein einfaches Plastikgehäuse und das
wirft bei Messungen in unserer auch elektrisch
verseuchten Umwelt natürlich Probleme auf. Das betrifft
besonders die Empfindlichkeitsmessungen. Die Ergebnisse
zeigen jedoch ein erfreuliches Bild. Noch besser sind
jedoch die Werte für die Spiegelfrequenzsicherheit und
die Frequenzstabilität. Daß nur 2 Bandbreiten vorhanden
sind, kann man noch verzeihen, daß sie allerdings beide
nicht sehr steil sind ist schon unerfreulicher. Der
dickste Minuspunkt ist jedoch das S-Meter. Es zeigt viel
zu niedrige S-Stufen an, teilweise liegen die angezeigten
Werte um mehrere Zehnerpotenzen daneben. Bei mir lag der
maximale Wert z.B. bei S=6. Positiver fallen nur die übersichtliche
Skala und angenehme Charakteristik auf. Positiv ist auch
der geringe Batterieverbrauch für ein Gerät dieser Größe,
das trifft natürlich nur zu, wenn man die erstaunliche
Leistungsfähigkeit des NF-Teils nicht ausnutzt und sich
auf Zimmer- oder Kopfhörerlautstärke beschränkt.
3.EMPFANGSERGEBNISSE
Man kann sich an vieles gewöhnen, trotzdem sind
die manuelle Abstimmung und die nicht exakte automatische
Preselektornachführung nicht der Weisheit letzter
Schluss. Hat man z.B. eine Station optimal eingestellt -
der Preselektor steht noch in Automatikstellung - und
will dann nur um ein paar kHz verstimmen, so kann es
passieren, daß die Automatik plötzlich wieder alles
versaut und man muß erneut den Preselektor nachstimmen.
Man kann ihn natürlich auch jeweils an- und abschalten,
das erhöht aber den Bedienungskomfort auch nicht gerade.
Vielleicht wäre die Bedienung auch etwas angenehmer,
wenn Preselektor und Abstimmung vertauscht und der
Automatikschalter anders angeordnet wären. Lästig und
auf die Dauer ermüdend ist auch die zu hohe Anordnung
dieser 3er-Kombination.
Positiv fielen immer wieder die Eigenschaften des NF-Teils
und die guten Lautsprecher auf, allerdings stört
manchmal relativ starkes Netzbrummen den Genuss. Abhilfe
kann jedoch unter Umständen ein Umpolen des Netzsteckers
bringen.
Als Vergleichsempfänger diente wieder mein ICF 6800 W,
der mittlerweile schon fast 5 Jahre auf dem Buckel hat.
a) Mittel- und Langwelle
Da der Preselektor für diese Bereiche nicht sehr
schmalbandig ausgelegt ist, treten die eingangs erwähnten
Nachteile praktisch nicht störend in Erscheinung. Für
das 9 kHz-Raster ist die breite Bandbreite gut angepasst,
die schmale muß daher nur in Sonderfällen benutzt
werden (Sender zwischen dem Raster z.B. beim
Amerikaempfang). Während die reinen Empfangsleistungen
fast auf dem hohen Niveau des Vergleichsempfängers
liegen, stört natürlich die Unhandlichkeit des Satellit
600, wenn es darum geht Sender anzupeilen. Warum hat man
den Ferritstab nicht drehbar wie z.B. beim Philips AL 990
auf dem Gehäuse angebracht? Da die eingebaute
Ferritantenne nicht abschaltbar ist, ist auch die
Verwendung von externen Richtantennen problematisch. Da
Langdrahtantennen in der Regel keine Richtwirkung
besitzen, wird man unter kritischen Bedingungen meist den
Grundig doch drehen müssen oder verzichten. Trotz
dieser Nachteile sind die Empfangsleistungen des Satellit
600 in diesen Bereichen meist deutlich besser als bei
semikommerziellen Geräten wie z.B. dem Kenwood R 2000.
b) Kurzwelle BC
Einen ähnlich guten Eindruck hinterlässt der Grundig
bei den Lieblingswellen der DXer. Normalerweise genügt,
wenn man nicht gerade in Stahlbeton eingemauert ist, die
eingebaute Teleskopantenne. Durch die hohe, über den
gesamten Bereich fast konstante Empfindlichkeit sind die
Empfangsleistungen durchweg gut und lassen sich mit dem
Sony ICF 6800 W messen. Während der Sony im Tropenband
und bei hohen Frequenzen leichte Vorteile aufweist, hat
der Satellit bei Frequenzen zwischen 6 und 12 MHz
manchmal die Nase vorn. Bei normalen Empfangsbedingungen
ist man mit der mittleren Bandbreite das ist die
NF-beschnittene Breite gut bedient, zumal das
Interferenzpfeifen durch die NF-Filter zuverlässig
unterdrückt wird. Will man jedoch einen schwachen Sender,
der neben einem starken liegt, hören, so ist die schmale
von Nutzen besonders wenn man die Frequenz noch um 1 oder
2 kHz verstimmt. Im Tropenband macht sich jedoch die
fehlende Flankensteilheit der ZF-Filter negativ bemerkbar,
so kann von einem guten Empfang nur selten die Rede sein.
Die Verwendung von nicht zu großen Langdrahtantennen kann den Empfang häufig
verbessern. Um Überladungen zu vermeiden muß dabei
allerdings der Preselektor exakt abgestimmt werden.
Ausserdem empfiehlt sich die Verwendung eines
Antennenanpassgerätes (z.B. eines Pi-Filters) und bei höheren
Frequenzen ein Abgleich des Antennentrimmers. Bei so
vielen Verstellmöglichkeiten muß man natürlich viel
Geduld aufbringen. Bei längeren Antennen ist selbst dann
manchmal die Arbeit nicht von Erfolg gekrönt, da ein
Abschwächer fehlt. Grundig empfiehlt in diesem Fall den
Einsatz des Antennentrimmers. Er wirkt erst ab 15 MHz und
sollte eigentlich der Anpassung der Antenne dienen.
So wird man üblicherweise auf die eingebaute Teleskopantenne zurückgreifen oder
die Länge einer Außenantenne auf ein Minimum beschränken.
Aber auch unter diesen Bedingungen bringt der Satellit
600, wie schon erwähnt, erfreuliche Empfangsergebnisse.
c) SSB-Empfang
Merklich schlechter ist es um den Empfang von
Einseitenbandsendungen bestellt. Die Stationen können,
entsprechend der guten Empfindlichkeit, zwar aufgenommen
werden, aber der Verstellbereich des BFO ist mit +/ - 1
kHz bei der mit 1 kHz gerasterten Hauptabstimmung recht
knapp und erfordert häufig eine Nachstimmung. Damit könnte
man zwar leben, aber selbst wenn man die Station mal 'drin'
hat, ist es auch bei starken Signalen in der Regel nicht
möglich eine klare Wiedergabe zu erreichen. Da helfen
auch die Abschaltbarkeit der automatischen Regelung und
die sehr gute Frequenzstabilität nicht weiter.
d) Ultrakurzwelle
Den harmonischsten Eindruck hinterliess der Satellit 600
ohne Zweifel beim Empfang von FM-Stationen. Er überzeugt
durch hohe Empfindlichkeit, gute Trennschärfe und die
schon mehrfach erwähnten positiven Eigenschaften des NF-Teils.
In kritischen Situationen lernt man auch die hohe Auflösung
der Frequenzaufbereitung von 10 kHz schätzen, obwohl
unter Umständen sonst oft die viele Kurbelei stört (trotz
Beschleunigung auf 100 kHz pro Schritt).
4.ABSCHLUSSBEWERTUNG
Des Deutschen liebstes Kind wird wohl auch in Zukunft
hierzulande eine führende Rolle spielen. Bei
Spezialisten - Ausnahme FM-DXer - wird wohl nicht die große
Freude aufkommen, aber für den anspruchsvollen Normalhörer,
der großen Antennenaufwand ohnehin scheut gehört der
Grundig Satellit 600 zu Recht zur allerersten Wahl. Es stören
auch die Bedienungsmängel nicht mehr allzusehr, wenn man
sich damit tröstet, daß auch Geräte, die das Attribut
'professional' nicht im Namen führen, es aber sind, ihre
Fehler haben.
MESSERGEBNISSE GRUNDIG SATELLIT 600:
30 % Modulation 1 kHz bei 10 dB S+N/N
| Empfindlichkeit in uV |
Frequenz |
AM breit |
AM schmal |
| |
0.25 MHz |
17 |
15 |
| |
1 MHz |
10 |
9 |
| |
4 MHz |
1.9 |
1.8 |
| |
10 MHz |
1.4 |
1.3 |
| |
25 MHz |
1.7 |
1.4 |
Spiegelfrequenzsicherheit: bei 10 dB S+N/N
| Frequenz |
|
Frequenz |
|
| 0.25 MHz |
90 dB |
10 MHz |
88 dB |
| 1 MHz |
87 dB |
25 MHz |
64 dB |
| 4 MHz |
89 dB |
|
|
S-Metereichung bei 4 MHz, AM schmal
| S 1 |
3 uV |
S 6 |
950 uV |
| S 2 |
12 uV |
S 7 |
4 mV |
| S 3 |
30 uV |
S 8 |
50 mV |
| S 4 |
80 uV |
S 9 |
600 mV |
| S 5 |
280
uV |
S 10 |
nicht erreichbar |
Bandbreite in kHz
| |
AM breit |
AM schmal |
| - 6dB |
5.5 |
3.0 |
| - 20 dB |
8.2 |
5.7 |
| - 40 dB |
10.8 |
8.5 |
| - 60 dB |
14.2 |
10.3 |
Stabilität 80 Hz 2 Stunden nach Einschalten
Frequenzzählerfehler max. 900 Hz
Skalenfehler entfällt
Frequenzbereiche LW 140 - 420 kHz, MW 510 - 1620 kHz
KW 1600 - 26100 kHz, FM 87,5 - 108 MHz
Stromverbrauch bei Batteriebetrieb 80 mA entspricht einer Leistung von 1,0
Watt bei 12 Volt
Abmessungen, 502 x 255 x 204 mm (BxHxT) einschl. vorstehender Teile
Gesamtvolumen 26,1 l
Gewicht mit Batterien 9.0 kg
BEWERTUNG DES GRUNDIG SATELLIT 600
Empfindlichkeit: MW/LW befriedigend, KW gut
Spiegelfrequenzsicherheit: MW/LW sehr gut, KW sehr gut
S-Meter mangelhaft
Bandbreiten AM breit befriedigend, AM schmal befriedigend
Frequenzstabilität sehr gut
Frequenzzähler gut, Analogskala entfällt
Großsignalverhalten ausreichend
Anpassung von Antennen ausreichend
Abschwächer entfällt
Preselektor befriedigend
Eigenpfeifstellen nicht geprüft
SSB-Betrieb ausreichend
Bedienbarkeit ausreichend
UKW-Teil sehr gut
Tonqualität sehr gut
Verarbeitung befriedigend
Servicefreundlichkeit ausreichend
Serviceunterlagen ausreichend
Eignung als Reiseempfänger ungenügend
Batteriekosten befriedigend
© ADDX kurier 1/1985