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überarbeitet am 24.9.2004
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Grundig Yacht Boy 700
Im ähnlichen Zeitraum wie der erste mit einer PLL-Syntheseschaltung arbeitende
Reiseempfänger Satellit 300, der aufgrund der schlechten Sensitivität und Trennschärfe
Negativschlagzeilen machte, brachte Grundig mit dem Yacht Boy 700 einen
Einfachsuper auf den Markt, der dem kleinen "Satelliten" nahezu das Wasser reichen
konnte. Der Yacht Boy 700 als analoger Einfachsuper mit Digitalanzeige ausgeführt,
wurde für viele zum Reiseradio für gehobene Ansprüche.
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Einfachsuper
Digitalanzeige,
UKW, LW, MW, 6 x KW, 1,6 - 26,1 MHz
AM, SSB (BFO), FM (UKW)
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Empfindlichkeit
2 Bandbreiten, 5 kHz-NF-Filter, S-Meter
Digitaluhr, Timer
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Der Reiseempfänger im Querformat ist genügend standsicher, um stehend
betrieben zu werden, nach besser kann er liegend mit einer Aufstellklappe
im Schräglage bedient werden. Mit seinen 27 x 17 x 5,5 cm und dem Gewicht
von 1,7 kg kommt der Empfänger in den Abmessungen an den Sony ICF-2001 heran,
das mit einem silberfarbenen Kunststoffgehäuse versehene Gerät wurde für
Grundig in Singapore gefertigt und kam vor allem in Europa auf den Markt.
Es wird von 5 UM-2 (R14) - Batterien für den Radioempfang und 1 UM-3 (R6) -
Batterie für die Digitaluhr gespiesen, verfügt aber auch über ein integriertes
Netzteil und kann auf 110 resp. 220 V-Betrieb umgerüstet werden.
An der Oberkante des Gerätes finden sich die Bedientasten für die
Quarzuhr und die Weckfunktion, die Beleuchtung der Frequenzanzeige und die
vollständig versenkbare Teleskopantenne, oben ist ein kräftiger
Tragegriff ausklappbar.
An der linken Schmalseite ist die Ohrhörerbuchse, an der rechten der
Abstimmknopf und ein Feinabstimmknopf angeordnet, an der Geräterückseite
finden sich neben Netzeingang und Batteriefachdeckel nur noch der ausklappbare
Aufstellbügel.
Nahezu die linke Hälfte der Frontplatte wird vom Lautsprechergrill
eingenommen.
Die rechte Hälfte der Front wird oben von Anzeigefenstern und unten von den
Bandschaltern und Tonreglern eingenommen. Oben im Anzeigefenster findet sich
ein kleines analog arbeitendes S-Meter, daneben die Digitalanzeige für
Frequenz und Uhrzeit, rechts davon ein Schiebeschalter für die Weckfunktion
und die mittels Kugelschreiber bedienbaren Uhrzeit-Stelltasten.
Darunter liegen die Analogskalen für LW, MW, UKW und die sechs Kurzwellenbereiche.
Da jeweils mehrere MHz in einem Kurzwellenbereich überstrichen werden,
dienen die Analogskalen nur als ungefährer Anhaltspunkt, wo sich die eingestellte
Frequenz im Kurzwellenspektrum findet, in dem beispielsweise auf 12 mm
überstrichenen 49m-Band ist allein mit der Analogskala keine ausreichend
exakte Abstimmung möglich, zur genauen Einstellung einer Frequenz muss die
digitale Frequenzanzeige herangezogen werden. Bei Einstellung einer Station
resp. auf Tastendruck FREQU zeigt das Display anstelle der Uhrzeit die
Frequenz auf 5 kHz genau an, die analog arbeitende Abstimmung ist nicht
ganz spielfrei, nach Bandwechseln landet man meist nicht mehr genau auf derselben
Frequenz, zur Feinabstimmung einer Station kann mit dem FINE TUNING-Regler
nachgestimmt werden.
Unterhalb des Anzeigefensters sind die etwas für Verschmutzung anfälligen
Schieberegler für Lautstärke und Tonblende angeordnet. Der rechte Schieberegler
dient zur Wahl der sechs Kurzwellenbereiche, durch Druck auf einen der
rechts angeordneten Bandschalter wird der Yacht Boy 700 eingeschaltet, der unterste
Knopf schaltet den Empfänger aus.
In einer schmalen Reihe Schalterchen zwischen den Schieberegler werden die
beiden ZF-Bandbreiten und das 5 kHz-Notchfilter, das von einer Nachbarkanalstation
herrührendes Interferenzpfeifen vermindert, geschaltet. Mit einem Rändelrad
wird der BFO zum Einseitenbandempfang aktiviert, der Empfang starker
Küstenfunkstationen oder Funkamateure ist mit dieser Rechnik behelfsmässig
möglich, hier sticht der Yacht Boy 700 den gar nicht SSB-tauglichen Satellit 300
ganz aus.
Im Betrieb ist der Yacht Boy700 meines Erachtens weitgehend selbsterklärend,
eine Bedienungsanleitung liegt mir leider nicht vor:
Mit dem Druck auf eine der Bandtasten wird das Gerät eingeschaltet, die Wahl des
entsprechenden Kurzwellen-Bereichs erfolgt mit dem Schiebeschalter. Unter Beachtung
der Digitalanzeige wird auf die gewünschte Station abgestimmt, was aufgrund des
Spiels in der Abstimmung teils etwas mühsam ist, mit dem FINE TUNING Regler
wird der Empfang optimiert, bei durch Nachbarkanalstationen vervorgerufenen
Pfeifstörungen kann mit dem Wechsel auf das schmale ZF-Filter oder durch Aktivierung
des 5 kHz-Interferenzfilters der Empfang verbessert werden. Mittels Druck auf die o /
Aus-Taste verstummt der Yacht Boy 700.
Zusammenfassend handelt es sich beim Yacht Boy 700 um einen nicht ganz kleinformatigen
Reiseempfänger in inzwischen etwas veralteter Technik, der aber den gleichzeitig
eingeführten kleinen Grundig Satellit 300 in den Schatten stellt. Mit der
Möglichkeit der digitalen Frequenzanzeige und der Digitaluhr ist der Yacht
Boy als Reiseempfänger auch mehr als zwanzig Jahre nach seiner Markteinführung
immer noch tauglich und verwöhnt mit recht gutem Klang.
© Martin Bösch 25.9.2004
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