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Hallicrafters
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überarbeitet am 12.5.2002 |
the hallicrafters co. - der Schriftzug auf der rechten oberen Ecke einer mattschwarzen Frontplatte war eindeutig erkennbar, das zugehörige Gerät vor anderen technischen Altertümern in einem Regal fast verborgen. Einige Erklärungen waren notwendig, bis der Vorbesitzer von meinem Interesse an diesem Gerät überzeugt war: "das ist etwas spezielles, ich muss es ein wenig verstecken, dass nicht jeder an den Knöpfen herumspielt..." Zum Vorschein kam ein Hallicrafters S - 40 B Allwellenempfänger, der zwischenzeitlich den Weg auf meinen Schreibtisch gefunden hat.
Beim S - 40 B handelt es sich um einen Einfachsuper mit einer Zwischenfrequenz von 455 kHz. In vier Bändern werden die Bereiche 550 - 1600 kHz, 1,7 - 5,4 Mhz, 5,3 - 16 Mhz und 15 - 44 Mhz abgedeckt. Entsprechend dem damaligen Stand der Technik verfügt das Gerät nicht über einen linearen Frequenzgang, das heisst, im Bereiche der tiefen Freqenzen, so im MW-Bereich, werden auf 2 mm 10 Khz überstrichen, im 19 m - Band sind es schon 100 kHz. Auf der linken Seite der Frontplatte dominiert die
Halbrundskala, neben den vier Bandbereichen findet sich
eine fünfte Linearskala mit einer 100er-Skala, mit einer
selbst zu erstellenden Log-Tabelle lässt sich die
Wiederkehrgenauigkeit verbessern, resp. eine einmal gehörte
Station mit einer bekannten Frequenz wiederfinden. Rechts
neben der Hauptskala findet sich eine von 0 - 100
geeichte Bandspreizskala, die das Scanning in einem dicht
belegten Frequenzband erlaubt.
Das Kurzwellenhören gestaltet sich mit einem 45 Jahre alten S - 40 anders, als mit den heutigen Doppelsupern mit direkter Frequenzeingabe: sehr hilfreich sind gute Kenntnisse in der Belegung in den gebräuchlichsten Kurzwellenbändern, eine Empfangsfrequenz kann im 49m-Band zwar noch auf 25 kHz genau geschätzt werden, im 19m-Band liegt die Schätzgenauigkeit unter 100 kHz. Ist eine Frequenz aufgrund der Stationsansage bekannt, können mit dem Feintrieb problemlos die nächsten Kanäle in 5 Khz Abständen aufgesucht werden. Stationen auf bekannten Ausserbandfrequenzen können mit der verfügbaren Skala recht gut aufgefunden werden, beim Schreiben des Berichtes kamen beispielsweise R. Korea auf 6480 kHz oder IRIB Teheran auf 9022 kHz problemlos herein. Zum anderen machen sich Kenntnisse in den Pausenzeichen der internationalen Stationen wie sie vor der halben oder vollen Stunde zu hören sind bezahlt: Das "Luegid vo Bärg und Tal" vom Schweizer Radio International ist hier eine geschätzte Abstimmhilfe. Beim Schaltungskonzept eines Einfachsupers ohne schmalbandige Filter sind an Empfindlichkeit wie auch Trennschärfe gegenüber modernen Empfängern Abstriche zu machen, beim Hören selbst bewahrheitete sich aber einmal mehr, dass auch mit einfachem Empfangsgerät und Geduld wohl 90 % der mit einem Spitzenempfänger hörbaren Sender ebenfalls aufnehmbar sind: die internationalen Rundfunkstationen konnten problemlos berichtsreif gehört werden. Dafür wird man vom Hallicrafters- Empfänger mit einem vollen Röhrenklang belohnt, jegliches PLL-Synthesizerrauschen entfällt. Die Faszination der Wellenjagd mit einem Oldtimerempfänger liegt nicht zuletzt darin, beim Durchstöbern der Bänder unvermutet auf neue Frequenzen zu stossen, beispielweise auf Radio Vatikan in englisch um 21.00 UTC auf 4005 kHz... © Martin Boesch |
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