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Hallicrafters
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überarbeitet am 12.5.2002 |
Hallicrafters SX - 28 ASchon die ersten Audionempfänger aus dem Hause Hallicrafters trugen den Namen Skyrider, ab 1934 wurden unter der Bezeichnung S-4 bis S-6 Super-Skyrider Super-(Überlagerungs-) empfänger angeboten. 1936 folgte der S-9, der auch mit Kristallfilter zur Verbesserung der Trennschärfe als SX-9 angeboten wurde. Spitzengeräte im Jahre 1937 waren der S(X)-16 und der zusätzlich mit einer HF-Stufe und einem Noise Limiter ausgestattete S(X)-17, diese Geräte verfügten sämtliche eine runde gravierte Metall-Frequenzskala, die in Gänze aussen vor der Frontplatte montiert war. In den folgenden Jahren ging die Entwicklung rasch weiter bis zum SX-28, dem Traum - Empfänger der Vorkriegszeit, der mit allen damals erdenklichen Schikanen ausgestattet war und in seiner Ausstattung Urvater der "grossen Weltempfänger" war. Angesichts des grossen Bedarfes der amerikanischen Staats- und militärischen Stellen wurde der SX-28A der erste in grösseren Serien und industriell gefertigte Kommunikationsempfänger aus dem Hause Hallicrafters.
Zierleisten an den Oberkanten der Seiten und die abgerundeten Ecken des Gehäuses tragen viel zum Charme dieses Empfängers bei, der Hallicrafters SX - 28 ist für mich ein Beispiel des Einbezugs von Art Deco ins Industriedesign und einer der schönsten Kurzwellenempfänger überhaupt. Die Nachkriegsmodelle, auch die von Hallicrafters, vermögen in meinen Augen in der Nüchternheit nicht mehr mit der "Ausstrahlung" des SX-28 mitzuhalten. Die Frontplatte wird dominiert von der
Frequenzskala, diese dreht sich beim SX-28 hinter der
Frontplatte in einem Sichtfenster. Einige Hallicrafters- Empfänger
verfügen über den typischen halbmondförmigen
Fensterausschnitt, beim SX-28 ist das Sichtfenster
sektorförmig beschnitten. Die Frequenzskala ist
hintergrundbeleuchtet und dreht sich, der Skalenstrich
ist als längsstehendes Metallblatt ausgeführt, so
werden Parallaxfehler vermindert und die
Ablesegenauigkeit verbessert. Schattenzeiger bezeichnen
das eingestellte Frequenzband auf der Skala. Rechts von
der Frequenzskala findet sich die Skala der Bandspreizung
mit einer Log-Skala von 0 - 100 und den gespreizten
Amateurfunkbändern, zur Linken das grosszügig
dimensionierte S-Meter.
Vom hochohmigen Antennenanschluss gelangt das Eingangssignal auf zwei HF-Verstärkerstufen mit den zwei Röhren 6AB7 und 6 SK7, in den Bereichen 1 und 2 wird die erste HF-Stufe bei geringerer Empfindlichkeit überbrückt. Der RF-Gain- Regler wirkt hier auf die Kathodenleitung dieser Röhre und auch später auf die zwei ZF- Verstärkerstufen. Das Oszillatorsignal wird in V4 (6SA7) aufbereitet und damit das Eingangssignal im Mischer V3 (6SA7) auf die Zwischenfrequenz von 455 kHz umgesetzt. Zwischen den zwei ZF-Verstärkerstufen, auch hier wirkt die RF-Gain- Regelung, mit einer 6L7 und 6SK7 bestückt, sind die ZF-Spulenfilter und die drei Quarzfilter geschaltet. Als AM-Detektor wirkt die Diode in V7 (6B8), hier wird auch die Regelspannung für die automatische Lautstärkenkontrolle AVC abgegriffen und die S-Meterspannung verstärkt. Das NF-Signal wird in der Treiberröhre 6SC7 verstärkt und gelangt über dieGegentaktendstufe mit 2 x 6V6GT zum Lautsprecherübertrager, die Lautsprecherausgänge des SX - 28 sind hochohmig ausgeführt. Interessant ist die Schaltung des Noise Blankers. Das Eingangssignal wird auf ZF-Ebene über einen breitbandigen ZF-Trafo ausgekoppelt und verstärkt, das Nutzträgersignal wird durch einen 455 kHz-Sperrkreis entfernt und und verstärkt. Die breitbandigen Signalspitzen, welche von Störungen herrühren, führen zu einer negativen Spannung am Gitter der Röhre V5 (6L7) und neutralisieren die Störimpulse ohne die Modulationsspitzen des Trägersignals zu stark zu beschneiden. Im praktischen Betrieb fällt mir der
Einsatz des SX - 28 zum DXen leichter, da vom Vorbesitzer
ein Frequenzzähler auf ZF-Ebene angeschlossen wurde und
ich somit die Empfangsfrequenz direkt ablesen kann. Mit
der Hauptabstimmung kann grob auf die Frequenz abgestimmt
und dann feinfühlig mit der Bandspreizung eingestellt
werden, zum Empfang auf den 10 - 80m- Amateurfunkbändern
gibt es Marken auf der Hauptskala, auf diese eingestellt,
ist auf die Eichung der Bandspreizskala Verlass. Der SX -
28 ist auf Signale von Langdrahtantennen eingestellt und
verträgt diese ohne Anzeichen von Übersteuerung, auch
im Vergleich mit modernen Stationsempfängern ist die
Empfindlichkeit recht gut. Problematisch ist die
Nachbarkanaltrennung vor allem aufgrund der schlechten
Formfaktoren der Spulenfilter in der 455 kHz-ZF, in
dichtbelegten Rundfunkbändern kommt es sehr häufig zu 5
kHz-Pfeiftönen durch die oben- oder untenliegende
Nachbarstation, teils schafft das Quartzfilter in der
breiten Stellung da Abhilfe. Zum CW-Empfang empfiehlt
sich die Kombination von schmalem Quarzfilter mit der
Phasing-Schaltung um Störsignale auszublenden, der
Einseitenbandempfang ist aufgrund der Technik mit BFO nur
mit Abstrichen möglich. Zum SSB- und sogar ISB-Empfang
hat es gemäss dem Bericht von John Bryant eine von der
FCC eingesetzten Spezialvariante des SX-28 mit zwei ZF-Zügen
und schmalen ZF-Filtern gegeben, so dass selektiv von
einer AM-Station das obere oder untere ungestörte
Seitenband empfangen werden konnte. Aufgrund des Designs
als Einfachsuper ist die Grossignalfestigkeit beschränkt,
von starken Signalen können an anderen Stellen auf der
Skala Spiegelfrequenzen durchschlagen, ein Preselektor
kann die Situation verbessern. Der Ton von ungestörten
mittelstarken AM-Signalen ist vor allem mit der Bass-Booster-Funktion
hervorragend, so dass das Zuhören bei entsprechend der Röhrentechnik
rauschfreier NF ein Genuss ist. Offenbar ist der SX-28 in USA und auch in Russland, wohin im 2. Weltkrieg viele Geräte geliefert wurden, noch häufig zu finden, in der Schweiz sind Hallicrafters Empfänger meines Erachtens rar. Ich suche übrigens immer noch einen Steuerrad- Drehknopf, um meinen SX-28 wieder in den Originalzustand versetzen zu können... © Martin Boesch weitere Lektüre: |
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