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überarbeitet am 24.3.2002
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Icom R - 70
Nachdem sich die japanische Firma Icom zunächst mit
Amateurfunkequipment einen Namen machen musste, stellte
sie im Jahre 1982 den ersten Allwellenempfänger mit
durchgehendem Frequenzgang bis 30 MHz vor, der aufgrund
guter Empfangsleistungen bei allerdings nicht ganz
unproblematischer Bedienung ein Wegbereiter für weitere
erfolgreiche Empfänger war.
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Vierfachsuper,
ZF 70,4515 MHz, 9,0115 MHz, 455 kHz
Digitalanzeige auf 100 Hz genau, 10 Hz-Marken, 200 kHz - 30 MHz
AM, CW, USB/LSB, FM (optional)
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Empfindlichkeit AM <0,5 uV, CW/SSB <0,15 uV, FM < 0,3 uV
Selektivität(-6/-60 dB) AM 6/18 kHz, SSB 2,3/4,2 kHz,
CW 0,5/1,5 kHz (0,25 opt.), FM 15/25 kHz
S-Meter, RF-Gain, AGCx2, PBT, HF-Notch, 2 VFO/ Memories
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Icom's IC-R70 ist ein relativ kleinformatiger
Stationsempfänger, der mit 28,6 x 11,1 x 27,6 cm und
einem Gewicht von 7,4 kg in seinen Abmessungen jeweils
wenige Zentimeter kleiner als die Stationsempfänger aus
dem Hause JRC ausgefallen ist. Optional ist ein im
gleichen graublau- schwarzen Design gehaltener externer
Lautsprecher erhätlich, dessen Tonqualität die des
eingebauten nach vorn abstrahlenden Lautsprechers weit übersteigt.
Intern kann der Empfänger auf verschiedene
Betriebsspannungen von 100 - 235 Volt durch Wechsel von Lötbrücken
umgestellt werden, Betrieb an einer 12V-Autobatterie ist
nur mit einem speziellen Zusatzkit möglich.
Ganz links auf der Frontplatte findet sich der
Netzschalter, die darüber gelegenen Bedienelemente sind
klein geraten und können nur mit spitzen Fingern bedient
werden. Der "Monitor"-Regler dient zum
Einstellen der Mithörlautstärke im Transceive-Betrieb
in Verbindung mit einem Sendeteil, daneben liegt der
Schalter für die rasche & langsame AGC-Regelgeschwindigkeit
und zu deren Abschaltung. Darunter liegen die Schalter für
den Störaustaster, dessen Zeitkonstante umgestellt
werden kann. Zu Beginn der achziger Jahre war dieser von
Icom entwickelte NB eines des wirksamsten Mitttel gegen
das Knacken des als Woodpecker bezeichneten russischen Überhorizontradars.
Das rechts neben diesen Schaltern gelegene Zeiger-S-Meter
ist gelb hintergrundbeleuchtet und gibt, wie bei
Amateurfunkgeräten selbstverständlich, die Signalstärke
nicht nur in Schritten von 0-5 sondern auch in S-Stufen
an. Neben den Stummschaltungs- und RIT-Kontrolllämpchen
schliesst sich das blau-grünliche Fluoreszenzdisplay an.
Die erste Stelle U, L, C, A, r(tty) und F ist nicht ganz
einfach zu entziffern, gibt die Betriebsart an, ein
stilisiertes a oder b daneben informiert, welcher der
beiden VFO's/Speicherplätze momentan aktiv ist. Die
digitale Frequenzanzeige gibt die Empfangsfrequenz auf
100 Hz genau aus, der R70 verfügt über 10 Hz als
kleinsten Abstimmschritt, ausreichend weit
auseinanderliegende Strichmarken an Rand des
Hauptabstimmknopfes lassen die 10 Hz-Stelle der Frequenz
errechnen.
Unterhalb des S-Meters rechts vom Netzschalter sind
zahlreiche Drucktasten angebordet, die oberen zur Wahl
der Betriebsart, darunter zwei Tasten zum Umschalten
zwischen den beiden als Speicher einsetzbaren VFOs und
zur Übertragung des Speicherinhaltes vom einen in den
andern Speicherplatz, ein wirklich nur "spitzfingrig"
zu bedienender Umschalter zwischen einem 10 dB- Vorverstärker,
der Normalstellung, und einem 20 dB-Abschwächer. Zuletzt
findet sich in dieser Tastenreihe die Funktionstaste, die
Zugriff auf alternative Betriebsarten bietet: Eine Macke
des R70 ist die Wahl der SSB-Betriebsart. Standardmässig
ist die Taste SSB mit dem im jeweiligen Bandbereich
aktiven Seitenband belegt, unter 10 MHz wird LSB, darüber
USB eingestellt, um über 10 MHz das untere Seitenband zu
empfangen, muss FUNC-SSB gedrückt werden. Auch ein
optionales zweites schmales CW-Filter muss mit FUNC-CW
angewählt werden. Darunter liegen zwei Doppelregler,
beim linken wird mit dem Innenregler die Lautstärke, mit
dem Aussenring die HF-Verstärkung eingestellt, der
rechte Innenregler regelt die Rauschsperre, der
Aussenring den Klang.
Der grosse Abstimmknopf ist mit einer Fingermulde
ausgestattet, dass die Leichtgängigkeit mit einer
Bremsschraube verstellt werden kann, ist eine Feature aus
der Welt kommerzieller Empfänger. Mit den links
angeordneten Tasten wird die Beleuchtungsstärke gedimmt.
Der Umschalter HAM/GEN darunter legt fest, ob mit den
darunterliegenden UP/DOWN-Tasten die Empfangsfrequenz in
1 MHZ-Abschnitten gewechselt oder jeweils zum nächsten
Amateurfunk- Band gesprungen wird. Die rechte Tastenreihe
wählt die Abstimmschrittweite resp. die Abstimm-
Geschwindigkeit. Wenn man von 5990 kHz aus weiter nach
oben dreht, springt das Gerät wieder auf 5005 kHz resp.
den Beginn des 1 MHz-Bereichs zurück. Dass im Bereich
von x.000 bis x.001.4 jeweils die Frequenz 1000 kHz höher
empfangen wird (bei angezeigten 4.000 kHz empfängt der R70
5.000 kHz, erst ab angezeigten 5001.5 stimmt die Anzeige
mit der Betriebsfrequenz überein, ist eine weitere gewöhnungsbedürftige
Macke des Empfängers. Ganz rechts unter dem Lautsprecher
finden sich zwei Drehregler, der RIT-Regler für einen
schaltbaren Frequenzversatz und der zweite Doppelregler,
bei dem der Aussenring das hervorragende HF-Notchfilter,
der Innenring das Passbandtuning bedient.
Auf der Rückseite finden sich alle für
semiprofessionelle Empfänger typischen Anschluss- möglichkeiten,
vom SO239-Antennenanschluss, einem HF-Konverter-,
Panoramasichtgerät-, dem Aussenlautsprecher- &
Stummschaltungsanschluss bis zu einer speziellen Buchse für
diverse Signale und Steuerspanungen. Auch unter einer
Abdeckklappe finden sich weitere Schaltelemente, um den
Empfänger optimal an die Betriebssituation anpassen zu können.
Diese Optionen wie die Installation von optionalen
Baugruppen (FM-Platine, optionale Filter) sind im
Handbuch dokumentiert, zahlreiche Modifikationsmöglichkeiten
sind in der DX-Literatur verfügbar. Vor allem wird ein
Ersatz des im PBT eingesetzen Keramikfilters empfohlen.
Nach Ersatz durch ein Quartzfilter können Nachbarsignale
mit meinem R70 messerscharf vom einem Nutzsignal
abgetrennt werden, das in allen Betriebsarten aktive PBT
wirkt im Übrigen nicht klassisch durch Verschieben der
ZF-Durchlasskurve sondern als variable Verschmälerung
der Durchlasskurve. Mit einer weiteren einfachen
Modifikation kann der Vorverstärker auch im MW-Bereich
und darunter aktiviert werden.
Die Bedienung des Icom IC-R70 ist wie teils angetönt
"tricky", mit entsprechenden Vorkenntnissen
bietet der R70 abgesehen von einer bescheidenen Auswahl
von fest zugeordneten ZF-Filtern hervorragende Empfangsmöglichkeiten.
Zarteste Signale können dank den Nachbearbeitungs- Möglichkeiten
von unerwünschten Störern getrennt werden. Da die
Speichermöglichkeiten modernerer prozessorgesteuerter
Empfänger fehlen, eignet sich der R70 weniger zum
raschen Durchgehen von Frequenzen anhand eines Hörfahrplans
für einen Programmhörer als für intensives DX in einem
(Tropen-)Band mit geringen Signalstärken, zum
Amateurfunk- oder Funkdienst- Empfang. Dank des schmalen
SSB-Filters kann zum Empfang von gestörten
Rundfunkstationen mit Vorteil der ECSS-Betrieb gewählt
werden, ein AM-Synchrondetektor fehlt.
Als Gebrauchtgerät kann der R70 teils zu einem
wesentlich niedrigeren Preis als die mit zahlreichen
Speichern, etc. versehenen Nachfolger erstanden werden
und könnte beispielsweise als Zweitgerät für knifflige
Empfangssituationen neben einem günstigen Gerät zum
Programmhören beste Dienste leisten - allerdings ist ein
gebrauchter R70 nicht eben häufig zu finden. Nur am
Rande sei erwähnt, dass der R70 im Gegensatz zum
Nachfolger R71 bei Erschöpfung der Speicherbatterie
keinen Gedächtnisverlust, nachdem das Gerät zur
Neuprogrammierung an Icom eingeschickt werden muss,
erleiden kann.
weitere Lektüre:
e: the Icom R-70 - a DXers review, technical description and
modifications, Kevin Atkins, John Tow, Jerry Strawman,
fine tunings proceedings
e: Icom R - 70, WRTH 1983, receiver review
© Martin Bösch 25.7.1999
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