Bereits im Februar 1990 wurde er in einer deutschen Fachzeitschrift per
Inserat angepriesen, auf der HAM-RADIO vorgeführt, aber
erst Ende des Jahres in Stückzahlen auch in Deutschland
ausgeliefert. Seine Vorgänger IC-R70 und IC-R71 hatten
bekanntlich Geburtsschwierigkeiten, also offenbar nichts
Außergewöhnliches für ein ICOM-Gerät.
Was nur ist mit ICOM (Europe) los? Da fertigt das Stammhaus in Osaka seit Jahr und Tag
gute bis weit überdurchschnittliche Empfänger wie
Transceiver, muß sich aber in einem Teil Europas aus
seine Düsseldorfer Depandance mit durchaus umstrittenen
Ruf stützen. Wer selbst schon einmal in der dortigen
Himmelgeister Str. 100 Informationen angefordert oder gar
technische Fragen gestellt hat, weiß was ich meine. Das
Niveau des geschäftlichen wie sozialen Umgangs tendiert
gegen Null und unterschreitet diese Grenze gegenüber z.B.
einigen Journalisten auch noch. Wer die Konsequenzen
ziehen kann, der zieht sie. So ist die Mitarbeiter-Fluktuation
bei ICOM (Europe) legendär. Auch viele der drei Handvoll
autorisierten ICOM-Händler sind mit dem amateurhaften
bis bräsig-patzigen Stil aus Düsseldorf mehr als nur
unzufrieden. Wer als "autorisierter" Händler
nicht zum Zuge kam, ist den anderen sogar oft eine Nasenlänge
voraus: mit schöner Regelmäßigkeit sind die ICOM-Neuheiten
zumeist wochen- bis monatelang erst bei den inoffiziellen
Händlern zu kaufen, bevor die autorisierten ICOM-Händler
auch nur das erste Prospektstückchen in der Hand haben -
von einem Gerät mit dann oft noch skurrilen
Frequenzgrenzen ganz zu schweigen! Aber selbst diese
Informationen werden bei ICOM (Europe) restriktiv
gehandhabt. Wer aus Düsseldorf eine "Vertraulich"
gestempelte Kopie eines englischsprachigen Prospektes zu
einem Zeitpunkt bekommt, nachdem der inoffizielle Händler
sogar das Gerät schon auf den Tisch des Testers gestellt
hatte, der sieht diese Lachnummer nur mit Kopfschütteln.
Daß überdies die verschiedenen Händlergruppen noch
wegen scheinbarer Banalitäten gerichtlich überkreuz
liegen, vervollständigt diesen Eindruck. ICOM (Europe)
schadet durch seine unprofessionelle Art und Weise nicht
nur dem Ruf seiner Produkte und seiner eigenen Händlerschaft,
sondern setzt den Durchschnitt eines ohnehin nicht immer
atemberaubend hohen Stil des branchenüblichen Umganges
signifikant herab. Da dieser Umgang mit Personen zu tun
hat, war dieser StiI nicht immer so bodenlos und muß
dies auch nicht für alle Zukunft so bleiben.
Was man über 30 MHz hören kann
Lasset uns aber von etwas Angenehmerem sprechen, dem
neuen ICOM-Empfänger IC-R7100, dem Nachfolger des IC-R7000.
Dieser VHF/UHF/SHF-Empfänger wurde im März in Japan
vorgestellt, Anfang Juni hatten wir von Difona das erste
Testgerät auf dem Tisch - nachdem einige Anfragen an
ICOM (Europe) unbeantwortet blieben. Difona mit seinem
Chef Alfred Kramer zählt ebenso wie Telcom (Krefeld) -
nicht zum Kreis der sogenannten "autorisierten"
ICOM-Händler und kauft seine Geräte auf dem japanischen
Inlandsmarkt ein.
Der IC-R7100 wird dem Kurzwellenempfänger IC-R72 ebenso
zur Seite gestellt, wie schon die Vorgänger IC-R71 und
IC-R7000 ein zum Verwechseln ähnliches Paar abgaben. Der
IC-R7100 überstreicht den gesamten Frequenzbereich von
25 MHz bis 2 GHz, der aus mehreren Gründen immer populärer
wird. Da sind zum einen die Aktivitäten der Funkamateure
mit ihren inzwischen weltweiten Kontakten auf 6 m, da
sind zum anderen die interessanten Möglichkeiten der
Wellenausbreitung gerade zwischen 30 MHz und 80 MHz. Vom
Empfang 100 W starker Community - Feuerwehren in den USA
über osteuropäische Rundfunksender bis zu Feeder-
Sendungen für italienische, britische oder südamerikanische
Rundfunkanstalten ist in diesen Bereichen alles drin.
Auch der Betriebsfunk mit seinen Sparten Polizei,
Feuerwehr, DRK, BGS, Bundeswehr usw. Der Empfang dieser
Dienste ist im übrigen verboten, und die Bundespost
setzt dieses Empfangsverbot damit durch, daß selbst das
betriebsfertige Bereithalten eines solchen Empfängers
ein Verstoß gegen das Femmeldeanlagen- Gesetz ist. Die
strafen sind drakonisch. Trotz allem gibt es mit den
Funkamateuren eine Gruppe, die gefahrlos einen solchen
Empfänger betreiben darf. Allerdings auch nur für
bestimmte Zwecke - z.B. zum Abhören anderer Funkamateure
(neuerdings ist sogar das britische 60-MHz-Band in
Deutschland empfangsseitig zugelassen), für Empfang von
Wettersendungen (viele Flughäfen sind hier zu hören),
zum Rundfunkempfang (noch und völlig unverständlicherweise
ist allerdings der Empfang osteuropäischer UKW-Sender im
OIRT-Band unter 73 MHz verboten) oder zum
Zeitzeichenempfang über Satelliten. Interessant ist es
auch. die oft recht hohen Pegel der Harmonischen (Grundfrequenz
mal 2 oder drei oder 4. . .) von Rundfunksendern oberhalb
von 30 MHz zu empfangen - was auf der eigentlichen
Grundfrequenz wegen Interferenzen oder
Ausbreitungsbedingungen oft nur Mangelhaft kommt, ist
dann auf der Harmonischen vielfach nicht übel zu hören.
Leider werden Empfangsberichte auf diesen Frequenzen (z.B.
BBC 30.140 kHz zur Grundfrequenz 15.070) von den
jeweiligen Technischen Direktionen nicht mit offenen
Armen aufgenommen und vielfach lieber zunächst ein
Fehler im Empfänger suggeriert.
Wer näher in diese faszinierende Welt oberhalb 30 MHz
einsteigen will, dem seien zwei Fachbücher aus dem
Siebel-Verlag empfohlen: im "UKW-Sprechfunk-Handbuch"
kann man nachschlagen, auf welchen Frequenzen welche
Dienste zu finden sind, während das Buch "Scanner"
Informationen und Testberichte zu diesem Thema bringt.
Wer sich als Fortgeschrittener fühlt, der kommt an der
FM-LIST nicht vorbei, die Günter Lorenz nicht zuletzt
durch eigene Beobachtungen zusammengetragen hat. Es
handelt sich dabei um professionelle Computerausdrucke (Laserprinter),
die (fast) alle Rundfunksender, TV-Audio-Kanäle und
Zuspielfrequenzen zwischen 40 MHz und 108 MHz nach
Regionen getrennt aufführen.
Diese bunte Vielfalt von Diensten zeigt auch schon, daß
ein bemerkenswerter Empfänger oberhalb von 30 MHz ebenso
sorgfältig konstruiert sein muß wie ein Gerät mit
Frequenzen unter 30 MHz. Wer allerdings nur die
umliegenden Amateurfunk-Relais auf 2 m empfangen will
oder gelegentlich an Sporadic-E-Überreichweiten mit
ihren starken Signalen teilnehmen möchte, der braucht
die etwa 2300 DM für einen IC-R7100 nicht auszugeben.
Einsteiger und selbst Fortgeschrittene sind mit Scannern
wie dem Standard AX-700E oder dem YAESU FRG-9600 (mit SSB)
bestens bedient. Wer allerdings alles haben möchte, der
kommt am IC-R7100 ebenso wenig vorbei, wie vormals am IC-R7000,
der vielfach verstärkt mit Computeranbindung und
ausgefuchster Software - auch im professionellen Bereich
eingesetzt wird. Und der Empfangsteil des IC-R9000
gleicht oberhalb von 30 MHz dem Blockschaltbild des IC-R7000
wie ein Ei dem anderen.
Professionelles Konzept
Was den IC-R7100 so einzigartig macht, ist sein
kompromißlos professionelles Konzept sowie seine
einfache Bedienung. Ob man WetterFAX von umlaufen
Satelliten empfangen möchte, einen Funkamateur in Gambia
auf 6 m, eine Diskussion im Moskauer Stadtsowjet über
einen OIRT-Sender, den Tonkanal des israelischen
Fernsehens, Baken auf 23 cm, Sprechfunk von den Golanhöhen
- was auch immer, der IC-R7100 bietet hierfür eine
rundum gelungene Lösung. Er begründet auch hinsichtlich
seines Großsignalverhaltens und seiner Trennschärfe
eine eigene Geräteklasse, der sich allenfalls - und wie
ich meine, mit leichten Abstrichen - der AR-3000 von AOR
zur Seite stellen läßt.
Der Empfänger überstreicht den Frequenzbereich von 25
MHz bis 2 GHz in wählbaren Schritten zu 100 Hz, 1 kHz, 5
kHz, 10 kHz, 12,5 kHz, 20 kHz, 25 kHz, 100 kHz und 1 MHz.
Das läßt eine gute SSB-Abstimmung (100 Hz) ebenso zu
wie man in größeren Bereichen beim 100-kHz-Raster eine
Übersicht behält. Im Bereich von 25 MHz - I GHz sowie
im 23-cm-Amateurtunkband sind die Daten garantiert. Der
Empfänger arbeitet als Dreifachsuper in den
Betriebsarten SSB, AM und FM-Schmal, während er für FM-Breit
(Rundfunk) unter Weglassen der letzten ZF als Doppelsuper
geschaltet ist. Zwischen 25 MHz und 512 MHz liegt die 1.
ZF bei 778,700 MHz; zwischen 512 MHz und 1,025 GHz beträgt
sie 266,700 MHz. In beiden Fällen liegt die 2. ZF bei 10,7
MHz. Der Bereich oberhalb von 1,025 GHz wird durch einen
zusätzlichen, internen Quarzkonverter erschlossen.
Herausragendes Feature ist die mitlaufende Vorselektion
("Tracking Preselektion"), die alle in diesem
Bereich besonders gefürchteten Nebenwellen auf mehr als
50 dB Abstand hält und außerdem für ein überragendes
Rausch- und Großsignalverhalten sorgt. Auch die Trennschärfe
ist auf die vielen Einsatzfälle ausgerichtet. Sie liegt
für SSB (und CW) bei 2,4 kHz, während für AM und FM-Schmal
zwei Bandbreiten zur Verfügung stehen 6 kHz und 15 kHz.
Ergänzt wird dieses durch FM-Breit mit gut 150 kHz
Bandbreite. SSB verwendet man nicht nur in SSB, sondern
auch für einige FAX-Ausstrahlungen und selbstverständlich
Harmonische von SSB-Sendungen. AM wird im zivilen
Flugfunkbereich fast durchgehend verwendet. Die
umliegenden Flughäfen können gut mit 15 kHz Bandbreite
abgehört werden, während sich das Signal-/Rauschverhältnis
vor allem bei schwächeren Signalen in Stellung 6 kHz
bedeutend verbessert. FM-Schmal sollte zunächst mit 15
kHz Bandbreite versucht werden. Hiermit ist Sprechfunk am
besten zu hören. Liegt das Signal jedoch dicht an der
Rauschschwelle, so können vor allem Sprachsendungen
durch Umschalten auf 6 kHz in ihrer Verständlichkeit
bedeutend verbessert werden. Das geht sogar soweit, dass
durch diese Einengung der Bandbreite vorher nicht hörbare
Stationen aus dem Rauschen auftauchen. FM-Breit ist für
den normalen Rundfunkempfang sowie für den Empfang des
Fernsehtons eingebaut. Für die Darstellung auch des
Fernsehbildes auf einem separaten Monitor steht übrigens
der als Zubehör erhältliche Konverter TV-R7100 zur Verfügung.
Wenn man mit 150 kHz Bandbreite bei Rundfunkempfang nicht
mehr weiterkommt - z.B. bei Interferenzen oder schwachen
Signalen -, so kann man auch für Rundfunkempfang auf 15
kHz Bandbreite schalten. Musiksendungen werden dann zwar
verzerrt sein, Sprache aber kommt in vielen Fällen noch
verständlich. Mancher DX-Empfang kann dadurch noch
gerettet werden.
Die Empfindlichkeit entspricht mit 0,2 uV für SSB bei 10
dB S+N/N in SSB (0,35 uV für FM / 12 dB SINAD) der guten
Amateurfunkgeräte. Das Kunststück ist beim IC-R7100
allerdings, diese hohe Empfindlichkeit über den gesamten
Frequenzbereich bemerkenswert gleichmäßig hoch zu
halten. Hoher Bedienungskomfort mit vielen Suchlaufmöglichkeiten.
Soweit zu einigen Aspekten der technischen Leistungsfähigkeit
diese Gerätes. Aber auch der Bedienungskomfort ist nicht
zu verachten. Insgesamt stehen 900 Speicherfrequenzen zur
Verfügung, die in neun verschiedenen "Banken"
mit je 100 Frequenzen organisierbar sind. Jeder
Speicherplatz kann mit einer individuellen Nummer von 1
bis 9 markiert werden; Speicher mit einer gemeinsamen
Nummer lassen sich dann auch gemeinsam scannen. Zehn
Bereiche lassen sich durch jeweils untere und obere
Eckfrequenzen markieren und dann auch scannen. Man denke
hier an Rundfunk- wie Amateurfunkbereiche, auf die sich
der große Empfangsbereich dann für diesen Zweck einschränken
läßt. Der Zugriff zu den Speicherfrequenzen kann übrigens
auch mit der Hauptabstimmung erfolgen, was ich im
Vergleich zu den anderen Möglichkeiten - UP/DOWN-Tasten
oder numerische Eingabe - am angenehmsten empfinde.
Wichtig für die Abstimmung in allen FM-Betriebsarten ist
die Mittenanzeige. Mußte beim IC-R7000 noch immer das S-Meter
auf Diskriminator-Anzeige umgeschaltet werden, so verfügt
der IC-R7100 nun im gut ablesbaren und hintergrund-
beleuchteten Display über ein System von zwei Pfeilen
und einem Quadrat zur exakten Anzeige. Das ganze arbeitet
so ähnlich wie die Lichtwaage der Sucherkamera Leica M6:
man weiß immer genau, in welche Richtung man für eine
optimale Einstellung drehen muß. Unterstützt wird diese
Einstellung durch die AFC, die das Signal automatisch
innerhalb eines gewissen Bereiches auf Mitte zieht. So
lassen sich auch kleine Ablagen von der Normfrequenz sehr
genau bestimmen - beispielsweise beim sogenannten Präzisions-
Offset der Fernsehsender In AM/SSB dient dieselbe Taste (AFC)
zur Aktivierung des Störaustasters, der die gerade in
diesen Bereichen allfälligen Knack-Störungen durch
Haushaltsgeräte fast komplett beseitigt.
Um den Riesen-Frequenzbereich
des Empfängers vernünftig handhaben zu können, sind
eine Vielzahl von Suchlauf-Möglichkeiten vorgesehen
- im Programm-Scan wird ein durch Eckfrequenzen
markierter Abschnitt im eingestellten Frequenzraster
abgetastet
- im Speicher-Scan werden alle belegten Speicher
abgetastet, auf Wunsch lassen sich markierte Speicherplätze
dabei überspringen (SKIP)
- im Betriebsarten-Speicher-Scan werden nur die Speicher
abgetastet, die mit einer gemeinsamen Betriebsart
gespeichert sind (also nur SSB oder nur FM-schmal usw.)
- im Nummern-Speicher-Scan werden alle die Speicher
abgetastet, die mit einer gemeinsamen Nummer (1 - 9)
markiert
- im Window-Scan lassen sich zwei Frequenzen alternierend
und mit mehr als 40 Kombinationen überwachen
- sehr effektiv ist der AUTO-Scan, mit dem belegte
Frequenzen automatisch in einen vorgesehenen
Speicherbereich eingeschrieben werden.
Besonders AUTO-Scan ist
wichtig, um die oft nur sporadischen Aktivitäten
innerhalb eines großen Frequenzbereiches herauszufinden:
man programmiert den Frequenzbereich und läßt ihn einen
Tag lang in AUTO-Scan durchlaufen. Am nächsten Tag weiß
man dann ziemlich genau, welche Frequenzen aktiv sind und
kann diese separat abspeichem. Sie lassen sich dann im
normalen Speichersuchlauf gezielt überwachen.
Eine Erleichterung beim Scannen ist die - schaltbare -
VSC-Funktion: damit stoppt der Scanner nur auf solchen
Kanälen, auf denen auch gesendet wird. Unmodulierte Träger
werden dabei übergangen.
Mit der ebenfalls eingebauten Zeitschaltuhr kann der
Empfang noch weiter automatisiert werden: sie läßt sich
auf fünf Ein- und Ausschaltzeiten programmieren, wobei
jeder dieser fünf Timer für jeweils eine andere
Speicherfrequenz arbeiten kann. Mit einem auf der Rückseite
anschließbaren Cassettenrecorder kann dann auch der
Inhalt der Sendung aufgenommen werden. Geradezu unendlich
viele Möglichkeiten biete eine Computer-Ansteuerung, für
die das Interface CT- 17 (Option) erhältlich ist. Gerade
blinde Hörer werden die nachrüstbare Frequenzansage (in
Englisch) zu schätzen wissen.
Leistungsstark in der Praxis
Wie führt sich nun diese ganze Herrlichkeit in der
Praxis auf? Wir haben den IC-R7100 mit dem IC-R9000
verglichen und dafür sowohl an eine Discone-Antenne als
auch an eine logarithmisch- periodische Antenne von
Create anschließen können. Am meisten interessierte uns
dabei der Bereich bis etwa 100MHz, bei besonderer
Konzentration auf die Frequenzen unter 70 MHz. Hier sind
ja die vielfältigsten Ausbreitungsphänomene zu
beobachten, und hier werden auch große Ansprüche an den
Empfänger gestellt. So konnten wir im 10-m-Band der
Funkamateure eine sehr gute Empfindlichkeit und eine sehr
gute Trennschärfe feststellen, die mit einem
Amateurfunkempfänger ziemlich gleichzieht. Allerdings
scheint der NF-Teil auf die breiteste Bandbreite - also
FM - ausgelegt zu sein und weist deshalb in SSB ein höheres
Rauschen als bei einem auf SSB spezialisierten
Amateurfunkempfänger auf. Es kann leicht mit einem
nachgeschalteten NF-Filter unterdrückt werden. Auf 29
MHz konnten wir allerhand Amateurfunksender hören, die
diesen Frequenzbereich vor allem zum europaweiten Klönen
mit Leistungen zwischen 100 mW und 50 W nutzen. Von
Vorteil ist hier die AFC, da es in diesem Bereich kein
etabliertes Frequenzraster gibt und so manch umgebauter
CB-Transceiver auch "wandert".
SSB und CW konnten wir weiter auf 6 m ausprobieren, wo
die britische Bake GB3NGI (CW) ebenso problemlos wie der
britische Funkamateur G4UPS (SSB) zu empfangen war.
Weiter ging es im OIRT-Band, das sich von 68 MHz bis 73
MHz erstreckt und in dem viele Sender Osteuropas senden.
Dank der Sporadic-E-Bedingungen fanden wir dort Station
an Station - von Ungarn über Rumänien bis zur UdSSR.
Auch im westeuropäischen UKW-Rundfunkbereich konnten
Empfindlichkeit, Trennschärfe und Großsignalverhalten
überzeugen, den 20-dB-Abschwächer haben wir niemals
einschalten müssen. Auch der Empfang der umlaufenden
Wettersatelliten um 136 MHz warf keinerlei Probleme auf.
Ergebnis eines langen Praxistestes: wer sich ernsthaft
und intensiv für Frequenzen oberhalb von 30 MHz
interessiert, für den ist in dieser Preisklasse der IC-R7100
die erste Wahl.
Bezugsquellen: DIFONA,
Sprendlinger Landstr. 76, D-6050 Offenbach
Technische Daten IC - R 7100
Gerätebezeichnung: IC - R 7100
Frequenzbereich: 25 MHz - 2 GHz
Betriebsarten: AM SSB (USB / LSB), FM-breit, FM-schmal
Speicher: 900
Empfangssystem / Zwischenfrequenz(en): Doppel- bzw.
Dreifachsuper mit den ZFs 778,700 (25 - 512 MHz) bzw. 266,700
(512 - 1025 MHz) als 1. ZF, 10,7 MHz als 2. ZF, 455 kHz
als 3. ZF (außer FM - breit).
Der Bereich 1025 MHz - 2 Ghz wird durch einen zusätzlichen
Quarzkonverter erschlossen
Empfindlichkeit: 0,2 uV für
10 dB S+N / N in SSB, 1,6 uV für 10 dB S+N/N in AM, 1,0
uV bei 12 dB SINAD in FM - breit, 0,35 uV für 12 dB
SINAD in FM - schmal
Trennschärfe (-6dB): SSB
2,4 kHz; AM und FM schmal 6 kHz; FM - schmal und AM -
breit 15 kHz, FM - breit 150 kHz
Spiegelfrequenzsicherheit: besser als 50 dB
Antennenanschlüsse: 1 x N-Buchse
NF-Teil: 2 W Ausgangsleistung an 8 Ohm, mehr als 1 W in
FM-schmal Stromversorgung: 220 V
Abmessungen: B 241 x H 94 x T 229 mm
Gewicht: ca. 6 kg
Preis: unter DM 2400
Zubehör: Breitband-Discone-AntenneAH-7000,
Femseh-KonverterTV-R7100, drei externe Lautsprecher
Hersteller: ICOM (Osaka)
Vertrieb: (Amateurfunk-) Fachhandel
© Nils Schiffhauer, 28. Juni 1991, wwh 8 / 1991