Gerätebeschreibung
In einem sehr soliden Metallgehäuse mit den Abmessungen
340x158x352 mm und dem Gewicht von ungefähr 10 kg
verbergen sich in vollem Ausbau 10 steckbare Printplatten
sowie der VFO und das Netzteil. Die Frontplatte ist zwar
ebenfalls solide, wirkt aber, wie häufig bei
kommerziellen Geräten, ein wenig zusammengebastelt.
Ausserdem sind ergonomische Gesichtspunkte nur zum Teil
berücksichtigt, so ist die Abgleichschraube für die
Analogskala sehr scharfkantig ausgefallen und ausserdem
unglücklich angeordnet, daß man beim Betätigen des
Hauptabstimmknopfes Angst um seine Fingernägel haben
muß. Ferner ist unverständlich, daß die letzte Stelle
der Digitalanzeige, die den 100-Hz - Wert angibt, nicht
von den übrigen durch einen leuchtenden Punkt abgetrennt
ist. So muß man mehrfach hinsehen, um die Frequenz
richtig zu erkennen. Bemerkungen hierzu: Der Delta
f-Knopf (Bereich +/- 3 kHz) wirkt nicht auf die
Digitalanzeige und der BFO nur bei CW-Betrieb.
Ein besonderer Leckerbissen ist der Speicher, der 4 Frequenzen für
ungefähr 10 Stunden speichern kann. Er ist immer dann
nützlich, wenn z. B. eine Station auf mehreren
Frequenzen sendet und man die optimale, die sich ja
leicht ändern kann, schnell parat haben will. Leider
wird hierfür ein Aufpreis von etwa DM
400,- verlangt.
Beim NRD-505 handelt es sich um einen typischen Stationsempfänger, der nicht
für Batteriebetrieb ausgelegt ist und auch nicht über
eingebaute Antennen und einen Lautsprecher verfügt. Vor
der ersten; Inbetriebnahme muß an einem 8-poligen
Stecker an der Rückseite eine Brücke eingelötet
werden, im übrigen dient dieser Stecker dazu, bei der
Zusammenschaltung mit einem Sender die notwendigen
Verbindungen herzustellen. Ist diese Tat vollbracht, und
sind Lautsprecher und Antenne angeschlossen alle
erforderlichen Stecker sind dem Gerät
beigelegt-kann der Empfang losgehen. Über einen
griffigen Schalter können die MHz-Bereiche vorgewählt
werden und über den Hauptabstimmknopf der Rest. Die
Untersetzungen betragen 100 kHz pro Umdrehung bzw. 33 kHz
für die Feinabstimmung. Die Funktionen der übrigen
Bedienungselemente ergeben sich aus der Beschriftung der
Frontplatte.
Das Blockschaltbild gibt einen Eindruck von dem hohen Schaltungsaufwand, der beim
NRD-505 getrieben wurde. Über einen zuschaltbaren
Abschwächer gelangt das Antennensignal über 5
Bandfilter, die automatisch umgeschaltet werden, zum
HF-Verstärker. Der Oszillator ist nach dem PLL-Prinzip
aufgebaut und arbeitet im Bereich von 70,555 bis 100,455
MHz, daraus resultiert eine 1. ZF von 70,455 MHz, die
durch eine Gegentaktmischstufe erzeugt wird. Durch
Mischung mit einem quarzgesteuerten Oszillator von 70 MHz
ergibt sich dann die übliche 2. ZF von 455 kHz. Bei den
folgenden ZF-Stufen können wahlweise 3 Bandbreiten
benutzt werden: ein keramisches Filter für den
AM-breit-Betrieb bzw. ein mechanisches Filter für
AM-schmal SSB und CW-breit sowie gegen Aufpreis ein
weiteres mechanisches Filter für CW-schmal. Beim
SSB-Betrieb wird ein Produktdetektor benutzt, ausserdem
wird je nach Wahl des Seitenbandes die Digitalanzeige um
+ 1,5 bzw. - 1,5 kHz korrigiert. Die NF-Ausgangsleistung
mit ungefähr 1 W liegt im Rahmen des Üblichen, vermisst
wird jedoch die Möglichkeit, den Frequenzgang zu
beeinflussen.
2. Meßergebnisse
Die Messergebnisse übertreffen die Herstellerangaben
fast immer deutlich. Besonders bemerkenswert sind die
sehr guten Werte der Spiegelfrequenzsicherheit und die
hervorragenden Ergebnisse bei der Prüfung des
Frequenzzählerfehlers und der Stabilität.
Neben der getesteten Ausführung ohne FTZ-Nummer werden 2 Versionen mit dieser
Nummer angeboten; eine für den Rundfunkempfang
(Bereichsanfang 145 kHz) und eine für die Verwendung im
einseitigen Seefunkdienst.
3. Empfangsergebnisse
Es bedarf nur einer kurzen Eingewöhnungszeit, um den
NRD-505 sicher zu bedienen. Erfreulich exakt arbeiten
Haupt- und Feinabstimmknopf jedoch mit dem schon eingangs
erwähnten Mangel der Verletzungsgefahr. Ausserdem fehlt
für den Hauptabstimmknopf etwas Schwungmasse, der
Frequenzwechsel von Anschlag zu Anschlag dauert somit
circa 10 Sekunden. Die Digitalanzeige ist ausreichend
hell und flackerfrei, doch wird auch bei längerer
Gewöhnung ein leuchtender Dezimalpunkt vermisst. Das
S-Meter sieht zwar sehr dekorativ aus, ist aber selbst
als Abstimmhilfe kaum geeignet, da es viel zu hohe Werte
vorgaukelt, die sich fast immer im Bereich von S 8 bis S
9 + 10 dB bewegen. Dies gilt aber auch nur dann, wenn die
Schwundregelung eingeschaltet ist und der HF-Regler am
rechten Anschlag steht, andernfalls werden -
schaltungsbedingt - willkürliche Werte angezeigt. Die
zuschaltbare Störaustastung ist eine brauchbare Hilfe
bei Störungen durch elektrische Maschinen allerdings auf
Kosten der Tonqualität.
a. Mittel- und Langwelle
Recht enttäuschend ist der Empfang in diesen Bereichen.
Es standen für den Test zwar nur eine Teleskop- und eine
12-m-Langdrahtantenne zur Verfügung, aber selbst mit
letzter und zugeschaltetem Pi-Filter konnten, im
Vergleich zum Sony ICF 6800-W mit der eingebauten
Ferritantenne, allenfalls gleichwertige Ergebnisse
erzielt werden.
b. Kurzwelle BC
Erfreulicher sieht es hingegen auf der KW aus, auch wenn
die Empfangsleistungen bei gleicher Antenne die des Sony
nicht erreichen. Merklich besser ist jedoch das Verhalten
bei starken Signalen, die in keinem Fall den NRD-505
zustopfen konnten, und das, obwohl der Abschwächer nie
benutzt wurde. Für den üblichen 5-kHz-Senderabstand
genügt fast immer das breite AM-Filter, das schmale
wurde fast nie benutzt, denn die Sprachverständlichkeit
des ohnehin schon dünnen Tons, sinkt unter das
akzeptable Maß. Abhilfe ist jedoch möglich, wenn man
von kritischen AM-Sendern nur das LSB bzw. USB benutzt.
Dank der Feinabstimmung und der hohen Stabilität ist
dies problemlos möglich und führte besonders im
telegrafieverseuchten 60m-Band zu merklich besseren
Ergebnissen als mit dem Sony.
c. SSB-Empfang
Den besten Eindruck machte der NRD-505 beim Abhören von
AFu-Stationen. Hier kommen die Feinabstimmung und die
Stabilität voll zum Tragen. Stationen die mit billigen
Geräten im Rauschen verschwinden oder wegen zu wenig
präziser Abstimmöglichkeit nicht gefunden werden
können, lassen sich sicher und genau einstellen. Man
wundert sich, daß das 10-m-Band zu manchen Zeiten fast
so überfüllt ist wie die BC-Bänder.
In einem anderen Test des NRD-505 wurden mit einfachen Antennen ähnliche, nicht
gerade überzeugende, Ergebnisse erzielt, de jedoch mit
Spezialantennen merklich verbessert werden konnten.
Mangels Möglichkeiten konnte dieses leider nicht
nachvollzogen werden.
4. Abschlußbewertung
Zusammenfassend läßt sich zweifelsohne sagen,
daß es sich beim NRD-505 um ein gutes Gerät handelt,
kleine Mängel lassen sich sicher werksseitig ohne viel
Aufwand beseitigen. Die Frage, ob der Preis, der ja
immerhin etwa DM 5.000,- beträgt, gerechtfertigt ist,
ist schwer zu beantworten. Sicherlich wurden hier
technischer Aufwand und Fertigungsqualität sehr hoch
getrieben, aber schließlich zählen für den
"normalen" DXer die Empfangsergebnisse.
Meßergebnisse JRC NRD-505
Empfindlichkeit in uV
30 % Modulation 1 kHz bei 10 dB (S + N)/N
| Frequenz |
AM breit |
AM schmal |
| 0,25 MHz |
11,0 |
5,5 |
| 1,00 MHz |
7,5 |
3,7 |
| 4,00 MHz |
1,5 |
0,4 |
| 10 MHz |
1,6 |
0,5 |
| 25 MHz |
1,2 |
0,6 |
Spiegelfrequenzsicherheit Frequenz
| 0,25 MHz |
70 dB |
| 1 MHz |
86 dB |
| 4 MHz |
83 dB |
| 10 MHz |
91 dB |
| 25 MHz |
89 dB |
S-Metereichung: AM schmal 4 MHz
| S 1 |
0,3 uV |
S 6 |
1,3 uV |
| S 2 |
0,4 uV |
S 7 |
2,8 uV |
| S 3 |
0,5 uV |
S 8 |
12 uV |
| S 4 |
0,6 uV |
S 9 |
100 uV |
| S 5 |
0,9 uV |
S 9 + 20 dB |
2 mV |
| |
|
S 9 + 40 dB |
20 mV |
| |
|
S 9 + 60 dB |
100 mV |
Eigenpfeifstellen 5 MHz entsprechend 3 uV; 10 MHz entsprechend 1 uV; 13 MHz
entsprechend 1,5 uV; alle übrigen entsprechend < 0,5 uV
Bandbreite in kHz
| |
AM-breit |
AM-schmal |
CW-schmal |
| - 6 dB |
4,8 |
2,3 |
0,8 |
| - 20 dB |
6,6 |
2,8 |
1,2 |
| - 40 dB |
7,3 |
3,4 |
1,6 |
| - 60 dB |
8,5 |
4,3 |
2,2 |
Stabilität 20 Hz 2 Stunden nach Einschalten
Frequenzzählerfehler max. 30 Hz
Skalenfehler max. 700 Hz
Frequenzbereiche 100kHz (Herstellerangabe) - 30042 kHz; in 30 Bereichen je 1 MHz
Überlappung +/- 42 kHz
Stromverbrauch 34 VA bei 220 V ~
Abmessungen; 340 x 158 x 352 B x H x T in mm
einschließlich vorstehender Teile
Gesamtvolumen 19 l
Gewicht 10 kg