|
RF-Verstärkungsregelung |
|
überarbeitet am 17.8.2003 |
Bei Kommunikationsempfängern kann oft die Lautstärke (AF-GAIN, Volume) und die Hochfrequenzverstärkung (RF-Gain) unabhängig voneinander geregelt werden. Eine übermässige Hochfrequenzverstärkung äussert sich in übermässigem Rauschen und vor allem mit durch Übersteuerung auftretenden Verzerrungen des empfangenen Signals zum einen, und durch Auftauchen von Intermodulationen, "Geisterstationen" resp. Spiegelfrequenzen von Signalen auf ganz anderen Frequenzen zum andern. Die Hochfrequenzverstärkung soll somit immer nur so stark wie nötig
aufgeregelt sein, dass ein ausreichend starkes Nutzsignal zur Demodulation kommt. Die Regelung muss bei einem stark einfallenden Signal um Verzerrungen zu verhindern sehr rasch herunterregeln, bei Schwächerwerden des Signals wieder mehr verstärken. Diese Geschwindigkeit, die optimale sogenannte Abfallszeit der Verstärkung ist je nach Einsatz- und Betriebart unterschiedlich und kann bei einigen modernen Kommunikationsmepfängern von Hand gewählt werden
Für AM-Empfang vor allem einer mit raschem Fading behafteten Station muss die AGC-Konstante kurz resp. die AGC auf FAST gestellt werden. Wenn es durch ein mittelrasches Fading und gleichzeitig zum Fading durch AGC-Regelung zu einem "Pumpen" des Signals kommt muss die AGC-Konstante länger gewählt werden, Stellung SLOW. Auch beim SSB-Sprachempfang und beim CW-Empfang muss die AGC langsam regeln, um ein Rauschen durch hochregeln in Sprechpausen oder gar zwischen den Morsezeichen zu verhindern. Meist verrichtet die Automatik gute Dienste. In Spezialfällen kann die AGC ausgeschaltet und die HF-Verstärkung mit dem RF-Gain-Regler ganz von Hand eingestellt werden. Bei zu miedrigem RF-Gain ist dann allerdings im Lautsprecher nichts mehr zu hören, bei zu hoher Verstärkung kommt es sofort zu Krächzen und Scheppern durch Übersteuerung. Selten ist die Eingangsspannung durch eine sher gute Antennenanlage mehr als das, was ein Empfänger verkraften kann. Vor allem Reiseempfänger reagieren auf Anschluss einer Aussenantenne gern mit Übersteuerung und es ist vor lauter Brodeln und Pfeifen nach Anschluss einer externen Antenne gar nichts mehr hörbar. Kommunikationsempfänger kommen an sich schon mit grossen Signbalunterschieden einem minimalen Signal von 1 uV bis zu Bombensignalspannungen an Langdrahantennen zurecht.Mit dem Dämpfungsglied ATT (Attenuator oder Abschwächer) kann das ganze Antennensignal um 10 - 20 db teils in mehreren Stufen abgeschwächt werden. Diesen Regler nur mit Vorsicht bei Übersteuerung einsetzen, ein vergessener eingeschalteter Abschwächer kann dazu führen, das auf dem ganzen Kurzwellenband "alles tot" ist. |