Ich besitze seit 1992 einen HF- 150 mit dem Keypad
KPAD-I sowie eine Grahn Antenne, und seither begleitet
mich diese Ausrüstung auf meinen Dienst- und
Urlaubsreisen. Die Empfangseigenschaften des HF-150 sind
recht gut, besonders dann, wenn man eine selektive
Antenne verwendet. In der Praxis fehlen aber vor allem
ein S-Meter, eine beleuchtete Anzeige und eine
Uhrenfunktion. Außerdem sind die 60 Speicherplätze unübersichtlich,
man muß sich eine Liste anlegen.
Ausgangspunkt für meine Überlegungen war daher, im
bestehenden Empfängergehäuse und ohne mechanische Veränderung
desselben einen Umbau vorzunehmen. Ausserdem ist für ein
noch so kleines S-Meter bei den beengten mechanischen
Verhältnissen ohnehin kein Platz, und ein externes Kästchen
wollte ich nicht verwenden. Grundvoraussetzung, diese
Funktionen unterzubringen, war daher die Suche nach einem
LCD-Display, das hinter der Frontplatte Platz findet und
die gewünschten Darstellungsmöglichkeiten hat. Es wurde
ein graphisches Display mit 100 mal 32 Bildpunkten
gefunden, das es auch in beleuchtbarer Ausführung gibt
und das gut hinter das Sichtfenster des HF-150 passt (siehe
Bild 1). Nachdem die Software wegen des Displays ohnehin
neu geschrieben werden mußte, plante ich eine
wesentliche Funktionserweiterung. Die nachfolgende
Aufstellung zeigt, was schließlich realisiert wurde:
*) Frequenzanzeige auf 100 Hz genau
*) S-Meter - Balkenanzeige mit bis zu 15 frei
definierbaren Skalenmarken
*) Menüsteuerung aller Funktionen über die drei Gerätetasten
und das Keypad KPAD- I
*) Eingebaute Uhrenfunktion (Clock-Baustein)
*) Tausend Speicherplätze verfügbar, wobei für jeden
Sender die Frequenz, die Betriebsart, die
Senderbezeichnung im Klartext, eine Speichergruppe und
die Hörzeit ausfallsicher abgespeichert werden.
*) Vielfältige Suchkriterien und Editiermöglichkeiten
der Senderspeicher
*) RS-232 - Schnittstelle für bidirektionale
Kommunikation mit einem PC, es können beliebige Datensätze
erstellt, aus dem Empfänger ausgelesen, verändert und
wieder im HF-150 abgespeichert werden.
*) Stellen von Frequenz und Modus über die serielle
Schnittstelle
*) Auslesen von Uhrzeit und S-Meter-Wert über die
Schnittstelle
Mit diesen neu hinzugekommenen Funktionen kann der Mikrocontroller des
HF-150 natürlich nichts anfangen, außerdem muss die
Software folgende Hardwarekomponenten zusätzlich
bedienen: Das neue graphische LCD, den Analog-Digital-Wandler
für die S-Meter-Funktion, den Speicherbaustein für die
1000 Speicherplätze, den Uhrenbaustein und den RS-232-Schnittstellenbaustein.
Diese Bauelemente sind nun mit dem neuen Mikrocontroller,
der auch das Programm "eingebrannt" hat, auf
einer zusätzlichen Leiterplatte untergebracht. die mit
Steckverbindern an den Bedienelementen des HF-150 (Tasten,
Tuning-Encoder) und dem HF-Teil des Empfängers, der völlig
unverändert bleibt und daher in seinen
Empfangseigenschaften auch nicht beeinflußt wird,
angeschlossen ist (siehe Bild 2, Blick von oben in den geöffneten
Empfänger).
Damit sei genug zur Technik gesagt, im folgenden soll auf
die betrieblichen Möglichkeiten des Empfängers
eingegangen werden:
*) Das S-Meter: Diese im Originalgerät wohl am meisten
vermißte Option wird auf dem graphischen LCD als Balken
dargestellt, wobei auf der Prozessorplatine mit zwei
Spindelpotentiometern Anfangs- und Endausschlag
eingestellt werden können. Als Skala werden 15 Marken
gezeichnet, die über die serielle Schnittstelle beliebig
verändert werden können (Erstellen einer Skala nach
eigenem Empfinden) und die ausfallgesichert gespeichert
sind.
*) Die LCD - Anzeige: je nach Betriebsart zeigt das
Display folgendes: Betriebsfrequenz sechsstellig, auf 100
Hz genau und den S-Meter-Balken, Uhrzeit sechsstellig und
den S-Meter-Balken, ein drei- oder vierzeiliges Menü,
aus dem verschiedene Betriebsarten gewählt werden können
oder einen Datensatz für einen Sender. Die Darstellungsmöglichkeit
des Displays im Textmodus umfasst den vollständigen
ASCII - Zeichensatz (Groß- und Kleinbuchstaben) sowie
Umlaute.
*) Die Uhrenfunktion: Durch Einbau eines Uhrenbausteines
ist die aktuelle Uhrzeit, speziell für die nachfolgend
beschriebenen Suchfunktionen, verfügbar. Mit dem Menüpunkt
Uhrzeit adjustieren kann die Uhr (z.B. bei
Empfang eines Zeitzeichensenders) um plus/minus 30
Sekunden justiert werden.
*) Das Auswahlmenü: Aus der normalen Betriebsart, das
heißt Anzeige von Frequenz und S-Meter, kann mit der
linken der drei Gerätetasten in ein Hauptmenü verzweigt
werden (Memory-Funktionen, Zeitanzeige und Einstellungen).
Mit der linken bzw. der rechten Taste wird der Cursor auf
einen Menüpunkt gestellt und dieser mit der mittleren
Taste ausgewählt. Diese Funktion wird nun ausgeführt
oder es erfolgt die Verzweigung in ein weitere Untermenü.
Mit der mittleren Taste gelangt man in jedem Fall wieder
zur Hauptbetriebsart.
*) Das Keypad KPAD-1: Dieser sehr nützliche Zusatz zum
HF-150 wurde ebenfalls voll in die Software integriert
und in seinen Funktionen erweitert. So sind jetzt die
drei Tasten des Empfängers mit den Keypad - Tasten *, 0
und # in ihrer Funktion identisch, so daß mit Ausnahme
der Bedienung von Abstimmknopf und Lautstärkeregler die
Steuerung des Empfängers auch vom Keypad aus durchgeführt
werden kann.
*) Der Senderspeicher: In dem jetzt eingebauten Speicher
können Datensätze für 1000 Sender abgespeichert werden.
Jeder Datensatz enthält folgende Merkmale eines Senders:
Frequenz, Betriebsart, Senderbezeichnung in Klartext (bis
16 Zeichen), eine dreistellige Senderkennung sowie Beginn
und Endzeit der Aussendung. In den Suchfunktionen wird
der komplette Datensatz für den gewählten Sender
angezeigt, ein Beispiel zeigt Bild 3. Mit der
Senderkennung können die Sender in Gruppen geteilt
werden (z.B. FAX für Fax-Sender, 49m für das
entsprechende Rundfunkband, TR2 für Tropenband, MWD für
deutschsprachige Mittelwellen-Sender ...). Die
Unterteilung ist nur durch Phantasie und Sinnhaftigkeit
begrenzt.
Interessante Sender, die während
des Empfangsbetriebes per Menüpunkt Speichern
im Empfänger abgespeichert werden, erhalten die Kennung
NEU und können später im PC editiert werden.
*) Die serielle Schnittstelle: Zum Erstellen der Datensätze
und deren Abspeichern im Empfänger ist an diesem eine RS-232
Schnittstelle nötig. Die Kommunikation zwischen HF-150
und PC erfolgt mit einem QBASIC-Programm, das folgende
Funktionen ermöglicht: Laden von Datensätzen zum und
vom Empfänger, Verändern, Löschen oder Generieren von
Daten, Verändern der S-Meter-Skala am Empfänger,
Stellen von Frequenz und Betriebsmodus vom PC aus sowie
Lesen der Empfänger - Uhrzeit und des S-Meter - Wertes
in den PC. Mit einem entsprechenden PC - Programm ermöglichen
diese Funktionen das automatische Überwachen und
langfristige Beobachten der Ausbreitungsbedingungen von
mehreren Sendern gleichzeitig (Scanner-Funktion). Die
Kommandostruktur zur Empfängerbedienung über die
serielle Schnittstelle ist genau beschrieben, es können
deshalb auch eigene Programme geschrieben werden.
*) Die Suchfunktionen: Da das reine Speichern von 1000
Sendern nicht sinnvoll ist (man verliert schon bei den 60
Speicherplätzen den Überblick), kann im Empfänger (ohne
Verwendung eines PC!) nach folgenden Kriterien gesucht
werden: Nach alle Sendern mit derselben Senderkennung (z.B.
nach allen abgespeicherten FAX - Sendern), nach Sendern,
die laut eingegebenem Sendezeitintervall gerade aktiv
sind und nach der Kombination von beiden Kriterien. Mit
dieser Funktion, die meines Wissens für einen Empfänger
dieser Größenordnung einzigartig ist, kann z.B.
ermittelt werden, welcher Sender gerade Wetterfax-Bilder
sendet oder welche Sender des 60m-Tropenbandes gerade hörbar
sein sollten. Der Suchvorgang arbeitet sehr rasch, das
Durchsuchen von 1000 Datensätzen dauert weniger als eine
Sekunde.
Die Menüführung wurde
soweit als möglich der Bedienung des Originalgerätes
angepaßt. Die mittlere Taste führt zur Auswahl des
Betriebsmodus (Bild 4), die rechte Taste in die
Betriebsart FAST TUNING, wobei in 2-kHz-Schritten
abgestimmt wird. Die Abstimmgeschwindigkeit ist in allen
Betriebsarten incrementell ausgeführt und dem jeweiligen
Modus angepaßt.
Zusammenfassung:
Mit minimalen Eingriffen in den HF-150 ist es möglich,
bei Beibehaltung seiner guten Empfangseigenschaften den
Bedienungskomfort und Betriebsmöglichkeiten ganz
wesentlich zu erweitern. Sämtliche Funktionen sind menügesteuert
und selbsterklärend, so daß die Bedienung trotz der
Funktionserweiterung problemlos ist. Bei Interesse bitte
ich um Anfrage unter Beilage des Antwortportos an
Wolfgang FRANTA, OE3WFA,
Karl Föderlstrasse 10, A - 3032 Eichgraben
Modifikation Lowe HF-150
Die Verbesserung der Anzeigegenauigkeit ist ganz sicher
eine gute Idee. Insbesondere im Tropenband ist eine
genaue Frequenzbestimmung wichtig.
Ein S-Meter: Wir sind darüber geteilter Meinung.
Einerseits sicher eine Erleichterung, wenn es geeicht ist.
Andererseits: Wenn man den Unterschied in der Abstimmung
nicht akustisch wahrnehmen kann, dann kann man ihn
vernachlässigen. Ob das S-Meter eine Stufe mehr oder
weniger anzeigt, ist für die Verständlichkeit (S/N-Ratio)
nebensächlich.
Bei der Menüsteuerung und den erweiterten Funktionen
wurde ein guter Ansatz gemacht. Wie leicht die Menüstruktur
zu bedienen ist kann aber ohne Gerät nicht beurteilt
werden. Die eingebaute Uhr ist sinnvoll. Die lästige
Kopplung von Bandbreite und Betriebsart wurde leider
nicht aufgegeben.
Die Erweiterung der Speicherdaten (insbes. Sendername in
Klartext) ist sicher angebracht. Wer sich aber die
Frequenzen gut merken kann oder anderweitig schnell
zugreifen kann ist über die Tastatur sicher schneller.
Um 1000 QRGs vernünftig handhaben zu können ist ein PC
notwendig. Über eine Dreitasten-Bedienung wird die
Verwaltung zum Alptraum.
Eine drehzahlsensitive Abstimmung ist nett, aber nicht
lebensnotwendig. Notwendiger ist da schon ein
beleuchtetes Display, insbesondere bei DX-Camps usw.
Die vorgeschlagenen Modifikationen machen die Bedienung
des Empfängers sicher komfortabler. Die Empfangsqualitat
wird dadurch aber nicht verbessert.
Thomas Adam /tte
d: Ein neuer Empfänger: LOWE HF 150, Jürgen Semmler / tth, wwh 6 / 92
d: Lowe HF-150, Joachim Salisch, kurier 15 / 92
d: Der letzte seiner Art ? Lowe HF-150 Europa, Harald Kuhl, kurier 8/99
d: Modifikation Lowe HF-150, Mehr Komfort für ein DX-Gerät, Thomas Adam /tte, wwh
e: Lowe HF-150, Radio Netherlands, Receiver Shopping List
e: two British Boxes - Lowe's HF-225 & HF-150 receivers, Elton Byington, N2KXT, fine tuning's
proceedings