Der ab 1946 für die Britische Marine entwickelte Empfänger mit seinem übereinanderliegenden
fünf Frequenzskalen, was dem Gerät der Spitznamen "Lighthouse" eintrug, wurde
in den fünfziger Jahren weiterentwickelt und mit Filtern ausgerüstet, welche
FSK (Funkfernschreib) - Empfang erlaubten.
Die Form des schweren Geräts ist mit seinem Hochformat speziell, der Empfänger
ist etwas schmäler als die üblichen 19 Zoll. Zwei kräftige Schrauben halten
Frontplatte und Chassis im schweren Metallgehäuse.
Der Netzeingang ist mit einer zweipoligen für englische Geräte typischen Netzbuchse
mit Schraub - Arretierung nach vorn ausgeführt.
Die Antenneneingänge (ebenfalls in einer ausgefallenen Norm), 600 Ohm Leitungsausgang
und der Schalter dafür, ein IF - Ausgang und ein per Schraubendreher bedienbarer
Dimmer für die Skalenbeleuchtung, finden sich etwas eingelassen an der hinteren
oberen Gerätekante.
Die Frontplatte gliedert sich in die vorgewölbte Skalensäule mit zwei Paneln mit Bedienelementen
zur Linken und zur Rechten.
Links oben sitzt hinter einem Lautsprechergrill (besser gesagt mehreren Durchbrüchen
und der kräftigen Frontplatte, darunter der Schalter für die automatische Verstärkungsregelung
AGC und der Regler sowie Schalter für den Störbegrenzer. Darunter folgt der Schalter für die ZF-Filter,
der Betriebsartenschalter, der Lautstärke (AF Gain) - Regler ist der kleine Drehknopf
gleich daneben. An Betriebsarten findet sich CAL (Eichmarkengeber zur Kalibrierung der
Skala, die Mechanik zur Verschiebung der Skala findet sich hinter der aufgeklappten
Abdeckung zuoberst an der Skalensäule), R/T zum normalen Empfang, in Stellung TUNE
kann mittels eines Interferenztones genau auf einen Träger abgeglichen werden, die
Stellungen FSK NARROW und WIDE jeweils mit den Stellungen HIGH (für USB) und LOW (für LSB)
dienen zum FSK - Funkfernschreibempfang - Empfang.
Beim FSK - Betrieb werden Signale alternierend auf einem Frequenzpaar ausgestrahlt,
die zwei Frequenzen liegen unterschiedlich weit auseinander (zu wählen mit WIDE (200-1000 Hz) und NARROW (0-200 Hz).
Verwendet wird der Baudot-Code, der mit einer definierten Zeichenlänge
ähnlich dem ASCI - Code das ganze Alphabet übertragen kann, zur Übertragung von Zahlen
und Sonderzeichen muss mit Steuerzeichen in den Sonderzeichenmodus umgeschaltet werden,
ähnlich wie bei der CAPS LOCK-Funktion für die Grossschreibung - im Baudot-Code gibt's
allerdings nur Grossbuchstaben. Der dem Empfänger nachgeschaltete FSK-Converter kann dann
zur Ausgabe der Zeichen eine Fernschreibmaschine steuern. Um die Tonhöhe der Signale optimal
an den Konverter anzupassen, verfügt die D-Version über eine OSCILLATOR CONTROL Feinabstimmung.
Unter dem Betriebsartenschalter dann die Kippschalter für den Lautsprecher, Hauptschalter
und das Netzeingangskabel.
In der Mitte findet sich die Säulen - ähnliche Skala, die Frequenzen werden auf
der rotierenden Trommel abgelesen, das momentan aktive Band ist beleuchtet, was
dem Empfänger den Spitznamen "Leuchtturm" einbrachte. Hinter der Klappe zuoberst
findet sich die Riffelschraube zur Skalenkorrektur anhand der Signale des Eichmarkengebers.
Unter den Skalen eine kleine Logskala zum Wiederfinden bekannter Stationen und
darunter der grosse griffige Abstimmknopf, der Skalenblockierungshebel kann mit
einer Schraube (gegen unbeabsichtiges Lösen bei Vibrationen und rauhem Seegang)
nochmals zusätzlich gesichert werden.
Im rechten Panel zuoberst eine Klappe mit einem roten X, welches bei eingeschaltetem
Fixfrequenzbetrieb rot aufleuchtet. Zum Festfrequenzbetrieb können passende
Steckquarze (Empfangsfrequenz - 500 kHz) eingesteckt werden. Der kleine Regler
OSCILLATOR CONTROL dient zur Feinabstimmung vor allem beim Funkfernschreibbetrieb.
Der Regler Anti - Cross - Modulation verändert die Gittervorspannung der
ersten HF-Verstärkungsstufe, er steht in der Regel am rechten Anschlag,
darunter der Bandschalter mit einem kleinen Sichtfenster und zuunterst der
HF-Verstärkungsregler (RF Gain) und die Kopfhörerbuchsen.
Die Anordnung der Bedienungselemente dieses vom Aspekt her einmalig
charakteristischen Empfängers ist gewöhnungsbedürftig.
Zum Betrieb wird links unten mit Mains das Gerät eingeschaltet, der Lautsprecher
LS sollte ebenfalls mit ON aktiviert sein. Betriebsartenschalter auf R/T, zunächst
einmal das breite 8 kHZ BANDWIDTH Filter gewählt, mit dem Bandschalter auf 3 und dann
kann die Stationssuche im 49 m - Band oberhalb er 6 MHz-Marke losgehen. Der Anti-Crossmod
und der RF-Gain Regler sollten im Uhrzeigersinn auf dem rechten Anschlag stehen und
die Lautstärke wird nun mit dem kleinen Knöpfchen AF Gain eingestellt.
Auch mit der FSK-Option wird der Murphy heute wohl kaum mehr zum Funkfernschreib -
Empfang einzusetzen sein, die PLL-gesteuerten Geräte mit hoher Frequenzstabilität
und Frequenzanzeige mit 10 Hz Genauigkeit und vollautomatische RTTY-Decoder haben
im Amateurfunkbereich die antiquierte Technik abgelöst. In der kommerziellen
Kommunikation haben Satellitentechnologie und www das Funkfernschreiben schon
längst überholt, der Empfänger ist als Sammlergerät zu werten. Als stolzer
Repräsentant der britischen Marineempfänger ist der Murphy
B40 ein leider selten anzutreffendes Schmuckstück der Sammlung.