Beim Globetrotter 2019 handelt es sich um einen kleinen Reise- Weltempfänger
aus japanischer Fertigung. Das Gerät ist mit einem digitalen Frequenzzähler
ausgestattet, ein Schwestermodell ohne Frequenzzähler wurde unter der Bezeichnung
Globemaster 2016 angeboten.
Das 870 g schwere querformatige kleine Reiseradio misst 25,3 x 11,5 x 4,5 cm (bxhxt),
es ist also etwas breiter als die Sony-Geräte der 7600er - Reihe ausgefallen.
Das linke 11 cm breite quadratische Feld auf der Frontplatte wird vom Lautsprechergrill
eingenommen, in der Ecke finden sich zwei kleine Drucktaster zum Umschaltung
der Digitalanzeige auf Frequenzanzeige und zur Aktivierung der Skalenbeleuchtung.
Die rechte Hälfte der Frontplatte wird von den horizontalen Frequenzskalen
eingenommen, rechts daneben Tuning- und BatteriekontrollLEDs und der Abstimmknopf
in der Form eines versenkten Rads. Unter dem Abstimmknopf der Umschalter für die
6 Kurzwellenbereiche.
Unter den Frequenzskalen findet sich das LCD-Display, rechts davon kleine Drucktasten
und Schiebeschalterchen zur Programmierung von Uhr- und Alarmzeit, mit der sich
auch der Weckton des Radios ausschalten lässt.
Zuunterst die als Schieberegler ausgeführten Lautstärke- und Tonregler.
Die einzelnen Wellenbereiche werden durch Drucktasten an der Geräteoberseite für
LMKU nach alter Heimradiomanier geschaltet, eine I - O -Taste schaltet das Gerät ein.
Die drehbare Teleskopantenne kann zwar nicht im Gerät versenkt werden, ist aber
in der Raste einigermassen im Gepäck geschützt.
Das Gerät benötigt zum Betrieb 5 UM3 (AA) -Batterien sowie eine zusätzliche
Batterie zum Weiterbetrieb der Digitaluhr, an der linken Geräteschmalseite können
ein center - negatives 7,5V-Netzteil und ein Ohrhörer angeschlossen werden.
Das Gerät wird mit der I - O-Taste eingeschaltet, die Taste K-SW1-6 wählt den
Kurzwellenbereich, mit dem Schiebeschalter unter dem Abstimmrad wird das SW-Band 2 gewählt
und am rechten Ende der Markierung für das 49m-Band nach der vertrauten Stimme
des Sprechers aus Wien gesucht. Ein Druck auf die kleine Taste FREQ an der linken
oberen Ecke der Frontplatte lässt die Anzeige auf 6155 kHz springen, zum Suchempfang
innerhalb eines Bandes muss die Taste dauernd gedrückt werden, der Empfänger muss dazu
in beide Hände genommen werden.
Die analoge Frequenzanzeige ist nur zur ungefähren Orientierung in den Kurzwellenbereichen
brauchbar, zur genauen Frequenzbestimmung muss die digitale Frequenzanzeige aktiviert
werden. Leider hat der Skalenantrieb resp. die Abstimmung ziemlich viel Spiel.
Man dreht langsam nach oben, die Frequenzanzeige läuft auf 6155 zu und der ORF
wird lauter, die Tuningkontrolllampe leuchtet auf. Rasch ist zu weit gedreht,
das Signal wird wieder leiser, beim Zurückdrehen findet sich die Station einige
Millimeter weiter unten, als auf die Hinweg, die genaue Abstimmung ist haklig.
Der Einfachsuper ist auf den Kurzwellenbereichen nicht vor dem Auftreten von
Spiegelfrequenzen 930 kHz unterhalb der empfangenen Frequenz gefeit, oberhalb des
60 m Bandes werden plötzlich die starken Stationen aus dem 49m-Band hörbar, die Tropenbandstation
auf 5020 kHz entpuppt sich als Spiegelfrequenz von 5950 kHz, der Wellenjäger ist
enttäuscht.
Der Nordmende Globetrotter passt für mich als eines der seltenen Beispiele
eines Einfachsuperempfängers mit digitalem Frequenzzähler und als Zeuge des Endes
der Empfängerproduktion von Nordmende in meine Sammlung. Mitte der achziger Jahre versuchten zahlreiche
deutsche Hersteller, durch Anbringen ihres Namens auf einem Fernostgerät dem
Kunden den Anschein deutscher Qualitätsarbeit zu erwecken. An den Nordmende
Globetrotter 808 als ernstzunehmenden Doppelsuper kann das Gerät in keiner
Weise anknüpfen. Die haklige Abstimmung und mangelhafte Spiegelfrequenzsicherheit
lassen den Reisenden zu einem als Gebrauchtgerät ebenfalls günstig zu erwerbenden
Doppelsuper mit PLL-Synthesizer greifen.