|
Nordmende, Bremen
|
|
überarbeitet am 10.12.2004 |
Beim Globetrotter 808 handelt es sich um einen SSB-tauglichen Kofferempfänger aus deutscher Fertigung der über einen Trommeltuner den Empfang von 11 Kurzwellen- Rundfunkbändern mit Bandspreizung erlaubt, allerdings noch mit rein analoger Frequenzablesung. Das 4,4 kg schwere Koffergerät misst 40 x 24 x 11 cm (bxhxt) und ist etwas kleiner als beispielsweise der Grundig Satellit 2100 ausgefallen, mit diesem Gerät muss es sich am ehesten messen. Neben den schwarz - alufarbenen Frontplattenelementen setzen die roten Zeiger und vor allem die hellblauen Skalenmarkierungen ungewohnte Farbakzente in den Shack. Ähnlich wie bei den älteren Grundig Satellit-Empfängern findet sich auf der Oberseite der kräftige Tragegriff, das Drucktastenaggregat und die Teleskopantenne, rechts der Schalter des Trommeltuners. Auch ohne Bedienungsanleitung fand ich mich auf Anhieb fast "blind" mit dem Globetrotter 808 zurecht. Die grosse Frequenzskala ist über Eck ausgeführt und nimmt das obere Drittel der
Frontplatte und die Hälfte der Oberseite des Gerätes ein. An der Frontplatte finden
sich die Längsskalen des LW, MW und 160 - 75m - Bereichs, die UKW-Skala mit Angabe
der Frequenz in MHz wie auch der alten deutschen UKW-Kanalzahlen. Darunter in einem
kleinen Fenster die Skala des mit einem Drehschalter an der rechten Geräteseite
ausgewählten gespreizten Kurzwellenbandes, Frequenzmarken alle 25 kHz erlauben in diesen
gespreizten Kurzwellenbändern das Aufsuchen einer bestimmten Frequenz. An der Geräteoberseite liegen hinten Drucktaster für die Skalenbeleuchtung und
die Batterietestfunktion, welche beide nur bei Batterie- oder Akkubetrieb benötigt
werden. Dann folgt das Drucktastenaggregat für alle Wellenbereiche und zum Schalten
der Aussen- resp. Langwellenferritantenne. Die Teleskopantenne ist ähnlich wie beim Grundig
Satellit zweiteilig ausgeführt. Aus der dicken kürzeren Antenne zum UKW-Empfang
können beim Kurzwellenempfang noch die dünneren weiteren Elemente ausgezogen werden. An der linken Geräteseite finden sich die Buchsen für Kopfhörer, Lautsprecher und Tonband, alle in DIN-Norm ausgeführt, an der rechten Geräteseite die Antennenbuchsen. An der Geräterückseite unten der Netzspannungswähler 110 / 220 V, das Batteriefach zur Aufnahme von 6 UM1-Monozellen (es fällt auf, dass der Empfänger zusätzlich über eine 12 V-Buchse verfügt und so mit vielen unterschiedlichen Spannungen betrieben werden kann) und ein Fach zum Verstauen des Netzkabels. Ein kleiner Trimmer an der Geräterückseite dienst zur Einstellung des FM-Squelchs, der Rauschsperre. Die Bedienung des Globetrotter 808 ist einfach: Zum Empfang der deutschen Welle auf 6075 kHz wird das Gerät am Lautstärkeregler eingeschaltet und die Antenne "ausgefahren". Der TB-Schalter muss auf Radio stehen, die Kippschalter auf der Frontplatte alle nach unten resp. auf AM-breit und AGC. Die Drucktaste BANDS aktiviert den Trommeltuner mit den gespreizten Kurzwellenbereichen, mit dem Drehschalter an der rechten Geräteseite wird das 49m-Band gewählt und nach der starken deutschspachigen Station in der Nähe der entsprechenden 25-kHz Marke gesucht. Da die Frequenzanzeige doch recht ungenau ist, muss die Sendung einige Zeit bis zur Stationsidentifikation verfolgt werden. Die Empfindlichkeit erscheint mir auf den gespreizten Bändern zum Empfang der
internationalen Auslandsdienste recht gut, die Trennschärfe in Stellung AM-schmal
zumindest ausreichend zum AM-Empfang. Zum Einseitenbandempfang muss der BFO durch Ziehen
aktiviert werden, mit dem Kippschalter auf MGC (Handregelung der HF-Verstärkung)
gegangen werden und der RF-Gain / die HF-Verstärkung mit dem MGC-Regler vorsichtig
von Hand eingestellt werden, die Stabilität reicht aus, um eine Sendung im
SSB-Betrieb verfolgen zu können, auch stärkere Afu-Signale sind so zu hören. Die technische Verarbeitung erscheint mir bei dem in Deutschland gefertigten
Gerät gut. Insbesondere schalten bei meinem Gerät Drucktasten und Trommeltuner-
Kontakte noch gut (ohne Rütteln- und übermässiges Knacken), die ausgesprochen
kritischen Kontakte der ZF-Bandbreitenumschaltung sind durch die eingesetzen
Kippschalter offenbar elektrisch unproblematischer als die bei den Grundig-Geräten
der Satellit 2000er- und 3000er-Reihe oder auch den älteren Geräten von
Panasonic. Bei diesen muss am Bandbreitenschalter
bei älteren Geräten oft der optimale Kontaktpunkt feinfühlig und unter
Beobachten des S-Meterausschlags gesucht werden, kein Problem bei meinem
Globetrotter 808. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Nordmende Globetrotter 808 für Stationen
innerhalb der Rundfunkbänder dank des guten Tons ein schöner Zuhörempfänger ist
und auch den Einstieg ins KurzwellenDX erlaubt. weitere Lektüre: © Martin Bösch |
||||