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überarbeitet am 21.7.2007
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DR 49 / RF - 4900
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Doppelsuper, ZF 2 MHz, 455 kHz
Digitalanzeige 1 kHz
AM, CW/SSB (BFO), FM
145 kHz - 30 MHz, UKW 88 - 108 MHz
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Empfindlichkeit MW 60 uV,
5-30 MHz AM 1,1 - 1,4 uV, SSB 0,6 - 1,0 uV
Selektivität -6/-60 dB
1,7/6,0 kHz, 2,5/15 kHz
S-Meter, RF-Gain
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Flaggschiff der DR-Serie des japanischen Elektronikgiganten Matsushita ist der
DR 49. Dem Gerät liegt ein durchweg normales Schaltungskonzept zugrunde;
es wird nicht die -modernere - PLL-Technik verwendet. Bis 3 MHz ist die
Schaltung als Einfachsuper ausgelegt, erst von 3 MHz bis 30 MHz wird die
aufwendigere Doppelsupertechnik benutzt. Ein mitabgestimmter HF-Vorverstärker
trägt nicht unwesentlich zu den guten Empfangsleistungen bei. Mittels spezieller
Schaltungsmaßnahmen (Pre-Mixing) wurde eine gleichmäßige Teilung des KW-Bereiches
in sieben Bänder zu je vier MHz erreicht. Alle fürs DXen notwendigen Schaltelemente
sind vorhanden: Bandbreitenschaltung, HF-Verstärkungseinstellung, Antennenanpassung,
Antennenanschlüsse, S-Meter und Nacheichmöglichkeit. Eine digitale Frequenzanzeige
gibt 1 kHz Abstimmgenauigkeit.
Das Gerät
Die Abmessungen des DR 49 lassen unschwer erkennen, daß es sich hier um einen
Stationsempfänger handelt; mit Außenmaßen von 48x20x36 (BHT in cm) ist
tragbarer Betrieb kaum möglich. Auch das Gewicht von 8.3 kg spricht für
standortgebundenen Einsatz. Trotzdem besitzt das Gerät im Boden ein großes
Batteriefach (zwei Klappen) - mit acht Monozellen ist DXen fern jeglicher
Zivilisation möglich. Die Frontseite des Gerätes besteht aus Hartkunststoff,
der Rest des ganz in schwarz gehaltenen Gehäuses aus solidem Stahlblech. Die
zahlreichen Bedienungselemente sind gut lesbar beschriftet, allerdings in englischer Sprache.
Optisch läßt sich eine Teilung der Bedienungselemente in vier horizontale Reihen
erkennen. In der untersten Reihe, beginnend an der linken Seite befinden sich:
Ein/Aus-Schalter sowie Buchsen für Kopfhörer/Lautsprecher, Tonaufnahme und
Verstärkeranschluß. Daneben vier Drehknöpfe, und zwar für Lautstärke, Bässe,
Höhen und BFO. Drei Kippschalter schließen sich weiter rechts an: Beleuchtung,
Digitalanzeige, Anzeigeinstrument. Die beiden ersten Funktionen werden jeweils
ein/ausgeschaltet; das Zeigerinstrument kann wahlweise die Signalstärke bzw.
den Batteriezustand anzeigen.
In der Reihe darunter gibt es, von links nach rechts, drei weitere Kippschalter
mit den Funktionen: UKW-AFC ein/aus bzw. AM-Bandbreite schmal/breit, Störbegrenzer
AM und letztlich die Umschaltung auf SSB-Betrieb. Daneben dann die großen Drehknöpfe
für die Abstimmung. Der größere Knopf arbeitet im KW-Bereich 2 bis 8, der kleinere
Knopf ist für die Abstimmung bei KW1, LW, MW und UKW zuständig. Ganz außen in dieser
Reihe ist der Drehknopf für die Antennenanpassung zu finden. Der Abstimmknopf für
KW 2-8 besitzt einen schaltbaren Trieb nach bewährtem Muster der DR-Serie: Ziehen:
Feintrieb, Drücken: Grobtrieb. Die Untersetzung beträgt ca. 1:10.
Rechts neben dem Ziergitter des Lautsprechers beginnt mit dem S-Meter die dritte
Reihe. Die Skalierung des Instrumentes ist in S-Werten von 0 bis 9+20 dB.
Zusätzlich ist eine Skala für den Batteriezustand vorhanden. Ein winziger
versenkter Drehknopf für die Oszillatornachstimmung (Eichung) befindet sich
weiter rechts; daran anschließend die Wahlschalter für die Frequenzbereiche:
erster Knebelschalter für KW 2 - 8, zweiter Knebelschalter für KW1, MW, UKW, LW.
Die oberste Reihe ist den Frequenzanzeigen vorbehalten:
Links die Skalen für die mit Wahlschalter 2 selektierten Bereiche, rechts die
Skalen für die KW-Bereiche 2 bis 8, die mit dem Wahlschalter 1 selektiert werden.
In der Mitte liegt die für alle Wellenbereiche arbeitende Digitalanzeige in Form
einer grünen, fünfstelligen Panaplexröhre. Die beiden Griffe rechts und links
sollen den Transport erleichtern und können abmontiert werden.
Auf der Rückseite des Gerätes gibt es diverse Antennen und Antennenanschlüsse:
Stabantenne (130 cm) für KW2 - 8, Ferritantenne für KW1 und MW sowie eine weitere
Ferritantenne für LW. Die recht dünne Stabantenne hat ein Dreh-/Knickgelenk,
auch die Ferritantennen sind verstellbar. Für KW2-8 gibt es eine Koaxbuchse SO-239
(UHF) und ein Anschluß für die kleinen Vierkantstecker der veralteten Fernseh-Norm
vorhanden. Diese Art des Antennenanschlusses gibt es auch für UKW und LW / MW / KW1.
Mittels einer NF-DIN-Buchse und eines Umschalters läßt sich der NF-Verstärker zur
Wiedergabe von Tonaufnahmen benutzen. Netzbuchse, Netzumschalter 110/220 Volt und
Eingang für eine externe 1 2 Volt Gleichspannung befinden sich ebenfalls gut
zugänglich auf der Rückseite.
Das Gehäuse macht einen sehr soliden Eindruck. Servicefreundlichkeit ist aber
nicht gegeben: es sind 24 Schrauben zu lösen, um an das Innenleben des Gerätes
zu gelangen - ein sehr hoher Aufwand für z.B. Sicherungswechsel.
Dem Empfänger liegt umfangreiches Zubehör bei: neben Betriebsanleitung,
DX-Einführung, Frequenztabellen und einem Logbuch sind vorhanden: Netzkabel,
Koaxstecker, Dipolantenne 2 x 8 m mit passendem Stecker, UKW-Dipol-antenne,
Ohrhörer und Ersatzsicherungen: eine rundum komplette Ausstattung.
Betriebsergebnisse
Die eingebaute Stabantenne wird den Möglichkeiten des Empfangsteils nicht gerecht;
sie ist zu kurz und zu dünn. Mit einer 172 cm langen, am Fuß 12 mm starken Antenne
(ähnlich DR 29 und Grundig Satellit) waren die Leistungen spürbar besser. Die allen
DR-Geräten eigene Drift wurde auch hier festgestellt. Nach dem Einschalten sind 5 kHz
Abweichung in den ersten fünf Minuten nicht ungewöhnlich. Diese Drift vermindert sich
dann, hört aber nie ganz auf. Daher ist die Nacheichmöglichkeit auf den KW-Bereichen
keine Zugabe, sondern eine Notwendigkeit. Die Aufteilung der Analogskalen in KW und
MW, LW, UKW ist von der Idee her gut, wegen mangelnder Skalengenauigkeit und zu
sparsamer Markierung hier jedoch nicht tadelsfrei gelungen. Die Zusammenlegung der
Schaltfunktion UKW-AFC / AM-Band-breite ist gewöhnungsbedürftig. Alle anderen
Funktionen sind gut zu handhaben. Insbesondere die durchdacht konstruierte und
tadellos arbeitende Grob/Fein - Umschaltung gefiel. Empfindlichkeit und Selektion
werden dem repräsentativen Äußeren des „schwarzen Riesen" nicht gerecht.
Beide Werte sind grundsätzlich nicht besser als beim DR 29 (mit Preselector),
dessen Schaltungskonzept hier Verwendung findet. Spiegelfrequenzen - allerdings
schwach - finden sich nur im KW 1 - Bereich; ab KW2 arbeitet das Gerät als Doppelsuper.
Die HF-Verstärkung läßt sich in weiten Grenzen einstellen, sie ist aber stets der
AGC überlagert. Zusammen mit der Antennenanpassung kann damit das Großsignalverhalten
günstig beeinflußt werden. Der DR 49 ist ein leises Gerät. Auch bei voll aufgedrehter
HF-Verstärkung ist das Grundrauschen kaum hörbar und dadurch wird die effektiv
verwertbare Empfindlichkeit erhöht.
Die Ferritantennen können nicht abgeschaltet werden; der Anschluß von Außenantennen
wird dadurch problematisch. Gut reagiert der DR 49 auf Außenantennen im Bereich
KW2 -8, zumal hier mit einer Koaxbuchse ein günstiger niederohmiger Anschluß
möglich ist. Somit ist ab ca. 3 MHz gutes DXen möglich. Unterhalb dieser Grenze
wird die Antennenfrage kritisch; ohne Möglichkeit zur Bedämpfung sollten
Langdrahtantennen nicht verwendet werden.
Die Bereichsaufteilung in acht KW-Bänder erlaubt in Stellung fein des Abstimmknopfes
noch saubere SSB-Abstimmung; allerdings muß mit dem BFO-Knopf gelegentlich
nachgestellt werden (Drift).
MW und KW1 sind für ernsthaftes DXen nicht brauchbar. Es gibt zu viele
Störmodulationen, und die Ferritantennen sind nicht sonderlich wirksam.
Die Filtersteilheit reicht auch bei schmal nicht aus, um im überbelegten
MW-Band erfolgreich zu sein. Gut dagegen ist der UKW-Tuner. In Verbindung
mit der recht leistungsstarken Endstufe ist ausgezeichnete Musikwiedergabe möglich.
Insgesamt gesehen ist die Empfangsleistung des DR 49 nicht wesentlich besser
als die des DR 29 mit sorgfältig abgestimmtem Preselector. Die relativ geringe
Leistungsaufnahme ergibt bei Batteriebetrieb mit acht Monozellen guter Qualität
eine lange Gebrauchszeit; die Auslegung dieses Stationsempfängers für Batteriebetrieb
ist allerdings wenig nutzbar. Einigen Störfällen im unteren Frequenzbereich kann
durch Umschalten auf netzfreien Betrieb allerdings wirksam begegnet werden.
Das S-Meter hat eine angenehm flinke Anzeigencharakteristik; die S-Werte liegen
jedoch um den Faktor 5 zu günstig.
Wertung und Kritik
Die Empfangsleistung entspricht nicht ganz dem aufgrund von Aussehen,
Volumen und Preis erwarteten Niveau. Richtig gut ist dieser Rx erst ab 3 MHz
und im UKW-Bereich. MW, LW und KW1 sind, wenn auch guter, Durchschnitt.
Von der Konstruktion her ist das Gerät mechanisch zwar recht stabil, in der
Schaltung vermißt man jedoch diese Stabilität. Für ein Gerät dieser Preisklasse
ist die Drift zu groß.
Verbesserungswürdig sind weiterhin: Stabantenne, S-Meter - Empfindlichkeit,
BFO-Stabilität und die AGC bei SSB-Betrieb. In Filterstellung schmal sollte
eine bessere Steilheit erreicht werden. Die getrennten Analogskalen sind in
dieser Form wenig nutzbar; eine einzige lange Skala wäre besser.
Für ein Gerät dieser Größe ist die Digitalanzeige zu klein und außerdem ist
die Multiplexfrequenz zu niedrig gewählt; die Anzeige flimmert unangenehm.
Diese Schaltungsmaßnahme ist zwar stromsparend, ermüdet aber die Augen auf die Dauer.
Die vorhandenen Bedienungselemente lassen sich wirksam einsetzen, um die Empfangsleistungen
auf ein respektables Niveau zu bringen. Ab 3 MHz sind im Zusammenspiel mit Filterschaltung,
Antennenanpassung, HF-Einstellung und Feinabstimmung gute DX-Möglichkeiten gegeben.
Die vielfältigen Antennenanschlüsse sind zu loben. Der schaltungstechnische Aufwand
im Vorstufenbereich auf KW2 - 8 macht sich angenehm bemerkbar. Uneingeschränkt
lobenswert sind die mechanische Stabilität und die saubere Ausführung des Gesamtkonzeptes.
Die hervorragend arbeitende Grob/Fein - Umschaltung ist nachahmenswert.
Negativ vermerkt wurde das Fehlen einer großen PL-Buchse für Kopfhörer.
Die erstaunlich klang- und leistungsstarke NF-Stufe wird dem Format des Gerätes gerecht.
Zusammenfassung
Der DR 49 ist ein repräsentativer Stationsempfänger mit ansprechender
Leistung ab 3 MHz und im UKW-Bereich. Reichhaltiges Zubehör und eine
ausführliche Bedienungsanleitung unterstreichen die sauber ausgeführte
Konzeption eines großen Allbandempfängers. Die solide, aber konservative
Schaltung erreicht nicht ganz die Leistungen der mit moderneren PLL- oder
Wadley-Schaltungen konstruierten Empfänger. Trotzdem ist die Relation von
Preis zu Gegenwert noch akzeptabel.
| Technische Daten und Meßwerte |
National DR-49 |
| Hersteller | Matsushita (Panasonic), Japan |
| Vertrieb | Fachhandel |
| Gerätetyp | Staionsempfänger |
| Schaltungstyp | ab 3 MHz Doppelsuper |
| Frequenzbereiche | KW 1,6 - 30 MHz in acht Bändern sowie LW MW UKW |
| Frequenzanzeige | grüne digitale Anzeige, Analogskalen |
| Ablesegenauigkeit | ± 1 kHz |
| Absolute Genauigkeit | nacheichbar |
| Frequenz Stabilität bei dT von 10° C / innerhalb 1 Stunde | ±2.1 kHz / ± 5 kHz |
| Besonderheiten | repräsentatives Äußeres, gunstiger Preis,
Batteriebetrieb möglich, Antennen und Lautsprecher eingebaut, solides Metallgehäuse,
reichhaltiges Zubehör
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| HF-Teil | |
Empfindlichkeit in uV an 50 Ohm bzw. 1 KOhm bei BC
0.1 MHz - 1.5 MHz für26dB S+N/N 2 MHz- 30 MHz für 6 dB S+N/N Modulation AM, 400 Hz 30 Prozent |
| Frequenz (MHz) |
AM breit |
AM schmal |
SSB |
| 0.2 |
320 |
- |
- |
| 0.5 |
310 |
- |
- |
| 1 |
135 |
80 |
- |
| 1.5 |
130 |
72 |
- |
| 2 |
1.7 |
1.1 |
0.8 |
| 5 |
1.9 |
1.2 |
0.8 |
| 7 |
1.5 |
1.0 |
0.7 |
| 10 |
1.4 |
1.0 |
0.6 |
| 15 |
1.3 |
1.0 |
0.7 |
| 20 |
1.8 |
1.2 |
0.7 |
| 25 |
1.9 |
1.4 |
1.0 |
| 30 |
1.3 |
1.0 |
0.7 |
|
| Trennschärfe (kHz) 7 MHz ±1MHz, -6 dB -60 dB |
breit: 8.4/ 21.3 |
| | schmal 3.6 / 9.4 |
| Spiegelfrequenzsicherheit | 51 dB |
| Zf-Festigkeit | 63 dB |
| AGC-Regelbereich | 46 dB + 23 dB Hand |
| Abstimminstrument | S1 = 0.8 uVolt; Mitte = 10 uVolt; Ende = 600 uVolt |
| Antennen | Stabantenne, 2 Ferritantennen |
| Antennenanschluß | Koax 75 Ohm Buchsen für KW MW/LW UKW |
| Sonstiges | Nacheichmoglichkeit des 2 Oszillators Antennenanpassung auch für eingebaute Stabantenne gute NF-Qualität |
| NF-Teil | |
| Leistung, Sinus | Netzbetrieb 1.6 Watt, 10% THD |
| Frequenzgang | 54 - 11 300 Hz, ±3 dB |
| Tonblende | Höhen, Tiefen, jeweils ± 5.5 dB |
| Störbegrenzer | schaltbar |
| Lautsprecher | 8 0hm, 10cm Durchmesser, 3 Watt |
| Anschlüsse | Lautsprecher, Ohrhörer. Kopfhörer, Tonaufnahme und Wiedergabe
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| Stromversorgung | Netz 110/220 Volt, Batterie acht Monozellen |
| Leistungsaufnahme | Netzbetrieb ca. 9 Watt, Batteriebetrieb 4.2 Watt |
| Maße | 48x20x36 BHT in cm |
| Gewicht | 8.1 kg |
| Bestückung | 4 ICs, 3 FET, 43 Transistoren, 41 Dioden |
| Zubehör | Antennen für KW und UKW, Ohrhörer, Betriebsanleitung, Sendertabelle Logbuch |
| FTZ-Nummer | 106/2170 |
| Preis | ca DM 1000.- |
© Rainer Lichte, Kurzwellenempfänger - Qual der Wahl
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