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überarbeitet am 21.7.2003
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Philips D-2935
In der Mitte der achziger Jahre brachte Philips im Gefolge des mikroprozessor -
kontrollierten Sony ICF-2001 zwei ebenfalls mikroprozessor - kontrollierte Kurzwellenempfänger
auf den Markt. Der D-2935 war als hochformatiger Reiseempfänger ausgeführt, der
technisch sehr ähnlich aufgebaute D-2999 im Look eines Stationsempfängers. Die
beiden Geräten waren die einzigen brauchbaren Weltempfänger mit denen das Haus Philips
den Geräten von Grundig und Sony nacheifern wollte, sie wurden mit einem Handbuch,
einer Anleitung zum Kurzwellenempfang und einem brauchbaren Frequenzhandbuch
ausgeliefert. Nach diesem Achtungserfolg folgen nur noch einige Analog- Reiseempfänger
zu günstigen Preisen mit mässigen Empfangseigenschaften.
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Doppelsuper, ZF 55 MHz, 468 kHz, UKW:Einfachsuper 10,7 MHz
Digitalanzeige, 1 kHz
146 - 29'999 kHz (Version /02 für D nur bis 26'100 kHz), 87,5 - 108 MHz
AM, SSB (BFO), FM
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Selektivität -6 dB/ -90 dB
6,3 / 19 kHz, updated Version 2,7 / -- kHz
Sensitivität
Abschwächer -20dB, BFO, Tonregler
Keypad, 9 Speicher
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Der Philips D-2935 misst als querformatig hochkant ausgelegter Reiseempfänger
32 x 18 x 8 cm, er muss also - um nicht nach hinten zu kippen, beim Drücken
der Tasten festgehalten werden, verfügt aber auch über einen Aufstellbügel.
Mit einem Gewicht von 3,18 kg (mit den 6 Monozellen UM-1 zum portablen Betrieb und
den für den Speichererhalt notwendigen 3 Mignonzellen UM-3 bringt der Empfänger
3,8 kg auf die Waage, finden sich heute für Flugreisen leichtere Empfänger. Um
im Camper mitgeführt zu werden, eignet sich der D-2935 mit dem externen
Gleichspannungseingang (das Gerät verträgt Spannungen von 9 - 14 Volt) gut,
im Gegensatz zu den Sony-Geräten ist das Netzteil, umschaltbar zwischen 110 und 220 V,
eingebaut.
Auf der Frontplatte ist oben links der (in der mir vorliegenden späteren ('updated')Version)
versenkt angebrachte Netzschalter und der Schalter für die Skalenbeleuchtung untergebracht,
darunter der grosse Lautsprecher.
Die nur Feldstärkeanzeige arbeitet nur in den AM-BEreichen und
ist entsprechend des Zeitgeschmacks mit einer 5-teiligen
LED-Kette, die recht sensibel reagiert und nicht geeicht ist, ausgeführt.
Darunter links die grosse gut ablesbare beleuchtete LCD-Anzeige, auf der
die empfangene Frequenz auf 1 kHz genau und der Wellenbereich (inkl. Kurzwellenband)
angezeigt wird. Rechts daneben - als Folientastatur ausgeführt - das Keypad zur Frequenzeingabe,
darunter der magnetisch gerastete Tuningknopf, bei schnellerem Drehen
nimmt die Abstimmschrittweise von 1 auf 10 kHz zu.
Unter der Frequenzanzeige mit 'Preselection' bezeichnet die sechs Tasten der
Senderspeicher, in die Speicher A1, A2, A3, B1, ... C3 können insgesamt 9 Frequenzen
abgelegt werden. Zuunterst die 4 ebenfalls elektronisch ausgeführten Bandbereichstasten.
Rechts an der Oberkante werden mit drei kleinen Tasten die interne Teleskop- und
Ferritantenne umgeschaltet, der Abschwächer ('local') und der BFO zum Einseitenbandempfang
aktiviert. Darunter die Drehregler der BFO-Kontrolle, der HF-Verstärkung 'AM Gain Control',
der Tonblende und der etwas grössere Lautstärkeregler. Im Gegensatz zu Schiebereglern
arbeiten die Drehregler auch nach Jahren noch problemlos und kratzfrei.
An der linken Schmalseite des Geräts sind übereinander der 'Line out' Ausgang über
den die NF einem Tonband oder Decoder zugeführt werden kann, die Kopfhörerbuchse,
der 12 V Gleichspannungs- und der Netzanschluss angeordnet.
An der rechten Schmalseite finden sich die als Koaxialbuchsen ausgeführten
Antennenanschlüsse für AM und FM und der Umschalter von der internen auf die externen
Antennen. Diese Umschaltmöglichkeiten, zusammen mit dem Umschalter der internen
Antennen auf der Frontplatte lässt sich beispielsweise die Ferritantenne ganz
ausschalten, unterscheiden den D-2935 positiv von anderen Reiseempfängern.
Technisch arbeitet der Philips D-2935 als Doppelsuper mit hochliegender
erster Zwischenfrequenz von 55 MHz, Mischersignal von 55,164 - 84,999 kHz stammt aus einem
stabilen PLL-Synthesizer, über ein Quarzfilter wird auf das Signal auf den
zweiten Mischer übergeleitet, an dessen Ausgang dann 468 kHz anliegen. Hier erfolgt die endgültige
Selektion mit einem Keramikfilter, als AM-Demodulator kommt ein Diodendetektor zum
Einsatz, zum SSB-Empfang lässt sich hier ein BFO zuschalten.
Es fehlt eine Preselektion vor dem ersten Mischer, was den Empfänger auf
lange Antennen empfindlich reagieren lässt, der Einsatz eines externen Preselektors
erscheint beim Betrieb an Langdrahtantennen ratsam.
Das ZF-Filter war in der ersten Version mit 6,3 kHz bei -6dB für den Kurzwellenempfang
im 5 kHz-Raster zu breit dimensioniert und wurde in der späteren 'updated' Version
durch ein Filter von 2,7 kHz bei -6 dB ersetzt.
In der Praxis empfängt der D-2935 die europäischen Kurzwellenauslandsdienste
problemlos, das Filter trennt im 5 kHz-Raster ausreichend, die DW auf 6075 die
hier mit starkem Signal einfällt verursacht bis 6070 Splatterstörungen und ist auf 6068
nicht mehr zu erahnen. In den Amateurfunkbereichen sind die deutschen Amateure
aus der Nähe in SSB und CW problemlos aufnehmbar, wenn auch die Abstimmung mit dem
BFO etwas spitzfingrig erfolgen muss.
Das Aufsuchen einer Station gestaltet sich problemlos: mittels Druck auf die
Band Selection Taste wird der Wellenbereich vorgewählt, SW springt zum 120m Band, mit jedem
weiteren Tastendruck wird ins nächste Kurzwellenrundfunkband gewechselt, auch
das 21m-Band ist programmiert. Im Band
kann mit dem angenehm leicht gerasteten Tuningknopf eingestellt werden,
bei hoher Drehgeschwindigkeit wird die Schrittweite auf 100 kHz erhöht,
so sind Wechsel ans obere Bandende problemlos möglich.
Zur direkten Frequenzeingabe kann die gewünschte Frequenz ohne führende Null
direkt eingegeben werden, mit 6 0 7 5 Exec landet man bei der deutschen Welle,
mit 6 . 0 7 5 Exec ebenfalls. Zahlen bis 2 6 . werden als MHz-Angabe interpretiert,
Zahlen ab 8 8 . als MHz im UKW-Band, es muss keine separate Umschaltung für
die UKW-FM Betriebsart erfolgen.
Ein eingestellter Sender kann mit Tastendruck auf Store gefolgt von der
Speicherbezeichnung, beispielsweise Store A 1, in den folgenden 5 Sekunden erfolgen.
Mit Druck auf A 1 kann der eben gespeicherte Sender später wieder aufgerufen
werden, als Spezialität am Philips wechselt ein Druck auf die Taste B dann
auf den Speicher B 1. Die Möglichkeiten der Mikroprozessorkontrolle sind beim
Philips D.2935 recht brauchbar umgesetzt und auch ohne langes Studium der
Bedienungsanleitung intuitiv einsetzbar.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der D-2935 der nicht häufig aber
wenn, dann recht preisgünstig angetroffen werden kann, dank der soliden
Empfangseigenschaften und der guten Ausgangsleistung als Reiseempfänger
beim Camping gute Dienste leistet, und als Stationsempfänger auf den ersten Schritten
ins Kurzwellenhobby ein Einsteigerempfänger ist, der nicht zu Enttäuschungen
führt.
weitere Lektüre:
d: Mit Folientastatur:Philips D 2935, Nils Schiffhauer, funk 12 / 86
e: Philips D-2935, WRTH receiver tests 1987, Jonathan Marks
© Martin Bösch, 20.7.2003
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