Im KURIER - Dezember - Doppelheft stellten wir unter der Rubrik Markt
dieses neue Autoradio mit Kurzwellenteil vor, welches
jetzt schon seit einigen Monaten auf dem Markt erhältlich
ist. Ralph Brandi von NASWA in den USA hatte Gelegenheit
diesen Empfänger ausgiebig zu testen. Der DC777 hat
Normformat für Autoradios und ist, wenn ein Standard-Installationsschacht
vorhanden ist, schnell montiert.
Empfangseigenschaften
Der Empfang auf Mittelwelle und UKW beurteile ich als
gut, wenn auch nicht überragend. Die Stereoerkennung auf
UKW erfolgt automatisch und ist nicht manuell
einzustellen. Der hierfür eingesetzte Prozessor arbeitet
recht gut und scheint Rauschstörungen nach Möglichkeit
zu verhindern. Für den Test wählte ich einen Sender,
der in etwa 120 Kilometer Entfernung vor meinem Haus
liegt und den mein Sony 2010 in einigen Teilen des Hauses
gut empfangen kann. Mein bisheriges Autoradio konnte
diesen Sender auch relativ gut empfangen. Der Empfang
beim DC-777 war nicht ganz so gut. Die Möglichkeit
zeitweise die fünf stärksten Sender auf Mittelwelle und
UKW automatisch in die Memory einzuspeichern ist sehr nützlich,
wenn man unterwegs ist. Die Leistungen des eingebauten
Cassettendecks ist durchschnittlich. Dolby ist nicht
vorhanden. Die Empfangsleistungen auf Kurzwelle haben
mich sehr beeindruckt. Man wird auf diesem Empfänger
zwar kein echtes DXing betreiben können, aber sämtliche
grösseren Stationen kamen in brauchbarer Qualität
herein. Der Empfänger scheint speziell auf den
Kurzwellenempfang ausgelegt zu sein. Die Bandbreite ist
so gewählt, daß bei grösseren Stationen eine angenehme
Tonqualität vorhanden ist, jedoch so eng, daß
Nachbarkanalstörungen grösstenteils vermieden werden.
Bedienungsfreundlichkeit
Die Bedienungsfreundlichkeit des Empfängers läßt einiges
zu wünschen übrig. Bei vielen Bedienungselementen
handelt es sich um Multifunktionsknöpfe. Die Lautstärkeregelung
dient, in Verbindung mit einem anderen Knopf, auch zur
Einstellung der Balance, der Höhen und der Tiefen.
Manuelle Frequenzeingabe wird durch gleichzeitiges Drücken
beider Search-Tasten bewerkstelligt, wobei man warten
muss bis ein Piep ertönt, um dann über die Zahlentasten
die Frequenz eintippen zu können. Drückt man eine der
Search-Tasten, so wird die automatische Suchfunktion
ausgelöst, die besser arbeitet, als die aller von mir
bisher getesteten Geräte. Diese Funktion ist sehr nützlich
für ein Band-Scanning, während man fährt. Zur direkten
Frequenzeingabe, die ich persönlich bevorzuge, muß man
ein kleines Bedienfeld aufklappen, auf dem sich die
Zahlen-Tastatur, eine Bestätigungstaste sowie eine Taste
für die Zeitangabe befinden. Sämtliche Tasten sind so
klein, daß ich nur bei roter Ampel oder stehendem
Verkehr Frequenzen direkt eingeben konnte. Ausserdem
scheint mir dieses Bedienelement auch nicht allzu robust
konstruiert zu sein.
Speicherplätze
Allein auf Kurzwelle verfügt der DC-777 über 20
Speicherplätze. Die Art und Weise, wie diese Speicher
aufgerufen werden können, macht Sinn und ist funktionell.
Es gibt fünf Knöpfe. Jeder der ersten vier kann fünf
Frequenzen speichern. Mit dem fünften Knopf kann man
zwischen den fünf pro Knopf gespeicherten Frequenzen wählen.
Bei jedem Speicherkanal-Wechsel ist ein Piepton zu hören,
der für meine Begriffe etwas zu laut geraten ist. Alles
in allem funktioniert die Speicherverwaltung sehr gut.
Die Bandauswahl erfolgt über zwei Knöpfe. Einer ist
zuständig für Mittelwelle, Langwelle und UKW. Mit dem
anderen kann man zwischen den verschiedenen Kurzwellenbändern
auswählen. Innerhalb der einzelnen Bänder kann man mit
der Search-Funktion die stärksten Stationen heraussuchen
lassen. Leider sind die Begrenzungen der Meterbänder
hardwaremäßig im Radio festgelegt und sehr eng gewählt.
Das 31 m Band reicht zum Beispiel nur von 9500 bis 9900
kHz, das heisst im Scanning-Modus wird der Empfänger BBC
auf 9915 kHz oder WCSN auf 9445 kHz nicht finden. (Bei
direkter Frequenzeingabe sind natürlich diese Sender
auch zu empfangen). Zu begrüßen wäre es, wenn die
Begrenzungen der Meterbänder durch den Benutzer
definiert werden könnten.
Gesamtbewertung
Der DC-777 gefällt mir und ich möchte ihn nicht mehr
missen. Da ich mich bei der Fahrt nicht zu sehr um die
Bedienung des Empfängers kümmern kann, denke ich, daß
die bereits erwähnten Kompromisse bei der Scan-Funktion
akzeptabel sind. Man merkt dem Empfänger ein äusserst
durchdachtes und praxisnahes Konzept an.
Ralph Brandi im NASWA-Journal 5/91
Die gleichen positiven
Erfahrungen konnten wir mit einem von der Firma Philips
zur Verfügung gestellten Gerät machen. Redaktion