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CommtelTestbericht COM 305
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überarbeitet am 2.2.2003 |
Im Bereich der
preiswerten digitalen Kurzwellenempfänger tauchen immer
wieder neue Variation mit teilweise überraschenden
Empfangsqualitäten auf Viele dieser Geräte stammen aus
Ostasien und werden vom gleichen Hersteller mit veränderter
Gerätefront und unterschiedlicher Namensgebung
vertrieben. Der neuerdings unter anderem über den
Technischen Clubdienst der ADDX zu beziehende Commtel COM
305, der 12 Kurzwellenbänder sowie Mittelwelle und UKW
empfängt, bildet dabei mit einem Preis von knapp unter
150 DM eine weitere Alternative, die aber eine Reihe von
technischen Raffinessen aufweist, die in dieser
Preisklasse keinesfalls selbstverständlich sind.
Mit den Maßen 185 x 120 x 36 mm (B x H x T) handelt es sich um einen kompakten Reiseempfänger, der durch seinen dynamischen Lautsprecher von 77 mm Durchmesser einen angenehmen Klang bietet. Das Gewicht ohne Batterien beträgt gerade einmal 510 Gramm. Der Frequenzbereich auf UKW liegt zwischen 87,5 und 108 MHz (in 100 oder 200 kHz-Schritten), auf Mittelwelle zwischen 531 und 1710 kHz (in 9 bzw. 10 kHz-Schritten) und auf Kurzwelle von 2300 kHz bis 21800 kHz (in 5 kHz- Schritten). Bei der Kurzwelle besteht eine Frequenzlücke zwischen 6250 kHz und 7100 kHz. Die Ausstattung des Gerätes
liegt bei diesem Preis bereits über dem Durchschnitt. So
wird eine direkte Frequenzeingabemöglichkeit angeboten,
die durch die Alternativen des automatischen Suchlaufs
und der manuellen Einstellung über Wipptasten ergänzt
wird. Ein Verriegelungsschalter (Lock) sorgt dafür, daß
die zuletzt eingestellte Frequenz nicht unbeabsichtigt
verändert werden kann. Das Angebot an Speicherplätzen
ist angenehm groß. Pro Wellenbereich (KW, MW, UKW) können
10 Stationen, also insgesamt 30, gespeichert werden. Die
einzelnen Speicher lassen sich dann im Suchlaufbetrieb
durchscannen. Ein weiteres, nicht unbedingt selbstverständliches
Ausstattungsmerkmal in dieser Geräteklasse ist die für
Reisende interessante Umschaltbarkeit des Mittelwellen-Rasters.
Hierbei kann zwischen 9 und 10 kHz geändert werden. Doch
auch eine zweite Umschaltung ist damit verbunden und das
ist wirklich außergewöhnlich. Die Frequenzsprünge auf
UKW werden bei der insbesondere für den amerikanischen
Kontinent relevanten 10-kHz-Stellung für Mittelwelle
gleichzeitig von 100 kHz auf 200 kHz umgeschaltet. Dies
entspricht zwar in vielen Bereichen Nordamerikas der
recht konsequent eingehaltenen Praxis, zwischen zwei
Ortssendem zumindest 200 kHz, wenn nicht sogar 400 kHz
Abstand zu lassen, doch geht dabei so mancher nur etwas
weiter entfernte 50- oder 100-kW-Sender unter. Für ein
Reisegerät, das Fernempfangs- ambitionierte ansprechen
soll, eine etwas merkwürdige Einrichtung. über die
Kopfhörerbuchse ist UKW-Empfang im übrigen in stereo möglich.
Für den eigentlichen Fernempfang im AM-Bereich, aber
auch in allen Gebieten, in denen es nicht zu übersteuerungen
durch nahegelegene Sender kommt, sollte der seitlich
oberhalb der 3,5 mm Kopfhörer-Klinkenbuchse eingebaute
Empfindlichkeitsschalter (SENS) auf Stellung DX
verbleiben. Empfangspraxis Nach Einschalten der Kurzwelle überrascht ein transparenter und kräftiger Klang, der, je nach Stellung des Klangreglers für Musik oder Sprache ein sehr ausgewogenes Hörbild präsentiert. Die Empfindlichkeit ist für ein PortabeIgerät dieser Preisklasse ausgesprochen hoch. So können im 90- und 60m-Tropenbandbereich fast alle mit einem Vergleichsgerät von Panasonic (RF B-65) ,gehörten stärkeren Stationen auch mit dem Commtel verständlich empfangen werden. Bis hoch in den 15 MHz-Bereich bleibt die hohe Empfindlichkeit erhalten, eine Seltenheit im Niedrigpreisangebot. Für den sporadischen Fernempfangsinteressierten ist der Empfänger dadurch genauso nützlich wie für den Programmhörer, der "sein" Kurzwellenprogramm an verschiedenen Plätzen der Wohnung hören möchte. Den Mittelwellenempfang charakterisiert eine ebenfalls recht hohe Empfindlichkeit, die - gepaart mit guter Richtwirkung der eingebauten Ferritantenne - auch Sender über den sogenannten Nahbereich hinaus tagsüber ohne allzu starkes Rauschen empfangbar macht. Abends und nachts kommt es trotz der ordentlichen Empfindlichkeit nicht zu Kreuzmodulationen. Im UKW-Bereich ist die genaue Ausrichtung der dreh- und schwenkbaren Teleskopantenne für die Grenze zwischen Empfang und Nicht-Empfang entscheidend. Bei genauer Positionierung lassen sich auch entferntere Stationen sauber aufnehmen. Resultat: Ein neuer leistungsstarker Reiseempfänger, der zwar nicht höchsten DX-Ansprüchen, aber denen von Gelegenheitshörern gerecht wird. © Uwe Bräutigam, kurier 20 / 1997 |
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