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überarbeitet am 27.3.2002
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Drake R - 8 A
Im April 1991 kehrte Drake nach jahrelanger Abwesenheit mit der Ankündigung des
R - 8 auf den Kurzwellenempfängermarkt zurück, das Gerät wurde in der Folge mehrfach weiterentwickelt:
- R - 8: erste
Version:
die verschiedenen Betriebsarten oder Filter konnten nicht direkt angewählt werden, mit dem
Druck auf eine "Karussell"-Taste wechselte das Gerät auf die nächste Betriebsart,
aber ohne "Rückschritt"-Möglichkeit, so dass mit einem Knopfdruck von USB auf LSB
gewechselt werden konnte, der Weg wieder zurück auf USB aber 5 Tastendrücke benötigte. Den endgültigen
Zorn vieler DXer erregte der R - 8 - Empfänger, indem er gleichzeitig mit der Betriebsart die
Filterbandbreite auf einen vorprogrammierten Wert wechselte...
- R - 8A:
mit je sechs Tasten Direktzugriff auf alle Filter und Betriebsarten, 440 Frequenzspeicher
- R - 8B:
Synchrondetektor mit unabhängig wählbaren Seitenbändern, 1000 Frequenzspeicher
- R - 8E : Europa-Version des Ur- R - 8
Drake R-8A - all american Star
Beim R - 8 A handelt es sich um einen komplett ausgestatteten Doppelsuper - Stationsempfänger aus US-
amerikanischer Fertigung, der im Herkunftsland im mittleren Preissegment angesiedelt ist. Durch seine
Mikroprozessor - Steuerung ist neben den üblichen Speicher- und Scanfunktionen auch eine alphanumerische
Bezeichnung der Speicher möglich, wodurch der Empfänger aus der Masse heraussticht. Die Bedienung geschieht
vollumfänglich von der Frontplatte aus, allerdings verfügt der R- 8 A auch über eine RS-232C- PC- Schnittstelle und
kann von einem Terminalprogramm aus, oder einer speziellen Steuersoftware angesteuert werden. Ein
Monitorlautsprecher ist eingebaut, ein Zusatzlautsprecher als Option lieferbar. Als einzige weitere Option ist ein
VHF-Converter für dem Empfang von 35 - 55 sowie 108 - 174 MHz lieferbar.
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Doppelsuper, ZF 45 MHz, 50 kHz
Digitalanzeige 10 Hz
AM, AM-Sync, USB/LSB, CW/Data, FM-n
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Empfindlichkeit 5 MHz
AM <1 uV, SSB <0,25 uV
Selektivität
-6 (-60) dB 0,5/1,5 kHz, 1,8/3,6 kHz, 2,3/4,5
kHz, 4/8 kHz, 6/12 kHz
RF-Gain, Abschwächer, AGC 2x, PBT, NB, Notch
440 Speicher (alphanumerisch), RS232-Schnittstelle
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Bedienung
Die Frontplatte des in Schwarz gehaltenen Geräts ist klar strukturiert, allerdings war
die Frontplatte des Vorgängermodells R - 8, auf der sich alle
Bedienungselemente unterhalb der Mittellinie der Frontplatte fanden, noch etwas
eindrücklicher ausgefallen. Dass die Filter- und Betriebsart nicht direkt anzuwählen war,
machte den grossen Nachteil dieses Gerätes aus.
Auf der Frontplatte findet sich oben von links zunächst das S-Meter, das als Analoginstrument
ausgeführt ist und die Signalstärken adäquat wiedergibt. Daneben dominiert
das grün hintergrundbeleuchtete LC-Display die obere Hälfte der Frontplatte. In ausgeschaltetem
Zustand wird dauernd die Uhrzeit wahlweise in Lokalzeit oder UTC angezeigt. Nach Einschalten
wird die empfangene Frequenz je nach vorgewählter Abstimmschrittweite bis auf 10 Hz genau
angezeigt, daneben das gewählte der 5 Filter und die Betriebsart. Darunter werden die
Schaltzustände der 6 Menu - Tasten, VFO A/B, Vorverstärker/Abschwächer, AGC, Noise Blanker,
Antenneneingang, Notch angezeigt. Zur Rechten finden sich zwei Blöcke zu sechs Knöpfen,
welche direkten Zugriff auf eine der fünf Filterbandbreiten und eine Bandbreitenautomatikfunktion
sowie auf die sechs Betriebsarten erlauben.
In eine Mittelleiste, die quer über die Frontplatte verläuft, ist neben den sechs Menü-Tasten
der Netzschalter leicht versenkt eingelassen.
Im unteren Bedienfeld findet sich links als Doppelpoti ausgeführt der Notch und Tonregler,
daneben der Ziffernblock zur direkten Frequenzeingabe. Die Zifferntasten sind wie auf
dem Telephon - Neunerblock angeordnet. Rechts davon finden sich vier Tasten zur
Kontrolle der VFO-/ Speicherfunktionen und daneben die Schritttasten für grössere
Frequenzsprünge und der Abstimmknopf. Letzterer ist relativ klein und leicht
ausgefallen, dank der Fingermulde aber leicht zu bedienen. Er verfügt über einen elektronischen
Schwungradeffekt, die Abstimmschrittweite kann zwischen 1 kHz, 100 Hz und
10 Hz variiert werden. Da zwei Menü - Tasten knapp oberhalb des Abstimmknopfes liegen,
kann dieser nicht einfach gegen ein griffigeres Modell ausgewechselt werden.
Rechts unten finden sich zwei konzentrische Potis zur Passband-Tuning und Squelch,
resp. der AF- und RF - Gain - Einstellung.
Die gummierten Tasten mit einem weichen Druckpunkt sind nach den gewohnten hart anschlagenden
Tasten der NRD-Empfänger gewöhnungsbedürftig, zu Beginn fehlte mir bei mancher
Frequenzeingabe eine Ziffer. Den Bestätigungs- Beep für jeden Tastendruck habe ich
natürlich sofort ausgeschaltet. Die auf der Frontplatte relativ tief unten
gelegenen Tasten sind ergonomisch etwa ähnlich problematisch zu erreichen, wie die zu
hoch plazierten Tasten des NRD. An den konzentrischen Potis kam schon
Kritik auf, wobei eigentlich nur die inneren Knöpfe mit wichtigen Funktionen belegt sind. Die grüne
Hintergrundbeleuchtung ist in mehreren Stufen dimmbar und auch über längere Zeit
ermüdungsfrei ablesbar. Das Flüssigkristall - Display kann nicht mit spektakulär
strahlenden Farben wie die NRD-Konkurrenz aufwarten, dafür verursachte es
in einem Test mit Abstand die geringste HF-Störstrahlung.
Auf der Geräterückseite finden sich zuoberst die Antennenanschlüsse, Ant 1 nimmt einen
PL 259 Stecker auf, an den Klemmen Ant 2 kann eine zweite Antenne mit
niedriger Impedanz oder ein hochohmiger Langdraht angeschlossen werden, die Antennenanschlüsse lassen sich
von der Frontplatte mit einer Menü-Taste schalten. Neben Klemmen für eine externe
Gleichstrombetriebsspannung von ca. 12 V finden sich der Spannungswähler und das
steckbar ausgeführte Netzkabel - auch dies eine Verbesserung gegenüber der Vorversion - Platz. Der
interne wie der externe Lautsprecher können separat abgeschaltet werden, als
Besonderheit verfügt der Drake R - 8 A über zwei Line-Ausgänge, Kassettengerät und
RTTY-Decoder können so gleichzeitig angeschlossen bleiben. Ein Mute-Eingang und eine
DIN-Buchse zum Abgriff der Timer-Schaltzustände runden die Anschlussmöglichkeiten
ab. Zuletzt muss unbedingt die 9-polige RS-232- Schnittstelle erwähnt werden, ohne
Stecker- oder gar Interfacebastelei kann hier ein serielles Kabel zum PC
angeschlossen werden.
Ein eingebauter Lautsprecher strahlt nach oben, als MS - 8 ist ein externer zum R - 8
passender 2,5 Watt - Lautsprecher lieferbar, der ganz ordentlich klingt.
Bedienungskonzepte: ich kann nicht sämtliche Bedienungsdetails hier wiedergaben, dazu müsste ich die
ganze 40-seitige Bedienungsanleitung übersetzen, ich beschränke mich auf alles, was zum Empfang wichtig ist
und möchte mögliche Bedienungskonzepte vorstellen:
konservativ: Die älteren Kommunikationsempfänger waren mit einem
VFO ausgestattet, einige Kurzwellenempfänger, die aufbauend auf einem
Empfangsteil eines Kurzwellentransceivers konstruiert worden waren, verfügten über eine Anschlussmöglichkeit
für einen externen VFO oder zwei interne VFO's, so dass zwischen zwei "Speicher"-Frequenzen gewechselt
werden konnte. Der Drake R-8 kann in dieser Weise betrieben werden: Mit dem Netzschalter wird er
eingeschaltet, mit dem ersten Menüknopf der VFO A oder B gewählt, und dann kann mit dem Abstimmknopf die gewünschte
Frequenz eingestellt werden. In den zwei Tastenfeldern Bandwidth und Mode kann die gewünschte aus 5
Filterbreiten und die Betriebsart (AM, LSB, USB, etc.) direkt ausgewählt werden. Eine Eigenheit der Drake-Empfänger,
dass jeder Betriebsart das in Augen des Herstellers optimale Filter zugeordnet werden kann, wurde beibehalten:
auf diese "Flause" wurde beispielsweise beim R-4 C mit Modifikationen reagiert, sie wurde beim Ur- R-8 oft
angefeindet und beim R-8 A abschaltbar und sogar auf einfache Weise frei programmierbar realisiert, so dass
beim Wechsel von AM auf USB der Empfänger vom 6 kHz aufs 2.3 kHz Filter wechselt und zusätzlich auch die
Abstimmschrittweite auf 10 Hz ändert. Auf Knopfdruck AM/SYNC wird der Synchrondetektor zugeschaltet, der auch bei
schwachen Signalen mit einem kurzen Pfeifen einrastet und zusammen mit dem Passband Tuning, das die
Filterdurchlasskurve auf die Seite nur eines Seitenbandes verschiebt, die Verständlichkeit eines durch
Interferenzen beeinträchtigen Signals stark verbessern kann. Die AGC-Zeitkonstanten können langsam oder schnell
gewählt werden und sind in den Ansprech- und Abfallzeiten ausgesprochen praxisgerecht bemessen. Bei
abgeschalteter AGC kann die HF-Verstärkung auch nur mit dem RF-Gain-Regler, der konzentrisch hinter dem Lautstärkepoti
sitzt und dementsprechend mühsam zugänglich ist, eingestellt werden. Das Notchfilter kann einen ungewünschten
Stör-Pfeifton ausblenden, es ist im Gegensatz zu früheren Drakes auf der NF-Ebene aktiv und wird manuell
eingestellt. Im VFO-Betrieb kann nun zwischen den beiden VFO-Kanälen A und B hin- und hergewechselt werden und
der Speicherinhalt kopiert werden - manche mögen's einfach, auch mit zwei Speichern lässt sich rares DX hören.
zeitgenössisch: der mehr spielerisch veranlagte Hörer wird vom R - 8 A mit 440 Speichern verwöhnt,
die in Zehnerblöcken 00-09, 10-19, etc. angeordnet sind. Die Speichernummer wird unterhalb der Frequenzanzeige im
Display angezeigt. Mit zwei Tasten MEM und V>M kann vom Speicher- in den VFO-Modus resp. vom einer
gespeicherten Frequenz aus in den VFO-Betrieb gewechselt werden, auf Tastendruck auf V>M kann die aktive
Frequenz auf einen der 440 Speicherplätze abgelegt werden. Im MEM Betrieb wird mit dem Hauptabstimmknopf
oder den up/down-Tasten von einer Frequenz zur nächsten geschaltet, praktisch, um beispielsweise mehrere
gespeicherte BBC-Frequenzen oder die Brasilianer im 25m-Band rasch durchzusuchen. Der Empfänger verfügt über die gängigen
Scan-Methoden: sämtliche Speicherfrequenzen werden abgefahren, nur die nicht vorher blockierten Frequenzen
werden abgesucht oder es wird ein bestimmter Frequenzbereich zwischen zwei Eckfrequenzen abgesucht.
Dem R - 8 kann des weiteren das Verhalten nach Erreichen eines Senders vorgegeben werden, ob er auf der gefundenen
Frequenz bleiben, diese nur kurz anspielen oder nach Abfall des Trägersignals weitersuchen soll. Die Scan- Möglichkeiten
sind insgesamt ähnlich wie beim Sony 2001 D oder den NRD-Empfängern, in einem Punkt unterscheidet sich der Drake R - 8
allerdings grundlegend von den obgenannten Empfängern:
Die Speicher können nach Aktivierung der Funktion NAME alphanumerisch mit 7 Buchstaben oder Zahlen bekannt
werden. Der Sendername wird aber nicht nur bei Aufruf eines bestimmten Speicherplatzes angezeigt, sondern auch,
wenn man beim Überstreichen eines Frequenzbandes in die Nähe (+/- 1 kHz) einer zuvor eingespeicherten Station
kommt. Mein Empfänger meldet sich beispielsweise beim Absuchen des 60 m-Bandes bei 4770 kHz mit KADUNA, bei Annäherung
an 4777 kHz wird GABON angezeigt und bei 4783 leuchtet MALI auf, wenn zum entsprechenden Zeitpunkt die richtigen
Empfangsbedingungen herrschen, kommen zum Text KADUNA wie in diesem Moment die Nachrichten von Radio Nigeria aus
dem Lautsprecher. Natürlich funktioniert dieser Zauber nur, wenn eine Frequenz typischerweise nur von einer
Station benutzt wird, der Empfänger vermag noch nicht, wie das Ohr des DXers, eine Station aufgrund ihres
Programmes zu identifizieren.
Diese alphanumerische Text-Speicherfunktion macht die grosse Speicheranzahl eines Empfängers zum ersten Mal
richtig nutzbar, den Drake kann ich so zum Notizbuch für "interessante Frequenzen" umfunktionieren und
dann beispielsweise abends da 90 m-Band durchstreifen um bei den bezeichneten Frequenzen einmal darauf zu achten,
ob überhaupt ein Signal hörbar ist. Die Verknüpfung von alphanumerischen Speicherbezeichnungen mit Frequenzen,
die im reinem Suchbetrieb überstrichen werden, könnte den endlosen Diskussionen um den Sinn von Hunderten von
Speicherplätzen eines Empfängers ein Ende bereiten. Mein Block mit den handschriftlichen Notizen über den
Inhalt der 200 Speicher meines NRD 525 liegt nur noch unbenutzt da.
speicherintensiv: In den ersten 6 Monaten, in denen ich meinen R - 8 A solo betrieben habe,
war ich mit den Speicher - Möglichkeiten ganz zufrieden, aber - da gab es noch diese "RS-232" -
bezeichnete Buchse an der Geräterückseite. Nachdem schriftliche Nachfragen im europäischen Umland nichts
ergeben hatten und ich mich immer noch nicht zum PC-Programmierer entwickelt habe, obwohl die Steuerbefehle zur PC-Steuerung
des R-8 A im Handbuch ausführlich erläutert sind, wurde ich endlich im Internet fündig - von Mark Fine, USA -
Remington, Virginia kam die richtige Software: Sein Smart R - 8 -Control - Programm erlaubt nicht nur die vollständige
Steuerung des Drake -Empfängers sondern verfügt auch über eine Logbuch- und eine Datenbankfunktion. Zunächst galt
es, zu meinem PC eine dritte serielle Schnittstelle und ein serielles Modemkabel mit passenden Steckern zu
besorgen. Alles eingesteckt, im entsprechenden Feld leuchtete ein "grüner Stecker" als Hinweis auf
eine erfolgreiche Kontaktaufnahme auf, und schon reagierte mein "Liebling" auf Maus-Clicks. Vom
Bildschirm aus können nicht nur Frequenzeingaben gemacht, sondern auch die Filter, Betriebsarten, AGC, der Abschwächer
und der Antenneneingang gewählt werden, lediglich die analogen Regler (Lautstärke, Ton, Passband Tuning und
Notch) sind noch von Hand zu betätigen, aber das geht ja auch ohne PC. Weiter geht's mit der Möglichkeit, die 440
Speicher des Drake auszulesen, am Bildschirm zu bearbeiten und als verschiedene Files auf dem PC
abzulegen, je nach Bedarf können so unterschiedliche Speicherbelegungen auf den R - 8 transferiert werden, die
auch nach Abschalten des HF-störenden PC das Radiohören vereinfachen. Die aktiven Einstellungen können auf
Knopfdruck in ein elektronisches Logbuch übernommen werden, die Uhrzeit kann vom PC auf den R-(oder umgekehrt)
transferiert werden. Aus der Stations- Datenbank zeigt das Programm die zum aktuellen Zeitpunkt auf einer
Frequenz gerade aktiven Stationen mit ihren Zielgebieten an, bei Eingabe von 9950 um 21.20 beispielsweise "AIR
Delhi, eu". Ein Click auf die Frequenzanzeige führt zur Anzeige einer Liste der auf der Frequenz im
Tagesverlauf aktiven Stationen mit ihren Sendezeiten. Hier bleibt anzumerken, dass das Programm nur
englischsprachige Sendungen und Utility-Stationen berücksichtigt und die Frequenzauswahl auf den US-amerikanischen Raum
zugeschnitten ist.
ans Eingemachte, zur Empfangspraxis: ich habe meinen Drake R - 8 A an den gleichen Antennen mit
meinen NRD - Empfängern 525 / 535, angeschlossen eine 40 m -Langdrahtantenne über einen Magnetic longwire Balun
der Firma RF Systems, sowie mit verschiedenen klassischen Röhrenempfängern an einer weiteren 20 m
Langdrahtantenne verglichen.
Die Sensitivität erscheint mir geringfügig geringer als die der NRD - Konkurrenz. Diesem Umstand kommt nur bei
mit extrem schwachem Signal einfallenden Stationen in einem freien Bereich ohne Nachbarkanalstörungen
Bedeutung zu. Mit einer Langdrahtantenne betrieben, ist die Empfindlichkeit sämtlicher moderner
Kommunikationsempfänger ausreichend, um schwache Stationen verständlich wiederzugeben. In der Regel wird
die Verständlichkeitsgrenze nicht durch die Empfindlichkeit sondern durch die Fähigkeit eines Empfängers,
das Nutzsignal von Störungen zu trennen, gesetzt. An die Grenzen stiess der R-8 hier beispielsweise je nach
Ausbreitungsbedingungen beim dünnen Signal von Radio Republik Indonesia abends im 19m Band, an andern Tagen
war der Empfang bei stärkeren Signal perfekt. Bei schlechten Ausbreitungsbedingungen hatte einmal der NRD-525
bei RAE Buenos Aires abends in deutsch die Nase vorn, ebenfalls beim SSB-Signal von HCJB auf 21455 kHz. Sobald
die Signalstärke eine minime Schwelle überschritt, war der Empfang regelmässig mit dem Drake verständlicher
und angenehmer zu verfolgen. Passen musste mein Drake nur beim Empfang von Radio St. Helena im November 97 in SSB,
das nur bei Signalspitzen durchkam. Mit dem NRD war's wenig besser, aber auch nicht durchgehend zu verfolgen, für
einigermassen stabilen Empfang musste der EKD 500 mit seinen deutlich besseren SSB-Eigenschaften herhalten.
Die Trennschärfe hängt vor allem von den eingesetzten Filtern ab. Beim R - 8 A ist Drake wieder zur Technik des
L-C-Filters zurückgekehrt und stellt dem DXer standardmässig eine breite Auswahl von fünf Bandbreiten zu Verfügung,
die Flankensteilheit dieser Filter erreicht nicht die der mechanischen Filter oder von Geräten mit digitaler
Signalaufbereitung. Der Durchlasskurve dieser Filter mag aber der Umstand zuzuschreiben sein, dass die Verständlichkeit
und der Klang des R - 8 in den Ohren des DXers so überzeugen. Die Bandbreitenauswahl empfinde ich als überzeugend, in
ungestörten Situationen kann in AM das 6 kHz-Filter eingesetzt werden, wenn's enger wird ist das 4 kHz-FIlter
optimal und im Tropenband ist zusammen mit dem Passbandtuning oft auch das 2,3 kHz-Filter viel wert.
Beim SSB hat man mit 4 kHz für ungestörte Situationen und mit 2,3 und 1,8 kHz bei Nachbarkanalstörungen
ausreichend Spielraum, das 500 Hz-Filter hilft bei CW weiter. Der R - 8 klingt beim AM-Empfang auch mit schmäleren
Filtern voll und doch präsent, das längere Zuhören mit beim Empfang mit schmalem Filter erscheint mir beim Drake
weniger ermüdend, als beim NRD. Dazu kommt, dass beim Drake das hochfrequente NF-Rauschen, das beim NRD 525 den
Empfang begleitet, fehlt. Der Klang des Drake R-8 ist wohl am ehesten mit dem der grossen Röhrenempfänger zu
vergleichen, was jedenfalls von mehreren US-amerikanischen "Hollow state-DXern" bestätigt wird. In
schwierigen Interferenzsituationen helfen vor allem das 2,3 kHz-Filter wie auch das Passbandtuning, das einen grossen
Regelbereich aufweist und vor allem bei schmalen Filtern feinfühlig bedient werden muss. Nur einer störenden
Station, entweder ober- oder unterhalb im 5 kHz-Raster gelegen, ist entweder mit dem Passbandtuning oder mit dem
Wechsel auf USB / LSB- Empfang gut beizukommen. In einer Sandwich-Situation mit 2 Störern im 5 kHz-Raster wird's
eng, die Abendsendung von Radio Korea Intl. auf 3970 kHz im BBC-Relay, zwischen RFI und Budapest mit hohen
Signalpegeln eingeklemmt, war mit mittels PBT-Verschiebung Richtung des schwächeren Störers RFI verschobener
Durchlasskurve mässig gut aufzunehmen.
Der Empfang mässig gestörter Stationen kann meistens mit den vorhandenen Mitteln so optimiert werden, dass die
Programme von Radio Thailand, All India Radio, Pakistan, R. Australia oder heute Radio New Zealand International
ermüdungsfrei länger verfolgt werden können, auch die schwächeren Signale der christlichen US-amerikanischen
Privaten wie WINB, WGTG oder WJCR kommen bei durchschnittlichen Bedingungen stabil herein, dass die
Gospelmusik noch zu geniessen ist.
Im Gegensatz zum hervorragenden Synchrondetektor des Sony 2001D ist beim R - 8 A im Sync-Modus das Seitenband nicht
wählbar, erst das neueste Modell, der Drake R - 8 B macht dies möglich. Der Synchrondetektor des R - 8 A
hilft bei selektivem Fading, hat den Empfang bei meinen Versuchen aber nur selten eindeutig gebessert. Die
Seitenbänder sind nur mittels Passbandtuning wählbar, oft muss der Empfänger bei Verstellung des PBT neu
synchronisieren, was sich durch ein kürzeres oder längeres Aufheulen bemerkbar macht. Die AGC-Zeiten erscheinen mir
optimal gewählt, bei der schnellen Zeitkonstante kommt es glücklicherweise nicht zu einem langem "Stummschalten"
des Empfängers nach einem Knacken...
Zusammenfassend ist der Drake R - 8 A
und sicher genauso sein Nachfolger R - 8 B ein ohne Aufpreis für Optionen umfassend ausgestatteter
Stationsempfänger der meinen Bedürfnissen vor allem als Rundfunk - Hörer mit Vorlieben für das Tropenband voll
entspricht. Ich kann am Drake sämtliche Parameter direkt ablesen und einstellen, die Speicher kann ich dank der
genialen alphanumerischen Beschreibungsfunktion nutzen, mein Empfänger gibt mir auch "Tips" über die übliche Belegung beim Durchkurbeln eines Bandes, die PC-Steuerung
erlaubt mir dank des vorprogrammierten Hörfahrplans Empfänge, an die ich oft einfach nicht gedacht habe (da war doch
noch eine Notiz über RNZL in irgendeinem Heft....).
Ein düsterer Punkt wäre da noch - die Verfügbarkeit des Gerätes in Europa: der Drake R - 8 A / B ist in den
USA um 1100 US$ zu haben und kostet 500 US$ weniger als der vollausgerüstete NRD 535, in Deutschland wird der
Empfänger von einem Anbieter zu 2440.- DM angeboten. Es gibt zum Gerät von Drake nur ein englischsprachiges
Handbuch, bei Fragen könnte ich hier allerdings gern weiterhelfen und könnte auch die Steuerungssoftware
vermitteln.
weitere Lektüre:
d: Drake R - 8 A - Software - Steuerung mit Smart R-8 Control
d: Drake R 8 - BlackBox oder neuer Stern? © tth J. Semmler und
R. Waldeck, wwh 9 / 91
d: Drake R 8E Testbericht, © kurier 2 / 92
d: Drake R 8A Testbericht, © Uwe Bräutigam, Klaus
Butterweck, Jürgen Bast, Michael Schmitz, kurier 6 / 95
zwei ganz hervorragende Testberichte in englischer
Sprache:
e: COMPARING THE DRAKE R-8 AND THE JRC NRD-535D, John Bryant, fine
tuning Proceedings 1994-95, R37
e: THE DRAKE R-8 RECEIVER THROUGH DXERS' EYES AND EARS, fine
tuning Proceedings 1992-93, R28
© Martin Bösch 25.7.1999
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