Seit einigen Wochen ist der neue Kommunikationsempfänger aus dem
Hause Lowe nun tatsächlich lieferbar. Bereits auf der
diesjährigen EDXC-Konferenz in Dänemark hatten wir die
Gelegenheit, uns mit einem Prototyp des HF-250 eine DX-Nacht
lang zu beschäftigen. Der erste Eindruck war nicht
schlecht. Ob sich dieser jetzt im Rahmen eines intensiven
Praxistests bestätigen ließ, verrät der folgende
Testbericht.
Eines sei vorausgeschickt: Wer den HF-225 bzw. HF-225 Europa kennt, wird sich auch
mit der Bedienung des HF-250 schnell zurechtfinden. Der
Empfänger überstreicht den Empfangsbereich von 30 kHz
bis 30 MHz in den Betriebsarten AM, SSB (LSB/USB) und CW.
Schmalband-FM und AM-Synch (Synchrondemodulator) sind als
Zubehör gegen Aufpreis möglich. Der HF-250 ist
ausgelegt als Doppelsuper mit den Zwischenfrequenzen 45
MHz und 455 kHz. Die Frequenzabstimmung erfolgt in 8 Hz-Schritten
(50 Hz in AM), auf dem Display wird die Frequenz auf 100
Hz genau angezeigt. Ausgestattet ist der Empfänger ab
Werk komplett mit vier Bandbreiten: 2.2, 4, 7 und 10 kHz.
Bei CW-Betrieb stehen das 2.2 kHz- und ein 200 Hz-(Ton)Filter
zur Verfügung. Für Fax- und RTTY-Empfang ist keine
eigene Betriebsart vorgesehen, man empfiehlt hierfür den
Empfang in LSB mit 2.2 kHz Bandbreite. Das Gerät ist in
einem konkurrenzlos massiven schwarzen Metallgehäuse (Format:
280 x 108 x 205 mm BxHxT; Gewicht: 2,7 kg) untergebracht.
Zum Lieferumfang gehören ein 12 Volt-Netzgerät, die
eingebaute RS-232-Schnittstelle und ein entsprechendes
Steuerungsprogramm für DOS. Der eingebaute Lautsprecher
ist versenkt auf der Gehäuseoberseite angebracht; der
Staub, der sich dort einmal gesammelt hat, wird
schwerlich wieder zu entfernen sein. Der Empfänger wird
mittels an der Unterseite angebrachter Stutzen in eine für
die Bedienung optimale Schrägstellung gebracht.
Eingeschaltet wird das Gerät am Lautstärkeknopf, rechts
daneben findet sich eine Tonblende, mit deren Hilfe sich
so manches Mal die Ton- und damit die Empfangsqualität
tatsächlich verbessern läßt. Zur komfortablen
Frequenzeinstellung dient ein massiver Hauptabstimmknopf
mit Schwungradeffekt, der fast schon zu leichtgängig und
mit einer Fingermulde ausgestattet ist. Diesbezüglich
bleibt kaum ein Wunsch offen. Die Abstimmschritte werden
größer, wenn man die Hauptabstimmknopf schneller dreht.
Wem die "Kurbelei" zur nächsten interessanten
Frequenz trotzdem zu lange dauert, kann umstellen auf 1
kHz-"Hüpfer" bzw. auf 1 MHz- "Sprünge",
wenn der Bereich gewechselt werden soll.
Die Betriebsartenwahl erfolgt bei Tastenbedienung etwas
umständlich: Zunächst wird die Taste "Mode"
gedrückt, dann über die "up"- und "down"-Tasten
aus dem Betriebsarten-Karussel die gewünschte ausgewählt.
Schließlich wird dieser Modus durch ein weiteres
abschliessendes Betätigen der "Mode-Taste
wieder verlassen. Unterbleibt der letztgenannte Schritt,
kann man z.B. nicht in den Speichermodus gelangen. Ähnlich
beim Speicher-Modus, den man erst per Tastendruck
verlassen muß. um sich die Uhrzeit anzeigen lassen zu können.
Dazu später mehr. Auch die Bandbreitenfilter werden nach
dem Karussel-Prinzip aufgerufen. Nicht ganz klar ist,
wozu die 10 kHz Bandbreite dienen soll. Denn befindet
sich kein weiterer Sender in der Nähe der
Empfangsfrequenz, reicht die Tonqualität der 7 kHz
Bandbreite völlig aus, während das 10 kHz Filter keine
weitere Verbesserung bringt. Sicherlich besser gewesen wäre
die beim HF-225 Europa vorgesehene Bandbreitenbestückung
mit einer zusätzlichen 3.5 kHz Bandbreite anstelle der
10 kHz. Der zuschaltbare Abschwächer ist wie schon beim
HF-225 nach der "Holzhammer"-Methode ausgelegt:
keine Abschwächung oder 20 dB Abschwächung des
Eingangssignals! Zwei VFOs stehen zur Verfügung,
zwischen denen schnell hin- und hergewechselt werden kann.
Zum Schutz gegen versehentliches Verstellen der aktuellen
Parameter läßt sich das Tastenfeld elektronisch sperren.
Auf der Vorderseite findet sich der Kopfhörerausgang.
Weitere Anschlußmöglichkeiten sind auf der Rückseite
des HF-250 untergebracht: RS232-Computerschnittstelle, PL-Buchse
für 50 Ohm-Antennen, Klemmbuchsen für Drahtantenne (600
Ohm), Antennenerdung, Empfängererdung, Mute (Stummschaltung
bei Transceive- Betrieb), Line-Ausgang für Mitschnitt
auf Band bzw. die Ansteuerung von Decodern (fester
Ausgangspegel), externer Lautsprecher, 12 Volt -
Stromversorgung (Netzteil oder Batterie).
Frequenzanzeige
Lowe hat seinem neuesten Empfänger eine
Frequenzanzeige mit einer Genauigkeit von 100 Hz
spendiert und ist damit einem oft geäusserten Wunsch von
Besitzern von HF-150 und/oder HF-225 entgegengekommen.
Ansonsten orientiert man sich an den bereits vom HF-225
her bekannten und bewährten Eigenschaften: Das großzügig
bemessene Display erlaubt das Ablesen der gerade
eingestellten Frequenz aus jedem Blickwinkel und unter
allen Lichtverhältnissen - selbst bei direkter
Sonneneinstrahlung. Die Hintergrundbeleuchtung erfolgt in
einem dezenten Rot, das auch bei nächtlichem
Dauerbetrieb bei gedämpften Licht das Auge nicht überfordert.
Auch die schon bekannte - sehr klein geratene - analoge
Anzeige für die Signalstärke wird rot beleuchtet. Die
gerade aktivierte Betriebsart wird jeweils über eine LED
angezeigt - natürlich ebenfalls in rot. Wechselt man in
den Speichermodus, wird dies durch eine LED angezeigt,
die beinahe schon überraschend grün leuchtet.
Im ausgeschalteten Zustand zeigt das Display die
sekundengenaue Uhrzeit an, ebenfalls
hintergrundbeleuchtet. Glücklicherweise ist es möglich,
auch während des Empfangsbetriebs zwischen Frequenz- und
Zeitanzeige zu wechseln. Verbleibt man also auf einer
Frequenz für längere Zeit, um z.B. für einen
Empfangsbericht Programmdetails zu sammeln oder
interessante Funkaktivitäten zu beobachten, läßt man
sich auf dem Display anstelle der Frequenz die Uhrzeit
anzeigen, um sekundengenau Notizen anzufertigen.
Gleichzeitig ist die Frequenzabstimmung gegen
versehentliches Verstellen geschützt. Stattet man einen
Empfänger mit einer Uhr aus, so liegt nur nahe, daß man
diese auch als Schaltuhr verwenden kann. In der Tat
stehen zwei frei programmierbare Timer zur Verfügung, um
den Empfänger jeweils zu einer bestimmten Zeit ein- und
auszuschalten. Wie beim Sony ICF-2001D der Fall, wird dem
Timer dabei ein kompletter, in einem Speicherplatz
abgelegter Frequenz-Datensatz (also inkl. Betriebsart,
Bandbreite etc.) zugeordnet. Man hat auch den letzten
Schritt, den Timerbetrieb möglichst komfortabel und
praxisgerecht zu gestalten, getan: ein Schaltausgang zur
Steuerung eines Aufzeichnungsgerätes ist in die RS232-Computerschnittstelle
auf der Rückseite des HF-250 integriert.
Frequenzspeicher
Beeindruckende 255 Speicherplätze stehen zur Verfügung,
in denen neben der Frequenz auch Bandbreite, Betriebsart
und gegebenenfalls die Stellung des Synchrondetektors und
des Abschwächers abgelegt werden. Dies stellt eine
deutliche Verbesserung gegenüber den Möglichkeiten des
HF-225 dar, der über lediglich 30 Speicher verfügte, in
denen jeweils einzig die Frequenz Platz fand. Eine derart
hohe Zahl von Speicherplätzen macht natürlich nur dann
Sinn, wenn deren Verwaltung auch vernünftig gelöst ist:
Hier hat man bei Lowe zunächst den Kompromiß
weiterverfolgt, der bereits vom HF-225 her bekannt ist:
Die in letzter Zeit in mehreren Empfängern anderer
Hersteller vorgesehene Möglichkeit der alphanumerischen
Speicherbenennung bietet der HF-250 nicht. Dafür kann
man jedoch in bewährter Weise im "Channel"-Modus
sehr schnell von Speicher zu Speicher wechseln, indem man
die Speicherplätze über den sonst für die
Frequenzabstimmung vorgesehenen Abstimmknopf anwählt und
diese jeweils automatisch aufgerufen werden. Die Zahl von
255 Speicherplätzen reicht aus, um z.B. sämtliche
Mittelwellenkanäle für Überseeempfang hintereinander
abzulegen, die Frequenzen bolivianischer Tropenbandsender,
die Kanäle interessanter Flugfunk- oder
Wetterfunkstationen, die Europafrequenzen
deutschsprachiger Auslandsdienste etc. Da im HF-250 auch
Betriebsarten gespeichert werden, kann diese bereits vom
HF-225 bekannte Art der schnellen und bequemen
Speicheranwahl nun wirklich vernünftig genutzt werden.
Sie hat sich in der DX-Praxis sehr bewährt. Mit der
Notwendigkeit, sich den Inhalt von "schlimmstenfalls"
255 Speichern zu notieren, kann man - jedenfalls bis zu
einem künftigen Modell HF-275 - leben.
Wer über einen PC verfügt,
hat die Möglichkeit, den HF-250 per Computersteuerung
mit Frequenzen komfortabel zu "füttern" bzw.
Speicherdaten vom Empfänger z.B. auf eine Diskette zu
sichern. Eine entsprechende RS-232-Schnittstelle ist
serienmässig im HF-250 eingebaut. Auch ein
Steuerprogramm liegt dem Empfänger bei, das sehr an
jenes erinnert, das Lowe für den HF-150 anbietet. Hier
werden findige Programmierer sicherlich schnell weitere
Programme entwickeln. Die Erfahrung hat allerdings immer
wieder gezeigt, das es im Prinzip nur eine einzige
wirklich sinnvolle Möglichkeit gibt, einen PC zur Empfängersteuerung
einzusetzen: Computer anschalten, Frequenzen in den Empfänger
laden, Computer ausschalten - und diesen erst dann wieder
anschalten, wenn man den Empfänger ausschaltet!
Ansonsten decken die von PC oder Monitor ausgehenden Störungen
nur allzu oft gerade die interessanten schwachen Signale
zu.
Zubehör: Fort- & Rückschritt
Während beim HF-150 praktisch alles abgesehen von
der Frequenztastatur- von Anfang an drin war, musste man
beim HF-225 bereits zusätzlich investieren, um einen
kompletten Empfänger mit Frequenztastatur und
Synchrondetektor (inkl. FM-Option) zu bekommen. Beim HF-225
Europa waren diese nach Meinung des Autors
unverzichtbaren "Zugaben" dann gleich im
Lieferumfang enthalten. Der "nackte" HF-250
wird leider wieder ohne Sychrondetektoreinheit und ohne
Fernbedienung geliefert. Da jedoch der Sychrondetektor im
Falle von auf Kurzwelle sehr häufig vorkommenden
Seitenbandstörungen beim Rundfunkempfang wahre
Wunderdinge an Störungsunterdrückung und zusätzlicher
Verständlichkeit vollbringen kann, und die Bedienung des
HF-250 wie beschrieben ohne Fernsteuerung recht umständlich
ist, kann das Konzept, beide Features nur gegen Aufpreis
als Zubehör anzubieten, nur als inkonsequent bezeichnet
werden. Ein etwas höherer Preis für ein dann komplettes
Gerät wäre durchaus angemessen gewesen. Dann würde
auch der Abstand zum weiterhin erhältlichen Lowe HF-225
Europa deutlicher werden.
Die Fernsteuerung verfügt über 23 Tasten, mit denen
Frequenzen eingegeben und gespeichert bzw. Speicher
aufgerufen werden, die Uhrzeit aufgerufen und
Schaltuhrbetrieb aktiviert wird, Betriebsart, Bandbreite
und Abschwächer veränderbar sind. Frequenzen können
nur auf volle 1 kHz eingegeben werden. Die Lautstärke läßt
sich erwartungsgemäss nicht ferngesteuert regeln. Die
Fernsteuerung arbeitet drahtlos. Wie beim TV-Gerät üblich,
muß man die Fernsteuerung auf das Gerät richten, um mit
dieser die Einstellungen zu ändern. Es ist also nicht möglich,
die Fernsteuerung wie beim HF-150/HF-225 neben das Gerät
zu legen und zu bedienen! Hier hat man also zwei Schritte
vor, und (mindestens) einen wieder zurück gemacht. Ist
der Synchrondetektor "DU-250" installiert, empfängt
der HF-250 zusätzlich Schmalband-FM (z.B. CB Funk oder
Rundfunk-Feeder) und bietet eine Squelch- Funktion.
Wichtiger ist zweifellos die Synch-Funktion für AM-Empfang,
und zwar jetzt mit getrennt wählbaren Seitenbändern
oder in DSB. Als weiteres Zubehör ist eine Aktivantenne
"WA-250" erhältlich, bestehend aus einer
Teleskopantenne zum Anschluß an die PL-Buchse des Empfängers
und einem Vorverstärker, der in den HF-250 eingebaut
wird. Schließlich bietet man ein Kabel zur
Stromversorgung über KFZ-Bordnetz (Zigarettenanzünder)
an.
Die Empfangspraxis
Die Empfänger von Lowe sind bekannt für ihren
exzellenten Klang, den sie der Kurz- und Mittelwelle
entlocken. Auch der HF-250 setzt diese Tradition fort.
Die Wiedergabe in AM und SSB ist auch bei schwachen
Signalen sehr klar, ECSS-Betrieb für Rundfunkempfang in
SSB ist mit diesem Empfänger sehr gut möglich - auch
ohne Passband Tuning. Der eingebaute Lautsprecher klingt
recht gut, so lange man die Lautstärke nicht zu weit
aufdreht. Denn dann kommt es zu Übersteuerungen und der
Klang wird ungeniessbar, worauf auch die englische
Bedienungsanleitung hinweist. Wenn es nach Einbruch der
Dunkelheit eng wird im 80m Amateurfunkband, regelt die für
derartige Situationen viel zu träge AGC so manches
Signal kaputt. Der schon beim HF-225 geäusserte Wunsch
nach einer von Hand regelbaren oder gar abschaltbaren AGC
wurde leider auch beim HF-250 nicht erfüllt. Damit ist
ein Teil des dem Empfänger innenwohnenden Potentials
nicht zugänglich, schwache Nutzsignale in der Nähe
starker Störsignale werden zugeregelt.
Zu leistungsstarke Antennen (Beam, Doppeldipol) verträgt
der HF-250 nicht: es kommt zu Überladungen, die man mit
Hilfe des "Holzhammers" in Form des
integrierten 20 dB Abschwächers zumeist in den Griff
bekommt. Leider hat man sich bei Lowe noch immer nicht zu
einem zweistufigen Abschwächer durchringen können (10
dB, 20 dB). Anstelle des Abschwächers schafft ein
leistungsfähiger Preselector wie der PSE61 oder ein FRT-7700
von Yaesu auf wesentlich elegantere Weise Abhilfe. An den
gängigen Antennen, die von Kurzwellenhörern im
Normalfall eingesetzt werden (10-20m Draht, Aktivantenne
o.ä.), gab es keine Probleme mit Überladungen. Eine
Beverage konnte noch nicht ausprobiert werden, der HF-225
Europa verträgt solche Antennen klaglos. Die
Empfindlichkeit ist über den gesamten Empfangsbereich
hinweg recht gut und selbst an dessen unterem Ende
gelingt der Empfang der Wetterfaxstationen auf Langwelle
problemlos. Wie schon andere Geräte von Lowe, schlägt
auch der HF-250 auf Mittelwelle fast alle Mitbewerber. In
den oberen Frequenzbereichen ab etwa 10 MHz konnte ein
leichtes Eigenrauschen festgestellt werden, während
darunter der Empfang absolut ruhig ist. Durch die
Abstimmung in SSB in 8 Hz-Schritten eignet sich der Empfänger
im Zusammenspiel mit einem hochwertigen Decoder auch für
den Empfang selbst komplizierter Fernschreibcodes. Die
englische Bedienungsanleitung könnte man übrigens als
wenig gelungen bezeichnen, der deutsche Importeur
arbeitet derzeit an einer verbesserten deutschsprachigen
Version.
Unter dem Strich: Fazit
Es wurde bereits eingangs erwähnt: wer sich mit dem
HF-225 auskennt, wird auch mit dem HF-250 zurechtkommen.
Dies läßt sich nicht nur auf das Bedienungskonzept
anwenden, sondern kann auch auf den Empfangsbetrieb
ausgedehnt werden. Kein Wunder, denn in weiten Teilen
entspricht die Technik des HF-250 der des HF-225 (nicht
HF-225 Europa!), angereichert durch die bereits
beschriebenen zusätzlichen Features. Der HF-250 wendet
sich demnach nicht primär an den ambitionierten Dxer,
der ständig nach schwachen Stationen Ausschau hält Hier
werden Einrichtungen wie Passband Tuning, Notchfilter und
die regelbare AGC vermisst. Auch die Empfindlichkeit
reicht nicht ganz an die von Spitzenamateurempfängern
aus Fernost und den USA heran. Das bedeutet natürlich
nicht, daß der HF-250 sich nicht auch für Tropenband-
oder Mittelwellen-DX eignen würde, ganz im Gegenteil.
Nur wünscht man sich in Grenzsituationen die eine oder
andere zusätzliche Möglichkeit zur Unterdrückung von
Störungen: So war das Signal von Radio Continental aus
Peru auf 6055,2 kHz in ECSS mit dem NRD-525 deutlich
besser lesbar, weil eine starke europäische Station auf
6055.0 kHz die AGC des HF-250 hochregelte. Befindet sich
kein derart starker Sender in der Nähe des DX-Signals,
zieht der HF-250 fast immer mit dem NRD-525 gleich, nicht
zuletzt aufgrund des wesentlich besseren Klangs in AM und
in ECSS/SSB.
Im Hause Lowe scheint man eine Politik der kleinen
Schritte zu verfolgen: Es wird weiterhin den HF-225
Europa geben, komplett ausgerüstet mit praxisgerechterer
Filterbestückung, Tastatur und Synchrondemodulator. Dann
gibt es nun den HF-250, bei dem man für Fernbedienung
und Synchrondemodulator zusätzlich investieren muß.
Bereits jetzt hat man für das kommende Jahr einen HF-250
Europa geplant, der u.a. mit verbessertem Interceptpunkt
und Weitabselektion ausgestattet sein wird. Das
irgendwann einmal angekündigte Gerät, das in die
Leistungsklasse eines NRD-525 / 535 oder IC-R71 vordringt,
befindet sich nach wie vor im Planungsstadium. Von
alledem nicht betroffen ist der Verkaufsschlager von Lowe,
der drei- bis viermal so teure Geräte in so mancher
Situation blass aussehen läßt: der Lowe HF-150.
Der Empfangsbetrieb mit dem HF-250 macht Spaß, und wer
nicht gerade langjähriger Tropenbandspezialist ist oder
nach schwächsten Signalen in einem überfüllten Afuband
suchen will, braucht kein anderes Radio. Dem idealen Empfänger
für den anspruchsvollen Programmhörer und
gelegentlichen Dxer ist Lowe mit dem HF-250 noch ein
gutes Stück nähergekommen. Und wer als Dxer schon einen
HF-225 Europa besitzt, sollte diesen behalten.
© Harald Kuhl, kurier 23 / 1995
d: Solid as a Rock - Der Komunikationsempfänger Lowe HF - 250, Harald Kuhl, Radio hören 5 / 1996
d: Erste Produktvorstellung: Lowe HF 250 KW - Stationsempfänger, Christoph Ratzer, wwh 6 / 1995
d: Lange erwartet: Lowe HF 250 Europa, Christoph Ratzer, OE2CRM, wwh
e: Lowe HF - 250, Radio Netherlands Receiver Shopping List