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überarbeitet am 20.7.2002
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In der Mitte der fünfziger Jahre brachte die traditionsreiche Münchner
Firma Rohde & Schwarz mit dem EK 07 einen grossformatigen schwergewichtigen
Kommunikationsempfänger heraus, der qualitativ vom Aufbau wie von den Empfangsleistungen her durchaus mit
der amerikanischen Konkurrenz mithalten konnte. Zum Einsatz auf Empfangsfunkstellen konnte der Empfänger mit
einem mechanischen Fernsteuersatz und einem Panoramaschreiber ausgerüstet werden.
Der EK 047 war 1969 ein würdiger Nachfolger mit erstmals eingesetzter digitaler Frequenzanzeige mit Nixieröhren
und ISB- Möglichkeiten, es folgten mit dem EK 070 zehn Jahre später, dem EK 085 im Jahre 1987 und dem EK 890 /
891 ab 1991 weitere Spitzenempfänger bis zum 1994 erschienen EK 896 mit PC- Steuerung und DSP-
Signalverarbeitung.
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Doppelsuper, 1. ZF 3,3 MHz, 2. ZF 300 kHz
Analoganzeige, linear, ca. 1 kHz, 500 kHz - 30,1 MHz
AM, CW
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Selektivität -6 dB
12 / 6 / 3 / 1 / 0.2 kHz
resp. für den EK 07 D
12 / 6 / 3 / 1.5 / 0.6 / 0.3 kHz
RF-Gain, AGC x3, Noise Blanker, S-/ AF- Meter,
Röhrenspannungscheck, Eichmarkengeber
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Mit einer Frontplattenbreite von 52 cm und seinen Ausmassen von 54
x 33 x 55 cm ist der Rohde & Schwarz EK 07 nicht nur
grossvolumig, er stellt den Collins R-390 von den
Ausmassen in den Schatten, sondern mit dem Gewicht von
66.3 kg auch ein ausgesprochen schwerer Empfänger. Vier
kräftige Handgriffe aussen am Tischgehäuse erlauben es,
das Radio auf den Tisch zu hieven. Der Empfänger kann
mit verschiedenen Netzspannungen von 110 - 235 V
betrieben werden und nimmt zum Betrieb der 27 Röhren ca.
130 Watt Leistung auf.
Die Frontplatte mit den
zwei gleichfalls robusten Schutzbügeln wird dominiert
von der Frequenzskala in ihrem 34 cm langen
Skalenfenster, darunter zwischen zwei grossformatigen
Anzeigeinstrumenten für Signalstärke und
NF-Ausgangspegel das kleine Fenster der Frequenzskala
für die kHz-Stelle und zuunterst die Bedienelemente, der
grosse Haupt- Abstimmknopf und der Bandwahlschalter.
Die verschiedenen Bandbereiche werden mit dem grossen
länglichen Knebelschalter an der rechten Unterseite der
Frontplatte geschaltet, im schlitzförmigen Skalenfenster
wird jeweils der entsprechende Ausschnitt der
Trommelskala sichtbar. Der Bereich I umfasst die untere
Hälfte der Mittelwelle von 0,5 - 1,1 MHz, in den
Bereichen II und III wird über die Skalenbreite von 1,1
- 2,1 resp. 2,1 - 3,1 MHz jeweils ein MHz überstrichen.
Oberhalb von 3 MHz werden in den Bereichen IV bis XII
jeweils 3 MHz bis 30,15 abgedeckt, in diesen Bereichen
wird auf der Längsskala grob zwischen zwei 0,1 MHz-
Marken abgestimmt. Auf einer mechanisch mitlaufenden
Rundskala in einem Ausschnitt rechts in der Mitte der
Frontplatte sind in diesen Bereichen die 1 kHz-Stellen
ablesbar. Die Frequenzeinstellung erfolgt mit dem grossen
mechanisch blockierbaren Drehknopf, der äussere Ring
dienst mittels mechanischer Übersetzung (30 : 1) zur
Feinabstimmung.
Das linke Messinstrument zeigt in der Stellung 600 Ohm
den NF-Pegel und in Stellung 16 Ohm die
Lautsprecherleistung an. In den weiteren
Schalterstellungen "Überwachung" können
zahlreiche Betriebsspannungen, von 27 Messpunkten
abgegriffen, gemessen werden, wenn der Zeiger beim
Durchdrehen immer im rot markierten Bereich bleibt, ist
der Empfänger schaltungstechnisch in Ordnung. Das rechte
Messinstrument zeigt den HF-Signalpegel in uV an. Gleich
neben dem S- Meter liegt eine kleine durch 90°-Drehung
verriegelbare Taste für den 300 kHz- Eichmarkengeber.
Die weiteren Bedienelemente liegen im untersten
Frontplattenabschnitt links des Abstimmknopfes in zwei
Reihen. Unten links zunächst der Netzschalter, der über
eine Standby-Stellung, in der die Röhren beheizt sind,
und eine Stellung mit gedimmter Skalenbeleuchtung
verfügt. Darüber der Lautstärkeregler. Gleich neben
dem Netzschalter liegt der Bandbreitenschalter, mit dem
die 5 resp. (EK 07 D) 6 ZF- Bandbreiten geschaltet
werden. Der BFO- Einschalter und -Regler liegt darüber.
Der dritte Knopf in der untersten Reihe schaltet den
Störbegrenzer und regelt dessen Einsatzstufe, darüber
kann die AGC- Abfallzeit zwischen 0,1 und 10 sec.
gewählt werden. Rechts unten der Schalter für
automatische, gemischte und manuelle
HF-Verstärkungsregelung und darüber der dazu notwendige
RF-Gain- Regler. Ganz links und rechts aussen auf der
unteren Frontplattenhälfte noch die Kopfhörerbuchsen,
eine ganze weitere Reihe von Anschlüssen für Antennen,
das Haupt- und 300 kHz- Eichoszillatorsignal etc. liegt
auf der Geräterückseite.
Das Antennensignal
durchläuft zunächst einen automatisch abgestimmten
Vorkreis mit zwölf Teilbereichen und nach einer
Verstärkerstufe auf einen synchron abgestimmten
Bandpass, danach wird es in den Bereichen V -XII auf die
erste ZF von 3,3 MHz und dann auf die zweite ZF von 300
kHz umgesetzt, unterhalb 6 MHz erfolgt die Umsetzung
direkt auf die ZF von 300 kHz. Über mehrere
Verstärkerstufen mit dazwischen geschalteten
Vierkreisfiltern, die die in 6 Stufen schaltbare
ZF-Bandbreite bestimmen, gelangt das Signal zum
Demodulator, zuvor wird die AGC-Regelspannung entnommen.
Die Demodulation geschieht in AM mit einem
Diodendemodulator, der CW und SSB-Empfang ist mit einem
BFO möglich. Zum perfekten Einseitenbandempfang gab es
einen speziellen Einseitenbanddemodulator NZ 10. Zum
Fernschreibempfang gab es einen Telegraphiedecoder, der
einen mechanischen Fernschreiber ansteuern kann. Als
weiteres Zubehör gab es zum EK 07 eine mechanische
Fernsteuermaschine, mit der über Schaltimpulse mit
Motoren die verschiedenen Regler mechanisch ferngesteuert
verstellt werden konnten.
Im praktischen Betrieb
kann der EK 07 vor allem im AM- Betrieb mit den High End-
Empfängern der sechziger Jahre, den Geräten aus dem
Hause Collins mithalten. Ähnlich wie bei Collins R-390A
liegen die Schwerpunkte im AM- und A1- Empfang,
SSB-Empfang ist mit dem Grundgerät nur mittels BFO mit
einigen Abstrichen resp. mit dem zusätzlichen SSB-Zusatz
in einwandfreier Qualität möglich. Dank der guten
Linearität ist die Frequenzablesung auf 1 kHz
zuverlässig, der Empfänger ist sehr übersteuerungsfest
und dank dem mitlaufenden Preselektor weitgehend frei von
Spiegelfrequenzen. Im AM-Betrieb glänzt das Gerät mit
überdurchschnittlicher Klangqualität. Wie bei allen
deutschen kommerziellen Empfängern der fünfziger und
sechziger Jahre muss leider auf die im Amateurbereich
aufkommenden Möglichkeiten der Interferenzreduktion wie
Crystal phasing- oder Notchfilter oder Passbandtuning
verzichtet werden.
Zum Suchempfang in einem Band, solange zahlreiche
Bandwechsel vermieden werden können, glänzt der Rohde
& Schwarz auch heute noch im praktischen Einsatz.
weitere Lektüre:
d: Die deutsche Antwort auf Collins ? Rohde & Schwarz EK 07, Nils Schiffhauer,
Oldie- KW- Empfänger
© Martin Bösch
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