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überarbeitet am 21.12.2002
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Doppelsuper
Digitalanzeige, 1 kHz
AM, UKW-FM
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Selektivität -6 dB/ -60 dB
Sensitivität
Tuning-LED, 20 Speicher, Uhr, Timer
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Auf den "Dreh" gekommen: Erfahrungen mit dem Sony ICF SW-40
Die Konstrukteure der Firma Sony waren schon immer gut für positive Überraschungen:
Aktueller Anschlag auf die gerätehungrige Kurzwellen-Fangemeinde
ist ein hochwertiges Reiseradio, das sich aller
Wahrscheinlichkeit nach zu einem Publikumsliebling
entwickeln dürfte. Oder kennen Sie vielleicht ein ähnliches
digitales Gerät für unter 200 DM, das über ein
Abstimmrad (mit Griffmulde!) verfügt und wahlweise in 1-kHz
oder 5-kHz-Schritten durch die Kurzwelle tigern kann? Die
sonst in dieser Preisklasse übliche oft sehr nervige
"up" & "down" Tastendrückerei
bleibt dem ICF SW-40 Besitzer erspart, stattdessen kommen
fast schon "analoge Gefühle" auf!
Das kleine zierliche Gerätchen ist in den AM-Bereichen
als Doppelsuper geschaltet mit einer 1. ZF von 10,7 MHz
und einer 2. ZF von 450 kHz, Spiegelfrequenzen sind also
kein Thema.
Die Langwelle umfasst einen Frequenzbereich von 150-285
kHz, die Mittelwelle 530-1620 kHz, die Kurzwelle 3850 bis
26100 kHz. Zum Sender gehts auf Langwelle in 9-kHz-Schritten,
auf Mittelwelle in 9- oder 10-kHz-Schritten, auf
Kurzwelle in 5-kHz-Schritten, und wem dies zu grob ist,
der schaltet einfach die Schrittweite von "normal"
auf "fine" und schon trippelt der ICF SW-40 in
1-kHz-Schrittchen durch die Wellen. Auf UKW arbeitet das
Gerät als Einfachsuper und überstreicht 76-108 MHz. Als
Abstimmschrittweite stehen schaltbare 0,1 MHz oder 0,05
MHz zur Verfügung.
Wie sichs für einen ordentlichen "Digitalen"
gehört, bietet der neue Sony eine Uhr mit zwei unabhängig
voneinander programmierbaren Weckzeiten. Zwei von den
insgesamt 20 Senderspeichern des SW-40 sind für "Hallo-Wach-Programme"
vorgesehen.
Die Front des ICF SW-40 wird von einem großen LCD
Display beherrscht, das im oberen Drittel die Uhrzeit und
die eingestellte Frequenz anzeigt. Rechts oben befindet
sich eine rote Leuchtdiode (Tune), die aufleuchtet, wenn
ein Sender eingestellt ist. Die unteren zwei Drittel des
Displays erinnern an den Sony ICF 7600 DA, bei dem eine
analoge Skala per LCD-Anzeige "nachgebildet"
wurde. Im LCD-Display des SW-40 sind Frequenzangaben und
Meterbänder dauerhaft abzulesen (werden also nicht erst
beim Einschalten sichtbar ! ). Wird das Gerät mit der
breiten Einschalttaste rechts oben an der Front aktiviert
und ein Frequenzbereich angewählt (Tasten "SW",
"LW/MW" oder "FM"), dann erscheint
ein dünner schwarzer LCD-Balken, der grob über die
eingestellte Frequenz bzw. das gewählte Meterband auf
Kurzwelle informiert. Mehrmaliges Drücken der SW-Taste
bewegt den LCD-Balken schrittchenweise von unten nach
oben, zum jeweils gehörten Band. Das beginnt beim 75-mBand
und endet beim 11-m-Band, ein weiterer Tastendruck führt
zurück zum 75-m-Band. Neben den Bändern sind die
dazugehörigen Anfangsfrequenzen sichtbar. Auch für
Langwelle, Mittelwelle und UKW sind Frequenzangaben auf
dieser "Pseudoanaloganzeige" sichtbar. Bei
Frequenzveränderungen, die per Abstimmrad vorgenommen
werden, wandert der LCD-Balken automatisch mit. Man sieht
also sofort "wo" man gerade ist.
Das Abspeichern der Sender ist zwar einfach, aber um
einen Blick in die Bedienungsanleitung kommt man nicht
herum. Zunächst wird der gewünschte Sender eingestellt.
Durch einen etwas längeren Druck auf die Taste "Enter/Clock"
erscheint nach einem Piepton in einem quadratischen LCD-Feldchen
die blinkende Angabe "Preset" und eine
Speichernummer. Der gewünschte Speicherplatz (0-19) läßt
sich genial einfach mit dem Abstimmrad anwählen. Ein
weiterer Druck auf die Taste "Enter/ Clock
beendet die Einspeicherung, quittiert von einem kurzen
doppelten Piepton. Aufgerufen werden die gespeicherten
Frequenzen ebenso komfortabel: Per Taste "Preset/Manual"
in den Speichermodus wechseln, Abstimmrad auf den gewünschten
Speicherplatz stellen: schon ist der Sender zu hören.
Die Empfangsleistungen des SW-40 sind für ein Gerät
dieser Preisklasse schlichtweg erstaunlich. Die
Empfindlichkeit auf Kurzwelle reicht völlig aus. Auch in
höheren Bändern konnten ferne Sender (z.B. Voice of
Free China auf 15600 kHz oder HCJB auf 15550 kHz) gut
verständlich aufgenommen werden, bei sehr schwachen
Signalen ist der Rauschanteil etwas erhöht, ein Problem,
das bei vielen digitalen Empfängern in der unteren
Preisklasse auftritt. Die berühmten "paar Meter
Antennendraht", an die Teleskopantenne geclipst,
bringen beim SW-40 kaum Vorteile und führen eher zu Überladungserscheinungen.
Deutliche Empfangsverbesserungen erzielte ich dagegen
durch Erdung des Gerätes via Masse/Ohrhörerbuchse. An
der linken Seite des SW-40 befindet sich ein Schalterchen
mit den Stellungen "DX" und "Local".
Die Stellung "Local" wurde im normalen
Alltagsbetrieb so gut wie nie gebraucht.
Die Deutsche Welle auf 6075 kHz konnte ich in den
Abendstunden recht ruhig und ausgewogen mit dem SW-40
empfangen, ein ebenfalls mit laufender Telefunken MR 1500
PLL (DM 149.-) hatte zusätzlich zum Nutzsignal jede
Menge Intermodulationsgegrummel zu bieten. Der Telefunken
ist dafür etwas ruhiger und empfindlicher auf den höheren
Bändern. Die Trennschärfe des SW-40 ist in den meisten
Fällen im 5-kHz-Raster befriedigend, könnte aber noch
eine ldee besser sein. Das Randelrädchen für die Lautstärkeregelung
an der rechten Seite des Gerätes hätte ich mir größer
gewünscht. Etwas unterhalb vom Lautstärkeregler ist ein
Zwei-Stufen-Klangschalter angebracht, mit dem man die
Klangcharaktenstik brauchbar beeinflussen kann.
Die Empfangsleistungen auf Mittel- und Langwelle sind
durchschnittlich bis gut, auch das UKW-Teil kann gefallen,
per Kopfhörer ist Stereoempfang möglich. Der Klang des
6,6-cmLautsprechers ist nicht gerade eine Offenbarung,
aber für diese Gerätegröße akzeptabel. Betrieben wird
der SW-40 mit 3 Mignonzellen oder mit einem Netzgerät,
das optional erhältlich ist (Netzgerätebuchse ist
leider wieder Sondergröße...).
Mit einer ausklappbaren Stütze an der Rückwand läßt
sich das Gerät in eine bedienungsfreundliche Schräglage
bringen. Die Verarbeitung des in Taiwan gefertigten
Reiseweltempfängers ist gut, das Gerät macht einen
soliden Eindruck, schick ist es noch dazu. Nur an der
Trageschlaufe ist eindeutig gespart worden (besser daran,
als an den Empfangsleistungen). Auch die "Schutzhülle"
aus dünnem Stoff wird kaum vor Beschädigungen schützen
können.
Fazit
Der SW-40 ist eine sehr erfreuliche Erscheinung unter
den neueren Reiseradios. Klein, leicht und handlich läßt
er sich gut im Gepäck unterbringen. Der SW-40 bietet
befriedigende bis gute Empfangsleistungen bei hohem
Bedienkomfort zu einem konkurrenzlosen Preis. Wer zusätzlich
SSB-Empfang und Scan-Einrichtung wünscht, wird zum ICF
7600G greifen und noch einen Hunderter drauflegen müssen.
Ich würde dem SW-40 vor jedem anderen digitalen Empfänger
dieser Preisklasse den Vorzug geben.
© Rolf-Dieter Wiedenmann, kurier 15 / 1996
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