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überarbeitet am 29.12.2002
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Doppelsuper
Analoganzeige
AM, UKW-FM
UKW, LW, MW, KW x 9 (60m - 13m)
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Selektivität -6 dB/ -60 dB
Sensitivität
Tonblende
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"Toller Klang, kaum Knöpfe, viel Radio"
Erfahrungen mit dem neuen Sony SW - 600
Radiomodelle dieser Art hat die Firma Sony schon seit Jahren im
Programm, natürlich boten die auch Kurzwellenempfang, üblicherweise
mehrere Kurzwellenbänder auf einer Skalenlänge mit den
bekannten Orientierungs- und Einstellungsschwierigkeiten.
Optisch ähnelt der neue Sony ICF SW-600 seinen Vorgängern
zwar, mit dem kleinen aber wesentlichen Unterschied, daß
ihn die Sony-Ingenieure mit gespreizten Kurzwellenbändern
ausgestattet haben. Großzügig bemessen deckt das Gerät
die Bänder 60m, 49m, 41m, 31m, 25m, 22m, 19m, 16m und 13m
ab. Darüberhinaus bietet der SW-600 Langwellen-,
Mittelwellen- und UKW- Empfang. Für Lang- und
Mittelwelle ist eine Ferritantenne eingebaut, eine etwa
60 cm lange Teleskopantenne holt auf Kurzwelle und UKW
die Sender aus dem Äther. Dank der handlichen Gehäusemaße
und des eingebauten Netzteils eignet sich der Sony gut
als "Küchenradio mit Weltempfang", oder als
"Büroradio mit Kurzwellen-Spezialbegabung".
Auch als portabler Reisebegleiter macht der Empfänger
eine gute Figur. Vier Mignonzellen stillen den
Energiehunger unterwegs, der sich im übrigen erfreulich
in Grenzen hält.
Links oben wird das Gerät mit einer weich rastenden
grauen Taste ein- und ausgeschaltet. Der gewünschte
Frequenzbereich und die Kurzwellenbänder werden mit
einem präzise arbeitenden Schiebeschalter angewählt,
ein mitlaufender gelber "Standpunkt" am oberen
Skalenrand zeigt deutlich an, wo die Wellenjagd gerade
stattfindet. An der linken Gehäuseseite ist die
Netzbuchse angebracht, etwas darüber kann ein (Mono-)
Ohrhörer in eine Klinkenbuchse gestöpselt werden fürs
"ganz private Hörerlebnis". Das Gerät hat
einen beweglichen Tragebügel aus Kunststoff, der völlig
in die Geräterückwand versenkt werden kann, wenn er
nicht benötigt wird. Ein sinniger Federmechanismus
stabilisiert und fixiert den Tragebügel zuverlässig in
der Gebrauchs- und in der Ruheposition. Das Abstimmrad
ist etwa bis zur Hälfte in die rechte, obere Gehäuseseite
eingelassen. Eine grössere Mulde hinter dem Abstimmrad
bietet befriedigenden Zugriff, aber der Weisheit letzter
Schluss kann das noch nicht sein, denn für den Daumen,
der das Abstimmrad vorne fasst, ist zu wenig Platz. Eine
Alternative wäre sicherlich auch eine Fingermulde im
Abstimmrad, das verhältnismässig leicht zu drehen ist.
Leider ist es nicht ganz "spielfrei", fast ein
wenig wackelig, die Befestigung des Rades an der Achse
scheint nicht optimal zu sein. Unterhalb des Abstimmrades
befindet sich ein Drehregler für die Lautstärke und
noch etwas tiefer ein Knopf für die Klangregelung, der
eine gefühlvolle Beschneidung der Höhen erlaubt.
Auf UKW fällt sofort die aussergewöhnlich gute
Tonqualität auf. Ein feiner, luftiger Sound, sehr
ausgewogen und angenehm. Auch im AM-Betrieb ist der Klang
überraschend gut. Die erreichbare Lautstärke ist nicht
besonders hoch, reicht aber aus für die Beschallung
eines grösseren Zimmers. Selbst bei ganz aufgedrehter
Lautstärke produziert das Gerät kaum Verzerrungen. Der
SW-600 bietet auf Kurzwelle einen auffallend ruhigen und
ausgewogenen Empfang ungestörter internationaler
Stationen. Die Empfindlichkeit ist über den gesamten
Frequenzbereich hinweg ausgezeichnet, auch schwache
Sender "kommen" gut. Leider ist der SW-600
nicht frei von Spiegelfrequenzen, ein Nachteil des
Einfachsuperprinzips. Sender im 5-kHz-Raster werden in
der Regel befriedigend getrennt. Hervorzuheben ist die
gute Ablesegenauigkeit der Skala, die BBC auf 9410 kHz
war knapp über der weissen Skalenaufschrift 9.40
anzutreffen, HCJB auf 15550 kHz knapp unterhalb der
Angabe 15.60 und die Deutsche Welle knapp unterhalb 6.10
mit ihrer Frequenz 6075 kHz. Nur wenige Analoggeräte in
dieser Preisklasse sind ab Werk so sauber eingestellt.
Einen guten Eindruck macht das Gerät auch auf Mittel-
und Langwelle. In meinem ansonsten "computerverseuchten"
Büro, das schon manches teure Schätzchen mit Störausstrahlungen
völlig taubgeballert hat, brachte der SW-600 z.B. den
SWF auf 1017 kHz am Nachmittag verständlich und mit
wenig Nebengeräuschen. Auf Langwelle könnte die
Trennschärfe etwas besser sein.
Der UKW-Empfang war schon immer eine Stärke dieser Gerätekategorie.
Der SW-600 bringt jede Menge Sender mit beeindruckender
Sauberkeit an den Lautsprecher. Mit diesem Gerät beweist
die Firma Sony eindrucksvoll, daß japanische Radios
nicht zwangsläufig "Näselsound" liefern müssen.
Fazit
Der SW-600 ist ein "Radio für alle Fälle" für
zuhause und unterwegs. Das bewährte Prinzip der
gespreizten Kurzwellenbänder wertet dieses Allzweckradio
zwar noch nicht zu einem echten Weltempfänger auf, zeigt
aber deutlich, was für unter 100 Mark machbar ist: Der
Kurzwellenempfang des SW-600 ist besser und ruhiger als
bei so manchem digitalen Empfänger dieser Preisklasse.
Die Langwelle ist Durchschnitt, die Mittelwelle läßt
aufhorchen, der UKW- Empfang ist ordentlich. Kurz: Toller
Klang, kaum Knöpfe, viel Radio. P.S. Womit hört
eigentlich Ihre Frau...?!?
© Rolf-Dieter Wiedenmann, kurier 17 / 1996
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