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überarbeitet am 2.4.2006
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Nach dem SONY im Jahre 1980 mit dem ICF-2001 als
erstem mikroprozessorkontrolliertem Weltempfänger ein
technologisch grosser Wurf gelungen war, folgte 1983 mit
dem ICF-7600D der erste mikroprozessorkontrollierte
Reiseempfänger im Klein- d.h. Taschenbuchformat, zwei
Jahre später kam dann mit dem ICF-2001D der grosse Bruder
auf den Markt.
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Doppelsuper, ZF 55,395 MHz, 455 kHz
Digitalanzeige, 5 kHz, 1 kHz-Marken auf Rändelrad
AM, SSB, UKW-FM
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Selektivität -6 dB/ -60 dB
Sensitivität
Abschwächer DX / Local,
10 Speicher, Digitaluhr mit Timerfunktion

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Das silberfarbene Kunststoffgehäuse des ICF-7600D war
mit 18,4 x 11,8 x 3,2 cm Grösse und 650 g Gewicht
kleiner als das bekannte World Radio TV Handbook, wie der
Gerätetester Larry Magne im Handbook 1984 feststellte.
Das Gerät steht hochkant nur unsicher auf der unteren Längsseite;
die Absturzgefahr, eine Klappe an der Geräterückseite
um den Empfänger schräg aufzustellen, war nicht
vorgesehen, bewegte viele Hörer zu Bastelarbeiten. Die
Teleskopantenne ist schwenkbar auf der Geräteoberseite
angebracht, eine Klinkenbuchse erlaubt den Anschluss
einer Aussenantenne, in der deutschen Version musste auf
diese Anschlussmöglichkeit verzichtet werden.
Die linke Hälfte der Frontplatte wird vom
Lautsprechergrill eingenommen, mit 200 mW bei Batterie-
400 mW bei Betrieb am Netzadapter reicht das Klangvolumen
aus um einen Raum, nicht aber um eine Strandparty zu
beschallen.
Oben rechts finden sich drei grosse Tasten, die den Empfänger
ein- resp. ausschalten und den Sleep-Timer aktivieren.
Ein Schiebeschalter an der Geräteoberseite dient als
Hauptschalter, das unbeabsichtigte Einschalten des Radios
im Koffer wird dadurch verhindert. Die "Standby"-Taste
aktiviert den Timerbetrieb, drei nur mit sehr spitzen
Fingern bedienbare Tasten weiter links neben dem
Zeitdisplay dienen zum Einstellen der Uhrzeit, die
Zeitanzeige des 7600D kann vom 12h auf das 24h-Format
umgeschaltet werden. Unter dem Zeitdisplay - im Gegensatz
zu zahlreichen teuren Stationsempfängern kann hier beim
Empfang dauernd die Zeit abgelesen werden - liegt das
Frequenzdisplay, auf eine Hintergrundbeleuchtung wurde
leider verzichtet. Die Frequenz wird auf 5 kHz genau
angezeigt, bei Frequenzen die in einem
Kurzwellenrundfunkband liegen, wird zudem auch das
entsprechende Meter-Band angezeigt. Eine kleine rote
Leuchtdiode neben dem Display dienst als Feldstärkeindikator
und leuchtet bei starken Signalen auf.
Mit dem weiter unten gelegenen Tastenfeld kann die
Empfangsfrequenz direkt eingegeben und mit EXECUTE
aufgerufen werden, zuvor muss mit der Taste AM resp FM
zwischen dem AM-Bereich 153 - 29'995 kHz, der Lang-,
Mittel- und Kurzwelle umfasst, und dem FM-Rundfunkband
von 76 MHz in der internationalen und 87,5 MHz in der BRD-Version
bis 108 MHz aufgerufen werden. Die Tastenfolge AM - 6 - 1
- 5 - 5 - Exec ruft beispielsweise Radio Oesterreich
International aus Wien auf. Um eine gerade gehörte
Frequenz abzuspeichern, wird gleichzeitig die ebenfalls
im Sony-Miniaturformat ausgeführte ENTER-Taste und eine
der Zifferntasten gedrückt, um die gespeicherte Station
wieder abzurufen, reicht später ein Druck auf die
entsprechende Taste. Ein + / - - Wippenschalter zur
Linken dient dazu, den Empfänger in 5 kHz- Schritten
nach oben und unten weiterabzustimmen, wird zusätzlich
noch die kleine Band Select- Taste gedrückt, springt man
gleich auf die untere Grenze des nächsten Kurzwellen-
Rundfunkbandes. Ein Druck auf die Start-Stop- Taste
startet eine Suchlauffunktion, der Empfänger hält bei
der nächsten empfangswürdigen Station, spielt diese an
und sucht nach 1,5 Sekunden automatisch weiter, wenn
nicht die Stop- Taste gedrückt wird.
Weitere wichtige Bedienelemente, die ebenfalls mit
spitzen Fingern bedient werden müssen, finden sich an
den Geräte- Schmalseiten, zu rechten der Lautstärke-
Schieberegler, ein Tonblendenschalter und der
Betriebsartenschalter. Dieses kleine Schalterchen lässt
den Empfänger in Normalstellung fix im 5 kHz-Raster
abstimmen, im Fine Tuning- Modus kann die Frequenz -
allerdings ohne Veränderung der Frequenzanzeige im
Display - stufenlos zwischen den 5 kHz-Punkten verstellt
werden. So kann bei einer Nachbarkanalstörung problemlos
ein oder zwei kHz nach unten ausgewichen und das Signal
so verständlicher gemacht werden. In der Stellung SSB
wird der BFO aktiviert, mit dem kleinen Rändelrad der
Feinabstimmung muss nun auf Zero Beat eingestellt werden.
Der kleine Sony kann mit insgesamt 6 UM-3 Batterien
betrieben werden, zwei davon für die Speicher- und
Uhrfunktionen, die lange durchhalten. Die anderen 4
Batterien für den Radiobetrieb lassen das Gerät etwas
12 Stunden lang spielen. Um den Batterienverbrauch in den
Griff zu bekommen, kann der mitgelieferte Netzadapter
oder ein spezielles 12V-Adapterkabel zum
Autobatteriebetrieb eingesetzt werden. Da rasch klar
wurde, dass die Empfangsleistungen beim Akkubetrieb mit
der geringeren Spannung von 4,8 V von 4 NiCd-Akkus
abfallen, wurden Modifikationen entwickelt. Ein Trick ist,
die beiden Uhrenbatterien durch eine 3 Volt-
Miniaturbatterie, wie sie im Photobereich eingesetzt wird,
zu ersetzen, und einen fünften Akku im freiwerdenden
Batteriefach unterzubringen, dadurch werden wieder die
benötigten 6 Volt erreicht.
Die Empfangsleistungen des Sony 7600D waren zur Zeit
seines Erscheinens für einen Kleinstempfänger überragend;
auch heute kann das Gerät problemlos auf Reisen zum
Empfang der internationalen Auslandsdienste zum Zug
kommen. Die nicht maximale Empfindlichkeit macht sich in
Europa mit der hohen Senderdichte und hohen Feldstärken
weniger bemerkbar, als in Afrika oder im Pazifikraum. Mit
dem eingebauten ZF-Filter können Sender im 5 kHz-Raster,
vor allem bei Einsatz der Feinabstimmung und Ausweichen
auf eine 1 - 2 kHz tiefere oder höhere Frequenz,
getrennt werden. An Langdrahtantennen neigt der kleine
Sony zur Überladung, auch breitbandige Aktivantennen -
wie die zum Gerät propagierte AN-1 von Sony - erachte
ich aufgrund des breitbandig verstärkten Signals als
wenig geeignet. Mit meiner über ein Anpassgerät mit
Abschwächer- Möglichkeit (Yaesu FRT-7700) geführten 20
m-Antenne hatte ich da weniger Probleme, auch mit der
Magnetantenne GS-2 von Grahn kommt der kleine Sony gut
zurecht. Die neueren Aktivantennen von Sony sind gemäss
mir vorliegenden Berichten besser an die hohe
Empfindlichkeit auch der kleinen Reiseempfänger
angepasst. Nur mit 10 Stationsspeichern auskommen zu müssen,
bereitete mir in den Ferien gelegentlich etwas Mühe, ich
vermochte aber den Überblick über die Speicherinhalte
zu behalten. Die Timer/ Sleepfunktion ist praktisch, wenn
man auf eine nachts beleuchtete Anzeige der Uhrzeit
verzichten kann, ersetzt der Sony ICF-7600D einen
Reisewecker problemlos.
Der Preis des Sony 7600D lag stets etwas über dem der äusserlich
gleichformatigen Konkurrenzgeräte, die Möglichkeit der
Feinabstimmung - lange nicht bei jedem Reisempfänger mit
Digitalanzeige möglich - und des SSB-Empfangs bei
gleichzeitig erstaunlichen Empfangsleistungen und
technisch hochstehendem Aufbau machten den 7600D mir
stets zum Liebling der Reiseempfänger. Ich habe mein Gerät
weitergegeben, um es kurz später durch den Nachfolger ICF-SW7600G zu ersetzen,
der bei gleichen Abmessungen und Funktionsumfang noch
durch einen Synchrondetektor erweitert wurde.
weitere Lektüre:
e: WRTH tests portable receivers, Larry Magne, WRTH 1984
e: the Sony ICF 7600 Confusion, WRTH 1988
© Martin Bösch
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