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überarbeitet am 20.3.2009
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Radio Shack DX-394: Ein neuer alter Name aus
den USA
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Doppelsuper, 1. ZF 45 MHz, 2. ZF 455 kHz
Digitalanzeige, 100 Hz
AM, USB, LSB, CW
UKW, MW, KW - 30 MHz
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Selektivität -6 dB/ -60 dB
Sensitivität
Abschwächer
Keypad, 160 Speicher, Uhr, Timer
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Gelegentlich gibt es
doch noch neue Namen auf dem engen europäischen Markt für
Kurzwellenempfänger, und nicht nur das hat uns neugierig
gemacht. Schon das Äussere des Gerätes erweckt den
Anschein, als ob hier ein kleiner Kommunikationsempfänger
oder Scanner vor uns steht.
Radio Shack, zur Tandy
Corporation gehörig, ist für uns Europäer zumeist ein
wenig bekanntes US-Unternehmen, das in Nord- und Südamerika
eine Ladenkette betreibt, die jegliche Art von
elektrischen Geräten in den Regalen hat. Unter eigenem
Namen werden einzelne Produkte ebenfalls angeboten, wobei
das technische Design teils aus eigenen Labors stammt Der
DX-394 z.B. wird in China hergestellt, im Inneren finden
sich aber Bauteile aus vielen Ländern dieser Erde - wie
bei anderen Empfängern zwischenzeitlich auch.
Die erste Überraschung erlebten wir beim Auspacken. Kein
Plastikmüll, sondern sinnvoll eingesetzte Wellpappe, nur
die Staubschutzhülle ist aus (nicht gekennzeichnetem)
Kunststoff, offensichtlich PE. (Hoffentlich kommt der
Rohstoff für die Wellpappe nicht aus sibirischen oder
tropischen Wäldern ...) Beigepackt war nicht nur cine
ausführliche englisch- und französischsprachige
Bedienungsanleitung, auch eine entsprechende in Deutsch
mit 34 Seiten Umfang war vorhanden. In der Hülle steckte
noch die schraubbare Teleskopantenne, auf die wir noch später
zu sprechen kommen. Der Händler iler hatte zudem noch für
unsere Tester das Service-Manual beigelegt, aus dem wir u.a.
das Schaltbild entnahmen. Das Gerät ist mit 2.1 kg
relativ leicht, was sich auch damit erklärt, dass das
Gehäuse aus robustem Kunststoff besteht. Auf der
Unterseite sind vorne zwei rutschsichere Füsse
abzuklappen. so dass man das Gerät arbeitsfreundlich in
schräger Stellung am Hobbyplatz aufstellen kann, zumal
zwei Gummifüsse das Rutschen verhindern.
Die Masse des Gerätes sind relativ klein: 233 x 100 x
232 mm sind es nur, trotzdem sind 30 Drucktasten und 5
Drehknöpfe sowie ein Display auf der Vorderseite
plaziert (siehe auch Schema), ebenfalls der Kopfhöreranschluss
(Mono). Der Rekorderausgang mußte auf die Rückseite. wo
noch (von links nach rechts) der einfach schaltbare
Abschwächer (20 dB), ein PL-Antennenanschluß (50 Ohm),
eine Bananenantennenbuchse (600 Ohm) und ein Erdungspunkt,
besagter Rekorderausgang, ein Anschluß für einen
externen Lautsprecher zu finden sind. Nicht fehlen dürfen
natürlich der Anschluß für 13,8 V Gleichstrom und der
Anschluß für 230 V Wechselstrom. Nur mit einem dünnen
spitzen Gegenstand ist der versenkte Reset-Schalter zu
erreichen. Mit 110 V ist das Gerät leider nicht zu
betreiben, auch ist der Betrieb mittels Akkus/Batterien
im Gerät ist nicht vorgesehen. Vergessen wir nicht das
Label des Vertreibers Radio Shack wie auch des deutschen
Importeurs SIKA Electronic mit dem CE Zeichen.
Der Lautsprecher befindet sich im hinteren Teil der
Oberfläche und strahlt etwas ungünstig ab, auch der
Klang ist nicht überragend. Langzeithörer werden aber
sicher immer den (offenen!) Kopfhörer einsetzen, schon
um häusliche "lnterferenzen" abzuwehren, denn
bei dessen Einsatz schaltet der Lautsprecher automatisch
ab. Im hinteren rechten Teil der Oberfläche befindet
sich auch die Einschrauböffnung für die Teleskopantenne.
Der DX-394 überstreicht den gesamten Frequenzbereich von
150 kHz bis 29999 kHz. Als Betriebsarten können AM, LSB,
USB sowie CW1 und CW2 (beide Seitenbandlagen) empfangen
werden. Frequenzen lassen sich entweder über die
Tastatur direkt bis auf 100 Hz genau eingeben oder aus
den vorher belegten 160 Speichern abrufen. Die Größe
der Frequenztasten und der Abstand zwischen ihnen ist
etwas knapp, kleiner dürfte er auf keinen Fall sein,
zudem fehlt eine blindengerechte Markierung. Wer mit
Notebooks öfters arbeiten darf, fühlt sich vielleicht
"daheim", für die Tester war es teils jenseits
der Grenze des Angenehmen. Eine Abstimmung per Hand ist
mit dem größeren Hauptabstimmknopf ebenfalls möglich.
Wird dieser rascher gedreht werden die Frequenzschritte
größer. Leider ist die Vertiefung im Knopf nur für
zarte Hände angenehm, für kräftigere ist sie schlicht
zu klein. Alle Bedienelemente der Vorderseite sind aus
berührungsfreundlichen Kunststoffen gefertigt, wie wir
sie z.B. von einigen Grundig Geräten seit Jahren kennen.
Das Display ist auch dann gut lesbar, wenn aus einem
leichtem Winkel heraus die Betrachtung erfolgt. Es
informiert über alle wesentlichen Einstellungen des Empfängers.
Die Leuchtstärke bleibt leider etwas hinter der
vergleichbarer Geräte zurück, und schaltet man bei
vollem Tageslicht den Dimmer, so meint man leicht, das
Display sei nun ohne Hintergrundbeleuchtung.
Die Frequenz wird auf 100 Hz genau angezeigt. Befindet
man sich gerade innerhalb eines Rundfunkbandes, ist
dieses ebenfalls in der linken unteren Ecke vermerkt, wie
auch ein eventuell aktivierter Speicherplatz. Weiter wird
noch eine von zwei vorher zu bestimmenden Uhrzeiten
angezeigt wie auch Timerfunktionen. Im rechten Feld sitzt
ein sogenanntes S-Meter, dessen "Zeiger"
digital erzeugt wird. Abgelesen werden kann von 0 bis 9 +40
dB bzw. entsprechenden S-Stufen 1 bis 5. Darunter wird
die jeweils eingestellte Schrittweite angezeigt, also 0,1
- 1 - 5 - 9 oder 10 kHz. Sind Noiseblanker bzw. Lock
aktiviert leuchten diese ebenfalls auf. Die jeweils gewählte
Betriebsart ist leider nur am jeweiligen Bedienelement
sichtbar.
Kein neuer Empfänger verzichtet inzwischen auf den
Einsatz von Programmspeichern und Schaltuhrfunktionen.
Das Gerät verzeichnet alleine fünf Schaltmöglichlichkeiten
(An- bzw. Ausschaltzeiten), die frei programmierbar sind.
Eine automatische Aufzeichnung von Sendungen ist aber nur
mit einem entsprechend ausgelegten Aufnahmegerät möglich,
da der DX-394 nicht über einen Schaltausgang verfügt.
160 Speicherplätze sind verfügbar, allerdings mit einer
etwas merkwürdigen Implementierung. Auf Lang-, Mittel-
und Kurzwelle kann man jeweils 10 belegen, dazu noch in
jedem der 13 Kurzwellenbänder weitere 10. Dazu muß man
vor dem Speicherabruf jeweils in den gewünschten Bereich
wechseln, um mit Eingabe der Zahlen 0 bis 9 den Sender
abzurufen. Diese Prozedur ist wenig anwenderfreundlich,
zudem wird nur die Frequenz und nicht die Betriebsart
gespeichert. Weiter sollte man dann noch beachten, das
Gerät nicht für Tage vom Netz abzukoppeln, da ansonsten
ein "Gedächtnisverlust" eintritt: Die
Speicherplätze behalten ihren Inhalt in der Regel nur für
maximal 2 Stunden ohne externe Stromversorgung, was
besonders bei längeren Transporten sehr ärgerlich sein
kann.
Im praktischen Empfangsbetrieb wurde der Empfänger zunächst
mit der mitgelieferten Teleskopantenne betrieben, die
zuvor auf der Oberseite einzuschrauben war. Wichtig ist
dabei auch, daß der Standort des Empfängers beachtet
wird, Abschirm- und Störwirkungen sind wie bei anderen
Geräten vorhanden. Wir haben zeitweise einen Grundig S
700 und einen ICOM IC-R70 zum Vergleich parallel gefahren,
um die jeweiligen Leistungen am selben Standort unter den
jeweiligen Bedingungen besser einschätzen zu können.
Mit dem eingeschraubten Teleskopstab waren in sämtlichen
Rundfunkbändern die stärkeren Stationen problemlos
aufzunehmen, in den Amateurfunkbändern waren die
Leistungen entsprechend. Der rund 75 cm lange
Teleskopstab ist zwar ausdrücklich nur als Hilfsantenne
bezeichnet, könnte aber getrost etwas länger ausgeführt
sein. Für Lang- und Mittelwelle ist eine handelsübliche
Ferritantenne eingebaut.
Empfohlen wird der Einsatz einer abgestimmten
Aussenantenne bei guter Erdung. Praktisch sind hier die
verschiedenen Anschlußmöglichkeiten auf der Rückseite
des Gerätes. Wir haben zum einen einen Langdraht von ca.
12 m Länge samt Preselektor eingesetzt, zum anderen eine
selektive Aktivantenne ht 504. Stärkere oder
breitbandigere Aktivantennen werden nicht empfohlen, die
Möglichkeit der Überladung der Eingangsstufe ist zu groß.
Nicht angepaßte Langdrahtantennen sollten unbedingt
vermieden werden; daß die Antennen entsprechend zu
montieren und zu plazieren sind, sei nur der Vollständigkeit
halber erwähnt.
Die Empfindlichkeit des DX-394 ist in etwa mit der des S
700 vergleichbar. Leider konnten wir nur die nicht
filtermodifizierte Version des DX-394 in der Praxis
erproben, die eine Filterbreite von ca. 3,2 kHz anstatt 4.2
kHz besitzt, so daß bei der Trennschärfe der S 700
etwas die Nase vorn hatte. Die Filtermodifizierung kostet
ca. DM 100 und ist unbedingt zu empfehlen. Die
Empfangsleistungen in den jeweiligen Bändern waren mit
denen des S 700 ebenbürtig, wobei in den Tropenbändern
der DX-394 ein etwas besseres Signal lieferte. Wichtig
ist in allen Empfangsbereichen die korrekte Anpassung der
jeweiligen Außenantenne, so daß eine Überladung
vermieden wird. Ansonsten ist es möglich, daß stärkere
Stationen auf 10 bis 20 kHz daneben liegende Kanäle
"durchschlagen", der eingebaute einfache
Antennenabschwächer (- 20 dB) ist dann meist machtlos.
"Geisterstationen" waren im übrigen nicht zu
vermerken. Schön wäre es gewesen, wenn wir die SSB-Bandbreite
auch für AM hätten einsetzen können. Wer SSB und CW öfters
als Betriebsart wählt sollte keine großen Erwartungen
hegen, denn die eingesetzten Filterbandbreiten erscheinen
zu hoch. Auch hier könnten schmalere Filter bessere
Ergebnisse zeitigen. Aufgefallen ist noch ein
Frequenzversatz bei USB von ca. 1,5 kHz, der in dieser Größenordnung
aber auch bei anderen Geräten auftritt.
Beim Abstimmen per Drehknopf kann die Abstimmweite
entsprechend angepaßt werden, 0.1 - 1- 5 - 9 bzw. 10 kHz
sind einstellbar. Nur wenig fällt das Knacken als Folge
der Abstimmschritte auf. Dieses Phänomen ist allerdings
auch bei deutlich teureren Kommunikationsempfängern noch
immer nicht ganz beseitigt. Der Drehknopf könnte etwas
grösser sein, die Vertiefung, zum Drehen mit einem
Finger, ist hier wohl nur für zarte Finger gedacht. Die
Tastatur zur digitalen Frequenzeingabe ist zwar im Griff
angenehm, es wird jedoch eine Markierung vermisst, die
eine Orientierung bei schlechten Lichtverhältnissen bzw.
als Sehbehinderter erleichtern könnte. Einen
Synchrondetektor sucht man bei diesem Gerät vergebens,
bei diesem Preis ist das auch nicht zu kalkulieren, aber
eine funktionierende Noise-Blanker Funktion ist vorhanden.
Das S Meter ist etwas optimistisch eingestellt: Zum
Vollausschlag genügt bereits ein mittelprächtiges
Signal. Die AGC ist leider nicht veränderbar, sie
arbeitet aber mit einer relativ geringen Zeitkonstante.
Fazit
Der Radio Shack DX-394 hinterlässt trotz einiger
Anmerkungen einen positiven Eindruck bezüglich der
Empfangsleistungen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist
als gut zu bezeichnen. Der Betrieb erscheint nur mit
einer angepaßten Außenantenne sinnvoll, der verfügbare
Teleskopstab verhilft nur zu mässigen
Empfangsergebnissen. Hierbei ist auf die Anmerkungen im
Handbuch zu achten. Eine Filtermodifikation in AM ist zu
empfehlen, ggf. auch der SSB-Filter, wenn der Betrieb in
SSB oder CW bevorzugt wird. Wenn Details in der
Handhabung nicht ganz optimal sind, so ist der Gerätepreis
als offensichtlicher Grund zu nennen. Die
Speicherfunktion ist nicht nur umständlich sondern auch
wertlos, wenn man das Gerät öfters transportieren muß.
Hier ist eine Änderung, wie auch anderer Details, zur nächsten
Serie sehr zu empfehlen. Das Gerät ist eine sehr
interessante Alternative z.B. zum Sony ICF-SW 77 und zum
Grundig S700 (zwischenzeitlich werkseitig nicht mehr
lieferbar), auch wenn der Leistungsumfang nicht in jedem
Falle identisch bzw. 1:1 vergleichbar ist und der DX-394
z.B. keinen UKW-Empfang ermöglicht. Empfangsleistungen
eines wahren Kommunikationsempfängers kann man aber zu
diesem Preis wirklich nicht erwarten, da muß man noch
einige Scheine mehr anlegen.
Den Testempfänger stellte
uns die Firma Lange Electronic, Meschede, zur Verfügung.
Eine Filtermodifikation kann dort auch auf Anfrage
vorgenommen werden.
Technische Daten:
Frequenzbereiche: LW 150 - 509,9 kHz, MW 510-1729,9
kHz, KW 1730 - 29999,9 kHz
Speicherplätze: 160, je 10 pro Rundfunkband 120 - 11 m
sowie LW,MW und KW
Empfindlichkeit in AM (10 dB S+N/N bei 30 % Modulationsgrad)
LW 10 uV, MW 7 uV, KW 1 uV
Empfindlichkeit in SSB (10 dB S+N/N)
KW 0,3 uV
Bandbreite: 14 kHz bei ca. - 50 dB
Spiegelfrequenzsicherheit: 80 dB am Antennenschluss Lo-Z
Nebenwellen: - 80 db am Antennenanschluss Lo-Z
Zwischenfrequenzen 45 MHz und 455 kHz
Impedanz der Antennenanschl.: Anschluss Lo-Z ca 50 Ohm,
Anschluss Hi-Z ca 2 kOhm
NF-Ausgangsleistung (Klirrfaktor max. 10 %): 800 mW
Stromversorgung: 230 V / 50 Hz, ca. 13 W oder 13,8 V =, 8 W
Abmessungen: ca. B 233 x H 96 x T 230 mm
Gewicht: ca. 2,1 kg
Preis Grundversion: ca. 750 DM
Preis-Leistungs-Verhältnis: ****
weitere Lektüre:
d: Praxistest: Radio Shack DX-394 - Empfänger für Einsteiger, SWLs und BCLs, Harald Kuhl - DL1ABJ
d: Bittet zu Tisch: Radio Shack DX-394, Nils Schiffhauer, Radio hören 10/96
d: Radio Shack DX-394, Christoph Ratzer, wwh 1 / 97
e: Radio Shack DX-394, Jonathan Marks, Tom Sundström
d: Schönling mit (zu) weitem Herzen: "Radio Shack DX 394", Rolf Dieter Wiedenmann, kurier 15/98
© tte/we, wwh 12 / 1996
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