|
RFT VEB Funkwerk Köpenick,
|
|
überarbeitet am 8.7.2002 |
EKD 315 - Erfahrungsbericht
Seit fast drei Jahren besitze ich nun den RFT-EKD 315.
Ich fragte mich selbst; Was hat es gebracht, anstelle
eines semiprofessionellen DX-Empfängers ein 24 kg
schweres Profigerät auf dem Schreibtisch stehen zu haben? Nun aber zur Empfangspraxis des Köpenick Empfängers. Die technischen Daten verheißen eigentlich nur Gutes "-. Der 315er ist auf optimale Sprachverständlichkeit getrimmt. Der ECSS-Empfang ist die Stärke des Gerätes, da der eingebaute Synchrondetektor schwächste Signale erfasst und sehr gut zu Gehör bringt. Zu verdanken ist dies der sehr guten Vorselektion sowie den mechanischen Filtern, im ECSS-Betrieb 2,35 kHz schmal. Da gibt es so manchen Spitzenamateurempfänger, die einen breiten Rauschteppich produzieren bzw. die Serienstreuung der Produktqualität relativ groß ist und einige Geräte leistungsmäßig abfallen. Das EZ 111, ein Empfängerzusatzgerät
im Tischgehäuse, mit seinem 5-stufigen Kurzwellen-Preselektor
verbessert nochmals das Großsignalverhalten. Ausserdem können
daran vier 50 Ohm angepasste Antennen angeschlossen
werden, was sehr praktisch für den Anschluß
verschiedener Antennentypen sein kann. Durch eine hohe
Empfindlichkeit im Langwellen- und Mittelwellenbereich
ist der EKD dort uneingeschränkt DX-tauglich. Im
Amateurbereich sind eigentlich nur die Geräte der Firma
Lowe auf Langwelle und Mittelwelle erstklassig, die
japanischen Anbieter behandeln diese Frequenzbereiche
weiterhin stiefmütterlich. - so, als wenn sich "dort
unten" nichts abspielen würde ... Die KAA 1000 Aktivantenne vom Funkwerk Köpenick ist wiederum bis 20 m langem
Langdraht oft ebenbürtig, im unteren Frequenzbereich
teilweise hörbar überlagern. Natürlich nur solange Störungen
das Dxen nicht generell beeinträchtigen. Im Originalzustand verfügt der 315er über zwei sogenannten Schaltwege A und B für
den Empfang der unterschiedlichen Seitenbänder.
Ausserdem hat das LSB-Filter eine Breite von 3,4 kHz, An
seiner statt habe ich ein 2,35-kHz-Filter (wie bei USB)
einbauen und den Schaltweg B auf A legen lassen. Somit
braucht man nur noch am Filterwahlknopf den ECSS-Betrieb
einstellen; einfacher geht es dann kaum mehr. Diese
Modifikationen möchte ich jedem EKD 315 Besitzer wärmstens
empfehlen, die Kosten betragen ca. DM 300.- Wer sich heut einen EKD 315 zulegen möchte, muß mit einem Preis von ca. DM 2000
rechnen, manchmal auch mit etwas mehr. Selten gibt es
preisgünstigere Angebote. Problematisch ist dabei die
Herkunft der Geräte. Einen "innerbetrieblichen Schwachpunkt" hat der EKD 315 aber mit Sicherheit:
Den Phasenregelkreis 3, der für die Signalumsetzung ZF 1auf
ZF 2 zuständig ist und den 70-MHz-Quarzoszillator
integriert hat. Auch Oszillator I könnte aus der Reihe
fallen. Es können Haarrisse nach einigen Betriebsjahren
auftreten und den Signalweg unterbrechen. Persönlich möchte ich sagen, daß der Köpenick Empfänger mit gutem Gewissen empfohlen werden kann, auch für den vielbeschäftigten Programmhörer, der auch zeitweilig DX betreibt. Für diese Anlage sollte man aber einschließlich EZ 111, externem Notch-Filter und guter Antenne etwas über DM 3000 einplanen. Vielleicht doch eine Alternative zu neuwertigen semiprofessionellen Geräten dieser Preisklasse? (1) Fa. Förtig, D-64673 Zwingenberg © Ralf Helsper, wwh 5 / 1995
|
|||||||||||||||||||