Dieser kleine Reiseempfänger
war eine interessante Neuerscheinung auf der IFA 83.
Das kompakte Gerät bietet neben LW, MW und UKW insgesamt
acht Kurzwellenbereiche von 49 m bis 13 m. Auch das neue
22-m-Band ist als separater Bereich vorhanden.
Der schwarze RP-F11L ist
nur unwesentlich größer als der ICF-7600AW. Die
dichtgedrängte Beschriftung der Analogskalen für die KW-Bereiche
wird mit einem Kunstgriff etwas aufgelockert. Die
Markierungen wechseln von weiß nach grau, weiterhin
stehen die Zahlen sauber in einer Reihe. Die Skalen für
LW, MW und UKW befinden sich, abgesetzt vom KW-Teil, auf
den äußeren Rändern der Plexiglasabdeckung des
Skalenfensters. Insgesamt ergibt sich dadurch eine gute
Lesbarkeit. Der jeweils gewählte Wellenbereich wird mit
winzigen roten LED-Punkten gemeldet. Die Umschaltung ist
elektronisch, mit kleinen viereckigen Tipptasten am
unteren Gehäuserand. Das Tastenfeld kann elektrisch
blockiert werden; dies ist wichtig weil mit der Wahl des
Wellenbereichs das Gerät auch gleichzeitig eingeschaltet
wird.
Der Schieber für die Einstellung der Lautstärke liegt
griffgünstig am linken oberen Gehäuserand. Rechts
findet sich, wie gewohnt, der Drehknopf für die
Einstellung des Senders. Als besonderes
Ausstattungsmerkmal muß das kleine Instrument zur
Anzeige der Signalstärke genannt werden. Die schaltbare
Tonblende beschneidet in der mit "Voice"
gekennzeichneten Stellung den NF-Frequenzgang
entsprechend dem Frequenzumfang der Sprache. Das Gerät
besitzt Anschlüsse für Tonaufnahme, Kopfhörer und
externe Gleichspannungsversorgung.
Die ausklappbare Stütze auf der Rückseite ermöglicht
eine praxisgerechte geneigte Aufstellung. Die
Teleskopantenne ist nicht versenkbar, hat aber ein Dreh-/Knickgelenk.
Das Batteriefach nimmt vier Mignonzellen auf. Zum
Lieferumfang gehören eine ansprechend gestaltete
Schutztasche aus Jeans-Stoff und ein kleiner Ohrhörer.
Empfindlicher Doppelsuper
Der RP-F11L wurde direkt mit den Konkurrenzmodellen
ICF 7600AW und ICF 7600D verglichen. Auch diese Geräte
arbeiten mit der spiegelfrequenzsicheren
Doppelsupertechnik. Der Sharp FV-610 war für diesen Test
leider noch nicht verfügbar.
Die Nutzempfindiichkeit des RP-F11 L ist ausgezeichnet,
sehr schwache Stationen kommen geringfügig besser als
bei den Vergleichsgeräten. Bemerkenswert ist auch die
lineare Spreizung der KW-Bänder. In jedem Bereich erfaßt
eine Umdrehung. des Abstimmknopfes fast genau 180 kHz.
Der leichtgängige Lautstärkesteller liegt ungewöhnlich
gut zur Hand, der Platz am oberen linken Gehäuserand ist
ideal. Der geriffelte Drehknopf für die
Sendereinstellung läßt sich zwar gut handhaben, hat
jedoch reichlich Spiel in der Kopplung zu den
Abstimmelementen. Der Zeiger bewegt sich bei der
geringsten Drehung des Knopfes, es gibt jedoch keine
Frequenzänderung. Hier ist der ICF 7600AW besser
konstruiert. Beim ICF 7600D ist dieses Problem wegen der
anderen Frequenzaufbereitung und -einstellung gar nicht
es vorhanden. Das Keramikfilter des RP-F11 L sichert
ausreichende Trennschärfe, bei diesem Kriterium ist
jedoch der ICF 7600D das deutlich bessere Gerät; dann
erst folgt der Toshiba, der ICF
Die Frequenzbereiche
| UKW 88 - 108 MHz |
LW 154 - 265 kHz |
MW 520 - 1615 kHz |
|
| KW 1 5,8 - 6,3 MHz |
KW 2 7,0 - 7,5 MHz |
KW 3 9,4 - 9,9 MHz |
KW 4 11,6 - 12,1 MHz |
| KW 5 13,5 - 14,0 MHz |
KW 6 15,1 - 15,6 MHz |
KW 7 17,5 - 18,0 MHz |
KW 8 21,4 - 21,9 MHz |
7600AW ist mit fast identischen Werten Dritter und Letzter in diesem
Vergleich.
Das kleine
Anzeigeinstrument des RP-F11 L gibt sehr viel besser
Auskunft über die momentane Antennenspannung als die
einzelnen LEDs der Sony-Geräte. Zwar geht der Zeiger
schon bei mittleren Signalstärken an den Rechten
Anschlag, die Teilung der Skala reicht aber immerhin von
1 bis 9; Zwischenwerte sind gut ablesbar.
Die Skalen des RP-F11L sind sehr genau, der kleinste
ablesbare Schritt ist jedoch 50 kHz. Hier liegt die
Schwachstelle dieses Konzepts. Eine numerische (digitale)
Frequenzanzeige hätte den Empfänger nur unwesentlich
verteuert, den Gebrauchswerte aber deutlich erhöht. Mit
der Sicherheit der Frequenzfindung jedoch steht und fällt
die verwertbare Leistung eines KW-Empfängers. Die
vorhandenen guten Empfangseigenschaften können nur
bedingt genutzt werden, das zielsichere Einstellen eines
Senders ist mit Analogskalen dieser Art nicht möglich.
Diese Einschränkung gilt natürlich auch für den ICF
7600AW. Hier muss Geräten wie ICF 7600D oder Sharp FV-610
der Vorzug gegeben werden. Es ist zu hoffen, daß Empfänger
wie der RP-F11L nur eine Entwicklungsstufe auf dem Weg
zum preiswerten, leistungsfähigen Kleingerät mit
numerischer, direkt ablesbarer Frequenzanzeige bilden. In
diesem Zusammenhang muß aber auch klargestellt werden,
daß die Integration einer Digitalanzeige in ein
Billiggerät (Einfachsuper im protzigen Gehäuse) ebenso
abzulehnen ist. Diesen Geräten ist der RP-F11 L deutlich
überlegen.
Fazit
Der kleine Toshiba ist derzeit der wohl beste
Kleinempfänger mit Doppelsupertechnik und analoger
Frequenzanzeige. Die große nutzbare Empfindlichkeit kann
ohne Einschränkungen verwertet werden, die Dynamik des
Eingangsteils ist erstaunlich groß.
Nicht ganz befriedigen
konnten die Tipptasten für die Bereichswahl. Der
Schalthub dieser Tasten ist sehr gering, sie sind sehr
klein und man muß schon kräftig und zielgenau die
richtige Taste treffen. Sonst aber ist das Gerät sehr
gut bedienbar. Der RP-F11 L ist sauber verarbeitet, macht
einen äußerst soliden Eindruck und liefert
bemerkenswerte Empfangsergebnisse im Verhältnis zur Größe.
Einziger Punkt der Kritik bleibt der etwas schwergängige
Antrieb für die Abstimmung und die indirekte Kopplung
zum Drehkondensator. Die Batterieausnutzung ist gut, ein
Satz (vier Stück) Mignonzellen dürften für etwa 25
Stunden Betrieb ausreichen wenn das Gerät mit mittlerer
Lautstärke betrieben wird. Dies wird aber, besonders im
UKW-Bereich, selten der Fall sein, der ausreichend
dimensionierte Lautsprecher bringt auch in dem kleinen
Gehäuse einen recht angenehmen Klang.
Die Bereiche der LW und MW sind ebenso gut wie der KW-Teil,
auch hier ist der RP-F11L den Vergleichsgeräten überlegen.
Allein der ICF 7600D konnte trotz des sehr breiten
Abstimmrasters (100 kHz!) mit deutlich besseren UKW-Empfangsleistungen aufwarten. RL.
RP-F11L: Technische Daten und Meßwerte
Hersteller Vertrieb Toshiba Corporation / Fachhandel
Gerätetyp kleines Kofferradio
Schaltungstyp Doppelsuper
Frequenzbereich LW,MW,UKW, KW 49m - 13m
Ablesegenauigkeit +/- 25 kHz
Frequenzstabilität 1/- 1 kHz innerhalb einer Stunde
Bemerkungen Kleiner,
solide gebauter Reiseempfänger mit umfassenden KW-
Bereichen. Anzeige für Signalstärke, direkte
Bereichswahl
HF-Teil
| Freq. |
Empfindlichkeit |
Freq. |
Empfindlichkeit |
| 0,15 |
240 |
0,5 |
180 |
| 1,0 |
160 |
1,5 |
170 |
| 6,0 |
2.1 |
7,0 |
2.0 |
| 9,5 |
1.8 |
11,5 |
2.1 |
| 15,5 |
1.8 |
21,5 |
2.2 |
Selektion 6 / 60 dB breit 4,0 / 13,8
Spiegelfrequenzsicherheit 53 dB
AGC-Regelbereich 80 dB
Antennen Ferritantenne, Stabantenne 80 cm
Antennenanschluß nein
Sonstiges Schaltbares NF-Filter mit Sprachakzentuierung
NF-Teil
Leistung, Sinus, 10 % THD 0,65 Watt
Frequenzgang + 3 dB 110 - 12,200 Hz
Tonblende schaltbar in drei Stufen
Lautsprecher 8 Ohm, 8 cm
Anschlüsse Ohrhörer, Tonaufnahme
Sonstiges
Stromversorgung 4 x Mignon, ext. Netzteil 6 V
Leistungsaufnahme ca. 0,4 VA
Abmessungen 20 x 11,6 x 3,5 BHT in cm
Gewicht 0,65 kg
Zubehör Bedienungsableitung, Ohrhörer, Schutztasche
FTZ-Nummer 11 / 632