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überarbeitet am 21.7.2002
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Nach dem 1985 vorgestellten voll
mikroprozessorkontrollierten FRG - 8800, der neben
verschiedenen Speicher und Uhrfunktionen auch über die Möglichkeit
der direkten Frequenzeingabe verfügte, kam Yaesu 1994
mit dem FRG - 100 als kleinem Stationsempfänger auf den
Markt, der aufgrund seiner Grösse und der
unkomplizierten Bedienung auf grossen Abklang bei den Hörern
stiess. Wie zwischenzeitlich verlautete, wird Yaesu zukünftig
auf den Bau von Kurzwellenempfängern verzichten, so dass
der FRG - 100 wohl der letzte in einer erfolgreichen Empfängerreihe
bleiben wird.
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Doppelsuper, ZF 47,21 MHz, 455 kHz
Digitalanzeige, 10 Hz
AM, USB/LSB, CW, FM-n
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Selektivität -6 dB/ -50 dB
A-Version: 2,7/4,5 kHz, 8?/15 kHz, 10?/18
kHz, 15/30 kHz FM
B-Version: 2,4/4,5 kHz, 4 kHz, 6 kHz, 15/30 kHz FM
Sensitivität AM <1 uV, SSB< 0,25 uV, FM <0,5 uV
Abschwächer 2x, AGC 2x, IF- Shift, Noise Blanker
50 Speicher, CAT- Computer- Schnittstelle
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Im Vergleich mit anderen Stationsempfängern ist der
FRG - 100 ausgesprochen kompakt ausgefallen, er liegt mit
seinen 23,8 x 9,3 x 24,3 cm und 3 kg in der Grössenordnung
der NRD-345 - oder AOR-7030 Empfängers. Auch dass das
Netzgerät nicht im Gerät integriert ist, sondern sich
das Netzteil wie bei einem Laptop-PC auf halbem Wege
zwischen Netzsteckdose und befindet, und so Platz im Gehäuse
und Abschirmmassnahmen zwischen dem Netzteil und den
hochempfindlichen HF-Baugruppen gespart werden konnten,
liegt auf der Hand. Das Gehäuse ist anthrazit -
dunkelgrau, eingeschaltet sind S-Meter und
Frequenzdisplay orangegelb hintergrundbeleuchtet. Ein
kleiner Lautsprecher ist im Gehäuse eingebaut und
strahlt nach oben ab.
Die Frontplatte erscheint im Design der neunziger Jahre
recht aufgeräumt, der Empfänger wirkt vor allem
beleuchtet recht gediegen. Zahlreiche kleine Tasten
liegen nebeneinander und sind nicht nur doppelt belegt,
sondern haben beim Einschalten des Gerätes gedrückt
noch weitere Funktionen, ein plastifiziertes Merkblatt,
dass sich an der Empfängerunterseite hervorziehen lässt,
gibt über die Timer- Scan- und Programmierfunktionen
Auskunft. Ein grosser Abstrich wird auf den ersten
Anblick klar, der Zehnertastenblock ist dem Grössenkompromiss
zum Opfer gefallen.
In der untersten Reihe der Bedienelemente liegt links
unter dem Hauptschalter, das Netzteil muss um nicht
dauernd im Standby- Betrieb zu bleiben ausgesteckt werden,
die Kopfhörer- Klinkenbuchse. Drei Drehregler dienen zum
Aufrufen eines der fünfzig Speicherplätze, dem
Verstellen des Einsatzpunktes der Rauschsperre und als
Lautstärkeregler. Vier Drucktasten aktivieren die
Betriebsarten, auf wiederholtes Drücken schaltet die SSB-Taste
zwischen dem oberen und unteren Seitenband und die AM-Taste
zwischen dem breiten und schmalen ZF-Filter um. Die
Impulse des Abstimmknopfes, der mit einer flachen
Fingermulde ausgestattet ist, werden über einen
optoelektronischen Coder übernommen, eine
Abstimmmechanik gibt es beim Yaesu FRG - 100 wie bei den
anderen modernen Stationsempfängern nicht mehr, die
Frequenzaufbereitung geschieht mikroprozessor- kontrolliert
über eine PLL-Syntheseschaltung. Die Fast-Taste erhöht
die Abstimmschrittweite, je nach Betriebsart beim AM-Empfang
von 100 Hz auf 1 kHz und beim SSB-Empfang von 10 auf 100
Hz. Die Up/ Down- Tasten dienen zum raschen
Frequenzwechsel, bei gedrückter Fast-Taste wird die
Frequenz beim AM- Empfang auf einen Tastendruck um 1 MHz
erhöht. Die rechts oben gelegenen kleinen Tasten werden
zum Scan-Betrieb benötigt.
In der mittleren Tastenreihe links neben dem Abstimmknopf
steuern 14 kleine Tasten alle erdenklichen Betriebzustände.
Die Tasten links aussen schwächen das Eingangssignal um
6 resp. 12 dB ab, gemeinsam gedrückt addiert sich der
Wert, ein RF-Gain-Regler ist nicht vorgesehen.
Die nächsten Tasten werden für VFO- Speicherbetrieb -
Aktivitäten benötigt. Aufgrund des Empfängerkonzepts
des FRG - 100 ist die momentan empfangene Frequenz im
sogenannten VFO, dem variable frequency oscillator
abgelegt. Gespeicherte Frequenzen werden vom
Speicherplatz aus in den VFO-Platz eingelesen,
abzuspeichernde vom VFO aus in einen Speicherplatz
deponiert. Mit dem VFO wurde bei Amateurfunkgeräten die
mit der Hauptabstimmung durchstimmbare Frequenz
eingestellt, dies im Gegenteil zu "gespeicherten"
Festfrequenzen, welche durch Frequenzquarze bestimmt
wurden. Manche Empfänger arbeiten mit einem VFO und
einer grossen Anzahl Speicherplätze, manche mit zwei
VFOs A und B zusätzlich zu den Speicherplätzen. In der
Regel kann auf die VFO-Frequenz unkompliziert direkt
zugegriffen werden, die entspricht also der momentan
aktiven Speicherfrequenz, von der aus weiter abgestimmt
werden kann. Im Zeitalter der mikroprozessorgesteuerten
Empfänger ist der VFO-Begriff noch ein Relikt ohne
technische Bedeutung.
Die unterhalb gelegen Tasten aktivieren Uhr und
Timerbetrieb, die SELect und SET-Tasten erlauben den
Zugriff auf programmierbare Funktionen, so können die
standardmässig beim Wechsel der Betriebsart eingesetzten
ZF-Filter und Abstimmschrittweiten umprogrammiert werden.
Als Besonderheit kann mit der Tastenkombination SET + MEM
CLR der BFO-Frequenzversatz (beispielsweise zum Betrieb
mit einem RTTY-Decoder) verstellt werden, beim SSB-Empfang
eines Seitenbandes einer AM-Station lässt sich damit die
Lage des BFO/Hilfträgers resp. die ZF-Filterdurchlasskurve
relativzum Hilfsträger ähnlich wie bei einem
Passbandtuning verschieben. Mit der Tastenkombination SET
+ SEL kann in jeder Betriebsart jedes verfügbare ZF-Filter
geschaltet werden. Durch Tastendruck beim Einschalten des
Empfängers kann auf auf werksseitig programmierte
Grundeinstellungen des Gerätes zugegriffen und diese
Einstellung nach Bedarf verändert werden, so wird man
beispielsweise den lästigen Bestätigungspiepser nach
jedem Tastendruck los oder kann den PLL-Hauptoszillator
mit Hilfe eines externen Frequenznormals nachstimmen.
Hierzu wie auch um all die Speicher- und Scan- Funktionen
ausschöpfen zu können, ist ein ausgiebiges Studium der
wie bei Yaesu üblich umfassenden Betriebsanleitung
notwendig.
Auf derEmpfängerrückseite finden sich Lautsprecher-,
Tonband- und Stummschaltungsanschluss, die umschaltbaren
Buchsen für den koaxialen niederohmigen und den
hochohmigen Langdrahtantennenanschluss und die als DIN-Buchse
ausgeführte CAT-Buchse.
Mit einem Steuerkabel und entsprechender Software kann
der FRG-100 mit allen Speicher-, Scan- und
Timerfunktionen programmiert werden, an diese Buchse lässt
sich die von einem Dritthersteller (BEEI) angebotene
externe Frequenztastatur, die bei regelmässigem Einsatz
ein unverzichtbares Accessoire ist, einstecken. Im
Handbuch sind die entsprechenden Steuerbefehle vollständig
dokumentiert.
Das Hochfrequenzsignal durchläuft zunächst die 6 und 12
dB-Abschwächerstufen und gelangt über ein
Tiefpassfilter auf die elektronisch geschaltete
Preselektorbank, im ersten Mischer wird das Signal auf
die erste ZF von 47,21 MHz umgesetzt und durchläuft ein
Quartzfilter. Nach dem zweiten Mischer, wo die Umsetzung
auf die häufig eingesetzte ZF von 455 kHz geschieht und
der Noise Blanker - Einheit gelangt das Signal über die
ZF-Filterbank, an dieser Stelle kann auch das optionale
CW-Filter mit 500 Hz Breite oder ein anderes optionales
Filter eingebaut werden. Nach nochmaliger Verstärkung
gelangt das Signal zur AM und SSB-Demodulatorstufe, das
Audiosignal wird letztendlich mit maximal 1,5 W dem
Lautsprecher anvertraut.
Als sehr kompakter Stationsempfänger erfüllt der FRG
- 100 die grundlegenden Anforderungen an einen DX-tauglichen
Kurzwellenempfänger. Die Eingangsempfindlichkeit ist
hoch, aufgrund der elektronischen Preselektion und der
hohen ersten Zwischenfrequenz ist der FRG - 100 sehr
grossignalfest, die Erfahrungen von Yaesu im
Amateurfunkbereich, wo auch Signale mit grössten
Dynamikunterschieden verarbeitet werden müssen, haben
viel zum Erfolg des Empfängers beigetragen.
In der ersten vorgestellten Version waren die AM-ZF-Filter zu
breit und wiesen ungenügende Formfaktoren auf, in der
Folge wurden die Filter ersetzt, sodass der Empfänger auch ohne
Filtermodifikation DX-tauglich ist - diese zweite Version wurde in den USA
als FRG-100B vermarktet.
FRG-100 erste Version
FRG - 100A |
CFJ455K15 (2,7 KHz, Murata), CFW455I (4-5 kHz, Murata), CFW455H (6 kHz, Murata) |
FRG-100 spätere Version
FRG - 100B |
CFJ455K15 (2,7 KHz, Murata), LF-H2S 3Y (NTKK), LF-H6S 37 (NTKK), opt.FM LF-H15S (15 kHz FM, NTKK) |
Ein kleiner Abstrich, der für Programmhörer von
Bedeutung ist, ist das Fehlen der Zehnertastatur zur
direkten Eingabe von Frequenzen, die Investition in eine
externe Taschenrechner- ähnliche Tastatur mag sich da
lohnen, der Preis muss allerdings bei der Anschaffung des
Empfängers mitberücksichtigt werden.
weitere Lektüre:
d: Yaesu
FRG - 100, Juergen Martens, wwh 4 / 1993
d: Yaesu
FRG - 100, kurier 5 / 1993
d: Alt gegen neu: Yaesu FRG - 8800 gegen FRG - 100, Claus
Galow
e: Yaesu FRG - 100 B, R. Netherlands Receiver test
© Martin Bösch
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